Insekten, Amphibien und anderes Kleingetier

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Insekten: März 2019





 
 Feuersalamander (Salamandra salamandra)
23. März 2019: Bei uns in Gugellandia, wenn es kräftig geregnet hat, kann man diese wunderschönen Tiere auch tagsüber beobachten. Es handelt sich hierbei um den Feuersalamander (Salamandra salamandra). Grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten von Ihnen. Den Gefleckten (Salamandra salamandra salamandra), der unregelmässige gelbe Punkte hat, und dem Gebändeten (Salamandra salamandra terrestris), welcher zwei gelbe Linien hat, die mehrfach unterbrochen sind. Ausserdem gibt es etwa 13 Unterarten. Im Volksmund heissen sie auch: Feuer-, Erd-Molch, Gelber Schneider, Bergnass oder Tattermandl.
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
Eidechsen und Schlangen gehören ja zu den Reptilien, der Feuersalmander aber gehört zu den Amphibien, wie Molche und Frösche, da sie ihre Eier im Wasser ablegen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie lebendgebährend sind. Je nach Wärmetemperatur des Tümpels dauert die Metamorphose des kleinen Molches, der Kiemen besitzt, zwischen 2 Monaten und einem Jahr. Die Feuersalamander sind Waldbewohner, vorwiegend in Laub- und Mischwäldern. In Nadelwäldern jedoch sind sie nicht anzutreffen.
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
Sie sind vorwiegend nachtaktiv und sehen in der grössten Dunkelheit ausgezeichnet. Nur bei starken Regenfällen kommen sie aus ihren Verstecken auch tagsüber raus. Sie bewohnen unterirdische Gänge von Kleinsäugern, Ritzen in Felsen, Höhlen, unter Steinen, unter Baumstrünken oder unter grösseren Laubhaufen. Ihre Nahrung besteht aus Nacktschnecken, Regenwürmern, Spinnen, Asseln oder auch Raupen, einfach alles was im Wald so krabbelt. Februar bis Mai erfolgt die Paarung. Die bereits voll entwickelten, mit Kiemen ausgestatteten 10-70 Larven werden in kühle Quellbäche, Quelltümpel, Brunnen etc. ausgesetzt. Interessant wäre es zu wissen, wo sich die unterirdischen Quellen hier in Gugellandia befinden, da wir ja mehrheitlich trockenes Klima haben. Geolg ist damit beschäftigt, Höhlenforschung zu betreiben, die Frage ist nur, wo?
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
Der Feuersalamder wird durchschnittlich 15 - 20jährig, und hat wegen seines leicht gefürchteten Aussehens bzw. seiner perfekten Warnweste kaum Feinde.  Unter Stress kann er mit seinen hinter den Ohren liegender Giftdrüse das "Salamandrin" bis zu einem Meter verspritzen. Für den Menschen allerdings ungefährlich. Sporadisch häuten sie sich auch . Feuersalamander haben keine Schallblasen wie Frösche. können aber Lautäusserungen wie Quietschen, Fiepen, Piepsen oder helles Knurren von sich geben. Das passiert aber nur beim Erschrecken durch Auspressen von Luft. Ein sehr anmutiges und mit der Fortbewegung sehr langsames Tier. Wir freuen uns immer wieder, einen Feuersalamander  zu Gesicht zu bekommen, Euer Klepf.

 
 Schwalbenschwanz ( Papilio machaon)
17. März 2019: So, da bin ich wieder aus der Insekten-Forschungsabteilung. Wir hier in Gugellandia haben die besten Bedingungen für den Schwalbenschwanz (Papilio machaon). Zum einen haben wir unsere Lavendelfelder und zum anderen die wilde Möhre, die überall am Land wächst. Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter und ist einer der grössten Tagschmetterlinge hier in unserer Region. Unverwechselbar sind seine kurzen gefärbten "Schwänzchen" auf seinen Hinterflügeln. Er besitzt lange Haare an den Vorderbeinen, die ihm als "Putzkämmchen" dienen. Seine Flügelspannweite kann bis zu 75 mm betragen und er ist mit vielen Unterarten weltweit vertreten.
Schwalbenschwanzjagd
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
Im Frühling lernen sich die Schmetterlingspaare im sogenannten "Hillhopping" kennen. Das ist der Balzflug an südlich exponierten freien Berg- oder Hügelkuppen oder auch an Türmen. Das Weibchen legt danach etwa 150 Eier. Diese werden, und zwar einzeln in Bodennähe an den Blättern der Futterpflanze abgelegt. Die später schlüpfende Raupe hat somit eine Pflanze für sich alleine. Innerhalb von 8-10 Tagen schlüpft die etwa 5 mm grosse Raupe aus dem Ei. Allererst wird die "Muttermilch", das ist das leere, verlassene Ei aufgefressen. Und dann macht sich die "Raupe Nimmersatt" auf den Weg. Sie wird immer grösser und häutet sich etwa vier mal (einmal pro Woche) Nach 4-5 Wochen verlässt sie ihren Wirt und verpuppt sich an einem geschützten Plätzchen.
schwalbenschwanzraupe
schwalbenschwanzraupe mit klepf
schwalbenschwanzraupe
schwalbenschwanzraupe
Anfangs sind die unbehaarten Raupen schwarz mit orangeroten Pünktchen, nacher grün gefärbt mit weissem Sattelfleck. Ausgewachsen haben sie schwarze Querstreifen mit gelben oder orangeroten Punkten.  Wenn sich die Raupe bedroht fühlt, stülpt sie zur Abschreckung ein orangefarbenes Hörnchen, eine sogenannte Nackengabel, aus, welches einen unangenehmen Duftstoff absondert, Diese hält Fressfeinde wie Ameisen und Schlupfwespen fern.
schwalbenschwanz
Grüngestreifter-
schwalbenschwanz
Scharlachroter-
schwalbenschwanz
Schwarzer-
schwalbenschwanz
Neon-
Zudem schreckt die Raupe manch anderer Feinde mit ihrer leuchtenden Farbe ab, was soviel heissen will, wie: "Vorsicht bei grellen Farben". Dass die Raupe völlig ungiftig ist, müssen die Fressfeinde ja nicht wissen. Die Lieblingsspeise der Raupe sind Möhren, Dill, Fenchel, natürlich die wilde Möhre und auch Petersilie.
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz mit pfefferfresser
Der fertige Schmetterling wird nur knapp drei Wochen alt, nach der Paarung und der Eiablage sterben die schönen Falter. Und eine neue Generation beginnt ihr Leben. Euer Klepf

 
Marienkäfer (Coccinellidae)
10. März 2019: Mir, Edi und William macht es enormen Spass die Tiere in Wald und Wiesen zu beobachten. Heute will ich ein wenig über den Marienkäfer (Coccinellidae) plaudern. Über 1'000 regionale Trivialnamen gibt es von ihm: Frauenkäfer, Muttergottes, Herrgottchen, Jakobskäferchen, Glückskäfer, Sonnenkäfer, Himmelmietzchen, Gelbhänschen und und und....Es ist dies ein kugeliger, flugfähiger Käfer, der auf seinen Deckflügeln auffällige Punkte aufweist. Die Marienkäfer sind mit Ausname der arktischen Regionen auf allen Kontinenten anzutreffen, hauptsächlich in den Subtropen und Tropen.  Sie mögen es gerne warm. Die Klassifizierung der einzelnen Arten ist äusserst schwierig, da die einzelnen Arten im Aussehen variabel sind. Die selbe Art kann in dutzenden Mustervarianten auftreten.
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
Um nur wenige Arten aufzuzählen: Da gibt es den Zaunrüben-, Rainfarn-, Fichten-, Kugel-, Bogen-, Nadelbaum-, Längsfleckigen-, Heidekraut-, Berg-, Ameisen-Marienkäfer und zahlreiche andere Arten. Am bekanntesten ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinellidae septempunctata). Charkteristisch sind die symmetrisch angeordneten Punkte. Auf den Deckflügeln sind meist schwarze, aber auch rote oder braune Punkte. Man unterscheidet zwischen  2,4,5,7,10,11,13,14,16,17,18,19,22 und 24 Punkt-Marienkäfer. Innerhalb dieser können die Punkte verschmelzen, so dass der ganze Körper schwarz ist. Die Körperfarben haben ein riesiges Spektrum an Farben vorzuweisen, von hellbeige, gelb, orange, aller Brauntöne, rosa, rot bis ins schwarz.
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
Nun, das Leben eines Marienkäfers ist recht interessant. Er kann gut fliegen und macht 75 - 91 Flügelschläge pro Sekunde, Die Körpergrössen variieren je nach Art von 1-12 mm. Dieser nützliche Käfer ernährt sich hauptsächlich von Blatt- und Schildläusen. Alleine in der Larvenzeit frisst er bis zu 3'000 Pflanzenläuse oder Spinnmilben. Ausgewachsen frisst er bis zu 50 Blatt/Schildläuse pro Tag, im Laufe seines Lebens mehrere Tausend. Aber auch Wanzen, Schmetterlingslarven sowie gelegentlich Blattwespen stehen auf seinem Speiseplan. Es gibt aber auch Arten, die sich nur pflanzlich ernähren, wie z.B. der Vierundzwanzigpunk-Marienkäfer. Andere Arten, wie der 16- und 22-Punktkäfer haben sich ernährungsmässig auf Mehltau oder Schimmelpilze spezialisiert. Marienkäfer, vor allem die Larven sind mitunter auch Kannibalen, sie fressen sich gegenseitig.
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
Ende April, Anfang Mai legt das Weibchen bis zu 400 Eier. Je nach Art in Portionen von 10-60 Stk. oder einzeln auf Pflanzen. Das geschieht meist auf der Blattunterseite oder in Spalten von Baumrinden. Nach 5-8 Tagen ist die Entwicklung abgeschlossen. Um aus dem Ei rauszukommen braucht die Larve etwa 2 Stunden. Die Larven selber sind je nach Art zwischen 1,5-15 mm gross. Sie sind meist blaugrau, braun, gelb gefärbt mit gelben, orangefarbenen oder roten Flecken. Sie haben schwarze oder rote Warzen auf ihrem Körper, aus denen borstige Haare oder Dornen entspringen. Die frisch geschlüpften Larven entwickeln sich innerhalb von 30-60 Tagen, häuten sich dabei 3-4mal, und verpuppen sich in eine sogenannte Mumienpuppe. Nach 6-9 Tagen schlüpft der fertige Käfer. Die Käfer vermehren sich zweimal im Jahr. Die zweite Generation schlüpft im Juli und August und überwintert als fertiger Käfer bevor er im Frühling seine Eier ablegt. Die Überwinterung erfolgt in grossen Gruppen am Boden, unter Steinen, Rinde oder Laub, im Moos oder im Gras. Leider hat der Marienkäfer zahlreiche Fressfeinde, wie Vögel, Eidechsen, Mäuse, Frösche, Spinnen und andere Insekten. So ein Käfer kann ein Jahr alt werden, mit Ausnahmen überwintert er sogar 2 mal. Wir lieben diese Käfer, Euer Klepf


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