Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Mai 2018





 
 Goldbrasse und Spaghetti vongole

Loredana will mich ärgern und hat mir so viele Äste in die Küche gebracht, dass wir fast keinen Platz zum Kochen mehr haben. Bei unseren Fischen handelt es sich um Goldbrassen, und weil man damit sehr wenig Arbeit hat, haben wir noch ein wenig Gemüse drumrum gemacht. Während Loredana die Fische putzt, kümmere ich mich um die Zucchini. Sie werden in Olivenöl und Knofi angebraten. 

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 Lori schneidet dem Fisch noch die Flossen ab, die Schwanzflosse lassen wir dran, damit man dann die Gräte in einem Schwupp entfernen kann. Die Wuwatis freuen sich schon.  Wir stopfen etwas Rosmarin und Knofi in die Öffnung, wo die Eingeweide drin waren. Zum Fisch gibt es noch ein paar Salzkartoffeln.

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Dann mache ich seitlich  je drei Schnitte in die Fische, und dann werden sie an einer Seite mit Mehl bestäubt. Das ist dann die Seite, die zuerst in die Pfanne kommt. Loredana schält die Kartoffeln und wir schneiden diese dann in Viertel und garen sie lediglich in etwas Salzwasser.

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Da so ein Fisch für ein ganzes Essen etwas wenig ist, mache ich noch ein Primo Piatto, das heisst etwas Pasta zur Vorspeise. Das geht ebenfalls ratzfatz. Die kleinen "Vongole" haben wir immer im Glas vorrätig, und die Spaghettini haben eine Kochzeit von nur 5 Minuten. Also keine Hexerei, nichtmal Zwiebeln schneiden. Die Goldbrasse kommt nun in die Pfanne, denn die Kartoffeln sind fast fertig.

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Die Zucchini legen wir in eine Platte und der Fisch kommt dann darüber. Da es bei uns nicht sehr oft Fisch gibt, - er ist hierzulande nicht besonders günstig - wird es jedesmal ein Festessen. Es hat super geschmeckt und die Wuwatis hatten an den Fischskeletten ihre Freude.

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Jetzt müssen wir Nachschub backen für Miezi's Tanzcafe.


 
 Sulzcake mit Spargel

Loredana pflückt ein paar Gänseblümchen für unseren Sulzcake. Spargeln kann man in verschiedenen Variationen essen, wir haben fast alles schon mal gemacht, deshalb verfrachten wir die grünen Stangen heute einfach mal in einen Sulzmantel. Zuerst müssen sie allerdings nach Grösse etwas sortiert werden und dann kommt Lori dran mit dem Messer. "Aaaaaab mit dem Kopf! Das kannst du doch so gut, hihihi." Und wir schneiden allen Spargeln die Köpfe ab.

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Jetzt werden die Stangen in wenig Salzwasser mit einer Prise Zucker gekocht und die Köpfe im Dampf darüber gleich mit. So hat man das perfekte Ergebnis: Beides gar und nicht verkocht. Ich habe Loredana schon einige Male gesagt, dass es mir nicht in den Kram passt, wenn sie immer so Gestrüpp in die Küche bringt, dass runterbröselt. Heute mutet es nämlich an, als hätte die Tante Haferflocken am Hut, aber es sind die Blüten vom Weissdorn, die runterregnen.

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Nachher haben wir alles in der Suppe, ich meine im Sulz! Da kommt übrigens nicht nur Wasser zum Pulver. Meist nehmen wir einen Teil Weisswein oder sogar Brandy. Man hätte sogar das Spargelwasser nehmen können, aber das benötigten wir noch für was anderes. Nun kommt der künstlerische Teil. Nämlich nach und nach die Sulz einfüllen, dann die Dekoration. Leider wollten die Gänseblümchen schon die Köpfe schliessen, wir mussten uns beeilen.

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Da natürlich anfangs alles wild umherschwimmt, muss es immer wieder zwischendurch gekühlt werden. Lagenweise Sulz, dann wieder Spargel, und so weiter. Ursprünglich wollten wir die Eier in die Mitte platzieren, dann hätten aber nicht mehr so viel Spargeln Platz gehabt, deswegen sind sie jetzt separat.

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Das Schwierigste am ganzen Unternehmen ist dann das Stürzen. Man muss das Ganze schon gut kühlen und dann sehr vorsichtig anfangs etwas am Rand lösen wie bei einem Pudding. Wenn der Sulzcake nicht runter kommen will, kann man mit einem erwärmten Tuch etwas nachhelfen. Meist aber benötigt man nur etwas Geduld, denn runter kommt ja bekanntlich immer alles. Dazu passen frische Brötchen und etwas Rohschinken.

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Mit den restlichen Spargeln haben wir noch Risotto gemacht. Nun wünschen wir allen eine schöne Spargelzeit und viel Spass in der Küche.

Ottilio und Loredana


 
 Quarkstrudel

Wir wagen uns oft an neue Rezepte heran, was ein gewisses Risiko mitbringt, wie sicher alle Köche wissen. Das heutige Abenteuer stammt von einem meiner österreichischen Kochbücher und ist ein süsser Hefeteig.  Man nehme 500g Mehl, 100 Gramm Zucker, 1 Teelöffel Salz, 3 Eier, 1 Paket Vanillezucker, Abrieb von 1 Zitrone und Hefe für ein Pfund Mehl. Die 100 Gramm Butter lösen wir in etwas warmer Milch und geben dann den Rest vom 1/4 Liter Milch dazu.

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Nun dürfen die Zutaten bei einem Hefeteig nicht zu kalt und nicht zu warm sein. Allerdings mussten wir dann doch eine Weile kneten, weil der Teig ziemlich klebrig war. Aber das hängt oft mit der Luftfeuchtigkeit zusammen, manchmal benötigt man mehr Mehl, manchmal weniger.  Der fertige Teig muss dann eine Stunde ruhen, dazu bringen wir ihn in ein an der Sonne stehendes Fahrzeug.

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Jetzt können wir uns überlegen, wie wir die Füllung machen wollen. Lori muss den Rum für ihre Rosinen etwas verdünnen, sonst schmecken die Weinbeeren nachher nach Spiritus. Lori hat ein paar Nussknacker organisiert, die für uns Mandeln knacken. Dann haben wir noch etwas Quark gefunden, den wir mit Löwenzahnhonig und einigen Keksbröseln vermischen.

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Dann sind wir ja glücklicherweise doch noch zu ein paar geknackten Mandeln gekommen, und die Lori hat dann in mühevoller Kleinarbeit die Nüsse mit dem Wiegemesser zerkleinert, während ich schon mal den ersten Strudel flach rolle.

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Die Füllung schmeckt ganz lecker und wir können sie am Teig verteilen. Dann wird der Strudel eingerollt. Ich hatte dann die Idee, man könnte damit Schnecken machen, denn es hat ja noch die zweite Hälfte Teig. Der wird später ebenfalls gefüllt und eingerollt und bei 180 Grad gebacken.

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Zu guter Letzt wird das Gebäck noch mit einer Zitronen-Puderzucker-Glasur bepinselt. Und dann heisst es Vorsicht, dass keine Ameise von dem Strudel und den Schnecken hört oder riecht, sonst ist er geliefert. Die Rundreiseteilnehmer und ihre Leiter haben dann alles ratzeputz weggefuttert. 

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Jetzt gehen wir Spargeln besorgen. Herzliche Grüsse und viel Spass in der Küche.

Otti und Lori

 
 Gerstensuppe - Erdbeertorte

Liebe Freunde, heute kochen wir mal wetterbedingt eine Gerstensuppe. Wenn der Himmel wolkenverhangen ist und es so richtig nach Landregen riecht, muss man nur eine Gerstensuppe kochen, und schon ist die Sonne wieder da. Ich werde gleichzeitig eine Erdbeertorte hinfegen, denn das ist natürlich ein Klacks für mich. 6 Eier trennen, 150 Gramm Zucker und Vanille in die Eigelbe rühren und schon ist das halbe Werk getan, während sich Loredana noch mit dem knallharten Sellerie abmüht.

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"Kannst du dein Geschnippsel kurz unterbrechen und mir den Stecker vom Miximix einschalten? Das wäre nett." Ich habe mir vorgestellt, dass wenn sie das Gerät vorher eingeschaltet hätte, sie wahrscheinlich wie mit Propellerantrieb durch die Küche gebrummt wäre. Hihi. Aber dann habe ich meinen Eischnee geschlagen, und nacher erst gehe ich mit dem Mixer ins Eigelb mit dem Zucker, so muss ich die Quirle nicht zwischendurch abwaschen, clever, gell? Dann gebe ich nicht das Eiweiss zum Eigelb wie in der Kochschule, sondern umgekehrt, und dann siebe ich  noch die 150 g Mehl drüber.

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Die ganze Masse wird dann vorsichtig verrührt. Die eine Hälfte streiche ich in eine grosse Tortenform, die andere kommt noch in den Kühlschrank bis die Form wieder frei ist. Im 200 Grad erhitzen Ofen geht es nicht lang und der Tortenboden ist schön fluffig, leicht bräunlich. Etwa zwölf Minuten. Wer sich übrigens fragt, warum bei uns so viele Linsensäcke herumstehen, das ist nicht, weil wir so viel Linsen essen, sondern weil sie bequem sind zum Sitzen und befestigen von Küchenutensilien.

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Und siehe da, Lori ist immernoch am Schnippeln. "Was? Jetzt bist du erst bei den Karotten?" Vor der Küchentür hört man schon das Prasseln vom Regen. Es ist das erste richtige Gewitter in Gugellandia, und wir sind zwischendurch vor die Tür gegangen und haben dem Treiben zugeguckt. Karotten kleinschneiden kann manchmal schon eine Mühsal sein, ich gebe sie normalerweise ganz in den Topf und hole sie dann später wieder zum kleiner machen, wenn sie etwas weicher sind. Hihi. 

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Lori's Gerstensuppe ist schnell gemacht. Sie wirft einfach Karotten, Sellerie und Zwiebel mit Speck in die Pfanne. Dann kippt sie die Gerste drüber und wenn es spratzelt, löscht sie mit Brühe und Wasser ab. Dann wird gut gepfeffert und alles langsam gekocht. Schön ist es, wenn noch braune Bohnen mitschwimmen und ein paar tolle Würste. In unserem Fall wussten wir nicht, was es für Würste sind, aber das ist ja wurscht. Im Nachhinein haben wir erfahren, es wären Würste vom Wildschwein.

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Während in der Natur schon wieder die Vögel zwitschern und die Sonne lacht, kommen wir mit unserem Geköche in die Zielgerade. Ich gebe zu, ich bin nicht sehr freundlich mit dem Teigschaber und der Sahnemasse umgegangen, aber ich bin ja schliesslich nur ein kleiner Kater und kein Gewichtheber und musste gleichzeitig mit Lori's Suppe fertig sein. 

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Der kleine Trick bei der Torte ist, dass es sich nicht um Schlagsahne handelt sondern um ein Produkt, das die meisten Bäckereien benutzen. Hierzulande heisst es Dolceneve und wird mit kalter Milch geschlagen.  Und nun, los, Schöpfen!


 

Torten-Wettbewerb

Heute haben wir Besuch von einem gigantischen Hasen bekommen. Wie man weiss, ist ja in Gugellandia das ganze Jahr Ostern. Er hat gefragt, wann denn nun der diesjährige Kochwettbewerb losginge, und gleich den Vorschlag gemacht, wir sollen doch zu einem Tortenwettbewerb einladen. Das ist etwas leichter zu bewerten, als wenn verschiedene Gerichte gekocht werden. Und man kann die fertigen Torten im Internet zur Abstimmung geben.

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Um eine Torte zu backen benötigt man gar nicht so viel Zeit. Wir machen heute eine ohne Backofen. Die Zutaten bestehen nur damit: Mascarpone, Sahne,  200 Gramm Kekse, etwa 75 Gramm Butter, 80 Gramm Zucker und Gelatine und etwas Lust und Fantasie. Da bei uns ja niemand mehr einen Keks anlagt, weil keiner das erleben will, was Alice im Wunderland passiert ist, haben wir genügend davon. Die werfen wir nun in einen Gefrierbeutel und zerbröseln alles mit dem Nudelwalker.

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Die Butter lässt man schmelzen und gibt sie dann zum Gebrösel, das man in einer Tortenform zu einem Teigboden zusammenquetscht. Dann geht die Angelegenheit in den Kühlschrank, damit die Butter die Keksbrösel schön kompakt verbinden kann. Unser Zweitkühlschrank befindet sich in einiger Entfernung, Loredana muss also mit dem Tortenboden eine gefährliche Wegstrecke durchqueren, überall hat es Wuwatis.

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Während der Boden fest wird, machen wir die Füllung. Da eignet sich besonders gut Mascarpone oder, wie man so schön sagt Frischkäse, dann geben wir noch Zucker und Zitrone dazu, Sahne und Gewürze nach Belieben. In unserem Falle war wiedermal nichts da, so haben wir in der Natur gepflückt und Zitronenmelisse genommen. Die Erdbeeren sind leider noch nicht reif.

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Das Ganze ist jetzt zwar eine schöne Creme, aber etwas zu wenig voluminös für die Torte. Deshalb kommt jetzt die Gelatine ins Spiel. Die wird in kaltem Wasser 10 Minuten eingeweicht und dann gut gequetscht und in einem halben Liter Flüssigkeit wieder erwärmt. Die Flüssigkeit kann alles Mögliche sein, Saft, Wasser, Wein, hi hi, es darf nur nicht kochen, sonst ist die Wirkung der Gelatine flöten. Sobald sie sich ganz gelöst hat, gibt man alles mutig in die Creme.

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Der Keksboden ist in der Zwischenzeit fest geworden und wir können getrost unsere Füllung darüberleeren. Sogar unsere defekte Springform hat das bravourös geschafft. Dann geht es wieder Richtung Kühlschrank und der Backofen kann für einmal Sonntag machen. Allerdings ist zu beachten, dass keine Wuwatis im Kühlschrank sind. Man sollte die Torte schon lange genug kühlen, damit sie richtig fest wird. Und dann darf man dekorieren.

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Für die Teilnahme am Wettbewerb sind mindestens vier Fotos und einige Angaben zum Inhalt erwünscht. Ihr habt einen ganzen Monat Zeit. Der Sieger bekommt das Glöckchen vom Goldhasen. Na, wenn das nichts ist? Torten backen ist sicher einfacher als Flugzeuge konsturieren! Wir wünschen viel Spass in der Küche und in der blühenden Natur.

Loredana und Ottilio


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