Insekten, Amphibien und anderes Kleingetier

Präsentiert von Klepf
Alphabetischer Reihenfolge
Klepf

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Insekten: März 2019





 
 Feldgrille (Gryllos campestris)
31. März 2019: Die Feldgrille (Gryllos campestris) ist ein sehr scheues und schreckhaftes Tier. Nähert man sich dem Erdloch, wo sich ihre Behausung befindet, verstummt sie sofort und verschwindet wieder darin. Man muss schon ordentlich Geduld aufbringen, diese putzigen Tierchen ganz zu Gesicht zu bekommen. Die Feldgrille ist der Ordnung "Heuschrecken" zuzuteilen. Sie sind glänzend schwarz, selten auch braun gefärbt und erinnern an einen schwarzen, mit feinen Goldsamt benetzten Frack. Die Körperlänge eines solchen Tieres beträgt etwa 26mm, der Kopf ist kugelförmig und mit kräftigen Beisswerkzeug ausgestattet. Die Fühler sind so lang wie der ganze Körper.
feldgrille beobachten
feldgrille beobachten
feldgrille beobachten
feldgrille beobachten
Feldgrillen sind Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung. Da sie zu kleine Hinterflügel besitzen, können sie nicht fliegen. Dafür sind sie flink im laufen und können auch ein wenig springen, da sie, wie auch Heuschrecken, lange Hinterbeine haben. Diese wärmeliebenden Tiere sind nur auf gemähten oder abgefressenen Weiden anzutreffen. Wird die Vegetation zu hoch oder verbüscht, verschwindet die Grille. Sie braucht Wärme und die findet sie überall dort, wo die Sonnenstrahlen den Boden schön aufheizen.
feldgrille
feldgrille
feldgrille
feldgrille
Dazu gräbt sie ein etwa 10-40cm tiefes Loch mit einer 2cm breiten Röhre, welche meist nach Süden gerichtet ist. Der Eingang, die sogenannte "Arena" wird durch Abbeissen der Gräser vegetationsarm gehalten. Nur die Männchen verfügen über eine hoch entwickelten akustische Konversation, die als Gesang oder Zirpen bezeichnet wird. Dabei wird die gezähnte Schrillader (wie ein Sägeblatt) auf der Unterseite des rechten Flügels auf den Linken hin und her bewegt. Kurz gesagt, die erzeugten zirpenden Laute werden durch das Aneinanderreiben der Flügel erzeugt. Im Umkreis von 50 Metern sind sie so zu hören.
feldgrille
feldgrille
feldgrille
feldgrille
Je nach Ort und Lage beginnen die Männchen ab Mitte März zu zirpen. Geschlechtsreif sind sie Mitte April/ Anfang Mai. Sollten sich zwei Männchen begegnen, beissen sie sich und stossen mit den Köpfen zusammen, bis eines von beiden aufgibt. Mit jeweils einem grossen und kleinen Trommelfell kann das paarungsbereite Weibchen den Partner aus bis zu 10 Meter Entfernung orten, um ihn dann zielsicher entgegenzulaufen. Daraufhin beginnt das Männchen ein für den Menschen kaum hörbaren Werbegesang. Das Weibchen legt einige Hundert Eier in Haufen zu jeweils 20-40 Stück und lässt diese ohne Brutpflege zurück. Nach 2-3 Wochen schlüpfen die Kleinen, häuten sich bis zu 10 mal, bevor sie für den Winter selbstgegrabene Erdgänge geschaffen haben. Das unterscheidet die Feldgrille auch von anderen Heuschrecken, bei denen die Eier überwintern. Die Lebensphase der erwachsenen Tiere endet im Juli. Sobald die Temperaturen angenehm sind, erwachen die Tiere aus der Winterstarre und ein neuer Zyklus kann beginnen.
feldgrille
feldgrille
feldgrille
feldgrille
Die Feldgrille ist eine geschützte Tierart, an einigen Orten ist sie fast ausgestorben. Bei uns in Gugellandia hat es Orte, wo im Umkreis von 5 Metern bis zu 12 Erdlöcher von Feldgrillen gezählt wurden.Natürlich, besonders wegen der Klimaerwärmung hörte ich auch von Orten in der südlichen Schweiz , wo ein Massenauftreten zu Tausenden  durch die Trockenheit auftrat. Wenn zu viel des Guten, hilft ausreichende Bewässserung, nach einer Woche sind die lieben Tierchen ausgewandert. Neben der Feldgrille gibt es auch noch die Waldgrille, die an Waldrändern und Gebüschgruppen heimisch ist. Ihr Ruf ist relativ leise und von Juni bis Oktober zu hören. Und dann gibt es auch noch das Heimchen, welches ganzjährig an und in Gebäuden lebt. Es ist dies auch eine Grillenart, die speziell als Futterinsekt für Heimtiere gezüchtet wird. Nichts aber im Vergleich zu der echten Feldgrille, deren Gezirpe wir im Frühling nur zu gerne hören. Also, gut hinhören, sie zirpt nur von April bis Juni und ist unverkennbar. Euer Klepf

 
 Feuersalamander (Salamandra salamandra)
23. März 2019: Bei uns in Gugellandia, wenn es kräftig geregnet hat, kann man diese wunderschönen Tiere auch tagsüber beobachten. Es handelt sich hierbei um den Feuersalamander (Salamandra salamandra). Grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten von Ihnen. Den Gefleckten (Salamandra salamandra salamandra), der unregelmässige gelbe Punkte hat, und dem Gebändeten (Salamandra salamandra terrestris), welcher zwei gelbe Linien hat, die mehrfach unterbrochen sind. Ausserdem gibt es etwa 13 Unterarten. Im Volksmund heissen sie auch: Feuer-, Erd-Molch, Gelber Schneider, Bergnass oder Tattermandl.
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
Eidechsen und Schlangen gehören ja zu den Reptilien, der Feuersalmander aber gehört zu den Amphibien, wie Molche und Frösche, da sie ihre Eier im Wasser ablegen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie lebendgebährend sind. Je nach Wärmetemperatur des Tümpels dauert die Metamorphose des kleinen Molches, der Kiemen besitzt, zwischen 2 Monaten und einem Jahr. Die Feuersalamander sind Waldbewohner, vorwiegend in Laub- und Mischwäldern. In Nadelwäldern jedoch sind sie nicht anzutreffen.
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
Sie sind vorwiegend nachtaktiv und sehen in der grössten Dunkelheit ausgezeichnet. Nur bei starken Regenfällen kommen sie aus ihren Verstecken auch tagsüber raus. Sie bewohnen unterirdische Gänge von Kleinsäugern, Ritzen in Felsen, Höhlen, unter Steinen, unter Baumstrünken oder unter grösseren Laubhaufen. Ihre Nahrung besteht aus Nacktschnecken, Regenwürmern, Spinnen, Asseln oder auch Raupen, einfach alles was im Wald so krabbelt. Februar bis Mai erfolgt die Paarung. Die bereits voll entwickelten, mit Kiemen ausgestatteten 10-70 Larven werden in kühle Quellbäche, Quelltümpel, Brunnen etc. ausgesetzt. Interessant wäre es zu wissen, wo sich die unterirdischen Quellen hier in Gugellandia befinden, da wir ja mehrheitlich trockenes Klima haben. Geolg ist damit beschäftigt, Höhlenforschung zu betreiben, die Frage ist nur, wo?
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
feuersalamander
Der Feuersalamder wird durchschnittlich 15 - 20jährig, und hat wegen seines leicht gefürchteten Aussehens bzw. seiner perfekten Warnweste kaum Feinde.  Unter Stress kann er mit seinen hinter den Ohren liegender Giftdrüse das "Salamandrin" bis zu einem Meter verspritzen. Für den Menschen allerdings ungefährlich. Sporadisch häuten sie sich auch . Feuersalamander haben keine Schallblasen wie Frösche. können aber Lautäusserungen wie Quietschen, Fiepen, Piepsen oder helles Knurren von sich geben. Das passiert aber nur beim Erschrecken durch Auspressen von Luft. Ein sehr anmutiges und mit der Fortbewegung sehr langsames Tier. Wir freuen uns immer wieder, einen Feuersalamander  zu Gesicht zu bekommen, Euer Klepf.

 
 Schwalbenschwanz ( Papilio machaon)
17. März 2019: So, da bin ich wieder aus der Insekten-Forschungsabteilung. Wir hier in Gugellandia haben die besten Bedingungen für den Schwalbenschwanz (Papilio machaon). Zum einen haben wir unsere Lavendelfelder und zum anderen die wilde Möhre, die überall am Land wächst. Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter und ist einer der grössten Tagschmetterlinge hier in unserer Region. Unverwechselbar sind seine kurzen gefärbten "Schwänzchen" auf seinen Hinterflügeln. Er besitzt lange Haare an den Vorderbeinen, die ihm als "Putzkämmchen" dienen. Seine Flügelspannweite kann bis zu 75 mm betragen und er ist mit vielen Unterarten weltweit vertreten.
Schwalbenschwanzjagd
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
Im Frühling lernen sich die Schmetterlingspaare im sogenannten "Hillhopping" kennen. Das ist der Balzflug an südlich exponierten freien Berg- oder Hügelkuppen oder auch an Türmen. Das Weibchen legt danach etwa 150 Eier. Diese werden, und zwar einzeln in Bodennähe an den Blättern der Futterpflanze abgelegt. Die später schlüpfende Raupe hat somit eine Pflanze für sich alleine. Innerhalb von 8-10 Tagen schlüpft die etwa 5 mm grosse Raupe aus dem Ei. Allererst wird die "Muttermilch", das ist das leere, verlassene Ei aufgefressen. Und dann macht sich die "Raupe Nimmersatt" auf den Weg. Sie wird immer grösser und häutet sich etwa vier mal (einmal pro Woche) Nach 4-5 Wochen verlässt sie ihren Wirt und verpuppt sich an einem geschützten Plätzchen.
schwalbenschwanzraupe
schwalbenschwanzraupe mit klepf
schwalbenschwanzraupe
schwalbenschwanzraupe
Anfangs sind die unbehaarten Raupen schwarz mit orangeroten Pünktchen, nacher grün gefärbt mit weissem Sattelfleck. Ausgewachsen haben sie schwarze Querstreifen mit gelben oder orangeroten Punkten.  Wenn sich die Raupe bedroht fühlt, stülpt sie zur Abschreckung ein orangefarbenes Hörnchen, eine sogenannte Nackengabel, aus, welches einen unangenehmen Duftstoff absondert, Diese hält Fressfeinde wie Ameisen und Schlupfwespen fern.
schwalbenschwanz
Grüngestreifter-
schwalbenschwanz
Scharlachroter-
schwalbenschwanz
Schwarzer-
schwalbenschwanz
Neon-
Zudem schreckt die Raupe manch anderer Feinde mit ihrer leuchtenden Farbe ab, was soviel heissen will, wie: "Vorsicht bei grellen Farben". Dass die Raupe völlig ungiftig ist, müssen die Fressfeinde ja nicht wissen. Die Lieblingsspeise der Raupe sind Möhren, Dill, Fenchel, natürlich die wilde Möhre und auch Petersilie.
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz
schwalbenschwanz mit pfefferfresser
Der fertige Schmetterling wird nur knapp drei Wochen alt, nach der Paarung und der Eiablage sterben die schönen Falter. Und eine neue Generation beginnt ihr Leben. Euer Klepf

 
Marienkäfer (Coccinellidae)
10. März 2019: Mir, Edi und William macht es enormen Spass die Tiere in Wald und Wiesen zu beobachten. Heute will ich ein wenig über den Marienkäfer (Coccinellidae) plaudern. Über 1'000 regionale Trivialnamen gibt es von ihm: Frauenkäfer, Muttergottes, Herrgottchen, Jakobskäferchen, Glückskäfer, Sonnenkäfer, Himmelmietzchen, Gelbhänschen und und und....Es ist dies ein kugeliger, flugfähiger Käfer, der auf seinen Deckflügeln auffällige Punkte aufweist. Die Marienkäfer sind mit Ausname der arktischen Regionen auf allen Kontinenten anzutreffen, hauptsächlich in den Subtropen und Tropen.  Sie mögen es gerne warm. Die Klassifizierung der einzelnen Arten ist äusserst schwierig, da die einzelnen Arten im Aussehen variabel sind. Die selbe Art kann in dutzenden Mustervarianten auftreten.
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
Um nur wenige Arten aufzuzählen: Da gibt es den Zaunrüben-, Rainfarn-, Fichten-, Kugel-, Bogen-, Nadelbaum-, Längsfleckigen-, Heidekraut-, Berg-, Ameisen-Marienkäfer und zahlreiche andere Arten. Am bekanntesten ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinellidae septempunctata). Charkteristisch sind die symmetrisch angeordneten Punkte. Auf den Deckflügeln sind meist schwarze, aber auch rote oder braune Punkte. Man unterscheidet zwischen  2,4,5,7,10,11,13,14,16,17,18,19,22 und 24 Punkt-Marienkäfer. Innerhalb dieser können die Punkte verschmelzen, so dass der ganze Körper schwarz ist. Die Körperfarben haben ein riesiges Spektrum an Farben vorzuweisen, von hellbeige, gelb, orange, aller Brauntöne, rosa, rot bis ins schwarz.
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
Nun, das Leben eines Marienkäfers ist recht interessant. Er kann gut fliegen und macht 75 - 91 Flügelschläge pro Sekunde, Die Körpergrössen variieren je nach Art von 1-12 mm. Dieser nützliche Käfer ernährt sich hauptsächlich von Blatt- und Schildläusen. Alleine in der Larvenzeit frisst er bis zu 3'000 Pflanzenläuse oder Spinnmilben. Ausgewachsen frisst er bis zu 50 Blatt/Schildläuse pro Tag, im Laufe seines Lebens mehrere Tausend. Aber auch Wanzen, Schmetterlingslarven sowie gelegentlich Blattwespen stehen auf seinem Speiseplan. Es gibt aber auch Arten, die sich nur pflanzlich ernähren, wie z.B. der Vierundzwanzigpunk-Marienkäfer. Andere Arten, wie der 16- und 22-Punktkäfer haben sich ernährungsmässig auf Mehltau oder Schimmelpilze spezialisiert. Marienkäfer, vor allem die Larven sind mitunter auch Kannibalen, sie fressen sich gegenseitig.
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
marienkäfer
Ende April, Anfang Mai legt das Weibchen bis zu 400 Eier. Je nach Art in Portionen von 10-60 Stk. oder einzeln auf Pflanzen. Das geschieht meist auf der Blattunterseite oder in Spalten von Baumrinden. Nach 5-8 Tagen ist die Entwicklung abgeschlossen. Um aus dem Ei rauszukommen braucht die Larve etwa 2 Stunden. Die Larven selber sind je nach Art zwischen 1,5-15 mm gross. Sie sind meist blaugrau, braun, gelb gefärbt mit gelben, orangefarbenen oder roten Flecken. Sie haben schwarze oder rote Warzen auf ihrem Körper, aus denen borstige Haare oder Dornen entspringen. Die frisch geschlüpften Larven entwickeln sich innerhalb von 30-60 Tagen, häuten sich dabei 3-4mal, und verpuppen sich in eine sogenannte Mumienpuppe. Nach 6-9 Tagen schlüpft der fertige Käfer. Die Käfer vermehren sich zweimal im Jahr. Die zweite Generation schlüpft im Juli und August und überwintert als fertiger Käfer bevor er im Frühling seine Eier ablegt. Die Überwinterung erfolgt in grossen Gruppen am Boden, unter Steinen, Rinde oder Laub, im Moos oder im Gras. Leider hat der Marienkäfer zahlreiche Fressfeinde, wie Vögel, Eidechsen, Mäuse, Frösche, Spinnen und andere Insekten. So ein Käfer kann ein Jahr alt werden, mit Ausnahmen überwintert er sogar 2 mal. Wir lieben diese Käfer, Euer Klepf


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