Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Juni 2020





 
 Aprikosen-Wähe
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Lori hat bereits einen Hefeteig vorbereitet, der müsste eigentlich für zwei Bleche reichen. "Was willst du denn mit dem Backpulver, das ist doch ein Hefeteig?" Aber Lori macht sich nicht um den Teig Gedanken, sondern sie ärgert sich über die Ameisen, die plötzlich überall herumkrabbeln. Mit Backpulver kann man sie fernhalten. Ich halte mehr von der Zerquetschtechnik, bei mir kommt keine Ameise lebend vom Küchentisch. Um den Boden etwas zu verdicken, machen wir eine Lage geröstete Semmelbrösel. Weil wir nur 60 g Zucker im Teig haben, geben wir jetzt noch etwas davon in die Grundierung.
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Jetzt werden die Früchte halbiert, entsteint und gedrittelt, dann in Reih und Glied in denTeig gesetzt. "Was, ist immer noch kein Vanillezucker da? Ach so, es war in der Zwischenzeit niemand Einkäufe tätigen?" Na, zum Glück haben wir noch immer von Ingolf's Sossenpackungen einige mit Vanillegeschmack. Wir rühren das Pulver einfach in die kalte Milch und geben zwei Eier dazu. "Das ist zu wenig. Hol' noch ein Paket davon!"
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Meine Grossmutter hat früher oft, wenn ich sie besuchen ging, Aprikosenwähe gemacht. Die hat sie dann zum Abkühlen ans offene Fenster gestellt und ich habe sie immer schon von weit her gerochen. Und einmal ist die ganze Wähe über das Sims vom Fenster in die Tiefe gerutscht und hat unten fast den Grossvater getroffen. Ha, ha, zum Glück hat sie immer mehrere Bleche gebacken. "Du meinst, jetzt ist es zu viel Guss? Ach, Schleck, es kann doch gar nie zu viel Guss sein!"
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"Das war nicht zu viel Guss, es ist nur zu wenig Teig."  Die Aprikosen kommen schon zehn Minuten vorher in den Ofen, dann geben wir erst den Guss drüber (und daneben, ha ha). Zum Schluss kommt noch der Puderzucker, und wenn das ganze abgekühlt ist, kann man noch mit Sprühsahne die Schleckmäuler erfreuen.
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Wir wünschen allen viel Spass in der Küche und gutes Gelingen. 

Ottilio und Loredana

 
 Eierschwammerlgulasch mit Kartoffelknödel

Seit die Eierschwamm-Zeit angebrochen ist, sieht man Lori öfter durch den Wald huschen. Sie hat mit Riccio zusammen  schöne Pfifferlinge gesammelt und mir schon fertig gerüstet präsentiert. Da konnte ich natürlich nichts gegen einen neuen Praktikanten einwenden. Er scheint sogar ein gelehriger Schüler zu sein. Zuerst gucken wir mal, wieviele Kilo es sind. Immerhin bringen wir netto 700 Gramm in die Waagschüssel. Das reicht für ein Abendessen.

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Alle Lehrlinge müssen zuerst einmal richtig Zwiebeln schneiden können. Lori macht mit dem kleinen Igel gleich mal einen Übungskurs. Das ist mir nur recht, dann kann ich in Ruhe überlegen, was wir zu den Pilzen als Beilage machen sollen.

"Schau Riccio, so schneidet man Zwiebeln klein. Zuerst längs bis fast zum Strunk einschneiden, nicht ganz durch, sonst fallen sie auseinander, dann quer zweimal durch, siehst du? Und nicht in die Finger säbeln." Anschliessend kannst du quer zum Strunk senkrecht nach unten schneiden und hast feinste klein geschnittene Zwiebeln, ganz einfach, gell ja."
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Während die zwei Zwiebelschneiden üben, habe ich mir überlegt, was wir dazu machen. Kartoffelknödel könnten gut passen. Man kann sie einfach so dazu essen, oder aber man könnte sie ebenfalls mit Eierschwämmen füllen. Die Idee ist gut, wir machen uns ans Werk. Die Pfifferlinge werden, weil sie teilweise sehr gross sind, in mundgerechte Stücke geschnitten und dann in drei Portionen mit den Zwiebeln angebraten.

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Abgelöscht habe ich abwechslungsweise mit Wein und Zitronensaft. Gewürzt mit Salz und Paprikapulver lasse ich die Pilze fünf Minuten köcheln, dann giesse ich die Flüssigkeit ab. Diese wird nun mit etwas Mehl und Sahne zu einer sämigen Sosse verkocht. Später kommen die Pilze wieder dazu. Ach ja, ganz wichtig ist die Petersilie! Sie ist nicht nur optisch unentbehrlich. Unser Praktikant ist fleissig bei der Arbeit. Wir überlegen, ob 500 g Kartoffeln reichen oder ob wir mehr machen sollen.

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Der Teig für die Kartoffelknödel ist ganz schnell gemacht. Wir kochen 500 g Salzkartoffeln, dann darf Riccio mit dem Kartoffelstampfer handwerken. Ich rühre noch 100 g Speisestärke, 1 Esslöffel Butter und ein Eigelb dazu. Noch etwas Salz und Muskatnuss und schon kann man Knödel formen. Da Kartoffelknödel in erster Linie nach Kartoffeln schmecken, ist es natürlich lecker, wenn man in den Knödeln noch eine kulinarische Überraschung findet.

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Allerdings wenn wir schon Eierschwämme dazu machen, ist es nicht passend, noch Eierschwämme in die Knödel zu tun.  Gibt natürlich grad mehr Arbeit, deshalb belassen wir es heute bei den Kartoffelknödeln, die wir zum Schluss noch etwas in Butter und Petersilie schwenken. Loredana erklärt nun dem Igel, dass die Klösse bzw. Knödel ins leicht kochende Wasser gelegt werden und fertig sind, wenn sie hochkommen. Riccio ist wirklich ein sehr begabter Kochlehrling und wir haben ihm versprochen, dass er wieder einmal helfen darf.

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So, das wäre unser heutiges Abendessen. Die Knödel sind schön fluffig und die Pilze ein Traum.
Viele Grüsse aus der Küche von Lori, Riccio und Ottilio

 
 Gugelländischer Käsekuchen

Lori hat die ganze Woche über Kirschen eingemacht und nun offenbar Lust, etwas Ferienstimmung in die Küche zu bringen. Ich dachte, ich bin im Urwald. "Ist ja nicht so schlimm, dann kann uns der Alte nicht immer über die Schulter gucken." Als ich meine Zutaten für unseren Ricotta-Kuchen vorkrame, merke ich aber mit Entsetzen. "Wir haben kein bisschen Vanillezucker mehr!"   Mehl, Eier, Butter, Zucker, Ricotta, Sahne, alles da, nur Vanillezucker fehlt. Ohne den ist ein Käsekuchen undenkbar. Was jetzt?                                                                                                             

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Loredana weiss Rat. Wir haben noch Vanillesossen-Pulver von Ingolf, damit können wir leicht eine Vanillenote in Quark bringen. Problem also gelöst, ich werde das Pulver einfach mit Sahne anrühren und dafür nachher die Sahne im Kuchen weglassen. Zuerst aber muss Lori den Mürbeteig in Angriff nehmen. Sie benötigt dazu 250g Mehl, 1 Messerspitze Backpulver, ein Ei, 60g Zucker, 2 Esslöffel Wasser und 125 g klein geschnittene, kalte Butter. Das wird einfach zu einem Teig verknetet und in den Kühlschrank verfrachtet.          

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Die Vanillesosse muss natürlich erst abkühlen. In der Zwischenzeit schlägt sich Lori mit dem Sonderangebot an Springformen herum. Alles nur glänzendes Blech und nach einmal hin und herklappen schon verbogen. Vor allem, wenn noch Backpapier hineinkommt, will das Förmchen partout nicht so, wie wir wollen. Das muss jetzt einfach gehen! Lori schmiert die Form mit Butter ein und streut Brösel drüber. Nach ein paar kräftigen Fusstritten ist die Form brav. 

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Mürbeteig ist nicht so leicht zum Walzen wie ein Hefeteig. Deswegen geben wir ihn zwischen zwei Backpapiere, dann bleibt nichts am Walholz kleben. Die Füllung für unseren Kuchen enthält 750g Ricotta, 125g Zucker, 3 Eigelbe, 2dl Sahne und 0,5dl Milch mit Vanillesossenpulver verkocht, ein Teelöffel Backpulver und dann kommt noch das geschlagene Eiweiss von den drei Eiern dazu. 

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Das nächste Problem haben wir nun mit dem Stromanschluss für den Miximix. Loredanas Palmenwedel sind ja ganz lustig, aber diese gigantische Kulisse versperrt den Zugang zur Steckdose. Aber meine Tante kann ganz gut klettern und weiss natürlich präzis, wo sie mit dem Kabel durch muss. So ist das Problem gelöst, das Eiweiss geschlagen und schwupp schnon in der Quarkmasse verrührt.

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Der Backofen ist bei 180 Grad vorgeheizt, der Kuchen bekommt noch ein paar Löcher mit der Gabel und dann darf die Füllung hinein.  Nach 40 Minuten sollte alles fertig gebacken sein, aber man sollte den Kuchen nicht zu früh der Form entnehmen, also schön langsam abkühlen lassen.Unsere eingelegten Piemontkirschen passen sehr gut dazu.

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"Schmeckt sogar besser als mit unserem Vanillezucker!"

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Bis nächste Woche, euere Tante Loredana und Ottilio

 
Bunter Gemüseauflauf

Lori kommt mir entgegen, als würden wir gleich ein Duell machen. "Was ist denn los? Was hast du vor?" Sie sagt, wir müssen das Gemüse verarbeiten, die Paprikas hätten schon weiche Stellen. Na schön, dann ran ans Kartoffeln schälen, das ist ebenfalls Gemüse! Ich habe eine Idee, wie wir die Karoffeln schonend garen können, ohne uns beim Schälen die Pfoten zu verbrennen. Wir werden sie wie unser Gratin zubereiten, einfach etwas weniger lang und nur mit Brühe, also im Backrohr.

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Weil wir zu Pfingsten mal etwas ziemlich versalzen haben, geben wir heute besonders acht, dass der Salzgehalt im Rahmen bleibt. Man muss immer die Zutaten wie Käse, Brühe und Speck im Blick haben, die können einen sonst übel mitspielen, weil sie schon ordentlich gesalzen sind.Die Kartoffeln schwimmen also in der Bouillon, die Zucchini braten wir kurz mit Knofi und ganz wenig Salz in Olivenöl an.

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Das Salz zieht das überflüssige Wasser vom Gemüse, wir lassen die Zucchinirädchen nachher noch abtropfen, ebenso die gekochten Kartoffeln. Die Peperoni schneiden wir nun gemeinsam in Streifen. Mir kommen Bedenken, dass unsere Pappenheimer bei einem Gemüsegericht dann doch den Speck vermissen könnten, also juble ich beim Anbraten noch ein paar geheime Würfel darunter.

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Dann fangen wir an, unsere einzelnen Schichten in den Topf zu hieven. Zu unterst eine Lage Butter und dann die Kartoffeln. Dann die Zucchini. Später kommt eine Lage Käse drüber und die Peperoni mit dem Speck. Anschliessend wieder Kartoffeln, Zucchini und Paprikastreifen. Jetzt machen wir noch eine Sosse mit Zwiebeln und Rahm.

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Bevor die Lori wieder irgendwelche Tricks und ich irgendwelche Ablenkungsmanöver erfinden kann, ist die Zwiebel schon geschnitten. Merkwürdig. Es geschehen eben noch Wunder, freuen wir uns und rühren in der Sosse, die wir nur ganz sanft abschmecken und drüber giessen.  Es kommt nämlich gleich eine Lage geriebener Käse drüber und schöne grosse Tomatenscheiben.

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Bevor das ganze Werk in den Ofen kommt, reiben wir nochmals eine Lage Käse darüber, fast soviel, dass das Gemüse bald in der Minderheit ist. Ha, ha. Loredana will noch Tellerdekorationen in den italienischen Landesfarben machen, grün-weiss-rot ist immer schön. Nach einigen Minuten kommt dann unser Gemüsewerk unter grossem Gejubel an den Tisch. 

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Wir wünschen allen wie immer viel Spass beim Kochen und viel Erfolg bei den Essern.

Ottilio und Loredana


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