Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: September 2018




 
 Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
19. September 2018: Etwa 70 Arten gibt es, wovon 3 bei uns in Gugellandia anzutreffen sind. Allen voran der wildwachsende zurückgezogene Amaranth (Amaranths retroflexus). Ursprünglich aus Nordamerika kommend, wurde er im 19 Jahrhundert eingeschleppt und ist nun auf allen Kontinenten heimisch geworden. Es ist dies eine wärmeliebende Pflanze, die auch längere Trockenperioden leicht übersteht. In den Blattachseln sitzen weitere kleine Blütenstände, die Stängel sind flaumig-zottig behaart, und die Blütenhülle mit Stachelspitzen vesehen, daher auch leicht stechend.
amaranth
amaranth
amaranth
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Es ist dies ein Tiefwurzler. Er kann bis zu 2 Meter hoch werden, ebenso das Wurzelwerk, welches 2 Meter tief in den Boden wächst. Dieser Amaranth wächst in Rebbergen, Äckern, Gärten und an Wegrändern, und wird leider als Unkraut angesehen. Denn was alle Amaranth-Pflanzen gemeinsam haben: Die Blätter schmecken nach sehr zartem Spinat oder Mangold. Der Eiweisgehalt übertrifft sogar der von Soja. Die Wurzeln schmecken nach roter Rübe, und die winzigen Samen kann man als Reis oder Hirse verwenden. Wie gesagt sind die Samen roh oder geröstet essbar und können auch zu Mehl für Brotherstellung verarbeitet werden.
fuchsschwanz
fuchsschwanz
fuchsschwanz
fuchsschwanz
Auch die Vögel lieben die Samen. Eine einzige Pflanze produziert über 100'000 Samen, welche langjährig sind. Also keinenfalls in den Kompost werfen, sonst ist nachher der Garten voll damit. Grosse Freude haben wir aber an dem Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus), der seit Juni bei uns in Blüte steht. Die Fruchrreife ist von August bis in den Oktober hinein. Die Besonderheit an diesem Fuchsschwanz ist, dass er über einen Meter lange hängende Blütenstauden bildet. In Peru, Bolivien, vom Himalaya bis Bhutan wird er grossflächig angebaut.
fuchsschwanz
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fuchsschwanz
fuchsschwanz
Es ist dies eine der ältesten Kulturpflanzen und wird auch als Inkaweizen bezeichnet. Man hat Samenbeigaben in Gräbern gefunden, die über 5'000 Jahre alt sind.  In Europa wird er als Zierpflanze in Bauerngärten und Sommerblumenbeeten genutzt. Der rispige Fuchsschwanz( Amaranthus cruentus) hat seinen Fruchtstand aufrechtstehend und rötliches Blattwerk.
fuchsschwanz
fuchsschwanz
fuchsschwanz
fuchsschwanz
Auch als Trockenblume behält er lange seine purpurote Farbe und ist auch für Blumengestecke geeignet. Wichtig ist zu wissen, dass sämtliche Amaranthgewächse nur einjährig sind und keinen Frost vertragen. Es sind dies im übrigen sehr pflegeleichte Pflanzen, die viel Freude bereiten. Und nun noch die drei bei uns beheimaten Arten im Überblick. Euer Grünling
amaranth
zurückgebogener Amaranth
(Amaranthus retroflexus)
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Garten-Fuchsschwanz
(Amaranthus caudatus)
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rispiger Fuchsschwanz
(Amaranthus cruentus)
amaranth
neueste Frisurentracht
(Amarantus edihaarlus)

 
 Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
12. September 2018: Am Fluss Erro entdeckte ich ihn wieder, den Wasserdost (Eupatorium cannabinum), und erinnerte mich daran, dass ein stattliches Exemplar auch bei uns in Gugellandia zu finden ist. Ein ganz wichtiges Heilkraut, dessen Wirksamkeit schon von den amerikanischen Indianern genutzt wurde. Über 100 verschiedene Arten gibt es davon, wobei die meisten in Amerika heimisch sind. 
wasserdost
wasserdost
wasserdost
wasserdost
Zahlreiche Trivialnamen gibt es davon: Kunigundenkraut, Wasserhanf, Alpkraut, Blauwalterkühl, Donnerkraut, Drachenkraut, Hirschdost, Lebertrost, Schlosskraut, Stundenkraut, Leberbalsam, Männerliebe und viele andere. Die länglichen spitzen Blätter erinnern an Hanf, wobei der Wasserdost botanisch gesehen nichts mit dem Hanf zu tun hat. Der Wasserdost ist sehr schnellwüchsig und kann bis zu 3 Meter hoch werden.
wasserdost
wasserdost
wasserdost
wasserdost
Ab Juli blüht er zartrosa in büscheligen Trugdolden und ist eine Schmetterlings- und Bienenweide. Stets darauf anzutreffen ist der Nachtfalter "Russischer Bär", es ist sein zu Hause sozusagen. Der Wasserdost wächst in Auwäldern, an Fluss-Ufern und an feuchten Stellen. Ob Sonne, oder Halbschatten spielt keine Rolle, wichtig ist die zureichende Wasserzufuhr, ideal auch für Teichrandbeflanzungen. Die mehrjährige und winterfeste Staude stirbt oberidisch ab und treibt im Frühling wieder neu aus.
wasserdost
wasserdost
wasserdost
wasserdost
Der bei uns heimische gewöhnliche Wasserdost blüht zartrosa, der gefleckte Wasserdost ( Euoatorium maculatum) blüht in einem kräftigen Purpur, der hohlstängelige Wasserdost hellvilolett, der durchwachsene Wasserdost kräftig blau, und der grosse Wasserdost trägt weisse Blüten. Alle gemeinsam aber haben eine besondere Eigenschaft. Sie helfen bei Erkältungen, Fieber und Grippe. Die im Wasserdost enthaltenen Wirkstoffe stimulieren das Immunsystem und veranlassen den Körper mehr Immun-Abwehrzellen zu produzieren. Auch ist der Wasserdost Bestandteil vieler pflanzlicher Arzneien und hilft gegen Heuschnupfen und vieles Andere.
wasserdost
wasserdost
wasserdost
wasserdost
Gesammelt und getrocknet wird das ganze Kraut. Die beste Wirkung wird entfaltet, wenn man gleich zu Beginn der Erkältung einen Tee, der als Kaltauszug zubereitet wird, zu sich nimmt.  Der Wasserdost ist ein Lichtkeimer, dessen Samen nicht mit Erde bedeckt werden sollen. Die einfachere Variante für die Vermehrung ist aber die Teilung des Wurzelstockes. Eine wunderschöne und farbenfrohe Pflanze, die in jeden Garten gehört. Euer Grünling


 
 Blutweiderich (Lythrum salicaria)
05. September 2018: Bei unserem Ausflug an den Erro leuchtete es an den Flussufern unübersehbar. Es handelt sich dabei um den Blutweiderich (Lythrum salicaria), der im Volksmund auch "Stiller Heinrich" genannt wird. Diese mehrjährige und absolut winterfeste Heilpflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern und eine Breite von 1,5 Metern erreichen. 
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Bis zu 50 aufrechte und verzweigte behaarte Stängel können aus einem einzigen Wurzelstock wachsen. Die Blütezeit ist von Juni bis September und die dunkelrosa Blüten sind ein Nektarspender von besonderem Wert. Auch ist der Blutweiderich eine wichtige Futterpflanze für viele Raupen, besonders für das schöne Nachtpfauenauge.
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Heimisch ist der Blutweiderich in ganz Europa sowie in Asien. In Nordamerika wurde er im 19. Jahrhundert eingebürgert, und weil es ihm dort so gut gefällt, breitete er sich in rasenden Tempo aus und wird dort mancherorts als Unkraut bekämpft. Dabei ist dieses Heilkraut von besonderen Nutzen. Als Heilmittel werden die Blätter und der Wurzelstock genutzt, und er ist für seine blutstillende sowohl innerlich als auch äusserliche Wirkung (Zahn-, Nasen- etc.) bekannt.
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
In Notzeiten ass man die jungen Sprossen und die Blätter als Gemüse, und ein Tee daraus schmeckt vorzüglich. Der Blutweiderich gedeiht am besten in feuchten Böden und ist an Seen, Weihern, Flüssen, Bächen und Gräben anzutreffen. Er eignet sich auch hervorragend für Teichrandbepflanzungen. Sein Lebensmotto: Hauptsache nass und sonnig, der Boden darf sogar dauerhaft überschwemmt sein.
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Blutweiderich
Nach der Blüte bilden sich eiförmige lange Kapseln, worin sich die Samen befinden. Diese sind mit Schleimhaaren ausgestattet und bleiben leicht an Wasservöglen haften, was zusätzlich für reiche Vermehrung sorgt. Ein einziges Pflanzenexemplar kann bis zu drei Millionen Samen produzieren. Will man den Blutweiderich selber vermehren, so gibt es noch die Möglichkeit durch Stecklinge oder das Teilen des Wurzelstockes. In Sträussen gepflückt ist er sehr dekorativ und auch die trockenen Stängel mit den Samenständen sind eine echte Zierde. Ich bin begeistert, Euer Grünling


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