Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
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Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Juni 2018





 
 Streichleberwurst

"Aaaahaaa, die Rosine. Du kommst für Loredana, habe ich recht? Unsere feine Tante ist wahrscheinlich wieder an einer Filmpreisverleihung oder bei Dreharbeiten und lässt mich in der Küche hängen. Nein, das ist kein Filetstück, das ist nur der Rest von Leber, den ich gerade beim Metzger noch erworben habe. Aber es ist nicht schlimm, denn wir machen nur Streichleberwurst damit. Holst du mir ein paar Lorbeerblätter? Weisst du, was das ist, Rosi?" 

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Nachdem wir ja inzwischen wissen, dass der Supermarkt in Aqui keine Streichleberwurst mehr im Sortiment hat, müssen wir eben selber welche machen. Dazu benötigen wir also für den Anfang Leber- und Speckwürfel. Die werden schön angebraten und mit einem Glas Weisswein abgelöscht. Dann kommen die Zwiebeln, Knofi und Gewürze in die Pfanne.

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Später mischen wir alles mit Petersilie und Pfeffer zusammen. Mit Salz muss man vorsichtig sein, der Speck ist schon meistens recht salzig. Petersilie gibt dem ganzen einen grünen Gesundheitsaspekt und schmeckt gut. Aber nun kommt unser eigentliches Problem. Von der Leberterrine, die wir zu Weihnachten gemacht haben, können wir nur bis hierhin abgucken. Bei der Konsistenz von einer Streichleberwurst hat man eben schon gewisse andere Vorstellungen.

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Rosine will alles schön vermusen, sagt sie. Ich bin ja zufrieden mit meiner neuen Küchenfee, aber die Lori kann man eben viel besser ärgern. Schliesslich stehen wir vor dem allesumfassenden Problem. Wie kriegen wir aus diesem Lebermus eine Streichwurst?  Mit Gelatine wird es einfach nur dick, aber nicht streichfähig. Es bleibt nur eins.
Butter.

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Tatsächlich. Nun weiss ich wenigstens, was so in einer Streichwurst drin ist. Nuuur Fett. Aber gerade deswegen ist sie ja so wunderbar fein. Fett ist Geschmacksträger Nummer eins und die Gewürze kommen nun so richtig gut zur Geltung. "Trüffel fehlt noch." findet Rosine. Aber wir geben statt dessen noch einen guten Schuss Brandy dazu. Das macht Loredana immer. 

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Und schon haben wir Streichleberwurst gemacht. Wir rollen sie noch mit Küchenpapier zu Würsten und geben sie in den Kühlschrank bis zum grossen Sonntagssbüffet.

Liebe Grüsse von Ottilio und Rosine.


 
 Amarena-Kirschen

"Was haben wir denn letztes Jahr mit den vielen Kirschen gemacht? Jedes Jahr ist es das selbe Problem. Der Baum ist vollbeladen mit wohlschmeckenden, schwarzen Kirschen, aber sie sind nicht sehr lange haltbar. Da heisst es jeweils zuschlagen. Man kann sich die Äste gleich mit in die Küche nehmen, und dort weiterpflücken, denn was wir heute machen, ist das beste vom Besten. Wir machen Amarena-Kirschen.

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Wer sie kennt, weiss, dass die so nicht am Ast wachsen. Dieser Amaretti-Geschmack kommt von wo anders. Wir geben nun für eine Ladung Kirschen fast das gleiche Gewicht an Zucker dazu. Von nichts kommt ja nichts. Dann etwas Vanille-Aroma und zwei Tropfen Bittermandelextrakt. Ich habe mit der Pfote einfach zweimal kräftig geschüttelt und da sind vielleicht sogar mehr als zwei Tropfen gekommen.

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Ich bin bisher kein Freund von diesem Amarozeug gewesen, aber nachdem ich nun unsere Kirschen, die wir mit dem Zucker und den Gewürzen (Vanille, Bittermandelaroma, 3 EL Zitronensaft) noch gekocht haben, bis der Zucker schön geschmolzen ist, bin ich ebenfalls hin und weg von diesem Geschmackserlebnis.

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Es hat allerdings nur für zwei Gläser gereicht. Und mit dem Rest wollen wir nun noch den Nachtisch für Sonntag machen. "Hast du schon eine Idee, Lori?" Da kommt das Nilpferd angeprescht und schwingt ihr Diebesbekämpfungswerkzeug herum. Dann macht sie sich erfolgreich ans Werk und schon bald haben wir mit etwas Butter den Tortenboden. (siehe Link)

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Und was kommt in die Füllung? Wir hatten noch Yoghurt und Frischkäse, aber man kann natürlich alles mit etwas Gelatine vermischen, damit es eine tortenähnliche Konsistenz ergibt. Uns geht es heute nur um das Amarena-Aroma. Und davon geben wir kräftig dazu, wir müssen sogar eines unserer Einmachgläser schon öffnen.

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Dann wird das ganze verziert und in die Kühle gestellt. Das kreative Nilpferd ist uns noch etwas an die Nerven gegangen, als sie mit dem Fahrrad durch die Küche geprescht ist. Aber schliesslich hat sie ja ebenfalls ihren Beitrag geleistet. Jetzt, nachdem das Geheimnis um die Amarenakirschen keines mehr ist, werden wir es dann mit den roten ebenfalls versuchen.

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Wir wünschen eine schöne Kirschenzeit und - nicht zu viele Steine essen. Hi hi hi.  Viel Spass in der Küche.

Ottilio und Loredana


 

Täublinge in der Pilzsauce 

Wir haben letztes Jahr vergebens die Pilze herbeigesehnt, deswegen sind wir diesmal so richtig glücklich, wieder mit dem Körbchen in den Wald zu spazieren und Pilze zu sammeln. Es gibt schon ab März Pilze im Wald zu finden, Märzschnecklinge, und später im Mai, den Maipilz. Und jetzt ist Juni und wir erwarten eigentlich die Pfifferlinge. Und was finden wir? Täublinge und Röhrlinge!  Hervorragende Speisepilze, wir sind begeistert.

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Während man die meisten Pilze nur etwas mit einer sanften Bürste vom Waldboden befreit, muss man die Täublinge meistens doch waschen, weil das Laub am Hut festklebt. Wenn jetzt so ein Täubling gewaschen ist, sieht er fast wieder wie ein Giftpilz drein, das könnte zum Problem werden, falls Leute in der Küche erscheinen, die etwas skeptisch sind. Zum Glück ist kein Schnorbert gekommen und wir können fröhlich weiterkochen.

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Die Röhrlinge, die wir gefunden haben, sind etwas verwurmt. Man kann sie nun trocknen, dann fallen die Maden weg wie Brösel, oder man kann sie ebenso in die Panne werfen, es tut dem Gericht wenig Abbruch. Aber es ist Geschmacksache, Loredana hat es nicht so mit Kleintieren. Jetzt benötigen wir nur noch etwas Butter, gehackte Zwiebel, Petersilie, Salz und Pfeffer.

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Zum Ablöschen nehme ich normalerweise etwas Weisswein. Aber da hier in Gugellandia alle möglichen Pilzsorten durch die Küche kommen, muss ich mit den Weinzugaben etwas Acht geben. Ein guter Ersatz ist etwas Zitronensaft. Die Pilze sollen brutzeln, aber nicht zerfallen, das ist nicht immer einfach, da man sie ja in verschiedenen Reifestadien gepflückt hat.  Aber nur schon der Duft sollte für alles entlohnen.

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"Weisst du was, Lori, wir hatten schon lange keinen Besuch mehr in der Küche." Sie findet es besser so, denn man tritt sich nur die ganze Zeit an die Füsse, und die meisten wollen nur Rad fahren. Aber jetzt kommt ja dann bald der Tortenwettbewerb. "Wieviele Anmeldungen sind denn schon eingegangen?"  Also jetzt denken wir zuerst an unsere Pilze und nicht an die Torten. 

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Bavette sind ganz schmale Nudeln, fast wie Spaghetti oder Linguine. Ich denke, die Italiener schreiben einfach verschiedene Fantasienamen an jedes Pasta-Paket, denn sie sind sehr stolz wegen der Vielfalt. Dabei ist es immer nur Mehl und Wasser, aber ich will ja nicht lästern. Zu den Pilzen passen sie in jedem Fall vorzüglich. Man kann das Pilzragout natürlich zu allem servieren. Man muss einfach nur einen vollen Korb mit Täublingen haben.

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Wir wünschen eine schöne Woche und viel Spass in der Küche.

Otti und Lori



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