Pilze / Schwammerln

präsentiert von Gugel, unserem Pilzexperten
Pilze

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 Heringstäubling (Russula xerampelina)
16. Juni 2018: Heute möchte ich Euch einen unverwechselbaren Pilz vorstellen, der mit seinen leuchtenden roten Farben im Wald nicht zu übersehen ist. Es handelt sich um den Heringstäubling (Russula xerampelina). Erstes Merkmal ist, dass er ausschliesslich bei Nadelholz unter Kiefern, Fichten und Tannen wächst. Das zweite eindeutige Kennzeichen ist, dass er nach Hering oder Krabben riecht. Und zuguter letzt, hilft eine Geschmacksprobe, wie bei allen Täublingen. (siehe meine Täublingsregel unter Frauentäubling).
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Auch vom Heringstäubling gibt es viele Varietäten und Unterarten. Der Pilz ist in ganz Europa, sowie in Asien, Nordafrika und auch in den USA über Mexiko bis Costa Rica zu finden. Die Hutfarbe variiert vom rot, weinrot, kaminrot, schwarzrot bis hin zum fleischviolett. Auch der Stiel, bei unseren Exemplaren weiss, kann  etwas gelblich oder rötlich überhaucht sein.
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Die Lamellen selber können weiss oder gelb sein. Der Geruch, welcher eindeutig ist, ist bei jüngeren Exemplaren weniger ausgeprägt. Anzutreffen ist der Pilz vom Frühsommer bis in den Herbst hinein.
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Heringstaeubling
Der Heringstäubling ist ein ausgezeichneter Speisepilz, der Geruch verliert sich bei der Zubereitung. Und noch etwas Wichtiges: Erfahrungsgemäss sollte man im weiteren Umkreis des wachsenden Pilzes Ausschau halten. Denn meist wachsen dort auch Steinpilze.

 
 Zunderschwamm (Formes fomentarius)
09. Juni 2018: Bei uns in Gugellandia ist alles ein bisschen urzeitlich. Bei den abgestorbenen Kastanienbäumen sind unten am Strunk alle möglichen Formen des Zunderschwammes (Formes fomentarius) zu finden. Es ist nicht einfach, die Baumschwämme genau zu bestimmen. Normalerweise ist der Zunderschwamm hauptsächlich auf Rotbuchen, Birken und Pappeln zu finden. Er ist auf allen 5 Kontinenten heimisch, und der Bestand ist nicht gefährdet. Nützlich für unsere Bestimmung ist die Tatsache, dass die Pilze schon seit 20 Jahren existieren und noch immer am wachsen sind. Diese mehrjährigen Gebilde sollen über 30 Jahre alt werden.
Zunderschwamm
Zunderschwamm
Zunderschwamm
Zunderschwamm
In Form und Aussehen kommt es auf den "Wirt" an, auf dem die Pilze angesiedelt sind. Leicht zu verwechseln sind sie mit dem rotrandigen Baumschwamm, der aber hauptsächlich auf Nadelholz wächst. Der Zunderschwamm ist ein Schwächeparasit, das heisst, die durch den Pilz eingeleitete Holzzersetzungs-Prozesse werden dem natürlichen Kreislauf zugänglich gemacht, und so entsteht neuer, gesunder Mutterboden.
Baumschwamm
Baumschwamm
Baumschwamm
Baumschwamm
Die Verwendung des Zunderschwammes reicht bereits über 10'000 Jahre zurück. Auch "Ötzi", der Gletschermann trug  vor 5'000 Jahren einen solchen bei seinen Wanderungen bei sich. Man kann ihn, wenn er richtig verarbeitet ist, nämlich als sogenanntes Feuerzeug verwenden. Interessant ist auch, dass bereits Hippokrates diesen Pilz für den Einsatz zur Wundheilung dokumentierte. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin findet der Zunderschwamm noch heute viel Beachtung.
Baumschwamm
Baumschwamm
Baumschwamm
Baumschwamm
Im Mittelalter wurde der Zunderschwamm zu Pilzleder-Textilien verarbeitet. Die handwerkliche Kunst ist heutzutage aber fast ausgestorben, nur in Rumänien werden für Touristenzwecke Kappen, Hüte, Taschen und andere Objekte hergestellt.
Baumschwamm
Baumschwamm
Baumschwamm
Baumschwamm
Der Pilz ist nicht giftig, jedoch ungeniessbar, da er eine harte, holzige Konsistenz  sowie Bitterstoffe aufweist. Bei uns in Gugellandia, wo es im Wald genügend dunkel ist, sind diese Pilze an der Oberseite fast vollständig mit Moos bewachsen und dienen oft als Spielplätze für das Waldvolk. Zum Abschluss möchte ich Euch noch ein für mich besonders schönes, mehrjähriges Exemplar zeigen, das noch immer im Wachstum ist, wo bereits das erste Bäumchen Platz gefunden hat.
baumschwamm
baumschwamm
steinpilz
Pilz essen
Und dann noch ein Photo vom ersten diesjährigen gefunden Steinpilz. Na, und dann gibt es noch Laura, die täglich fleissig beim Joggen ist. "Die Pilze seien ihr ein willkomener Snack für zwischendurch", so sagt sie.  Alle sind im Wald. Bis zum nächsten Samstag, Euer Gugel

 
 Frauentäubling (Russula cyanoxantha)
02. Juni 2018: Jetzt sind sie wieder anzutreffen, Täublinge, unverkennbar in ihrem Aussehen mit ihren unterschiedlichsten Farbvarianten. Zu allererst meine wichstigste Täublingsregel: Ich probiere ein kleines Stück des rohen Pilzes, schmeckt es scharf oder bitter, ist der Pilz ungeniessbar oder giftig, schmeckt er hingegen nach Nichts, so ist der Täubling essbar. Auf alle Fälle natürlich nur schmecken und nicht runterschlucken. Diese Regel gilt ausschliesslich für Täublinge. Es gibt im übrigen über 200 verschieden Täublingsarten.
Frauentäubling
Frauentäubling
Frauentäubling
Frauentäubling
Nun kommen wir aber zum  Frauentäubling (Russula cyanoxantha). Dieser wohlschmeckene Pilz ist auf der ganzen nördlichen Erdhemisphäre anzutreffen, sogar noch in Nordafrika, Mexiko und Costa Rica. Was den Frauentäubling von den anderen in seiner Familie betrifft, ist die Besonderheit, dass die Lamellen elastisch und biegsam sind. Bei all den anderen sind die Lamellen brüchig wie sprödes Glas.
Frauentäubling
Frauentäubling
Frauentäubling
Frauentäubling
Noch eine Besonderheit ist, dass die Hutfarbe variert, meist von lila bis bräunlichviolett, schiefergrau, rosafarben, weisslichblau, vieles ist möglich, da die Färbung durch den jeweiligen Lichteinfluss beeinträchtigt wird.  Anzutreffen ist der Pilz sowohl in Laub- als auch in Nadel- oder Mischwäldern. Er wächst von Ende Mai bis in den November hinein. Der Stiel ist kräftig, weiss, kann aber auch  lila oder rötlich behaucht sein. Der Stiel ist vollfleischig und bricht beim Pflücken.
Frauentäubling
Frauentäubling
Frauentäubling
Frauentäubling
Der Frauentäubling ist zudem einer der ersten Pilze, die im Wald anzutreffen sind. Er gehört zu den besten Speisepilzen, nicht umsonst wurde er bereits 1997 zum Pilz des Jahres gewählt.
Frauentäubling
Frauentäubling
Pilze
pilze
Es gibt dann wie gesagt noch viele Täublingsarten, über die es sich zu berichten lohnt. Vorerst wünsche ich all unseren Pilzliebhabern viel Glück im Wald, die ersten Steinpilze fanden bei uns bereits den Weg zur Küche. Euer Gugel

 
 Maipilz (Calocybe gambosa)
30. Mai 2018: Ab dem 23. April, zum Georgstag, kann man diesen Pilz finden. Er gehört zu der Gattung der Schönköpfe und ist nicht mit den Ritterlingen verwandt. Andere im Volksmund gebräuchliche Namen sind Georgs- und Hufritterling, sowie gelber Schönkopf und Maibladl. Interessant ist, dass der Maipilz (Calocybe gambosa) gerne in Nestern, Hexenringen oder oft in meterlangen Reihen wächst.
Mairitterling
Mairitterling
Mairitterling
Mairitterling
Auch ist er standortsgetreu, er wächst Jahr für Jahr an der gleichen Stelle. Sein Auftreten erfolgt in der Regel in zwei Schüben, zuerst April bis Mai, danach Juni bis Anfang Juli. Zu finden ist er in Waldwiesen, Waldwegen, Strassenrändern, in Parks sowie in hellen Laubwäldern.
Mairitterling
mairitterling
Mairitterling
Mairitterling
Markant ist sein mehliger Geruch. Die Hutoberfläche ist weiss bis cremeweiss, bei Varietäten weist er auch gelbliche oder bräunliche Verfärbung auf. Jung halbkugelig geformt, später ist er oft unregelmässig verbogen. Verwechslungen sind, wenn man ihn kennt, kaum möglich, da der ihm im Aussehen sehr ähnliche giftige Riesenrötling, der übrigens auch nach Mehl riecht, erst ab August anzutreffen ist. 
Mairitterling
Mairitterling
Mairitterling
Mairitterling
Wie der Maipilz wächst zur gleichen Zeit auch der sehr giftige ziegelrote Risspilz (ich berichtete darüber), also nicht gleich drauflospflücken, sondern immer das Auge wachsam halten. Der Maipilz ist ein ausgezeichneter Speisepilz, der dem Stadtchampignon im Geschmack um nichts nachsteht.

 
 Schopftintling ( Coprinus comatus)
26. Mai 2018: Schopftintlinge (Coprinus comatus) sind Pilze, die in Wiesen und Wegrändern anzutreffen sind. Sie werden auch Spargelpilz, Porzellantrichterling und Tintenpilz genannt. Erscheinungsdaten sind ab April bis in den November hinein. Meist sind sie in Gruppen anzutreffen. 
schopftintling
schopftintling
schopftintling
schopftintling
Sie haben im Jungstadium einen schuppigen Hut und sind ein ausgezeichneter Speisepilz. Aber Vorsicht, der Pilz sollte sofort nach dem Pflücken zubereitet werden, da er bereits nach wenigen Stunden sich selber zersetzt. Die Regel ist, solange die Lamellen noch weiss oder rosig sind, kann man sie in der Küche verwenden. Am besten kurz anbraten und auf ein Butterbrot damit. Aber Achtung: Beim Genuss, darauf achten, dass sowohl vor- als auch nachher kein Alkohol zu sich genommen wird.
schopftintling
schopftintling
schopftintling
schopftintling
Der Stiel eignet sich im übrigen bestens zum Trocknen. Daraus kann man ein wohlschmeckendes Pilzpulver herstellen, das dem eines Steinpilzes ähnlich ist. Die Besonderheit dieses Pilzes ist, dass er bereits nach kurzer Zeit mit seiner Selbstzerstörung beginnt und mit seiner schwarzen Tintenflüssigkeit die Sporen für die nächste Generation abwirft.
schopftintling
schopftintling
schopftintling
schopftintling
Verwechseln kann man ihn, mit dem ungeniessbaren Perlhuhn-Tintling, der aber keinen Ring am Stiel besitzt, dann noch mit dem stark giftigen spitzkegeligen Tintling, der keine Schuppen am Hut trägt, und zu guter letzt noch mit dem essbaren Ringtintling, bei dem der Ring am Stiel ganz weit unten sitzt und büschelweise wächst. Die ganz genaue Beschreibung findet man wie immer in meinem alphabetischen Register.

 
 Silbriger Dickfuss (Cortinarius argentatus)
20. Mai 2018: Amanda ist ja bekannt dafür, dass sie alles liebt, was glänzt. Bei ihren Streifzügen durch Gugellandia erblickte sie ein von weitem sichbar silber-gold glänzendes Etwas. Nun, es handelt sich dabei um den silbrigen Dickfuss (Cortinarius argentatus). Dieser Pilz wächst auf lehmigen Boden und hat einen kleinen Buckel.
silbriger Dickfuss
silbriger Dickfuss
silbriger Dickfuss
silbriger Dickfuss
Der Geruch ist etwas rettichartig, der Stiel schlank und unten hat er eine Knolle. Die Lamellen sind jung etwas bläulich, im Alter hell grau. Das Fleisch ist weisslich und der Pilz ist ungeniessbar. Anzutreffen ist der silbrige Dickfuss sowohl im Wald als auch an Ackergrenzen.
silbriger Dickfuss
silbriger Dickfuss
silbriger Dickfuss
silbriger Dickfuss
Durch den diesjährigen Niederschlag im Mai und den recht warmen Temperaturen mit viel Sonnenschein sollte es ein freundliches Pilzjahr geben. Ich freue mich, allen Pilzfreunden und Liebhabern demnächst auch schmackhafte und essbare Pilze vorzustellen. Bis zum nächsten Samstag, Euer Gugel

 
 goldgelber Zitterling (Mesenterie Tremella)
19. Mai 2018: Nach den ausgiebigen Regenfällen muss man natürlich sofort in den Wald. Und wird auch sofort fündig und  mit einem Waldchampignon belohnt. Aber was sieht mein geschultes Auge gleich daneben auf einem Ast? Ein leuchtend gelbes Etwas, bei dem es sich um einen goldgelben Zitterling (Mesenterie Tremella) handelt. Dieser Pilz lebt ausschliesslich auf abgestorbenen Holz, vorzugsweise auf den Rindenspalten von noch stehenden Baumstämmen und auf Geäst. Dieser Pilz kommt übrigens auf allen 5 Kontinenten vor und ist keine Seltenheit.
einen Waldchampignon gefunden
goldgelber Zitterling
goldgelber Zitterling
goldgelber Zitterling
Der Pilz besteht aus einem gallertartigen, blass gelblich bis orange-gelblichen Fruchtkörper mit einem Durchmesser von etwa 10 cm. Das besondere daran ist, dass er in seiner Schönheit nur nach Regenwetter erscheint. Bei Trockenheit schrumpft er innerhalb weniger Tage zu einem dünnen Film oder einer kleinen Masse zusammen. Bei erneutem feuchten Wetter lebt der Fruchtkörper wieder auf.
goldgelber Zitterling
goldgelber Zitterling
goldgelber Zitterling
goldgelber Zitterling
Der Zitterling weist eine schmierige, schleimige Oberfläche auf und wird ganzjährig bei feuchten Witterungsperioden gebildet. Obwohl er fad und geschmacklos ist, ist er essbar. In China wird er gerne als Suppenbeilage verwendet.
Und wen es interessiert hier noch ein wissenschaftlicher Auszug von Wikipedia über das Sexualleben dieses Pilzes.
Der Goldgelbe Zitterling durchläuft in seinem Lebenszyklus ein hefeartiges Stadium, das durch knospende Basidiosporen gekennzeichnet ist. Der Wechsel zwischen asexueller und sexueller Fortpflanzung wird durch die Vereinigung hefeartiger Zellen zweier kompatibler Paarungstypen erreicht. Jeder Paarungstyp scheidet ein Paarungspheromon aus, das eine sexuelle Differenzierung einer Zielzelle auslöst, die dem jeweils gegensätzlichen und damit passenden Paarungstyp angehört. Die sexuelle Differenzierung wird durch das Einstellen des Wachstums in der G1-Phase im Zellteilungszyklus und nachfolgende Bildung einer gestreckten Konjugationshyphe gekennzeichnet. Die Bildung der Konjugationshyphe, ausgelöst durch die Pheromone A-10 und a-13, gleicht der Knospenbildung während der bipolaren Knospung in Hefen.  Die Reinigung des Tremerogen A-10 ermöglichte die Bestimmung seiner chemischen Struktur, die einem S-Polyisoprenylpeptid entspricht. Die Fruchtkörper entstehen aus einem Primordium unter der Rinde und manchmal entwickeln sich mehr als ein Fruchtkörper aus demselben Primordium.

 
 Helmling (Mycena)
06. Mai 2018: Nach dem Regen und den ersten Sonnenstrahlen entdeckte Mökmök auf einer unserer Wiesen winzig kleine Pilzchen. Es handelt sich dabei um einen der über 100 verschiedenen Arten der Helminge. Die meisten dieser Gattung sind kleine bis winzige, zarthäutige und sehr zerbrechliche Pilze.
helmling
helmling
helmling
helmling
Es ist dies ein Lamellenpilz, jung kegelig und glockig, im Alter ausgebreitet und der Rand ist leicht bereift. Erwähnenswert ist, dass Helminge, welche in der Wiese wachsen, kaum älter als einen Tag werden. Das Fleisch unseres Exemplares ist bräunlich und der Pilz schmeckt rettichartig. Der Geruch ist nitrös und diese kleinen Pilzchen sind ungeniessbar.
helmling
helmling
helmling
helmling
Wie gesagt, es gibt zahlreiche Helmingsorten, die meisten sind jedoch im Wald meist auf bemoosten Bäumen, auf Totholz, auf Baumrinden, oder auf Laub anzutreffen. Was alle aber gemeinsam haben ist der rettichartige Geschmack.
helmling
helmling
helmling
helmling
Wenn das Wetter mitspielt, sollten demnächst die ersten essbaren Pilze in den Wäldern wachsen. Ich freue mich, dann über diese zu berichten und Ottilio's Kochstudio beliefern zu können. Die allerliebsten Grüsse, Euer Gugel

 
 Glimmer-Tintling (Coprinellus micaceus)
10. Februar 2018: Letzte Woche entdeckte Klepf einen wunderschönen Pilz, geschützt unter dem Dach von unserem Holzlager, wo es relativ dunkel und auch warm ist. Es handelt sich hierbei um den Glimmer-Tintling (Coprinellus micaceues). Die Fruchtkörper können das ganze Jahr hinweg erscheinen. Ausser in der Antarktis kommt er auf allen Kontinenten vor. Auffällig sind die glimmerig glitzernden Schüppchen am Hut.
Glimmer-Tintling
Glimmer-Tintling
Glimmer-Tintling
Glimmer-Tintling
Im Jungstadium ist er wie der Schopf-Tintling geniessbar und ein schmackhafter Suppenpilz. Aber Achtung: Er enthält das Pilzgift "Coprin", das in Zusammenhang mit Alkohol bis nach vier Tagen nach dem Verzehr Vergiftungserscheinungen  auslöst. Aus diesem Grund habe ich den Pilz in meiner sortierten Kurzbeschreibkolumne unter den Giftpilzen eingereit.
Glimmer-Tintling
Glimmer-Tintling
Glimmer-Tintling
Glimmer-Tintling
Wie alle Tintlinge ist dieser Pilz sehr kurzlebig, schon nach einem Tag öffnet er den Schirm. Die herabtropfende, tintenähnliche Flüssigkeit enthält die Sporen, und so verbreitet sich der Pilz. Nachher sackt er zusammen. Diese Selbstzerstörung nennt man "Autolyse", also einen Zersetzungsvorgang. Essbare Tintlinge sind deshalb nur im Jungstadium zu ernten. Die Verwechslungsmöglichkeit ist mit den Überzuckerten-, Weide-, und Haustintlingen möglich. Der genaue Unterschied ist nur mit dem Mikroskop ersichtlich, bei unserem Exemplar handelt es sich aber eindeutig um den Glimmer-Tintling. Allerliebste Grüsse an alle Pilzinteressierten, ich hoffe dieses Jahr auf viel Regen, damit sich meine Kolumne endlich etwas füllt. Euer Gugel

 
 Hallimasch ( Armillariella Mellea)
15. Oktober 2017: Unermüdlich, unser Frech, immer auf der Suche nach einem feinen Rehbraten und daher viel in den gugelländischen Wäldern unterwegs. Obwohl dieses Jahr grosse Trockenheit bei uns herrscht, entdeckte er ein Büschel Pilze, die durch die morgentliche Feuchtigkeit wohl gewachsen sind. Es handelt sich hierbei um den Hallimasch (Armillarzella mellea). Davon gibt es zahlreiche Arten, die weltweit, ja sogar in den tropischen Zonen, verbreitet sind. Es gibt sogar fleischfarbene, dunkle und auch ringlose Hallimasch. 
Hallimasch
Hallimasch
hallimasch
hallimasch
Der Hallimasch wächst besonders gerne auf abgestorbenen Stämmen oder auf dem Boden in der Nähe der Wurzeln von Bäumen und Sträuchern. In der Wahl ihrer Wirte sind sie flexibel. Sie können allerlei Gehölze besiedeln, sogar Ölpalmen, Reben, Brombeeren und auch Kartoffeln, lediglich die Weisstanne und die Eibe mögen sie nicht. Für befallene lebende Bäume ist er ein Parasit und bringt diese zum Absterben und gilt daher als Forstschädling. Aus ökologischer Sicht ist er aber ein Nützling, da er beim Abbau toter Holzmasse und als Verjüngerungsfaktor im natürlichen Waldökosystem  beiträgt.
hallimasch
hallimasch
hallimasch
hallimasch
Der Hallimasch wächst in Büscheln, und die Farbe des Pilzes ist sehr veränderlich, da er sich nach seiner Wirtspflanze richtet. Honiggelb beim Maulbeerbaum, braun bei der Fichte, und in verschiedenen Farbtönen von grau, oliv, gelblich oder rötlich. Der Stiel wird bis zu 30 cm lang und besitzt je nach Art in der Regel einen flockigen Ring (Manschette). Der Hut selber ist meist mit haarigen Schuppen bedeckt. Die Lamellen sind ungleich, angewachsen und mit Zähnchen und Furchen am Stiel herablaufend. Bei einer Kostprobe des rohen Pilzes ist das eindeutige Erkennungsmerkmal das kratzende Gefühl im Rachen, welches nach einer Minute einsetzt.
Hallimasch
Hallimasch
Hallimasch
Hallimasch
 Der Hallimasch selber gilt als ausgezeichneter Speisepilz. Zu Beachten ist allerdings, dass er mindestens 20 Minuten gekocht werden muss. Hierbei nimmt er eine schwätzliche Farbe an. Die Stiele selber sind nicht für den Verzehr geeignet, da sie zäh sind. Ausserdem wird der Hallimasch nicht von jedem gut vertragen. Er kann zu grippeähnlichen Reaktionen sowie zu Magen-Beschwerden führen. Man muss also ausprobieren, ob man zu den "Verträglichen" gehört, also keinenfalls einem Besuch das Pilzgericht präsentieren. Erwähnenswert sind zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften sowie im Internet, die darüber berichten, dass der Hallimasch das grösste "Lebewesen" auf dieser Welt ist. Seine "Rhizomorphen" (sehen ähnlich wie Wurzeln von Pflanzen aus) können viele km Länge ereichen, die ringförmig viele 100 ha Fläche umspannen. Den Rekord hält ein 2'400 Jahre alter Hallimasch in Origon, den sein Pilzgeflecht unterirdisch über 9 Quadratkilometer erstreckt. Ich zitiere: Er durchdringt den Boden und die befallenen Bäume mit seinen millimeterdicken Fäden. Dadurch entzieht der Pilz den Bäumen die Nahrung, ein Extrem, denn für gewöhnlich stehen Pilze und Bäume in einer fruchtbaren Beziehung. Herzlichst, Euer Gugel, der Kurzbeschrieb über die Bestimmung dieses Pilzes findet ihr wie immer im Verzeichnis "sortiert".

 
 Gallenröhrling (Tylopilus felleus)
23. Sept. 2017: Wie gesagt, bei solch einer Trockenheit wächst in Gugellandia kein Pilz. Bei den Ausflügen von unserer Kleopatra stiess sie auf einen dem Steinpilz ähnlich sehenden Pilz. Eine Sensation, das einzige Exemplar in weitem Umkreis. Bei der genaueren Begutachtung musste ich aber leider feststellen, dass es sich hierbei um den Gallenröhrling (Tylopilus felleus), auch Bitterling genannt, handelt.
Gallenröhrling
gallenröhrling
Gallenröhrling
gallenröhrling
Es ist dies ein klassischer Doppelgänger des Steinpilzes. Die Hutfarbe ist hellbraun und der Stiel ist meist mit einem braunen Netz überzogen. Bei unserem Exemplar handelt es sich um eine Varietät, da das Netz kaum ausgeprägt und nicht sichtbar ist. Der Pilz ist nicht giftig, aber wegen seines bitteren Geschmackes ungeniessbar. Der Geruch ist allerdings fein pilzartig.
gallenröhrling
gallenröhrling
gallenröhrling
gallenröhrling
Schon eine Geschmacksprobe mit der Zunge an einem abgebrochenen Stück beweisst die Bitterkeit. Beim Anschneiden des Hutes sieht man, das Fleisch ist, wie auch beim klassischen Steinpilz weiss und verfärbt sich nicht. Der Stiel ist beim Schnitt innen jedoch nicht weiss sondern hellbraun, manchmal sogar etwas blau verfärbend.
gallenröhrling
gallenröhrling
gallenröhrling
gallenröhrling
Der Pilz ist von Juli bis Oktober im Mischwald und auch oft in der Nähe des Steinpilzes zu finden. Ein einziges Exemplar in einem Pilzgericht kann wegen seiner Bitterkeit das ganze Essen verderben. Es wird aber berichtet, dass in Vietnam der Pilz als Delikatesse gilt. Die "Geschmäcker" sind eben verschieden.

 
 Böhmischer Trüffel (Pisolithus arrhizus)
23. Juli 2017: Bei unserer derzeitigen Trockenheit wächst kein Pilz. Nun will es aber der Zufall, dass durch die reichlige Bewässerung in Grünlings Garten im unteren Bereich, wo Bohnen wachsen sollten, und der Boden nicht viel hergibt, zwei Knollen, aussehend wie Kartoffeln, aus dem Boden ragen. Kleopatra, die mit der Zunge immer nahe an der Erde ist, entdeckte das Phänomen als Erste. Es handelt sich um die Böhmische Trüffel (Pisolithus arrhizus), auch gemeiner Erbsenstreuling genannt. Zweifellos: ein Pilz!
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
Die Böhmische Trüffel wächst auf saurem, nährstoffarmen Boden und ist spezialisiert, sich auf vegitationsarmen Flächen auszubreiten. Oft wächst der Früchtkörper birnen- und keulenfömig aus dem Boden. In den vergangenen Jahren konnten wir schon Exemplare von über 15 cm auf einem Acker, wo sonst nichts wächst, bei uns finden. 
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
Aufpassen muss man, -wie bei allen anderen Pilzen auch- wegen der Verwechslungsgefahr. Man könnte ihn mit dem giftigen Kartoffelbovist verwechseln. Ein Längsschnitt schafft allerdings Abhilfe. Die böhmische Trüffel besitzt nämlich fast erbsengrosse rundliche Kammern, deshalb auch der Name Erbsenstreuling, während der Kartoffelbovist einheitlich grau- bis schwarz im Inneren ist. Anfänglich ist das Fleisch der böhmischen Trüffel ockerbraun, zuletzt jedoch in ein braunes Pulver zerfallend. Mittlerweile ist die Böhmische Trüffel ein gesuchter Pilz, da er in der Küche mit seinem kräftigen Aroma als Gewürz gebraucht wird. Für ein Kilo der begehrten Pilze bezahlt man heutzutage über 200 Euro. Man sagt ihm auch "Würzpilz der Königsklasse"
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel
böhmischer trüffel ist zum trocknen geeignet
gewürzpilz
Auch findet dieser Pilz Verwendung für das Färben von Wolle. In der Forstwirtschaft und in den Baumschulen werden seine Sporen benötigt, da er einen wesentlchen Bestandteil zur Aufforstung und zum besseren Wachstum der Bäume beiträgt. Beim Würzen von Saucen darf man nicht erschrecken, es verfärbt sich alles in ein Dunkel- bis Schwarzbraun. Unsere Lori ist jetzt am "Pilztrocknen" und freut sich, diese dann dem Otti in der Küche zu präsentieren.

 
 Wetterstern ( Astraeus Hygrometricuns)
01. Juli 2017: Ganz aufgeregt kam Klepf zu mir und zeigte ein ominöses Gebilde, welches einem Stern ähnelt. Es handelt sich dabei um ein altes Exemplar des Wettersterns (Astraeus hygrometricuns). Bei genauerer Untersuchung der Umgebung fanden wir noch mehr davon, vor allem frische und junge Exemlare. Der Wetterstern gehört zur Familie der Kartoffelbovist-Verwandten, wobei sich die Wissenschaft noch immer nicht einig ist, ob er nicht doch zur Verwandtschaft der Steinpilze (wie man auf so was kommt?) gehört.
erdstern
erdstern
erdstern
erdstern
Das besondere an diesem Pilz ist, wie bereits der Name sagt, dass er sich bei Trockenheit zusammenrollt. Unverkennbar ist sein leopardenartiges Muster an seinen Armen. Anfangs bildet sich eine kleine Kugel, die zunächst unter der Erde heranwächst. Sobald sie aber aus dem Boden hervorschaut, teilt sie sich in zwei Schichten, wobei sich der Pilz mit Hilfe der sternförmig aufreissenden Aussenschicht nach oben stemmt. Danach liegt der Wetterstern lose und ohne Stiel am Boden.
erdstern
erdstern
erdstern
astraeus hxgrometricus
Sobald ein Regentropfen auf die kleine Kugel trifft, ist der Sporenbehälter bereit und kann die Sporen in der Umgebung verteilen. Bei trockener Luft schliessen sich die Arme des Wettersterns und machen den Sporenbehälter zu, um sich vor Austrocknung zu schützen. Die neuen Fruchtkörper erscheinen ab August und überdauern bis zum nächsten Sommer. Der Pilz wächst an trockenen Plätzen, bevorzugt bei Fichten und Eichen, meist an Waldrändern. Anzutreffen ist der Wetterstern überall auf der Welt, mit Ausnahme von alpinen Regionen und der Arktis.
erdstern
erdstern10
erdstern11
erdstern12
Im Jahre 2005 wurde der Wetterstern sogar zum Pilz des Jahres gewählt. Am getrockneten und wieder angefeuchteten Fruchtkörper lässt sich die Sporenvermehrung über viele Jahre lang nachvollziehen. Wie der Name schon sagt, zeigt dieser Pilz durch sein Auf- und Abrollen die Luftfeuchtigkeit an. Der Pilz ist nicht giftig, aber ungeniessbar, da sein Fruchtfleisch zäh ist. Da wir jetzt wissen, wo welche bei uns zu finden sind, ist unser Professor Zeig nun des öfteren dort anzutreffen, um Ergänzungshinweise betreffend Luftfeuchtigkeit zu sammeln.

 
 Wuwati-Streifling (Amanita gugellandieae)
17. Juni 2017: Durch die lange Trockenheit sollte es in Gugellandia eigentlich keine Pilze geben. Nun ist es aber so, dass unsere Teiche gelegentlich mit Frischwasser aufgefüllt werden. Wenn nun irgend ein "Dösel" vergisst, rechtzeitig das Wasser abzustellen, fliesst es beim Überlauf auf einen unserer unterhalb gelegenen Wege in den Wald. Und hier sind dann immer zur gewohnten Zeit, nämlich im Juni die unten beschriebene Pilze zu finden.
streifling
gugeländischer Streifling
streiflinge
streifling
Wir haben uns natürlich sehr gefreut und ihnen sofort einen Namen gegeben. Wuwati-Steiflinge (Amanita gugellandieae). Aussehensmässig ähneln sie am ehesten dem grauhäutigen Scheidenstreifling (Amanita submembranacea) oder auch dem braungelben Scheidenstreifling (Amanita Umbrinalutea). Die Besonderheit an dem bei uns wachsenden Pilz ist, dass er "ausgewachsen" nach Fisch riecht. Bei den Streiftouren der Wuwatis, als auch von Miezi, sind sie eine willkommene Delikatesse, deshalb auch die Namensgebung!
streifling
amanita
streifling
streiflinge
Der bei uns wachsende Scheidenstreifling ist in dieser Form auch nach langer Suche weder in den diversen Pilzbüchern, noch im Internet gefunden worden, da bei denen die Scheidenstreiflinge alle im Alter noch geruchlos sind. Scheidenstreiflinge sind gekocht essbar. Wuwatis können sie auch roh verspeisen. Die Bestimmung ist denkbar einfach. Man erkennt sie an den schönen Streifen am Hutrand. Die Hutfarbe ist anfangs weiss, später schmutzigweiss bis graubraun. Der Stiel ist "genattert" mit einer schönen Zeichnung und innen hohl.
amanita
streifling
amanita
katze vor einem streifling
Wichtiges Erkennungsmerkmal ist zudem, dass der Kragen fehlt und am Stielansatz keine Knolle ist. Es ist nämlich Vorsicht geboten, da man diesen Pilz, besonders im Jungstadium, mit dem tödlich giftigen Knollenblätterpilz verwechseln kann. Wie alle Scheidenstreiflinge soll er ein guter Speisepilz sein. Von unseren Mitbewohnern, den Wuwatis wird er stets gern gegessen. Abschliessend möchte ich noch darauf hinweisen, dass man Pilze keinenfalls roh essen sollte, (Ausnahme: z.B. Champignons oder Steinpilz). Deswegen lassen wir diesen hier auch unseren Wurzelwackeltieren.

 
 Wiesen-Champignon (Agaricus campestris)
29. Mai 2017: Derzeit ist wegen der anhaltenden Trockenheit überhaupt nichts an Pilzen in Gugellandia zu finden. Nur letzte Woche bei den Dreharbeiten "Reise zum Mittelpunkt der Erde" konnten wir an einer sehr feuchten Stelle mitten im Wald ein paar alte Exemplare des Wiesen-Champignons (Agaricus campestris), auch Egerlinge genannt, ausfindig machen. 
wiesenchampignon
ein wiesenchampignon
Wiesenchampignon
Begutachtung eines Pilzes
Anfangs sind sie kugelig rund und weiss. Danach, beim Öffnen des Hutes erkennt man ihn gut an seiner Manchette und den rosa Lamellen. Nach einem Regen verfärbt sich der Hut grau-weiss, wie in unserem Beispiel. Die Bestimmung des Champignons ist denkbar einfach. Er riecht angenehm wie die uns bekannten Zuchtchampignons. Das Fleisch des Hutes, als auch die Stielrinde sind weiss. Der Hutrand ist abziehbar. Die Lamellen sind anfangs rosa, später dunkelbraun, und im Alter schokoladebraun.
Geschmacksprobe eines Pilzes
junger Wiesenchampignon
Wiesenchampignon ist essbar
grosser Wiesenchampignon
Es gibt, wie bei allen Pilzen viele verschiedene Champignonsorten. Auch ist Vorsicht geboten vor dem Karbol-Egerling. Die eiserne Regel: verfärbt sich der Pilz gelb, so ist er giftverdächtig. Riechen sie nach Karbol, Tinte, Medizinschrank oder Fisch, so sind sie ebenfalls giftig, und ältere Exemplare sollte man ebenfalls nicht essen.  Ein schönes Wochenende wünscht Euch Gugel

 
 kegeliger Risspilz (Inocybe fastigiata) und ziegelroter Risspilz (Inocybe patouillardii)
20. Mai 2017: Unter unserer Linde wachsen kleine Pilze mit kegeligem Hütchen. Bei der genauen Betrachtung musste ich festellen, dass es sich wiedermal um eine Varietät zwischen kegeligem und ziegelroten Risspilz (Inocybe) handelt. Die Erkennungsmerkmale sind ganz einfach. Typisch ist der teilweise eingerissene Hutrand, sowie die  kegelige Ausbuchtung am Hut.
risspilze
txpischer Risspilz
Pilzuntersuchung
ein Risspilz
Riechen tun sie nach nichts, nimmt man eine Geschmacksprobe (immer nur ein kleines Stück vom Hut abbrechen und nachher wieder ausspucken), so schmeckt er erdig und etwas bitterlich. Diese Risspilze gelten als sehr gefährlich, denn sie entalten Muscarin. Die tödliche Giftigkeit bezieht sich auf die Mahlzeitmenge, aber schon beim Genuss kleinster Mengen wird einem übel.
kegeliger Risspilz
Risspilze sind giftig
giftige Risspilze
Risspilze wachsen unter Linden
Die kegeligen Risspilze wachsen bevorzugt unter Linden und treten meist in kleineren Gruppen auf. Sie sind aber auch an Wegrändern und vielerorts in Parks ab Mai anzutreffen.
Risspilze
giftige Risspilze
Risspilze sind giftig
ziegelroter Risspilz
Wie bei allen Pilzen gibt es von der Spezie der Risspilze über 30 verschiedene Arten, Schnorbert hat an einem Wegrand sogar ein Exemplar mit rotem Stiel gefunden. Die genauere Beschreibung des kegeligen Risspilzes findest du in der Rubrik "sortiert". Ich hoffe, nächstes Mal über hier wachsende essbare Pilze berichten zu können, Euer Gugel

 
Trockener Saftling (Hygrocybe intermedia)
13. Mai 2017: Der trockene Saftling (Hygrocybe intermedia) ist ziemlich unbekannt, da er sehr selten vorkommt. Bei uns in Gugellandia tritt er jedes Jahr im Mai an unterschiedlichen Stellen auf. Anzutreffen ist er in Wiesen sowie an hellen Waldlichtungen und ist wegen der schönen orangenen Farbenpracht nicht zu übersehen. 
trockener saftling
Hygrocybe intermedia
trockener saftling
saftling
Wie alle Saftlinge, es gibt davon über 150 verschiedene Spezien, wachsen sie auf nährstoffarmen Boden, und gelten daher als Zeigearten für die Bodenbeschaffung. Über die Geniessbarkeit ist man sich bis heute noch strittig. In alten Pilzbüchern ist er als essbar beschrieben, im Internet (bei wikipedia ist er noch nicht vertreten) gilt er teilweise als ungeniessbar.
saftlinge
Saftling
Saftlinge
Hygrocybe
Wie alle Saftlinge steht auch dieser Pilz in Deutschland unter Naturschutz und unterliegt einem direkten Sammelverbot. Auch wenn er essbar wäre, sollte man ihm wegen Verwechlungsgefahren meiden, da eine eindeutige Bestimmung nur mikroskopisch möglich ist. Bei unserem gezeigten Exemplar handelt es sich eindeutig um den trockenen Saftling. Mal sehen, was in den nächsten Wochen so alles an Pilzen bei uns wächst. Euer Gugel


 

Stielporling (Polyporus)

06. Mai 2017: Bei unseren Streifzügen durch die gugelländischen Wälder entdeckten wir eine Ansammlung kleinerer Pilze auf einem abgestorbenen Ast. Es handelt sich dabei um eine Varietät des Stielporlings (Polyporus). Seine Poren sind wabenähnlich, der Hut ist samtig und am Rand uneben gebogen. Die Farben variieren von ockerbraun, graubraun bis zu dunkelbraun.
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Typisch für diesen Pilz ist, dass er immer auf abgestorbenem Holz wächst, und so für späteren Humus sorgt. Sein Fleisch ist weiss, sehr zäh und elastisch. Er ist mit dem essbaren Winterstielporling verwandt und durch Übergangsformen verbunden. Da es zahlreiche verschiedene Arten von Stielporlingen gibt, ist es schwierig, den ganz genauen lateinischen und deutschen Namen dafür zu bestimmen. Dazu bedürfte es eines Mikroskopes, um die Sporen zu untersuchen.
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Nach einer Geschmacksprobe musste ich feststellen, dass er dem eines bitteren Radieschens ähnelt und ein nachhaltiges Brennen auf der Lippe hinterlässt. Er ist nicht giftig, aber keinenfalls für den Genuss geeignet. Hübsch anzusehen, aber für die Küche leider wertlos. Derzeit sind diese Pilzchen noch die Einzigen, die bei uns wachsen. Mal abwarten, was die nächsten Wochen bringen, Euer Gugel

 

ledriger Ohrling (Wynella Atrofusca)

19. April 2017: Bei uns in Gugellandia treffen wir immer wieder auf den ledrigen Ohrling (Wynella Atrofusca). Er wächst an vollschattigen Stellen, die feucht geblieben sind. Meist ist sein Auftreten nach überfluteten Kellern bei Trocknen des Schlammes zahlreich anzutreffen. Jahreszeitmässig ist er mit Ausnahme kalter Wintertage ganzjährig vorzufinden.
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Sein Fleisch ist sehr brüchig, seine Hutfarbe ocker bis dunkelbraun. Sein Stiel ist fast unsichtbar, da er ganz klein, dünn und schmal unter seinen hasenohrmässigen Hut steht. Der Pilz, so heisst es, ist extem selten. Auch sollte man ihn nicht roh essen, da kleine Giftmengen nachgewiesen wurden.
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Es gibt aber im Aussehen gleiche Pilze, die allerdings rot sind, und im Wald unter Tannen im Herbst zu finden sind, und vorzüglich als Salat verwendet, essbar sind. Diese sind aber leider bisher noch nicht in Gugellandia gefunden worden, um so mehr freut es uns, wenn auch nicht essbar, einen sehr seltenen Pilz heimisch zu haben.
 

Morcheln (Morchella)

12. April 2017: Morcheln (Morchella) sind Frühjahrspilze und sind Ende Februar bis Mai (in höheren Lagen sogar bis Juni) zu finden. Sie zählen zur Gattung der Schlauchpilze und es gibt rund 25 verschiedene Arten davon (Spitzmorchel, Stinkmorchel und andere), die aber nicht alle essbar sind. Wir widmen uns heute der klassischen Speisemorchel. Sie bilden einen hohlen Fruchkörper, die ein wabenartiges Kopfteil besitzen. Sie wächst, wo es feucht, windgeschützt, sonnig und hell ist.
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Sowohl in Tannenwäldern, auf Waldwiesen und vorallem an Flüssen sind sie anzutreffen. Beheimatet sind sie in Nordamerika, Europa und Asien. Allerdings sind sie wegen der laubähnlichen Farbe sehr schwer zu finden. Sie treiben das perfekteste Versteckspiel aller Pilzarten. Besonders gerne wachsen sie in Auen, nach Überflutungen und nach Waldbränden. Generell treten sie meist zur Apfelblütezeit auf. Der bevorzugte Standort sind unter Pappeln sowie Ulmen, und sind sogar in Parkanlagen anzutreffen. Aber auch in Mischwäldern, wie bei uns in Gugellandia kann man mit ein wenig Glück auf sie treffen.
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Verwechslungsmöglichkeit ist die giftige Frühjahrslorchel, welche anstelle des wabenähnlichen Hutes einen hirnartigen Kopf, meist dunkelbraun bis rötlich aufweist. Die Speisemorchel sollte man keinenfalls roh essen, ihre Giftigkeit verlieren sie beim Trocknen oder beim Kochen.
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Mein Tipp: Man nehme nie einen zu grossen Korb mit in den Wald, dann findet man nichts, oder nur wenig. Geht man allerdings mit einem Kleinen, oder ohne Korb, ist die Warscheinlichkeit gross, mehr als man tragen kann, zu finden.
Geh zur Gartenecke

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