Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im November 2019





 
 Reizker mit Kürbis-Kartoffel-Gratin

Loredana frohlockt, sie hat im Wald Reizker gefunden. Das ist ein sehr schmackhafter Speisepilz, den kennt man gut an der Farbe und dem roten Saft. Als ich in die Küche komme, verdirbt sie mir aber sofort mit ihrer Wehklagerei die gute Stimmung. Da müsse man ja jetzt noch wochenlang Kürbis essen, hat sie geschimpft und für Grünling erstmal alle Kerne gesammelt.

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Und warum ist das schlimm? Sie meint, wir hätten schon alle Rezepte mit Kürbis gemacht, es gäbe nichts Neues mehr. Das wollen wir doch erst einmal sehen. Wir machen heute ein gemischtes Gratin, mit Kürbis und Kartoffeln. Das ist der absolute Renner, denn man benötigt so gut wie nichts dazu, nur ein bisschen Thymian. Den habe ich schon mitgebracht. Selber gepflückt, im Nebel!! Wir streichen zwei Formen dick mit Butter ein und raffeln Kürbis und Kartoffeln direkt darüber.

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Damit wir zwei identische Gratins bekommen, teilen wir uns sowohl den Kürbis wie die Kartoffeln, dann kommt das Wichtigste, nämlich der "magische Guss". Da das ein Rezept von meinem Urgrossvater ist, können wir es ja nach Belieben ändern. Er nahm nämlich nur Milch, Salz, Knofi und Thymian. Wir geben nun noch grosszügig Sahne dazu, weil der Kürbis eine besondere Behandlung verdient hat. Man muss den magischen Guss gut abschmecken, und nicht zu knapp anmachen, denn die Kartoffel- und Kürbisscheiben müssen vollständig bedeckt werden.

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Wie viele Knofi-Zehen die Tante in den magischen Guss hineingequetscht hat, habe ich nicht gesehen, aber als ich probiert habe, fand ich's klasse. Der Thymian kommt von ziemlich verholzten Büschen und hat deshalb ein sensationelles Aroma.  Wir giessen jetzt alles drüber und müssen noch etwas mehr machen, weil nicht alle Schnippsel untermilch sind. Dann kommt das Gratin in den heissen Ofen.

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Die Reizker machen wir normalerweise nicht mit den anderen Pilzen zusammen und nehmen dazu sogar Rotwein zum Ablöschen. Aber heute, weil es nicht allzuviele sind, nehmen wir alle in einen Topf und braten sie mit etwas Zwiebeln und Petersilie.  Unser Gratin müssen wir alle zehn Minuten im Ofen umplatzieren, weil der Platz knapp ist, so ist immer eines oben und das andere unten.  Die ganze Menge in einer grösseren Form zu machen, würde das Ergebnis beeinträchtigen, hat mein Urgrossvater gesagt.

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Als die Pilze bereit sind, ist das Gratin noch nicht ganz fertig. Also nochmals eine Runde um den Kochherd hüpfen und Walzer tanzen.  Wir haben nämlich immer Musik in der Küche. Aber dann ist alles zu unserer Zufriedenheit essbereit und Lori kann das Essenglöcklein bimmeln lassen. Wir wünschen guten Appetit.

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Für nächste Woche hat sich wieder ein Gehilfe angemeldet.


 

Garnelen-Spiesse und Kürbissuppe

Wir sind zwar immernoch etwas halloweenisch eingestellt, aber das Tohuwabohu, was heute wieder in der Küche herrscht, ist nicht mehr zu toppen. Gleich zu dritt kommen die Meeresbewohner angekrabbelt und wollen uns beim Schälen der Garnelen helfen.  Das ist normalerweise ein Job, der niemand gerne macht. Ha ha. Lori zeigt gleich mal, wie's geht. "Kopf ab, Panzer weg und Darm entfernen, ganz leicht, seht ihr?"

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"Ein guter Koch muss das können." sage ich noch und schon sind alle fleissig bei der Arbeit. Dann kann ich mich ja der Kürbissuppe widmen. Die ist bei uns immer sehr alkohollastig, denn es kommen nicht nur 2dl Weisswein, sondern sogar noch 2 dl Martini hinein. Nachdem ich die zwei Sachen abgemessen habe, sage ich Hummi, der Krabbe, sie soll den Pegel der Flasche im Blick behalten. Man kann ja nie wiessen. Dann schneiden wir ein Kilo Kürbis ab.

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Da es sich um einen Hokkaido-Kürbis handelt, kann man die Schale mitverwenden. Die grünen Kürbisse haben zwar das schönere Fleisch, aber sie sind furchtbar zum Schälen. Übrigens muss ich noch vorstellen. Die Schildkröte bekam den Namen Oliver, weil wir in Gugellandia gerade den Oliver Twist spielen. Der blaue Krake heisst Polli. Er wollte sich nicht so recht seine vielen Finger dreckig machen und glänzte nur mit dummen Sprüchen.

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Im allgemeinen herrschte wieder mal das übliche Rämmidämmi in meinem Kochstudio. Viele Köche verderben den Brei, sagt man, aber wir machen ja keinen Brei sondern eine Suppe. Das Wuwati hat dann noch glücklich an den geköpften Garnelen rumgeschleckt, die Lori vor die Küchentür geworfen hat.  Oliver hat also den Kürbis in Stücke geschnitten und Lori und ich rätseln, ob es sich bei den Brühwürfeln um Gemüse- oder Fleischbouillon handelt. Irgendjemand hat die Schachtel gemoppst.

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"Wie viele Zehen sollen wir nehmen?" Die Garnelen benötigen schon etwas Knofi, in unserer Suppe sind nur Zwiebeln drin. Von denen haben wir kein Foto gemacht, man weiss ja inzwischen wie diese geschnitten werden. Aber das Currypulver, das ebenfalls in die Suppe kommt, muss bereits mit den Zwiebeln angeröstet werden. Dann giesst man die Brühe drüber und lässt den Kürbis weichkochen. Die marinierten Garnelen werden nun im Mehl gewälzt und dann gebacken.

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Wenn die Suppe püriert ist, kommt der Wein und der Martini hinein, dann noch Sahne nach Belieben, Ingwer, Pfeffer, was man geschmacklich noch so mag. Sie wird dann nur nochmals heiss gemacht und nicht mehr gekocht. Beim Essen könnte einem dann sowieso ziemlich heiss werden. Hi hi hi. Die Garnelenspiesse kabbert man dazu. Das ganze ist eine kleine Hexerei und wir haben viel Spass gehabt.

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Viel Vergnügen bei allen Taten in der Küche wünschen Hummi, Oliver und Polli, Loredana und Ottilio.


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