Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Dezember 2019





 
 Kopfweide
04. Dezember 2019: Es gibt ja sooooo viele verschiedene Arten von Weiden. Ich berichtete ja schon über das Weidenkätzchen (Salix Caprea). Klassisch ist natürlich die beeindruckende Trauerweide (Salix babylonica), welche mit ihren langen herunterhängenden Ästen jedes Herz höher schlagen lässt. Zu erwähnen ist narürlich auch die Silberweide (Salix alba), welche hier in Gugellandia an verschiedenen Orten wächst. Dann gibt es aber auch noch die Bruchweide (Salix fragilis) oder die Korbweide (Salix viminalis) und viele andere. Alle gemeinsam, besonders die Silberweide eignen sich hervorragend als sogenannte Kopfweide
kopfweide
kopfweide
kopfweide
kopfweide
Als Jungbaum wird die Weide auf 1-3 Meter eingekürzt, deren Zweige in der Folge regelmässig geschnitten werden. An den Schnittstellen bildet der Baum in grosser Zahl neue Triebe. So lassen sich die sehr schnell wachsenden Äste gut abschneiden und sind gut zum Korbflechten oder anderer Verwendung. Im Laufe der Zeit verdickt sich der obere Abschnitt des Stammes. Hier in Gugellandia wurden diese Bäume früher vorallem für das Herunterbinden der Weinreben regelmässig geschnitten. Die Ruten sind nämlich äusserst biegsam und bruchfest. Heutzutage werden diese Ruten kaum noch wirtschaflich genutzt, da sich industrielle Ersatzprodukte durchgesetzt haben.
trauerweide
trauerweide
kopfweide
kopfweide
Dadurch entsteht folgende Problematik. Schneidet man den Baum nicht regelmässig, so passiert folgendes: Durch seine grossen Äste mit der veränderten Statik kann er unter deren Last zusammen brechen. Das erklärt auch die grosse Anzahl an bizarren und beschädigten Kopfweiden. Zudem ist der Baum auch anfällig durch Fäule, was zu vielen Hohlräumen führt. Das wiederum ist aber ein idealer Lebensraum, besonders für Fledermäuse und Eulen. Hier finden sie Unterschlupf und Nistgelegenheit. Erstaunlich ist, dass selbst vollständig hohle Bäume immer wieder neu  austreiben.
kopfweide
kopfweide
kopfweide
kopfweide
In früheren Zeiten wurden dickere Äste für Zaunpfosten verwendet. Selbst diese fassen unter guten Bedingungen Wurzelwerk und treiben neu aus. In den letzten 30 Jahren wurden unseren Silberweiden kaum mehr geschnitten und weisen inzwischen bezarre Formen auf. Eine von ihnen aber hat bereits eine stattliche Höhe von über 30 Metern und hat einen gewaltigen Stammumfang. Solche Bäume ereichen im übrigen ein Alter von mehr als 200 Jahren.
kopfweide
kopfweide
kopfweide
kopfweide
Im Frühjahr bilden sich sowohl männliche als auch weibliche lange Kätzchen, die von den Bienen reichlich besucht werden. Die Männlichen sind grün, die Weiblichen gelb. Später bilden sich die Formen in ein wolliges Weiss. Die Bäume vertragen längere Überschwemmungen und auch mit Trockenperioden kommen sie zurecht. Die Rinde der Weiden enthält das schmerzlindernde und fiebersinkende "Salicin" und wird zur Medikamentenherstellung gegen Gicht und Rheuma verwendet. Auch in der Haarpflege findet die Silberweide Anwendung zur Vermeidung des Gelbstiches bei älteren Menschen mit ergrautem Haar. Es ist wirklich erstaunlich, was die Natur uns zu bieten hat. Euer Grünling


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