Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Februar 2018




 
 Scheinbeere (Gaultheria procumbens)
21. Februar 2018: Etwas, was um diese Jahreszeit mit ihrem schönen leuchtenden Rot hervorsticht, ist die Scheinbeere (Gaultheria procumbens). Vielen ist sie auch unter den Namen "Rebhuhnbeere" bekannt. Dieses Pflänzchen gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und ist immergrün und absolut winterhart. 
scheinbeere
scheinbeere
scheinbeere
scheinbeere
Diese Sträucher oder Halbsträucher werden etwa 15 - 20 cm hoch, aber bis zu einem Meter breit. Im Himalaya gibt es jedoch eine Sorte, welche bis zu 5 Meter hoch wird. Ist die Scheinbeere im Halbschatten gepflanzt, so ist ihre enorme Blühfreudigkeit garantiert und man kann später mit vielen Beeren rechnen. Die Rinde ist kahl und behaart, ebenso die Blätter weisen eine behaarte Oberfläche mit bewimperten Blattrand auf. Beim Zerreiben der Laubblätter zwischen den Pfoten, strömt ein aromatischer Duft von diesen aus. Aus den Pflanzen wird im übrigen ein Öl zum Einreiben gewonnen, und mancherorts finden die Blätter als Tee Verwendung. 
scheinbeere
scheinbeere
scheinbeere
scheinbeere
Im Frühjahr wachsen hübsche neue frischgrüne Blätter und im Sommer kann man die märchenhafte Glockenform der Blüten beobachten. Und schliesslich werden dann daraus die Kapselfrüchte, welche je nach Art bei Reife rot, weiss, rosa oder auch blau gefärbt sind. Eigentlich handelt es sich nicht um eine Beere im eigentlchen Sinn, sondern bei der Scheinbeere wird der fleischige Anteil der Früchte von den Kelchblättern gebildet, deshalb auch die Namensgebung.
scheinbeere
scheinbeere
scheinbeere
scheinbeere
Die Scheinbeere eignet sich auch hervorragend für Topf- und Balkonkästen. Auch erspart es das Unkraut jäten, denn sie verteidigt ihr eingenommenes Plätzchen gegen Eindringlinge. Allerdings ist die Scheinbeere sehr empflinglich gegen Trockenheit und Staunässe. Die "Beeren" selber, insbesondere deren Samen sind giftig, jedoch für Vögel eine wahre Delikatesse. Von März bis Mitte April empfiehlt es sich, das Pflänzchen um ein Drittel zurückzuschneiden, das fördert weitere Verzweigungen und reiche Blütenfülle.
scheinbeere
primeln
osterglocken
mimose
 Eines meiner Lieblingsthemen sowie deren Umsetzung ist dann noch die Vermehrung. Entweder durch kleine Stecklinge, die relativ schnell Wurzeln fassen oder aber durch Teilung des Wurzelballens im Frühling oder Herbst. Die Vermehrung durch Aussaat der Samen ist heikel und aufwendig, da die Samen Kaltkeimer sind, und selbst durch Stratifikation nur zögerlich keimen. Und dann gibt es natürlich die ersten High-lights aus Gugellandia zu vermelden. Die Primeln zeigen ihre ersten frischen Blätter, von den Osterglocken sieht man ihre ersten Spitzen und unser Mimosenbäumchen steckt voller Blüten und wartet darauf, sie zu öffnen. Freuen, Grünling, der Frühling kommt bestimmt.


 
 Aprikosenbaum (Prunus armeniaca)
14. Februar 2018: Vor über 30 Jahren, als wir unser Gugellandia betraten, stand schon damals ein stattlicher Aprikosenbaum (Prunus armeniaca) vorm Haus. Allen Unkenrufen von diversen Besuchern zutrotz "der lebt nicht mehr lange", oder "der hat ja eine Krankheit", steht dieser Baum jeden Frühling in voller Blüte. Natürlich trägt er nicht jedes Jahr Tonnen an Früchten, mal weniger, mal mehr. Der Aprikosenbaum gehört zur Familie der Rosengewächse. Seine ursprüngliche Heimat ist China, und mittlerweile gibt es unzählige verschiedene Sorten davon, von klein bis gross, von süss bis sauer, früh oder spät reifend, gepünktelte und viele mehr. 
aprikosenbaum
aprikosenbaum
aprikosenbaum
aprikosenbaum
Von März bis April erstrahlt der Baum mit seinen herrlich zart duftende Blüten in Blassrosa bis Weiss. Ende Juni, Mitte Juli reifen dann seine Steinfrüchte und leuchten mit ihrem unverkennbaren orangerot. Damit der Baum auch genügend Blüten und Früchte hervorbringt, sollte er im Winter ein paar Tage Minustemperaturen erlebt haben. Eine spezielle Aprikosensorte gibt es übrigens in China, die noch auf 4'000 Metern über dem Meer reiche Ernten bringt.
aprikosenbaum
aprikosenbaum
aprikosenbaum
aprikosenbaum
Will man den Ertrag an Früchten steigern, so ist ein richtiger Baumschnitt erforderlich. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Will man es sich einfach machen, so empfehle ich den Winterschnitt. Da sieht man viel besser was zu schneiden ist. Aber Achtung. Überall wo er geschnitten wurde, treibt der Baum von Neuem aus und steckt viel Kraft in die Neutiebe, welche dann im Sommer wiederum entfernt werden sollten. Darum ist ein Verjüngungsschnitt nach der Ernte zu empfehlen. In den Sommermonaten läuft man auch nicht Gefahr, an den Schnittstellen eventuelle Baumkrankeiten einzufangen. Ganz wichtig ist, noch während der Blütezeit die Äste mit der Pfote etwas abzustreifen, und etwa zwei Drittel aller Blüten stehen zu lassen. Hoch oben macht man das mit einem Besen. So reifen dann alle Früchte der stehengelassenen Blüten. Ansonsten fallen sie grösstenteils unreif auf den Boden.
aprikosenbaum
aprikosenbaum
knödel formen
aprikosenknödel
Ja, und dann kann das Fest beginnen. Allen vorran sind natürlich die Marillenknödel zu Edi's Geburtstag. Und dann wird fleissig eingemacht und auch getrocknet. Unverzichtbar ist ja die Marillenmarmelade, ein wesentlicher Bestandteil der Sachertorte, oder als Füllung von Faschingskrapfen. Wir freuen uns, wenn's wieder soweit ist, Euer Grünling

 
 Feuerlilie (Lilium bulbiferum) sowie allgemeines über die Lilie
07. Februar 2018: Ursprünglich kommt die Feuerlilie (Lilium bulbiferum) aus dem Himalaya. Mittlerweile erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet wild wachsend über Nordamerika, Europa und Asien. Allein in Asien gibt es über 70, in Nordamerika deren 20, und hier in Europa ebenfalls 20 verschiedene Arten. Durch Züchtungen und Kreuzungen sind es zwischenzeitlich über 13'000 Hybriden in den unterschiedlichsten Farben und Mustern. Wild wachsend sind sie sogar bis in eine Höhenlage von 2'500 Metern über dem Meer zu finden. Am richtigen Standort können sie auch gut und gerne weit über 1 Meter hoch werden, wo sie in den Monaten Mai bis Juli ihre Blütenpracht zeigen.
feuerlilie
feuerlilie
feuerlilie
feuerlilie
In Europa ist sie die Feuer-Lilie teilweise unter Naturschutz gestellt. Bei uns in Gugellandia trifft man in den Sommermonaten die eine oder andere im Wald an. Die Lilie ist nicht sehr anspruchsvoll, was den Boden anbetrifft, auch ihr Standort, ob Sonne oder Halbschatten, scheint ihr nichts anzuhaben. Im Gegensatz zu den anderen Lilien ist die Feuer-Lilie eine duftlose Ausnahme. Kennzeichnend ist die Zwiebel, welche keine Aussenschicht besitzt, sondern dachziegelartige, überlappende Schuppen trägt. Und dann gibt es zwei Typen an Wurzeln. Die einen sind etwa 5mm dick und verfügen über die Fähigkeit die Zwiebel tiefer in die Erde zu ziehen, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Der zweite Typ sind die "Adventivwurzeln", die wesentlich dünner und fadenförmig sind und zur Aufnahme von Nährstoffen dienen.
feuerlilie
feuerlilie
feuerlilie
feuerlilie
Die Lilie eignet sich auch hervorragend für Blumentöpfe oder in Kistchen auf der Terasse. Nach der Blüte bilden sich sogenannte Brutknospen. Sehr reife "Bulbillen", so nennt man sie, fallen bei Reife alleine herunter, welche man dann für neue Pflänzchen setzten kann. Will man allerdings eine reichblühende Mutterpflanze auch im nächsten Jahr, so schneidet man lediglich die verwelkten Blüten ab. Steht die Pflanze nach der Blüte noch voll im Saft, ist es wichtig, ihr Blattwerk stehen zu lassen, da ihre Laubblätter Photosynthese betreiben und so genügend Kraft in die Zwiebeln senden. Es empfielt sich, alle 3-4 Jahre die Zwiebel auszugraben, und die zahlreichen Brutzwiebeln, die sich gebildet haben, zu entfernen und wo anders neu zu setzen. Auch kann man die äusseren sehr lockeren übereinanderliegenden Schuppen der Zwiebel lösen, maximal 4-5 Stück, und neu setzten. Die Spitzen der Schuppen müssen allerdings etwas aus der Erde herausschauen. Und im nächsten Jahr hat man dann die wundersame Vermehrung.
feuerlilie
feuerlilie
elefantenbaum in blüte
blüten vom elefantenbaum
Bis auf den Stiel sind alle Teile der Lilie essbar. In China werden die Zwiebeln hierfür sogar extra angebaut. Die Zwiebel-Schuppen sind ein wohlschmeckendes und nahrhaftes Gemüse, ob gekocht, gedämpft, gebacken oder auch roh gegessen. Wir erfreuen uns aber lieber der schönen Blütenpracht. Abschliessend will ich Euch noch unseren Elefantenbaum zeigen (ich berichtete bereits darüber), der dieses Jahr dank der übermässigen Trockenheit jetzt in voller Blüte steht, und einen herrlichen Duft in seinem Zimmer verbreitet. Euer Grünling

 
 Korbmarante (Calathea crocata) und Guzmania conifera
31. Januar 2018: Wunderschön, aber etwas heikel. Die Korbmarante, auch Tassmania genannt (Calathea crocata) gehört zu den Pfeilwurzgewächsen und wächst in den Regenwäldern von Brasilien. Interessant sind die Blätter, welche dunkelgrün sind, und auf der Unterseite eine braunrote bzw. violettrote Farbe haben. Im Januar und Februar erscheinen ihre orangefarbenen Blüten. Eine typische Urwaldpflanze, wovon es über 300 verschieden Arten und Sorten gibt. Die Pflanzenwurzeln liefern Inhaltsstoffe, die als Gegengift das Pfeilgift der Indios neutralisiert.
korbmarante
korbmarante
korbmarante
korbmarante
Im Sommer liegt die Idealtemperatur bei 20-23 Grad, im Winter keinenfalls unter 16 Grad. In unseren Breitengraden also eine ideale Zimmerpflanze, da sie direkte Sonne nicht verträgt. Damit sie jedes Jahr auch wieder ihre Blütenpracht zeigt, ist es wichtig, die Blätter immer wieder mit warmen Regenwasser zu besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Staunässe verträgt sie nicht, und sie soll in einem Raum stehen, der abends nicht beleuchtet ist. Ab der zweiten Augustwoche sollte man ihr für 4-6 Wochen von 19 - 6 Uhr eine lichtdurchlässigen Haube überstülpen und das Giessen  reduzieren. Die Pflanze deutet dies als Hinweis, dass die Trockenzeit beginnt, und regt die Blütenproduktion an. Da die Pflanze ein Flachwurzler ist, benötigt sie einen lieber breiten als hohen Topf. Die Vermehrung ist denkbar einfach. Entweder erfolgt sie durch Teilung oder durch Kopfstecklinge der Blätter.
korbmarante
korbmarante
korbmarante
korbmarante
Auch sehr schön ist die Guzmania conifera, welche zu der Familie der Bromaliengewächse gehört und ebenfalls eine dankbare Zimmerpflanze ist. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Florida, über Mexiko und ist in ganz Südamerika beheimatet. Typisch sind die bis zu 50 cm langen grünen Blätter. Von der Art Guzmania gibt es über 200 verschieden Arten mit unterschiedlich geformten und farbigen Blüten. Die unsere hat einen zweifarbige orange - gelben Blütenkelch. Die Pflanze sollte immer von oben in das Herz der Pflanze gegossen werden.
guzmania
guzmania
guzmania
guzmania
Nach der Blüte werden Kapselfrüchte gebildet. Die Samen haben Fallschirme, die ähnlich dem Löwenzahn sind. In der Nacht geben Guzmania Sauerstoff ab, daher sind sie auch gut geeignet für einen Platz im Schlafzimmer. Im Sommer kann man die Pflanze auch ruhig ins Freie stellen, wobei direkte Sonneneinstahlung zu vermeiden ist. Die Vermehrung erfolgt, wenn die Mutterpflanze Seitensprossen bildet. Diese Kindel trennt man im Frühling ab und setzt sie neu. Eine relativ anspruchslose Pflanze, die Idealtemperatur beträgt18 Grad, leider blüht sie nur einmal im Jahr, dafür im tiefsten Winter, wenn draussen noch nichts los ist. Euer Grünling


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