Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
Pilze

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Dezember 2015

 
Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua)
Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), umgangssprachlich  "Bockshörndlbaum": Vor zwei Jahren liess ich mir Samen von besagtem Baum von einer renomierten Gärtnerei per Post zukommen. Mittlerweile kann man schon gut die noch kleinen Bäumchen erkennen. Das Problem der immergrünen Johannisbrotbäume allerdings ist, dass sie frostempfindlich sind und daher im Winter von mir drinnen ans Küchenfenster gestellt werden. Im Frühling dann erhalten sie einen grösseren Topf, und so hoffe ich, sie in ein paar Jahren ins Freiland setzten zu können. Es sind nämlich hitze- und trockenresistente Bäume, die ursrprünglich aus Ägypten und Vorderasien kommen. Sie gehören zu der Ordnung "Schmetterlingsblütenartige". Sechs Jahre nach der Keimung sollten sie zum ersten Mal Blüten tragen. Es sind dies unscheinbare in traubenform gebildete weisse Blüten.
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 Daraus entstehen dann anfangs grüne, später bei der Reife schokoladenfarbige Hülsenfrüchte, welche bis zu 30 cm lang werden. Ein Jahr nach der Befruchtung sind sie reif und hängen während Monaten auf dem Baum. Sie enthalten 10 - 15 Samen. Das Interessante daran ist, dass jedes Samenkorn exakt 0,197 Gramm wiegt. Aus diesem Gewicht wurde die Masseinheit für die Diamanten abgeleitet. 1 Karat entspricht 0,2 Gramm, und auch der Name "Karat" stammt von dem wissenschaftlichen Namen des Johannisbrotbaums. Die Baumkrone selber kann bis zu 15 Meter Durchmesser haben, und die Ernte bewegt sich zwischen 100 bis 250 kg je Baum.
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Die Samen schmecken übrigens süsslich, und es wird hauptsächlich Mehl daraus gemacht. Der Nutzen dieses Baumes wurde übrigens schon früh erkannt. Nicht zu verwechseln mit dem Affenbrotbaum und dem Brotfruchtbaum, aus welchem die Schiffsladung der "Bounty" aus dem Jahre 1789 bestand. In Portugal wird im übrigen ein sehr schmackhafter Likör daraus gewonnen, und auch das Holz des Baumes findet viel Verwendung. Bis unsere Bäumchen allerdings so gross sind, werden noch ein paar Jährchen vergehen müssen. Bis dahin ist also langes Warten angesagt. 
 
Nieswurz (Helleborus):
23. Dezember 2015: Auch Christrose oder Schneerose genannt. Diese Pflanze gehört zu den Hahnenfussgewächsen, und es sind 25 verschiedene Arten davon bekannt. Beheimatet sind sie in Europa, Asien und China. Ihre Blütenfarben sind: weiss, grün, rosa, purpur bis hin ins rötliche gehend. Sie sind winterhart und sie blühen im Winter bis in den Frühling.
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Eine wunderschöne Pflanze, welche bei uns in Gugellandia wild wächst. Sie ist aber stark giftig, und sogar die einheimischen Wildtiere wie Hasen, Rehe oder Wildschweine meiden deren Genuss. Interessant ist auch, dass sie nach dem Pflücken in der Blumenvase während eines Monats oder auch länger nicht welken und eine schöne Tischdekoration geben.
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Anschliessend möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Natur etwas aus den Fugen geraten ist. Diesen Monat war es viel zu warm. Unsere Rosen blühen noch immer oder schon wieder. Die Blütenknospen vereinzelter Äste vom Mandelbaum sowie des Flieders öffnen sich. Die Schneeglöckchen sind dafür etwas im Hintertreffen, dafür machen sich im besonderen die Mariendisteln breit.
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Bei unserem Garten bin ich fleissig am Umstechen. Es fehlt dann nur noch der Kompost, welcher untergemischt wird. Die Hänge-Erdbeerpflanzen habe ich vermehrt und  in ein von mir vorbereitetes Hochbeet gesetzt. Ja, Winterarbeit wie das Schneiden von diversen Obstbäumen ist demnächst angesagt, ich überlege  schon die ganze Zeit, wie ich Edi, Frech und Konsorten diese Arbeiten schmackhaft machen kann.Vorerst aber ein frohes Weihnachtsfest, das wünscht euer Grünling.
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Zapfen (Strobilus)
16. Dezember 2015: Unser Edi ist ja Weltmeister im Sammeln und Horten. Pünktlich zur Weihnachtszeit brachte er uns Kisten von verschiedenen Tannenzapfen für diverse Dekorationszwecke. Wissbegierig, wie er nun ist, wollte er natürlich alles darüber wissen. Zapfen (Strobilus) sind die Früchte von Nadelhölzern. Bei der Tanne stehen sie aufrecht, bei der Fichte hängen sie. Bei Kälte und Feuchtigkeit sind sie geschlossen. Sobald sie in die Wärme kommen, öffnen sie sich und die Samen sind daraus leicht zu entfernen.
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Links unten im Bild sind sogenannte Pinienzapfen zu erkennen, welche bohnenförmige grosse Früchte beinhalten. Es gibt unzählige verschiedene Zapfenarten, auf die ich im Detail nicht eingehen will. Interessant aber sind die Zapfen der Zeder (Cedrus), da solche Bäume noch nicht in Gugellandia anzutreffen sind. 
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Sowohl die Atlas-,  Himalaya-, Libanon- und Zypernzeder haben eines gemeinsam. Sie werden bis 40 Meter hoch, ihre Fruchtzapfen stehen aufrecht und in der Wachstumsphase sind sie bläulich gefärbt. Die erste Blütezeit beginnt allerdings erst ab dem 25. Lebensjahr, und die Bäume können bis zu 900 Jahre alt werden. Der ideale Zeitpunkt für das Setzen der Samen ist der Dezember. Einfach in Töpfe mit Erde gefüllt hineinsetzen. Einmaliges Angiessen, danach draussen stehen lassen, und der Natur überlassen. Im Frühling dann sollten sich die ersten Triebe zeigen. Ich werde zu gegebenen Zeitpunkt darüber berichten.    
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Derzeit bin ich voll in den Vorbereitungen für unser Krippenspiel, Text lernen, Garderobe anprobieren, da ich die wichtige Aufgabe habe, den Josef zu spielen. Zwischendurch bleibt aber immer noch Zeit, einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Beim letzten Einkaufsbummel in der Stadt hatte ich Erbarmen mit vier kleinen tannenähnlichen Bäumchen. Sie wurden mit Schneeschaum darauf im Verkauf angeboten. 
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So konnte ich schöne, mit Hauswurzen und Sedum bepflanzte Schalen fertigen. In der freien Natur nehmen die Bäumchen im übrigen keinen Schaden von dem weissen Spray.. Im Frühling wird sich die Farbe lösen, und die Zweige werden neu austreiben. Nun muss ich aber weiter machen, schliesslich bekam ich für das Krippenspiel eine sehr anspruchsvolle Rolle, es gibt viel zu tun. Bis nächste Woche, euer Grünling
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Moose (Bryophyta) und Flechten (Lichen)
09. Dezember 2015: Zeitgemäss und auf Bitten und Drängen von Peso, will ich diesmal ein wenig über Erwähntes berichten. Von den Moosen gibt es über 16'000 bekannte Arten. In ausgetrocknetem Zustand sind sie äusserst wiederstandsfähig. So überleben sie sogar das Einfrieren in flüssigen Stickstoff (-196 Grad Celsius) , aber auch Hitze bis + 85 Grad.
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Moose sind überall auf unserer Welt anzutreffen. Im Regenwald, in Wüsten, in Salzwassertümpeln, in der Tundra und in Polargebieten. Die Photosynthese wird sogar bei Temperaturen unter 0 Grad betrieben. Die erforderlichen Nährstoffe werden ausschliesslich über den Niederschlag aufgenommen.
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Von den Flechten weiss ich zu berichten, dass es über 25'000 Arten gibt. Das besondere daran ist, dass Flechten keine Pflanzen sind, sondern den Pilzen zugerechnet werden, unter denen sie als eigene Lebensform eine Sonderstellung einnehmen. Flechten gibt es auch in allen erdenklichen Farben: vom Weiss über sämtliche Gelbtöne, bis hin zu Rottönen, Blau, Schwarz, Rosa, Orange, Türkis und so weiter.
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Auch Flechten sind total resistent. Sie wachsen sogar auf blankem Fels, bis 5'000 Meter Höhe im Himalaya, sind in der Wüste und auch in der Antarktis anzutreffen. Auch überstehen sie Temperaturen von - 47 Grad bis + 80 Grad unbeschadet. Für unser Krippenhäuschen verwendeten wir für's Dach die Flechte "Cladonia arbuscula" , für den Boden verschiedene heimische Moosarten. Abschliessend will ich noch sagen, dass sich besagte Flechten hervorragend für den Modelleisenbahnbau eignen. Das Moos hingegen schützt viele Pflanzen vor dem Austrocknen.
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Hanfpalme (Trachycarpus)
02. Dezember 2015: Ihr Heimatgebiet ist ursprünglich der Himalaya. Ihre Verbreitung reicht vom Norden Indiens über Nord-Thailand bis Vietnam und China. Anfang letzten Jahrhunderts wurde sie nach Europa gebracht und kultiviert. Sie zählt zu den kältehärtesten Palmen und kommt bis in 2500 m Höhe vor. Die unserige Fächerpalme hat ihr Setzdatum (da war sie gerademal 5-jährig und etwa 50cm gross) hier in Gugellandia am 6.6.1993 und wurde "Romina" getauft. Wenn man das Wachstum beschleunigen will, sollte man die untersten Fächer regelmässig schneiden.
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Schnee kann dieser Palmenart nichts anhaben, und sie verträgt Temperaturen bis Minus 17 Grad. Pro Jahr wächst der Stamm um 40cm und es bilden sich 10-20 neue Blätter. Für die Befruchtung der Blütenstände benötigt es aber je ein Männchen und ein Weibchen. Die Unterscheidung der beiden ist ganz einfach. Die Männlichen haben gelb gefärbte Blütenblätter, die Weiblichen hellgrüne, aus denen dann die Samenfrüchte gebildet werden. Wir in Gugellandia haben ein Männchen, bei der Namensgebung "Romina" hat man wohl seinerzeit einen Fehler gemacht.
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"Romina" ist mittlerweile 5 Meter hoch. (Wuchshöhe im Himalaya bis 15 Meter). Links im Bild ist sie neben dem Lorbeerbaum mal von unten aus einer anderen Perspektive gut zu erkennen. Nun noch Aktuelles in eigener Sache: Unserem Olivenbaum habe ich die Äste gestutzt, damit er nächstes Jahr noch mehr Früchte tragen kann. Ansonsten herrscht auch bei mir volle Weihnachtsstimmung und beim Bau von unseren Adventskranz konnte ich tatkräftig mithelfen.
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Im Garten tut sich wenig, einzig den von mir aus Samen gesetzten Randen kann ich laufend ernten. Auch die Karotten wachsen noch. Die im Freiland lebenden Wacholdersträucher werden täglich kontrolliert. Demnächst ist auch hier mit der Ernte zu rechnen.
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