Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
Pilze

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Gartenecke: November 2019




 
 Neuentdeckung (Auctus)
13. November 2019: Heute muss ich mich etwas kurz fassen. Ich bekam nämlich eine wichtige Darstellernummer in der gugelländischen Version des Oliver Twist - im 3. Teil - welcher nächste Woche erscheinen soll. Die Zeit drängt, ich muss mich für die Rolle vorbereiten, Textpassagen auswendig lernen und und und. Zudem soll es gemäss Zeig in den nächsten Tagen bei uns Schneeregen geben . Da müssen unsere Bananenbäume, die freilebenden Agaven und Kakteen geschützt, und die nicht winterfesten Topfpflanzen ins Winterquartier gebracht werden.
grünling
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grünling
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Nichts desto trotz möchte ich eine Neuentdeckung vorstellen. Bei meinen Forschungsreisen in Gugellandia stiess ich im Juli auf eine mir bisher unbekannte Art einer Distel. Es handelt sich hierbei um ein Pflänzchen mit goldenen Schuppen. Wie ein Tannzapfen streckt sie ihre "Blüte" gegen den Himmel, und das Blattwerk ist stachelig.
distel
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Sämtliche mir zur Verfügung stehenden Bücher wurden durchwälzt, und auch im Internet wurde ich nicht fündig. Hierbei sei zu erwähnen, dass Disteln in der Botanik keine eindeutigen Namen haben. Sie gehören nämlich zur Familie der "Carduoideae" innerhalb der Gattung der Korbblütler. Dazu zählen unter anderem auch die Flockenblume, die Kornblume, die Kletten und die Artischocken. Insgesamt gibt es 83 Gattungen mit über 2'800 Arten. In meiner Kolumne berichtete ich bisweilen über die Golddistel, die Mariendistel und die wilde Artischocke. (Zu finden im alphabetischen Register am besten unter der Rubrik "Disteln")
distel
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Kurzum, wir sind alle begeistert von unserer Entdeckung. Diese Distel lässt sich im Übrigen hervorragend trocknen, und die Goldfarbe bleibt erhalten. Sie wächst am Wegrand in unserem visavis liegenden Waldstück Richtung Merana. Sie gehört meines Erachtens zur Gattung der "Carlina". Da wir unter den paar tausend Arten dieses Exemplar nicht finden konnten, tauften wir sie CARLINA - AUREUM - GRÜNLINGAE.  Wenn mir aber jemand genauere Informationen über dieses wunderschöne Gewächs bieten kann, bin ich offenen Ohres und würde mich freuen.
Bis zum nächsten Mal, Euer Grünling
7.30 Uhr: Ein Dankeschön an Keith und Adrian. Mit ihrer Hilfe konnte das Rätsel gelöst werden. Es handelt sich um den Zapfenkopf (Rhaponticum coniferum)


 
 Seggen (Carex)
06. November 2019: Seggen gibt es schon seit 30 Millionen Jahren, und ihre Vielfalt ist enorm. Sie gehören zur Familie der Sauergrasgewächse, wovon es 5'500 Arten gibt. Von den Seggen (Carex), ohne die Zuchtformen dazuzuzählen, kommen 2'200 Verschiedene in der freien Natur vor. Würde ich jede von ihnen in meiner wöchentlich erscheinenden Kolumne vorstellen, so würde ich 42 Jahre dafür brauchen, und das wäre auch für einen Grünling wie mich etwas eintönig.
seggen
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seggen
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Seggen sind weltweit beheimatet, mit Ausnahme der tropischen Tiefländer. Häufig sind sie an feuchten und nassen Standorten zu finden.  Auch in der arktischen Tundra sind Seggen ein grosser Anteil an der Vegetaion. Bei unseren sommerlichen Besuchen am Fluss Erro konnte ich eine dieser Seggen bewundern. Um den richtigen Namen herauszufinden, muss man allerdings mindestens eine Doktor-Arbeit schreiben, um sich damit eingehend befassen zu können. 
seggen
seggen
seggen
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Und hier kommen wir zum eigentlichen Problem. Man unterscheidet zwischen Sumpf-, welche vorwiegend in arktischen Zonen beheimat ist, den Felsen-, die in den Alpenregionen wächst, und den Kopfseggen, die in Mittel-, Nordeuropa sowie in Nordamerika vorkommen. Dann gibt es die gleichährigen Seggen, bei denen die Halme zur Blütezeit mehrere Ähren vorweisen. Zu ihnen gehören unter anderem die Fuchs-, Rispen-, Zaun-, Stachel-, Kriechende- und zahlreiche weitere Arten. Man unterscheidet dann die Verschiedenährigen, wobei sich die Ähren unterschiedlich gestalten. Die einen länger, die anderen kürzer oder dicker. Um Beispiele zu nennen: Morgenstern-, Gold-, Palm-, Wald-, Berg-, Hühnen-, Uferseggen.
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weissbunte Japansegge
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Hasenpfotensegge
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Segge Montana
seggen
blaugrüne Segge
Es kommt dann noch darauf an, ob es dreikantige Halme sind, ob sie scharfkantiges Blattwerk haben und wie die Blätter beschaffen sind, schmal, spitz oder rund.Von den Einährigen sind die Sumpf-, Floh-, Felsenseggen zu erwähnen. Von den Gleichährigen: Die Sand-, Zittergras-, Strick-, Draht-, Igel-, Stink-, Hasenpfoten-, Winkel-, Stachel-, Fuchsseggen . Von den Verschiedenährigen sind zu erwähnen: die Schlank-, Sumpf-, Wasser-, Trauer-, Starre-, Rasen-, Finger-, Heide-, Polster-, Eis-, Kugel-, Saum-, Erd-, Schlamm-, und viele andere. Weitere Arten, die nicht in das klassische Schema passen, sind die Beeren-, Gold-, Hasenfuss-, Morgensternseggen. Ein riesiges Wirrwarr also.
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carex acutiformis
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carex nigra
seggen
carex sempervirens
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die carex vom Erro
Allgemein verfügen alle Seggen über dreikantige oder stielrunde Halme, und sind am Grund und auch am Halm beblättert und besitzen immer ein Blatthäutchen. Seggen sind Ziergräser und langlebige Stauden. Sie wachsen je nach Art in der prallen Sonne, aber auch im Halbschatten oder im tiefen Schatten im Wald. Sie können dichte Horste bilden, sind pflegeleicht, robust und dankbar. Wildwachsende Seggen findet man überall, ob im Acker, in der Wiese oder im Wald. Ich hoffe, Euch raucht jetzt nicht der Kopf, aber alle Seggen haben bei genauer Betrachtung ein dickes Lob verdient. Euer Grünling


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