Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Februar 2016

 
Weidenkätzchen (Salix Caprea)
24. Februar 2016: Jedes Jahr wieder faszinierend, Weidenkätzchen, auch Palmkätzchen genannt (Salix Caprea): Vor dem Blühen sind sie ganz weich und pelzig. Es gibt davon über 30 verschiedenen Arten. Bäume, Sträucher, Zwergformen, Hängeweiden (Caprea Penula), ja sogar japanische Züchtungen, welche bodenbedeckend sind. Sämtliche mir bekannte Weiden sind winterhart und sind ziemlich anspruchslos, was den Boden anbetrifft. Die Blüte erfolgt im März und ist eine der ersten und wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen und Hummeln.
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Die Vermehrung ist im übrigen ganz einfach. Beispielsweise bei Hochwasser werden abgebrochene Äste fortgeschwemmt  und fassen sofort Wurzeln. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Ast einen halben Meter misst, oder nur fingerdick ist. Meine Empfehlung wäre, einen etwa 20 cm langen Trieb im Vorfrühling abzuschneiden, ein Drittel davon in den Boden zu stecken und fleissig anzugiessen. Schon nach zwei Wochen bilde sich die ersten Wurzeln. Daraus kann sehr schnell ein wunderschöner Baum beziehungseise Strauch werden. Aber Achtung: Die Weidenkätzchen stehen in der freien Natur in ganz Europa unter Naturschutz, und es soll bei Pflücken hohe Bussen geben. 
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Die winterlichen Arbeiten, wie Obstbäume, Rosen und auch Reben schneiden, sind grösstenteils abgeschlossen. Nun gilt es, den gugelländischen Rasen vor dem Haus das erste Mal zu mähen. Gugel und Frech sind dabei in ihrem Element und Edi kann es sich nicht verkneifen, vorne zu sitzen und "Links" oder "Rechts" zu rufen.
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Den entstehenden Mulch benötige ich für den Garten als Düngevorbereitung. Er wird gleichmässig verteilt  und später untergegraben. Da werden sich die noch zu setzenden Gemüsesorten wohl fühlen und guten Ertrag geben. Bis nächste Woche, es grüsst dich Grünling.
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Huflattich (Tussilago farfara):
17. Februar 2016: Er gehört zu den ersten Frühlingsblumen, dessen Blüten vor der Entwicklung der Laubblätter erscheint. Der Huflattich ist so genügsam, dass er als einzige Pflanzenart sogar auf reiner Braunkohle gedeihen kann. Er wächst an Strassenböschungen, in Sandgruben, auf Baustellen und ist auch in Steinbrüchen anzutreffen. Er treibt aus einem Wurzelstock, mit kriechendem, bis zu 2 Meter langen unterirdischen Wurzelausläufern. Bevorzugt werden trocken-warme Standorte mit wasserdurchlässigem Boden. 
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Der Huflattich ist auch noch in einer Höhenlage bis auf 2300 Metern anzutreffen. Die Samenverbreitung erfolgt wie beim Löwenzahn durch "Schirmflieger" durch den Wind. Nach der Blütezeit (Februar bis April) erscheinen dann die Blätter. Der Huflattich gehört übrigens zu den ältesten Hustenhausmitteln.
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Vor drei Wochen hatte ich ja Jungableger der hiesigen Feigenbäume ausgegraben. Nun war es endlich Zeit geworden, diese auch an einem sonnigen Standort zu setzen. Edi und die beiden Maulwürfe Mauli und Bauli waren mir dabei eine grosse Hilfe. Es mussten viele grosse und vor allem tiefe Löcher gebuddelt werden. Edi war Feuer und Flamme beim Setzen der Bäumchen.
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"Falsch, lieber Edi; die Bäumchen müssen auf die ander Seite schauen." "Feigenbäume werden gross, und hier gilt es zu beachten, dass sie gegen Süden wachsen müssen, und nicht in den Weg hinein. Meine gelehrigen Freunde schaufelten ein Loch nach dem andern und Edi durfte alle Stecklinge gegen Süden setzen und mit Erdreich zudecken und antrampeln.
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Mandelbäume (Prunus dulcis):
10. Februar 2016: Sie gehören zur Familie der Rosengewächse. Bei uns in Gugellandia sind sie die ersten, welche ihre Blüten öffnen, und dies schon im Januar. Die Blütezeit dauert dann meist bis Ende Februar. Es gibt drei Varietäten, nämlich die Süssmandel, die Krachmandel und die Bittermandel. Mandelbäume tragen vereinzelt "Bittermandeln", die äusserlich von der "Süssen" nicht zu unterscheiden sind. Der natürliche Anteil beträgt zwei Prozent und ist somit gesundheitlich völlig unbedenklich. Sie enthalten nämlich Blausäure. Aber keine Angst: Es bräuchte schon sehr viele von diesen (pro Kilogramm Körpergewicht eine Bittermandel) um Vergiftungserscheinungen davon zu tragen, ausserdem haben sie einen unangenehmen Geschmack.
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Ende August ist es dann soweit, die Ernte kann beginnen. Sobald sich die äussere Mandelschale öffnet, sind sie reif zum pflücken. Für die Verwendung in der Küche sollte man sie allerdings noch zwei Monate für die gewisse Reife lagern. Dass sie sehr gesund und im Kuchen schmackhaft sind, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Generell ist noch zu sagen, dass der Mandelbaum in jedem Boden wächst, allerdings einen sonnigen Standort liebt. Krankheiten treten eigentlich nicht auf. Die gezüchteten Sorten "Amanda" und "Rosella" sind im übrigen sehr winterhart und überstehen auch Minus 20 Grad.
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Will man einen Mandelbaum aus einem Kern selber ziehen, empfehle ich, die Mandelschale vorsichtig zu öffnen, denn das Wasser muss eindringen können. Am besten den Kern in "Anzuchterde" stecken, hell stellen und feucht halten. Die Aussentemperatur sollte über 20 Grad sein. Dann muss man Geduld haben, denn es könnte lange dauern, bis sich der Keimling zeigt.
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Ja, und was mache ich so den ganzen lieben langen Tag? Die mühsam erichteten Gurkengestelle vom letzten Jahr wollen abgebrochen werden, die darunter liegende Erde vom Unkraut befreit werden, und dann heisst es fleissig den Boden umstechen. Rechts im Bild sieht man schon die Spitzerln der Osterglocken. Der Frühling kann kommen.
 
Schneeglöckchen (Galanthus)
03. Februar 2016: Entsprechend der Jahreszeit will ich vom Schneeglöckchen (Galanthus) berichten. Es gehört zu den Amarillisgewächsen, ist eine Zwiebelpflanze und das erste Blümchen, welches sich durch die Schneedecke bohrt. Es bevorzugt feuchte, schattige Standorte. Es besitzt ein natürliches Frostschutzmittel, daher kann ihm auch der kälteste Winter nichts anhaben. In der freien Natur ist es selten anzutreffen, deshalb steht es auch unter Naturschutz. Es sind über 20 verschiedene wildwachsende Arten bekannt. Durch erfolgreiches Züchten gibt es mittlerweile eine Vielfalt von über 800 Sorten.
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Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, sind giftig. Es bilden sich immer wieder neue Tochterzwiebeln, so dass sich manchmal ganze Blütenmeere bilden. Interessant scheint mir, dass die Ameisen einen wesentlichen Teil zur Vermehrung beitragen. Ein bestimmtes Anhängsel am Samen ist speziell für den Verzehr durch Insekten gedacht. Diese schleppen den ganzen Samen in ihren Bau, trennen dort den nährstoffreichen Teil und entledigen sich danach von dem gifigen und nicht geniessbaren Samen. Ganz wichtig ist es noch zu wissen, dass das Schneeglöckchen während eines ganzen Monates oder auch länger blühen kann. Wird es jedoch gepflückt und in eine Blumenvase gesteckt, so welkt es bereits am nächsten Tag.
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Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Nun noch etwas über unseren Rosmarin (Rosmarinus officinalis): Beheimatet ist dieser immergrüne Strauch im Mittelmeerraum und kann zu jeder Zeit neue Blüten ansetzen. Die unserigen Sträucher sind derzeit auch in voller Blüte anzutreffen. Rosmarin liebt trockenen Boden. Er ist anfällig für lang andauernde Nässe und ist nicht überall nördlich der Alpen winterfest. Die Vermehrung ist ganz einfach, nämlich durch Stecklinge. Am besten geeignet dafür sind die Monate April bis in den August hinein. Einfach ein Ästchen abtrennen, in Erde stecken, und schon nach einem Monat hat er Wurzeln gefasst. Dass Rosmarin in der Küche unentbehrlich ist , erübrigt sich zu sagen. Unser Koch Ottilio ist fast wöchentlich und freudestrahlend beim Ernten anzutreffen.
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Ansonsten bin ich weiterhin fleissig beim Obstbaum schneiden, Olivenbäume am stutzen, und lästige Brombeersträucher sowie Lianen eliminieren. Gleichzeitig gibt es daraus schon Holz für den nächsten Winter. Unsere Mandelbäume stehen übrigens schon voll in Blüte. Ich kann nur hoffen, dass der diesjährige Winter bei uns ausbleibt. Bis zur nächsten Woche, euer Grünling.
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