Insekten, Amphibien und anderes Kleingetier

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Insekten, Amphibien und anderes Kleingetier, sowie Tiere in Haus und Garten: Mai 2019




 
 Mauerassel (porcellio asellus)
18. Mai 2019: Faszinierend sind diese kleinen Lebewesen. Mit Hilfe meines Forscherteams Edi und William konnten wir dank der Lupe sogar Fotos von diesem nur 2cm grossem Tier machen. In unserem Fall handelt es sich um die Mauerassel (porcellio asellus), welche wie eine Schildkröte ein wunderschönes Muster hat. Weltweit gibt es 8'000 verschieden Asselarten, wovon etwa 1'000 Arten zu den Landasseln gehören. Etwa 50 Arten sind in Europa verbreitet, darunter auch die Kellerassel (oniscus scader), die im Aussehen aber einen fast farblosen grauen Panzer vorweist. Asseln (Isopoda) gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Krebstieren.
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Asseln besitzen 7 Laufbeine und 7 Körperglieder, welche sie zu einer Kugel zusamenrollen können. Die Beine werden wellenartig auf und ab bewegt, und erlauben eine flinke Fortbewegung. So besitzen sie insgesamt 14 Schreitbeine und 12 Spaltfüsse. Vorne haben sie 2 Fühler. Ursprünglicher Lebensraum der Asseln ist das Meer. Die Landasseln haben im Laufe der Evulation das Wasser verlassen, aber die Kiemenatmung beibehalten. Die Kiemen sitzen an den hintern Beinpaaren. Diese sind aber soweit zurückgebildet, dass die Tiere im Wasser ertrinken würden. Trotzdem benötigen die Asseln feuchte Habitate. Meist sind sie unter Falllaub, unter Baumstrünken oder unter Steinen zu finden. Die Atmung erfolgt über die Tracheen (Tiere wie Tausendfüssler, Raupen, Krebse und Skorpione atmen nicht durch ihr Maul, sondern besitzen viele Atemlöcher an ihrem Körper), mit denen sie Sauerstoff aufnehmen.
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Bei Gefahr rollen sie sich zu Kugeln zusammen und bleiben bewegungslos liegen. Die Landasseln ernähren sich vorwiegend von abgestorbenen Pflanzenresten, morschen Holz, aber auch Aas. Für den Zersetungsprozess sind sie daher sehr hilfreich, deshalb sind sie im Komposthaufen zur Humusbildung unverzichtbar und nützlich. Gelegentlich werden aber im Keller gelagerte Kartoffeln und Äpfel durch Lochfrass angeknabbert. Tagsüber halten sie sich meist versteckt. Da sie auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind, bevorzugen sie dunkle, feuchte und modrige Stellen. Aktiv werden sie nachts, wenn die Temperaturen sinken und die Luftfeuchtigkeit steigt. In der kalten Jahreszeit verfällt die Assel in eine Winterstarre,
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Nach der Paarung werden die etwa 30 Eier vom Weibchen in einer mit Flüssigkeit gefüllter Brusttasche etwa 40-50 Tage, bevor die Jungen schlüpfen, ausgetragen. Nach etwa 3 Monaten sind sie ausgewachsen und geschlechtsreif. Während dieser Zeit durchlaufen die Jungtiere 14 Häutungen. Pro Jahr können vom Weibchen bis zu 3 Generationen ausgetragen werden. Die Lebenserartung liegt bei 2 Jahren. Fressfeinde sind hauptsächlich Igel, Kröten, Laubfrösche sowie Vögel. Euer Klepf.

 
Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)
11. Mai 2019: Man sieht sie, aber sie sind äussert schreckhaft. Meist begegnet man ihnen beim ausgiebigen Sonnenbaden. Kommt man näher, sind sie sehr flink und verschwinden in der schützenden Vegetation, sowie in Spalten oder Höhlen. Ein gutes Photo von diesen Tieren machen zu können, braucht viel Glück. Die Rede ist von den Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata), die zu den Reptilien gehören. Man unterscheidet zwei Spezien: den Westlichen (Lacerta bilineata) sowie den Östlichen (Lacerta viridis). Unterscheidungsmerkmal ist nur bei den Eidechsenbabys erkennbar. Die Östlichen sind braun, während bei den Westlichen die Kopfunterseite bereits grün gefärbt ist. Später sind sie nicht mehr zu unterscheiden, beide sind leuchtend grün mit schwarzen Punkten oder Streifen vom Kopf bis zur Schwanzspitze.
smaragdeidechse
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Die westlichen Smaragdeidechsen werden ausserdem etwas grösser und länger. Während die Östlichen von Kopf bis Schwanz gemessen bis zu 40cm lang werden, können die Westlichen um 2-4cm länger werden. Im Mai ist Paarungszeit, das wird auch der Grund sein, weshalb zwei von diesen Exemplaren bei einer wilden Verfolgungsjagd bei uns in Gugellandia versehentlich in eine leere Weinlesekiste gefallen sind und nicht mehr heraus kamen. Schlussendlich konnten beide dank Hilfe von Edi und dem mit Bärenkräften ausgestatteten William befreit werden.
smaragdeidechse
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Männchen und Weibchen lassen sich nicht immer unterscheiden. Bei unseren beiden Exemplaren ist aber gut erkennbar, dass es sich bei der braun gemusterten Eidechse um ein jüngeres Weibchen handelt. Jungtiere zeigen nämlich Brauntöne, während sie erst ab dem 4. - 5 Lebensjahr vollständig grün gefärbt sind. Die Smaragdeidechsen verbingen  eine sechsmonatige Überwinterung in frostfreien Erdhöhlen. Die Männchen sind ab März bereits unterwegs, die Weibchen im April, und die Jungtiere folgen im Mai. Ende August ist dann wieder Winterruhe angesagt. Mit dem zweiten Lebensjahr, nach der Häutung, werden diese Eidechsen geschlechtsreif. Die Männchen liefern sich untereinander  Rivalisierungkämpfe. Während der Fortpflanzungszeit wird die Kehle der Männchen leuchtend blau. Wenn sie ein Weibchen entdeckt haben, beissen sie in deren Schwanz, danach findet das Liebesspiel eng umschlungen mit etlichen Purzelbäumen statt. Ein Weibchen paart sich bei Gelegenheit mit mehreren Männchen.
smaragdeidechse
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Nach ungefähr drei bis sechs Wochen legen die Weibchen 6-23 Eier, die sie in selbst gegrabene Erdhöhlen  einbuddeln. Danach bewachen sie das Gelege oft noch einige Tage. Die Entwicklung der Eier dauert etwa 70-100 Tage. Die Schlüpflinge haben bereits eine Körperlänge von 8-10cm. Die Smaragdeidechsen sind tagaktive Tiere und machen ausgedehnte Sonnenbäder. Sie sind Insektenfresser, aber auch kleine Wirbeltiere wie Jungmäuse, sowie Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Sie selber gehören aber auch zum Beuteschema von Schlangen, Greifvögeln, Hühnern, Hauskatzen, Igeln, Füchsen und Mardern.
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Bei grosser Gefahr zieht die Eidechse ihre Ringmuskeln zusammen und wirft ihren Schwanz als Ablenkungsmanöver ab. Das schwanzige Nervensystem arbeitet danach bis zu 20 Minuten lang weiter, sodass das abgefallene Stück heftig zappelt und die Aufmerksamkeit von dem Angreifer auf sich lenkt. Allerdings kann die Eidechse diesen Überlebenstrick nur einmal anwenden, denn das wieder nachwachsende Schwanzstück bildet keine neuen Wirbel, sondern lediglich einen langen Knorpel. Die Lebenserwartung der Smaragdeidechsen liegt zwischen 10-12 Jahren. In Österreich, der Schweiz und in Deutschland stehen diese Tiere auf der roten Liste und sind stark gefährdet. Bei uns in Gugellandia aber trifft man meist an Wegrändern von Wald- und Wieslandschaft die schönsten Exemplare. Euer Klepf


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