Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Dezember 2017





 
 Amaryllis (Amaryllis belledonne) und Ritterstern (Hippeastrum vittatum)
13. Dezember 2017: Letzte Woche berichtete ich ja über die Eisblumen, diese Woche läge es nahe etwas über Eiszapfen (lacunae stiriaque impexis) zu erzählen. Aber das fällt nicht ins Resort eines Gärtners. Am Montag nämlich regnete es den ganzen Tag, Zeig wird nächste Woche darüber Bericht erstatten. Oben war eine warme Regenwolke, und wir hatten unten Minustemperatur, die den Niederschlag sofort gefrieren liess. Ein aussergewöhnliches Spektakel in Gugellandia.
eizapfen
eiszapfen
eisblumen
eiszapfen
Nun, zu dieser kalten Jahreszeit wird es ein wenig wärmer, wenn ich über die  exotische Amarillis erzähle. Wenn die Rede von der Amaryllis ist, handelt es sich meistens um den Ritterstern. Die aus Südamerika stammenden Rittersterne (Hippeastrum vittatum) und die afrikanische Amaryllis (Amaryllis belladonna) sind botanisch gesehen zwei verschiedene Pflanzengattungen, und die Unterscheidung wegen der zahlreichen Kreuzungen und Züchtungen fällt etwas schwer. Aber sie beide haben die gleichen Gemeinsamkeiten. Die subtropischen Rittersterne umfassen etwa 70 Arten mit über 600 Zuchtformen in verschiedenen Farbtönen und Mustern. So schön sie sind, alle Teile sind stark giftig, daher sollte die Blume von Kindern, Katzen, Hunden und anderen Haustieren ferngehalten werden!
amarilliszwiebel
amarilliszwiebel
amarilliszwiebel
amarillis
Damit ein richtiges Gelingen der Blüte zur Weihnachstzeit gelingt, wird die Zwiebel mit einem Drittel in die Erde gesteckt.  Nach rund fünf bis acht Wochen nach der Pflanzung erscheint die erste Blüte. Danach pflegt man die langlebigen Blütengiganten, welche gut und gerne 30 cm Durchmesser haben können, weiter, zuweilen kann man sogar mit etwas Glück eine zweite Blüte im Sommer miterleben. Nach einer zweimonatigen Ruhepause im Herbst beginnt der Kreislauf von Neuem. Rittersterne werden mässig über den Untersetzer gegossen, die Zwiebel oben sollte trocken bleiben. Ideal sind Zimmertempreaturen von 18 - 20 Grad.
amarillis
amarillis
amarillis
amarillis
Im Februar schneidet man die verwelkten Blüten mit dem Stiel ab. Im März und April ist der Ritterstern in der Wachstumsphase. Hierbei wird dann häufiger gegossen, und die Pflanze sollte etwas wärmer gehalten werden, damit sich die Blätter gut entwickeln. Im Mai und Juni stellt man sie an einem halbschattigen Platz im Freien, Regenwasser und Dünger sind jetzt wichtig, da in der Zwiebel bereits die neuen Blüten angelegt werden. Im August ist dann Ruhepause angesagt, die verwelkten Blätter werden abgeschnitten und man lässt die Pflanze in trockener Erde ruhen. Dabei kann sie auch im Dunklen, wie im Keller stehen. Im November wird die Zwiebel in frische Blumenerede gesetzt. Beim Umtopfen sollte die Wurzel nicht beschädigt werden. Wenn die Pflanze Brutzwiebeln gebildet hat, kann man diese abnehmen und zur Vermehrung seperat einpflanzen. Es benötigt allerdings ein paar Jahre, bis diese gross genug sind, um Blütenstiele hervorzubringen.
amarillis
amarillis
amarillis
amarillis
Im Dezember wird die Erde leicht angefeuchtet, sobald der neue Blütenstiel 10 cm gross ist, einmal in der Woche mässig giessen. Wichtig ist nun, dass der Topf auf der Fensterbank alle paar Tage um 180 Grad gedreht wird, damit sich die Blütenstiele nicht zu stark zum Licht neigen. Drei bis sechs Blüten trägt der Ritterstern auf einem kräftigen Stiel. In der freien Natur erledigen die Kolibris die Bestäubung. Man kann es aber auch selber mit einem Pinsel gut nachmachen. Die Pollen lassen sich so gut an die Nachbarsblüte übertragen, woraus sich braune Samen entwickeln. Nach dem Aufplatzen der Fruchtkapsel kann man die Samen in sandige Erde säen. Die Knolle wird aber durch das Ausreifen der Samen geschwächt, und blüht im kommenden Jahr dann nicht. Eine besinnliche Woche wünscht Dir Grünling.

 
 Eisblume (flos glacialis)
06. Dezember 2017: Wer hätte das gedacht, unser lieber Schnorbi brachte mich auf diese glänzende Idee. Die bei uns fast ausgestorbene Eisblume (flos glacialis) ist nämlich fast in Vergessenheit geraten. Sie wächst nämlich nur an nicht gut isolierten dünnen Fensterscheiben. Die Eisblume ist eigentlich ein Eiskristall, der wegen der Form einer Pflanze oder Blume ähnlich sieht. Sie entsteht vornämlich an der Innenseite an Fenstern in beheizten Räumen, wenn die Aussentemperatur unter die 0 Grad sinkt.
beim giessen
idee wurde geboren
eisblumen
eisblumen
Die Innenseite des Fensters kühlt aufgrund der Temperaturunterschiede unter den Gefrierpunkt ab. Die Luft kann den unsichtbaren Wasserdampf (Luftfeuchtigkeit) nicht mehr halten, sodass sich dieser niederschlägt. Mit der Zeit wachsen die Eisblumen meist von den unteren Rändern her und können die ganze Scheibe bedecken. Meist bilden sich blumenartige Formen mit verzweigten Wachstum.
eisblumen
eisblumen
eisblumen
eisblumen
Die "Keime" der Eisblume sind Staubteilchen oder winzige Kratzer auf Glas, aber auch Wischmuster vom Fensterputzen und ähnlichem. Anlaufende Fenster und Eisblumen sind ein Indiz für mangelhafte wärmedämmernde Fenster. Eisblumen kann man aber auch in der Natur sehr gut beobachten. Allen vorran die sich bildenten Eiskristalle an Bäumen, Sträuchern und in der Wiese bei Reif.
eisblumen auf bäumen
eisblumen im wasser
eisblumen im wasser
winterpause
Eine ähnliche Form sind dann noch die Meereisblumen, die im Frühling und Herbst in der Arktis und Antarktis entstehen und ganz lustige Formen bilden. Zum heutigen Anlass wünsche ich einen schönen Nikolaus. Euer Grünling


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