Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
Jahr
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat

Rezepte im Oktober 2018





 
 Flammkuchen

Manchmal macht man sich ganz falsche Vorstellungen von gewissen Rezepten. Wir waren wegen diesem Rezeptfetzen von der Sammlung meines Grossvaters der Meinung, Flammkuchen hätte etwas mit Steinpilzen zu tun. Deshalb wollten wir heute nach erfolgreicher Suche im Wald, später im Kochstudio Flammkuchen mit Steinpilzen machen. Aber wie es eben so ist, als wir das Rezept gelesen haben... sind wir gar nicht mehr erst suchen gegangen.

flamm1
flamm2
flamm3
flamm4

"Das ziehen wir jetzt durch" habe ich zur Lori gesagt und wir haben den Teig fast nach Vorschrift gemacht, aber ein bisschen mehr gugelländisch, wie wir normalerweise unseren Pizzateig machen. Meine Tante ist in gewissen Dingen unmöglich. Immer, wenn wir gemeinsam kochen, hat es so einen störenden Blumenbesen hinter über oder neben uns und stets fliegt das Zeug ins Essen. Heute war es besonders schlimm und ich hatte schon das Ahnenbild in Verdacht.

flamm5
flamm6
flamm7
flamm8

Der Teig muss eine Stunde etwa ruhen, da haben wir genügend Zeit, unseren Zwiebelschneidewettkampf zu bestreiten. Gewisse Ungereimtheiten sind in den Fotos vielleicht zu erkennen. Von fünf ungeschälten Zwiebeln werden 6 Geschälte. Und wie viele davon dann durch wen zu Ringen verarbeitet wurden, wissen wir selber nicht mehr. Es war der reinste Ring-Kampf.

flamm9
flamm10
flamm11
flamm12

Flammkuchen ist eine elsässische Spezialität und ist eigentlich eine Pizza mit Zwiebel und Speck. Anstelle einer Tomatengrundierung wie bei der italienischen Pizza wird Sahne oder Creme freche verwendet. Wir haben uns mehr oder weniger an das Rezept gehalten, mussten aber mit Mascarpone vorlieb nehmen. Das ist ebenfalls sehr schmackhaft, und wo gute Zutaten sind, kann ja nur Gutes entstehen.

flamm13
flamm14
flamm15
flamm16

Die Zwiebeln und der Speck werden angebraten und mit etwas Sahne gebunden. Wir mussten dabei an den Steinpilz denken, den wir nicht drin haben, der würde geschmacklich wahrscheinlich einen schweren Kampf haben. Aber, da wir es noch nicht probiert haben, können wir nicht sagen, ob es nicht vielleicht doch eine kulinarische Sensation gewesen wäre. 

flamm17
flamm18
flamm19
flamm20

Jetzt wird alles am Teig schön drappiert und verstrichen. Dann kommt uns die Idee, wir könnten zu Ehren des Flammkuchens ein kleines Flamm-Kämpfchen veranstalten und wir gucken mal, welches unserer Feuerzeuge die grössere Flamme hinkriegt. Ein bisschen Spass muss sein, in der Küche, ha ha, und wenn das, was wir gekocht haben, wirklich ein Flammkuchen ist, wollen wir ihn gebührend essen. Mampf, mampf.

flamm21
flamm22
flamm23
flamm24

Wir wünschen allen wackeren Köchen und fleissigen Essern eine schöne Zeit.

Ottilio und Loredana


 
Kaiserschmarrn, gugelländisch

Wenn man mich fragt, warum ich heute mit den Stiefeln auf dem Berg von Bratpfannen herumstapfe, muss ich gestehen, dass keine einzige perfekt ist und ich dringend nach einer neuen Bratpfanne gebeten habe. Die meisten sind zerkratzt und verbeult und man benötigt viel Fett, damit nichts anbrennt. Zufällig hat uns jemand eine Garnitur Pfannen geschenkt, die wir nach eingehender Prüfung wohl aufs Wartegleis stellen müssen. Es handelt sich um Induktionspfannen, was immer auch das sein mag, auf dem Gasherd geht das nicht. Da legen wir lieber ein paar Rosinen in Rum ein, gell, Lori.

kai1
kai2
kai3
kai4

Wir haben beschlossen, einen Kaiserschmarrn zu brutzeln, obwohl die Gefahr besteht, dass er uns anbrennt.
Jetzt ist der Kaiserschmarrn ja eine heilige österreichische Nationalspeise, die natürlich nur die österreichischen Köche beherrschen. Wir machen es nun napoletanisch, die Lori kann das nämlich ebensogut, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese Speise nur entstanden ist, weil mal ein ideenreicher Koch dem Kaiser ein Eieromlett machen wollte, es ihm zerfallen ist, so dass er dafür einen neuen Namen erfand.

kai5
kai6
kai7
kai8

Die Eier müssen frisch sein, wir nehmen vier davon, es könnten zwar ebensogut fünf kleine gewesen sein, trennen sie in Eidotter und Eiweiss, dann Zucker, etwa 30 Gramm, Vanillezucker und Milch, 375 Zentiliter und Mehl 125 Gramm. Was wir infolge unserer Pfannennot zusätzlich gemacht haben, ist, geschmolzene Butter in den Teig einarbeiten. 

kai9
kai10
kai11
kai12

Jetzt muss man das Ganze nur noch klümpchenfrei zusammenrühren und dann das steif geschlagene Eiweiss darunterziehen. Die Rosinen abtropfen lassen und ebenfalls unter den Teig mischen. Soweit ist das alles keine Hexerei und wir sind schon gespannt, wie unser Eieromlett werden wird.

kai13
kai14
kai15
kai16

Die Masse reicht etwa für zwei Portionen, rechnen wir. Also kommt die Hälfte in unsere beste Pfanne, die wir zuvor schon mit reichlich Butter eingeseift haben. Sicher ist sicher. Dann wird das ganze gebacken, bis sich die Ränder bräunlich färben und dann wirft man das Omlett in die Luft und fängt es umgedreht wieder mit der Pfanne.

kai17
kai18
kai19
kai20

Damit es nun ein Schmarrn wird, überlässt man es nicht dem Esser alles zu zerschneiden, sondern pflückt selbst schon mit dem Bratschieber in der Pfanne rum und teilt alles in schöne Stücke, die nun noch etwas weiter gebraten werden. Dann sofort ab in den Teller, Puderzucker drüber und das selbstgemachte Zwetschgenkompott dazu. Fertig. 

Zugegeben, schmeckt sehr österreichisch.

kai21
kai22
kai23
kai24

Wir wünschen allen guten Mut zu neuen, fröhlichen Küchenexperimenten und viel Spass beim Essen.

Ottilio und Loredana



!-- Start AFS Analytics - Web Analytics 7.0 -->
Geh zur Legende
Zurück zur Titelseite (Home)