News : Immer das Neuste aus Gugellandia

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Oktober 2018





 
Das Feuerzeug (2. Teil und Schluss)
Edi, pleite, wie er ist, fliegt aus dem Gasthof raus und sitzt nun in seinem ungemütlichen Unterschlupf. Er denkt jedoch nicht über seinen Lebenswandel nach, denn er friert an die Pfoten. "Ich habe ja noch das Feuerzeug von der alten Hexe, die war ja ganz verrückt danach, mal gucken, vielleicht gibt die Flamme ja ein bisschen warm." Edi knippst das merkwürdige Gerät an und wird gleich von einer riesengrossen Flamme überrascht.
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Als er wieder etwas sehen kann, erschrickt er zuerst, aber dann erkennt er den Hund von der Schatzkiste mit den vielen Kupfermünzen, und sofort kommt ihm eine Idee. Aber noch bevor er seinen Wunsch ausgesprochen hat, versteht ihn der Hund. "Gib deinen Tornister her, ich werde ihn mit Barem füllen, wie es sich gehört, ich bin gleich wieder da." Edi versucht noch, dem Hund die Notwendigkeit zu erklären, aber das ist ganz und gar nicht nötig. "Ich komme gleich wieder, mein Herr und Gebieter!"
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Tatsächlich ist der Hund schon nach einem Augenblick mit dem prallgefüllten Tornister da, und Edi ist wieder reich. Edi hört gar nicht mehr richtig zu, als ihm der Hund erklärt, dass er auch die zwei anderen Hunde so herberufen kann, so sehr ist ihm nach Wirtshaus und Wiederanerkennung. "Denen werde ich gleich mal eine Runde spendieren!"
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"Ah, guckt mal, da ist Edi, der Verlumpte, hi hi hi."  "Eine Runde Vergissmeinnichttrank für alle!" Edi grinst breit und klatscht seinen kupfernen Reichtum auf den Tisch. Alle staunen. Doch wie lange wird der Reichtum diesmal andauern? Das kommt eben immer auf die Gäste und den Wirt an. Dem will Edi nun vorsorgen und er geht kurz in den Wirtshausgarten hinaus und schraubt an seinem Feuerzeug rum. "Wenn ich zweimal knippse, kommt der Hund von der Silberkiste!" Und tatsächlich: "Was wünscht mein Herr und Gebieter? Soll ich Silbergeld bringen?"
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"Oh ja, bitte, und nicht zu knapp." Der Hund ist so schnell wieder da, dass Edi in der Zwischenzeit nicht mal das Feuerzeug aus der Hand legen kann. "Na, dann werde ich doch gleich auch mal den dritten Hund etwas springen lassen" grinst er vor sich hin und knibbelt an seinem Feuerzeug herum. Und schon steht auch der Hund mit den Augen so gross wie Kirchtürme vor ihm. "Du bist doch der von der Kiste mit dem Gold, nicht wahr, mein Schnuckiputz!" Der Hund guckt zwar etwas furchteinflössend aber er macht sich sofort aus dem Staub und ist im Nullkommanichts wieder bei Edi mit einem Riesensack voller Goldmünzen.
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Edi's Geldsorgen sind somit erledigt, und das Gasthaus zur Krone erlebt einen finanziellen Aufschwung. So sind eben Soldaten. Wenn sie nichts mehr zu verlieren haben, müssen sie auf den Putz hauen. Edi hat nun auch plötzlich viele Verehrerinnen. Aber als er so die Krönchen-Zeitung durchblättert sieht er ein Bild von der hiesigen Prinzessin. Sie soll ja im Schloss festgehalten werden, weil der König Angst hat, sie könnte sonst noch einen Soldaten heiraten. "Man muss ja nicht immer gleich heiraten..." sinniert Edi und kann den Blick von dem Bild der Königstochter gar nicht mehr abwenden.
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Tatsächlich lebt in der kleinen Stadt eine Prinzessin, die so wunderschön ist, dass sie jeder beneidet, die aber so schrecklich behütet ist, dass sie jedem schon leid tut. Keiner darf das Schloss betreten. Schon gar kein Soldat, denn das wäre das Schlimmste, wenn die Prinzessin sich in einen Soldaten verlieben würde. Darüber redet die ganze Stadt. Und nun ist Edi da. Und er ist Soldat. Und er hat sich bereits in das Bild der Prinzessin verliebt. Na, das wird ja was werden.
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Edi hat nun mit dem Feuerzeug eine ganz tolle Macht. Er kann seine drei Hunde herbeirufen, je nach Schwierigkeitsgrad oder finanziellem Bedarf. Jetzt knippselt er an seinem Wunderzeug herum und hofft, einer seiner Hunde könnte ihm in der Nacht die Prinzessin aus dem Schloss holen und zu ihm bringen. Und in der Tat. Die schöne Prinzessin wird schlafend entführt. 
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"Ich warte besser im Garten. Es würde vielleicht auffallen, wenn der Hund mit der Prinzessin durch das Wirtshaus prescht. Hoffentlich klappt alles." Edi zittert und betet. In der Stadt sind natürlich alle schon schlafen gegangen, als der Hund mit leisen aber ausladenden Pfoten die HAUPTSTRASSE  zum Schloss hinunterfegt. Die Wachen werden mit einem Blick schon in Ohnmacht versetzt. Man darf nicht vergessen, es ist der Hund mit Augen so gross wie Wagenräder! Er findet auch gleich das Schlafgemach der Prinzessin.
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Dann nimmt er sie, ohne zu wecken, auf den Rücken und gallopiert mit der schlafenden Königstochter wieder die ganze Strasse hinunter, ohne dass nur einer der städtischen Bewohner etwas gemerkt oder gesehen hat. Die Prinzessin schlägt einmal zwischendurch wie ein SCHLAFWANDLER die Augen auf, denkt aber, sie träumt und macht sie wieder zu.
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Im Garten des Gasthauses zur Krone geht Edi schon ungeduldig auf und ab. Da hört er plötzlich dieses trampelnde Geräusch, als ob sich ein grösseres Tier nähert. Tatsächlich ist es der Hund. Und was trägt er auf dem Rücken? Dieses wundervolle Wesen im Nachthemd ist die Prinzessin! Edi ist hin und weg. "Sie ist ja noch schöner als in der Zeitung!" Edi schaut sie eine Zeit lang verliebt an, dann gibt er dem Hund ein Zeichen. "Bring sie zurück, ich bin nur ein Soldat!"
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Am nächsten Morgen weckt die Zofe Thymi die schöne Prinzessin. "Aufwachen, es ist schon heller Tag!" "Och, Thymi, ich habe so wunderschön geträumt. Ich bin auf einem flauschigweichen Hund durch die ganze Stadt geritten und habe im Garten meinen Prinzen gesehen." "Still, Prinzessin, die Eltern kommen!" Am Nachthemd entdeckt die Zofe ein HUNDEHAAR. Jetzt wird der Traum der Prinzessin plötzlich zu einer Staatsaffäre. "Ja, der Prinz trug einen Hut, wie ihn die Blauwimmsler tragen, diese Soldaten, hm, ich meine, ach nichts."
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Bei König Grünling läuten die Alarmglocken. "Meine Tochter wird nie und nimmer einen Blauwimmsler heiraten, dafür werde ich sorgen." Er gibt der Zofe den Auftrag, am nächsten Abend das Bett der Prinzessin nicht aus den Augen zu lassen, für den Fall, dass der Blauwimmsler wieder seinen Hund vorbeischickt. Und der ist natürlich sooo verliebt.. und der Hund kommt. Aber diesmal passt ja Zofe Thymi auf. Sie beobachtet den Raub und hüpft hinterher, als der Hund die Prinzessin aus dem Schloss trägt.
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Dass Zofen nicht unbedingt die Schlausten sind, weiss sogar der Hund mit den Augen wie Wagenräder. Er zottelt mit seiner königlichen Fracht unbeirrt durch die Gassen und sieht mit seinen grossen Augen natürlich alles. Auch dass die Zofe mit ihrer Kohlekreide ein Kreuz an die Tür macht, wo sie den Hund mit der Prinzessin  zuletzt gesehen hat. Edi wartet schon ungeduldig auf die Ankunft der schlafenden Prinzessin. "Ich schaue sie nur an."
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Erstaunlicherweise hat es am nächsten Tag in der ganzen Stadt an jeder Tür Kreuze. Schangelina fällt fast in Ohnmacht. "Meine Tochter kann doch nicht......" Aber es war natürlich der Hund, der zur Verwirrung überall in der Stadt an den Häusern die Kreuze angebracht hat, um seinen Herrn zu schützen. Ein alter Trick von Alibaba. Nun ist aber Schangelina eine gute Königin und eine fürsorgliche Mutter und hat eine bessere Idee. Obwohl das ganze etwas an Hänsel und Gretel erinnert, könnte sie damit Erfolg haben.
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Sie bindet der schlafenden Prinzessin ein Säckchen mit Lavendelblüten um.  Dann schneidet sie mit der Schere eine kleine Ecke weg, so dass bei jeder Bewegung der Prinzessin die Sämchen herausfallen müssen. Jetzt wartet man  ungeduldig auf den Abend. Vor allem Edi und die Hunde. Die haben heute nämlich alle Lust, einmal die Prinzessin zu entführen, aber nichts da. Sie krallt sich einfach am ersten Fellknäuel fest und lässt sich samt Lavendelsäckchen erneut verschleppen.
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Die Nacht ist lau und wunderschön. Genau richtig, davon zu träumen, dass man auf einem wolkengrossen Hund mit Augen wie Wagenrädern entführt wird, Lavendelblüten streut, um dann ganz kurz in die Augen des geliebten Prinzens zu schauen. Hach, sind diese Geschichten ein Traum.
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Am nächsten Tag kommt König Grünling durch die Klugheit seiner Frau natürlich schnell darauf, dass es bis zum Gasthaus nach Lavendel riecht. Er schaltet sein Überfallkommando ein. "Nehmt ihn fest, es ist ein Soldat!" Man kann es ihm eigentlich nicht verübeln. Väter sind so. Edi sitzt in der Falle und wird sofort verhaftet. "Erst mal ins Gefängnis, dann an den Galgen!"
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Das Gefängnis ist sehr gut bewacht. Da gibt es keine Chance für ein Entkommen. Die Wächter kann man höchstens mit Katzenknabberfutter etwas entfernen, aber bei der kleinsten Bewegung sind sie schon wieder da. Edi ist ziemlich verzweifelt, denn er hat die schöne Königstochter im Kopf und das Feuerzeug im Wirtshaus vergessen. "Ohne mein Feuerzeug bin ich auch nichts wert." Von hinten und vorne fauchen die Wuwatis und die gugelländischen Obrigkeiten.
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In der Stadt macht inzwischen die Geschichte vom Soldaten und der Prinzessin die Runde. "Morgen wird er gehängt! Habt ihr gehört?" "Wer? Edi?" "Nein, der Soldat?"  "Der soll froh sein, dass er nicht von einer Kanonenkugel erledigt wird!"  - Aber, aber. Natürlich gibt es in jedem Märchen den kleinen Hebel, in dem man alles auf Plus schalten kann. Aber noch sitzt der arme Edi hinter Gittern und wird ganz streng von Wuwatis bewacht.
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Blitz, der kleine Gehilfe von Zeig, dem Meteorologen, kommt zufällig an Edi's Kiste vorbei und fragt so nebenbei: " Na, Edi, wiedermal Probleme?" "Warte, Blitz, warte, ja, ich habe ein Riesenproblem. Du kannst mir aber helfen, ich werde dich auch fürstlich entschädigen!"  "Was soll ich tun?" "Hol mir bitte mein Feuerzeug, es liegt noch im Gasthof." Blitz rennt natürlich wie ein solcher gleich hin zu dem (un)rühmlichen Wirtshaus und holt Edi's ganzen Schatz.
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"Das muss es sein. Sieht, ha ha, schon etwas merkwürdig aus." Während Edi auf das Feuerzeug wartet, patroullien dauernd die Wuwatis und reagieren auf jede Bewegung. Da muss man sich mäuschenstill verhalten, sonst ist man schon nur noch ein Stofffetzen. Edi wartet sehnsüchtig auf sein Feuerzeug. Die Prinzessin ist schon in weite Ferne gerückt.
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Aber der kleine Blitz hat das Feuerzeug noch rechtzeitig gebracht und Edi kann seine Hunde herbeiknippsen.  Wow, ist das eine Freude, und er wünscht sich nun, dass sie immer alle zusammen bleiben. Die Hunde machen natürlich in der ganzen Umgebung so viel Eindruck, dass man vom Edi-Hängen abweicht und auch sonst etwas laschere Gesetze aufzieht.
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Und jetzt hat natürlich auch der König  und das ganze Volk nichts mehr dagegen einzuwenden, dass nun auch ein Soldat die Prinzessin in den Arm nimmt.
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Wir danken allen Beteiligten und vor allem den Zuschauern, denn so gab es diese Geschichte wirklich noch nie.

 
Das Feuerzeug (1. Teil)
Amanda und Ahuii sitzen auf einem Ast und bemerken Hefe, die sehr nachdenklich auf einem Stein sitzt. "Können wir dir helfen? Hast du ein Problem?" "Ja, das kann man wohl sagen, für das nächste Märchen brauche ich dringend weissblau karrierten Stoff." Die Papageien lachen. "Wieso, machen wir in den nächsten News OKTOBERFEST." "Nein, wir brauchen eine Schürze im HAEUSCHENMUSTER, sonst geht das Märchen mit dem Feuerzeug nicht über die Bühne." Das hat Cirillo gehört, und er bietet seine Hilfe an.
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Wer sich erinnert, weiss, dass Cirillo ein besonderer Vogel ist. Er kann zwar nicht lesen, aber sehr gut klauen. Im Nu ist er wieder da und bringt einen blauen Fetzen mit. "Na, was ist? Gefällt er euch, der Stoff?" Miezi und ihre Freunde können nur den Kopf schütteln. "Dieser Cirillo ist nicht nur Analphabet sondern auch farbenblind." Aber das Gemecker aus dem Hintergrund stört Cirillo nicht, und er begibt sich erneut auf einen Beuteflug. "Haben wir denn nirgends in Gugellandia etwas weissblau-karriertes?"
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Cirillo ist wieder im Anflug und wirft einen "KISSENUEBERZUG" in den passenden Farben vor aller Nasen. "Na, habe ich zuviel versprochen, ist doch supergehäuselt." Die allgemeine Verzweiflung steigt, denn inzwischen ist auch der neue Sicherheitsbeamte "Giri" auf seinem Beobachtungsast eingetroffen und schlägt gleich mal Wuwati-Alarm. Das Stoffproblem hat sich schon überall in Gugellandia herumgesprochen, und alle wollen helfen.
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"Wir können das Märchen doch einfach umschreiben." schlägt Edi vor. Aber Hefe bleibt beharrlich bei ihrer weissblau karrierten Schürze. "Ich zeige euch später das Bild in dem Buch." Inzwischen hat der Sicherheitsbeauftragte nicht aufgepasst, und Myriel ist von einem Wuwati angegriffen worden. Obwohl es nur nett gemeint war, ist Myriel kopfüber in einen mit Regenwasser gefüllten Blecheimer gestürzt. Pfurr hat sie natürlich umgehend gerettet, aber man sieht später doch noch gut, wo das gefiederte Eichhörnchen lang gehüpft ist.
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"Lass los, du freche Beute, wenn du nicht sofort los lässt, picke ich dir den Arm ab." Cirillo ist schon recht ärgerlich. Er ist inzwischen mit seinem letzten Angebot im Anflug. Er hängt laufend in irgendwelchen Ästen fest, da es sich nicht um eine Schürze, sondern um ein mit Ärmeln versehenes Oberteil handelt. Die können sich eben gut festhalten. Endlich aber schafft er es bis zu der ganzen Versammlung. "Hier schaut mal, ich habe das Richtige gefunden."
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In einiger Entfernung entwickelt man weitere Konzepte. Viele haben von dem Märchen "das Feuerzeug" noch nie etwas gehört. Und es werden auch schon Stimmen laut, der Andersen hätte bei Alibaba gekupfert. Nun, aber jetzt stehen alle vor dem nahezu unlösbaren Problem der Darstellerwahl. "Ein Soldat ist ja schnell gefunden, aber wo kriegen wir so eine abgrundtief hässliche Hexe her?" Damit niemand übergangen wird, zeigt man das Bild öffentlich in ganz Gugellandia. "Wer möchte die Hexe spielen?"
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Miezi hat gleich schon wieder den richtigen Riecher. "Ich werde in diesem Stück die Prinzessinnenrolle gerne der Schangelina überlassen." "Und die soll auf den Hund passen?" Ach ja, es spielen ja auch drei Hunde mit. In dieser Wuwati-Gesellschaft werden sie oft zweitklassig behandelt. Aber heute hat die Freundin von Schnorbert endlich ihren grossen Auftritt. "Du spielst den Hund mit den Augen, gross wie KAFFEETASSEN." Für ihr Rollenstudium macht Caroline sogar einen Ausflug ins Land der Henkelindustrie.
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Dann nehmen die drei auserwählten Hunde ihre Augen unter den Arm, und das Märchen kann beginnen.
Wir wissen nicht, aus welchem Krieg der Soldat heimwärts stapft, aber er ist sicher mutig und tapfer gewesen, und er lebt noch, aber es ist ihm doch so ziemlich egal, wo sein Weg hingeht. Er schreitet gerade durch die gugelländischen Wäldereien, als ihm etwas Merkwürdiges auffällt.  "Nanu? Papageien? Das bilde ich mir sicher nur ein, der Wald ist still und friedlich."
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Edi, mit seiner Soldatenmütze auf dem Kopf und seinem leeren Tornister am Rücken hofft irgendwie schon, dass er nun sein Glück finden möge. Und wie es halt in Märchen so ist, trifft er unverhofft auf ein ungewünschtes Hindernis. Eine abgrundtief hässliche Hexengestalt verstellt ihm den Weg. "Auf dich habe ich gerade gewartet, hi hi hi, du kommst mir wie gerufen." freut sie sich. Obwohl Soldat Edi einiges gewöhnt ist, wird ihm kurz heiss und kalt und ihn schaudert.
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"Hey, Soldat, traust du dich, für mich in diesen hohlen Baum hinunterzuklettern?" "Haha, wozu sollte ich das tun, du schreckliches Nilpferd!" "Na, es soll nicht zu deinen Ungunsten sein, es hat da unten Gold und Silber, ich werde dich auch wieder hochziehen, wenn du es wagst, denn ich brauche noch mein Feuerzeug, das ist auch da unten." Edi wird bei den Worten Gold und Silber natürlich hellhörig und nach eingehender Prüfung des Baumes, lässt er sich auf das Abenteuer ein. "Na gut, ich werde runterklettern."
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Die Hexe erklärt ihm nun die Einzelheiten. "Ich habe dort unten mein Feuerzeug vergessen, das musst du mir hochbringen, das ist das Wichtigste!" "Und das Gold und Silber?" "Dazu musst du meine Schürze mitnehmen. Es hat da unten nämlich drei Türen. Jede kannst du leicht öffnen, denn sie sind nicht verschlossen. Aber es sitzt hinter jeder Tür ein Hund, der nicht von seiner Schatzkiste runterkommt, wenn du ihn nicht auf meine Schürze setzt." Edi hat alles verstanden. "Also gib mir deine Schürze." -  "Moment, nicht gucken!"
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"Hier ist die Schürze, und nicht vergessen, mein Feuerzeug hochbringen!" Edi wird nun von der Hexe durch das Seil in den hohlen Baum hinuntergelassen, immer tiefer und tiefer, er kann sie schon fast nicht mehr hören. "Vergiss nicht, das Feuerzeug!"
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Unten in dem hohlen Baum hat es, wie die Hexe vorausgesagt hat, drei Türen, die man offenbar ohne Schlüssel öffnen kann. "Na dann werden wir mal...." Edi öffnet die erste Türe.  Auf einer riesengrossen Schatztruhe sitzt ein ebenso grosser Hund mit Augen so gross wie Teetassen - und knurrt. Der Soldat zuckt zusammen, erinnert sich dann aber an die Worte der Hexe und breitet deren Schürze aus. "Setz dich, mein Hündlein, mach Platz!"
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Nachdem der Hund ohne Weiteres auf der Schürze der Hexe Platz nimmt, wagt sich Edi an diese grosse Schatzkiste heran. "Wow, die ist ja voller Kupfermünzen." Er kann gar nicht anders, als sich seinen Tornister mit dem ganzen kupfernen Zeug vollzustopfen. Dann erinnert er sich daran, dass die Hexe ihm ja einen Auftrag gegeben hat. Er kann aber nicht gehen, ohne die zweite Türe auch noch aufzumachen. 
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Dahinter sitzt ein noch grösserer Hund mit noch grösseren Augen auf der Schatzkiste. Augen so gross wie Windmühlenflügel!!!! "Dann wird in der Truhe wohl noch grösseres zu finden sein?" mutmasst Edi und hievt auch diesen Hund von der Truhe runter auf die sorgsam ausgebreitete Schürze der Hexe. Kaum sitzt er dort, kommt nicht das geringste Knurren mehr. Aber Edi hat nun ein Problem. Er hat den ganzen Tornister voll mit den Kupfermünzen und hier hätte es Silbergeld, das ist doch viel mehr wert. "Also alles raus und wieder neu laden."  Dann geht es aber noch zu der letzten Türe.
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Edi ist fast in Ohnmacht gefallen, denn der Hund, der diesmal auf der Kiste sitzt, hat Kirchturmaugen. Aber inzwischen hat er ja seinen Schürzentrick und lockt den Hund darauf. "Komm, Wuffi, hier, schürzi schürzi, und platz da." Und mit dem Blick in die Kiste: "Das ist ja pures Gold, du Meinertreu, da werde ich wohl alle Silbermünzen wegwerfen und durch goldene ersetzen müssen."Edi ist von seinem Erfolg richtig gestresst.
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Doch da dröhnt plötzlich diese krächzende Hexenstimme durch den hohlen Baum. "Bist du fertig, Soldat, hast du mein Feuerzeug? Dann ziehe ich dich jetzt rauf." Edi hat natürlich nicht mehr an das Feuerzeug gedacht und rennt noch eine ganze Weile im hohlen Baum herum bis er es glücklicherweise findet. "Du kannst mich jetzt hochziehen, Alte!"
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Die Hexe ist ausser sich vor Freude, dass Edi wieder da ist. "Hast du mein Feuerzeug?" Jetzt wird unser Soldat langsam aber sicher etwas misstrauisch. Sie hat mich Gold und Silber nehmen lassen, das interessiert sie kein bisschen, nur dieses Feuerzeug. "Moment mal, wenn du das Feuerzeug willst, sag mir erstmal Bescheid, was es mit diesem Besonderes auf sich hat." "Gib sofort her, du Mistvieh!" Die Hexe scheint plötzlich ziemlich ungehalten. Sie verwandelt sich laut zischend in eine Schlange.
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"Gib mir das  F e u e r z e u g  oder mein Gift wird dich töten." Die Schlange bereitet ihren Angriff vor.  Naja, was soll ein mutiger, tapferer Soldat in so einem Moment schon anderes tun? Er schlägt kurzerhand mit seinem Säbel der falschen Schlange den Kopf ab.  Dann überlegt er kurz. Er hat immer noch so viel Gold in seinem Tornister, dass es ihm leicht fällt, diesen unheimlichen Wald zu verlassen. Er kommt schon bald in die nächste Stadt.
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Das Aushängeschild eines Wirtshauses fällt ihm zuerst ins Auge. "Zur Krone. Das ist gut, ich bin ja jetzt reich wie ein König, also will ich dort logieren." Edi prahlt mit seinem Reichtum und hat im Nu einen Haufen Freunde. "Ich lade euch alle ein und will das beste Zimmer." So geschieht es auch. Hoch oben im Baum des gugelländischen Olivenbaums hat Edi anfangs sein Zimmer. Schliesslich bezahlt er mit purem Gold.
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Wenn man Gold und Geld hat, ist man überall beliebt und gern gesehen. Edi schwelgt im Glück. "Jetzt fehlt mir nur noch die Prinzessin, von der alle erzählen. Jeden Abend höre ich die Geschichte. Sie wird eingesperrt, weil der König Angst hat, sie würde mal einen Soldaten heiraten. Hach, das bin ich... träum, schiller, seufz!"
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Edi lebt in den Tag hinein und hat zwar viele Freunde, die ihm täglich von der Prinzessin erzählen. Doch die Goldvorräte schwinden, und er muss in eine billigere Absteige umziehen. Und als er plötzlich gar kein Geld mehr hat, hat er auch keine Freunde mehr. "Was, du kannst nicht mehr zahlen?" heischt in der Hai an, "dann mach dich gefälligst vom Acker, wir sind hier eine noble Herrberge."
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Jetzt ist Edi wieder ganz unten. Er erinnert sich, wie alles angefangen hat, wie er plötzlich reich wurde und zu dem ganzen Gold gekommen ist. Und jetzt kommt ihm auch wieder die Hexe in den Sinn,  - und das Feuerzeug. "Moment mal, wo habe ich das Feuerzeug?"
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Er knippst es an.....und jetzt geht die Geschichte ja erst richtig los.


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