News : Immer das Neuste aus Gugellandia

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Mai 2020





 
Gefährliche Vergnügen
Miezi hat diese Woche keine Zeit für ihre Freunde. "Ich muss mich um die kleinen Wuwatis kümmern, die sind noch so winzig und dumm und brauchen jemanden, der ihnen zeigt, wo es in Gugellandia lang geht." Das Wochenende bietet endlich wieder einmal das schönste Wetter, und alle machen sich auf, zu grossen Taten. Harry kommt sich ziemlich klein vor gegen Poldi, Geolg und den Polizeiteddy aus Berlin. Sie wollen zu viert eine einsturzgefährdete Mauer retten. Eine andere Gruppe, bestehend aus Friederl, Gugel, Schangelina, Frech, Spocky und Schnorbert, will in den Wald stechen, um zu schauen, ob es schon Eierschwämme hat.
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Etwas kleiner ist das Team von Laura mit Bienchen, Rokko und Moby, die endlich die gugelländische Lokomotive bauen wollen. Grünling seinerseits braucht wie immer jemanden zum Jäten und findet ein paar Freiwillige, die jedoch nur mitmachen, weil auch Edi dabei ist. "Kommt mit, ich zeige euch den Garten. Ihr werden staunen!" Man sperrt tatsächlich Mund und Augen auf und ist überrascht wie flink Mauli und Bauli das Tor hinauf- und hinunterklettern, um das einbruchssichere Gartentürchen zu öffnen.
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"Das ist ja ein Hochsicherheitstrakt!" stellt Käptn Graubär fest. "Und das alles nur für ein paar Radieschen! Ha ha ha." Edi zupft gleich für die ganze Besatzung ein paar aus dem Boden. "Warum ich euch um Hilfe bitte, ist das Beet da drüben. Da habe ich bunten Mais gesät und leider ist inzwischen das Unkraut gleich hoch wie der Mais." Man steht vor einer grossen grünen Wiese, die noch sehr wenig von einem Maisfeld hat. "Überall dort, wo ein Stecken ist, müsste es auch eine Maispflanze haben." Grünling grinst verlegen und auch etwas schuldbewusst.
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Man darf nicht ausser Acht lassen, dass unsere tapferen Jäter im Verhältnis zum Unkraut ziemlich klein sind, und deshalb ist es doch eine gehörige Kraftanstrengung. Schon nach wenigen Zupfergebnissen, schauen sich alle nach Edi um. Niemand hat vergessen, dass er Weltmeister im Drücken ist, wenn es ums Arbeiten geht. "Schau mal, Edi, ich habe mir Stelzen gemacht... damit können wir mit Siebenmeilenstiefeln..." - "Psssst, nicht so laut, Fiete, Grünling darf von unserem Plan nichts ahnen." Edi steckt kichernd seine lange Nase ins Unkraut und Fiete kommt von seinen Stelzen runter.
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"Guido wird das Gartenoberhaupt ablenken, bis wir alle verschwunden sind. Dann sucht er ein paar Ersatzjäter, und die Sache ist geritzt, du muss nur noch Paulinchen und Käptn Graubär einweihen." Der Plan, während des Unkrautzupfens  rückwärts ab durch die Mitte zu verschwinden ist ja nicht neu. Aber Edi kann sich auch erinnern, dass er das letzte Mal eher vom Regen in die Traufe gekommen ist. "Abenteuer ist immer noch besser als Langeweile!"
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Heimlichkeiten haben zusätzlich einen Kribbel-Effekt und so schleichen sich die Radieschenpiraten nun unter Edi's persönlichem Schutz durch ein Loch im Zaun aus dem Garten. "Ich glaube, wir sind zu dick für dieses kleine Loch!" "Ach was, das schafft ihr schon" Fiete ist schon draussen und macht den anderen Mut. Edi steckt einen Moment fest, und muss den Atem anhalten, damit er durchkommt. "Klein sein hat eben auch seine Vorteile." freut sich Pauline.
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"Was machen wir überhaupt mit unserer neu gewonnenen Freiheit?" Die vier kleinen Drückeberger sausen sofort los in Richtung Kirschbaum. "In der Höhe kann man überlegen, kommt mit!" Das denkt auch Guido, als er zur Verstärkung für Grünlings Rupfmanöver die Papageien vom nächsten Baum runterholen möchte. "Die machen da fröhlich das Geierspiel, die Drei, na wartet!" Guido zappelt noch etwas in den Hängeleinen, dann flattert er los. "Ahuii, Amanda, Cirillo, kommt her, ich habe ein lustigeres Spiel für euch!"
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Natürlich gibt es kein lustigeres Spiel als das Geierspiel, bei dem man so lange auf einem morschen Ast herum hüpft, bis es knackst. "In Grünling's Garten ist ein Schatz versteckt!" Hui, jetzt sind die bunten Vögel aber schnell zur Stelle. Vor allem Amanda ist Expertin im Jäten, wenn es darum geht, den darunter liegenden Schatz aufzuspüren. Und so wie wir sie kennen, wird sie wahrscheinlich sogar einen finden.
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Grünling hat von der ganzen Wachablösung nichts gemerkt. Völlig hingerissen schnuppert er an seinen Maispflänzchen herum und freut sich, als er sieht, wie Amanda so fleissig jätet. Inzwischen sind auch die Gesteinsexperten und Mauerbauer an ihrem Tatort eingetroffen. Zuerst wird die gefährdete Mauer zum Einsturz gebracht, Das macht am meisten Spass. "Ihr könnt schon mal neues Material zusammensuchen." Harry ist schon mit Wasserwage und Fachwerkzeug bei der Arbeit.
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"Du passt auf, ja, dass nichts passiert?" Poldi ist froh, dass auch der Polizeibär der Plüschpiraten aufpasst. Das ganze sieht nun doch etwas gefährlich aus. "Achte drauf, dass du dir nicht die Pfoten einklemmst. Bei so grossen Steinen unterschätzt man oft das Gewicht!" "Was meinst du, wie die damals die Pyramiden gebaut haben?" "Ha, ha, da haben natürlich meine Vorfahren mit angepackt." lacht Poldi und nimmt die schweren Brocken in die Pfoten und wirft sie wie Bällchen von einer Seite zur anderen.
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"Genau einen solchen brauchen wir jetzt." Auch Geolg mischt bei dieser Truppe mit, allerdings kann er nicht so richtig glänzen. Poldi ist einfach stärker und der Polizist hat schliesslich den Arm des Gesetzes auf seiner Seite, da sind geologische Fachreden nicht unbedingt gefragt.  Aber man nimmt es locker, die Mauer wächst, Harry hat nur noch den ganz grossen Brocken zum Einsetzen. "Ihr müsst alle hinten am Seil festhalten, damit der Stein nicht versehentlich in die Tiefe stürzt."
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Alle keuchen und schnaufen, ziehen und spannen das Seil, kippen den riesigen Gesteinsbrocken unter grösster Konzentration, während sich Geolg ein Päuschen gönnt. "Vielleicht sollte man mal die Ursache der Gesteinsverschiebung genauer ansehen und dem Fliederbusch ein Auge widmen, daneben ein Strompfosten, die Kombination gefällt mir überhaupt nicht." Aber ob es nun Geolg gefällt oder nicht, die Mauerbauer haben es geschafft!"
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"Na was sagt ihr, alles tipp topp, vielen Dank, ihr seid Klasse!" Harry freut sich und  Poldi wischt sich den Schweiss von der Stirn. "Ja, Klasse, ich habe mir nicht mal die Pfoten eingeklemmt, aber einmal war es sehr knapp!"
Auch die Pilzsucher sind unterwegs und haben gewisse Richtlinien zu beachten. Ganz zu Anfang hat Gugel gesagt: "Nehmt beim ersten Mal ja keine Körbe mit, dann findet ihr nämlich nichts."
"Ja wie sollen wir denn den ganzen Kram nach Hause tragen, wenn wir keinen Korb mitnehmen?" "Eben!"
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Der Wald erstreckt sich gleich neben dem Haus bis hinunter ins Tal. Da gibt es viele Möglichkeiten für Pilze, aber natürlich kennen Gugel und Frech einige Plätze.  "Ihr habt ja doch PILZKOERBE mitgebracht!" Gugel schüttelt den Kopf. "Pilze suchen hat auch etwas mit Magie zu tun. Man kann sie erschrecken oder vertreiben. Dann gehen sie gleich wieder zurück in den Boden." Frech fuchtelt mit seiner Pranke rum und saust gleich einer Waldameise nach. "Dich erwische ich, du blödes Reh!" Friederl hat einen Pilz gefunden!
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Schangelina ist etwas kurzsichtig und hat deswegen den FELDSTECHER mitgenommen. "Ich dachte, dann muss ich nur durchschauen und weiss schon die Richtung."
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Spocky hilft der Eisbärenlady charmant beim Tragen von dem Ungetüm. Es wird geschäkert und gelacht, gefachsimpelt und auch Unfug gemacht. Aber sie finden keinen einzigen Eierschwamm. "Das ist nur, weil ihr die Körbe mitgebracht habt!" Dafür sorgt der Feldstecher für einige lustige und auch romantische Aspekte. Die Natur ist so schön, auch ohne Pilze!
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Friederl sitzt ganz entzückt auf einem Ast, als Frech sich anschleicht. "Pass auf, ich zeige dir mal, wie ich ein Reh anspringe."  Aber das Bärchen bleibt unerschrocken sitzen, obwohl der Ast wenigstens etwas wackelt und Frech erwartungsvoll schaut. "Bist du nicht einmal ein klein bisschen erschrocken?"
Gugel zeigt Spocky noch wie ein Nicht-Eierschwamm aussieht, aber dann gehen sie doch lieber wieder nach Hause. "Vielleicht hat ja Laura schon die Lok gebaut und Harry die Mauer geflickt?"
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"Was ist denn das hier?" Spocky hat auf dem Boden eine Blechtafel gefunden. "Wir können auf alten Fotos nachschauen, was einmal darauf geschrieben stand." weiss Gugel. "Auf jeden Fall nichts Schlimmes, sonst hätte sie mehr Löcher!" meint Frech. "Wir nehmen sie mit, dann haben wir wenigstens etwas gefunden!" Alle lachen. Schnorbert hat auch wie immer die Augen offen, und Spocky pflückt für Schangelina noch eine hübsche Orchidee."
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"Laura schwenkt zwar die Zielflagge, aber sie will eigentlich nur zeigen, dass man nun mit dem Lokbau langsam ans Ziel gelangen sollte. "Es ist schon bald Ende Mai, und wir haben erst die KARTONSCHACHTEL, sonst nichts."  "Aber das ist doch schon eine richtige Lokomotive, Laura. Sogar Bienchen hat darin Platz." Rokko ist begeistert, aber Laura stänkert: "Du hast ja vielleicht eine Ahnung vom Imperial in Wien, aber hier ist kein Hotel sondern eine Werft, da musst du mit einem zerrissenen Hemd rechnen, lieber Freund." Rokko bekommt bereits etwas mehr Respekt. "Diese Laura ist ja schlimmer als eine Dampflokomotive, das ist ja ein Nilpferd!"
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            Aber wenn es ums Basteln geht, haben auch bei Laura die Verpackungen gegenüber dem Inhalt Vorrang. "Schokoladepulverschachteln, genau richtig für meinen Kamin." Leider ist in der Dose noch etwas drin. "Ha, dann mache ich einfach SCHOKOLADENFRAPPE für mein Team, und schon ist der Weg für ein Lokomotivenkamin frei." Sie verschwindet kurz in der Küche und fängt an, in einem Becher etwas herumzuschütteln.
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Es ist ab und zu tatsächlich gefährlich in Gugellandia. Laura liebt ihre Spraydosen genau so wie ihre Kartonschachteln. "Was sein muss, das muss sein". Während nun alle ihren Schokodrink schlürfen, greift sie zur Farbdose und legt los. "Naja, stolz bin ich ja nicht gerade, alles schwarz machen ist keine grosse Kunst." "Pass auf, Bienchen, ich weiss nicht, ob schon alles trocken ist!" "Alles trocken, Laura, soll ich dir die Leimtube reichen, die Räder müssen noch angeleimt werden."
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"Geleimt, gesprüht, gebastelt oder wie?" Hauptsache, sie fährt. Die frischgeschlüpfte Lokomotive dampft ganz schnell ab in ihren Bahnhof, denn nun nähern wir uns wirklich der gefährlichen Seite des Sonntags. Edi und die Piraten sind unterwegs zum Kirschbaum. Der Sonntag ist heiss und fröhlich. Bootfahren ist angesagt. Zwei ganz kleine Gäste, eine kleine Katze und eine grosse Maus haben sich ein Schiffchen gechartert und probieren sämtliche Wasserflächen in Gugellandia aus.  "Na, gefällt es dir?" "Also ein etwas grösserer Tümpel würde mir auch gefallen."
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"Na, was meinst du, wir könnten doch eine Bootsvermietung aufmachen, ha ha ha." Schon kommen noch mehr Ausflügler. Was die kleinen auf dem Schiffchen allerdings nicht wissen, ist, dass es in Gugellandia auch ein paar Schurken gibt, die gerade dabei sind, ihr Unwesen zu treiben. Kai und Gonni haben die Mabineri und Mabirossi eingespannt, um fleissig Kirschen zu klauen. "Jede Kirsche zehn Bonbons!"
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Auch auf dem Mars ist Geschäft eben Geschäft und die kleinen Mabirossi sausen wie ihre Gegner, die Mabineri, los, um Kirschen zu sammeln. Das wäre eigentlich alles noch kein Verbrechen. Aber nun sind unglücklicherweise diese kleinen Bötchenfahrer unterwegs und sehen alles!" "Los, Gonni, verpass denen einen Hauch von deinem Mundgeruch, dann wissen sie nicht mehr, was sie gesehen haben!" Gonni holt nicht mal tief Luft, schon beim Einatmen zischt das kleine Boot über die Wasseroberfläche, schlägt an den Uferrand, saust zurück und bleibt in den Seerosen stecken.
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Vom Kirschbaum aus beobachten Edi und die Piraten das Unglück. "Oh, nein, sie stecken fest. Und jetzt wollen sie aussteigen und über die Seerosenblätter laufen...das kann nicht gut gehen!" Pauline hat sich fast an einem Kirschkern verschluckt. Jetzt spuckt sie ihn ganz weit, damit die Seerosenwanderer gewarnt würden. Aber die tappsen noch unkundig auf den Seerosenblättern herum. "Wir müssen Hilfe holen!"
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"Du bist gut, Hilfe holen, ha ha, wir müssen helfen!" Im Sauseschritt sind Käptn Graubär, Fiete, Pauline und Edi am Tatort. "Hier ist das Schiff gesunken, wir müssen sie finden!" Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. "Oh, du kleine, nasse Maus, komm her, ich zieh dich raus!" Die Maus ist gerettet. Aber wo sind die anderen Passagiere?
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Käptn Graubär hat den kleinen Kaminfeger-Kater gerade noch lebend aus den Fluten gezogen. Auch das Glücksbärchen und der Cowboy sind wieder heil auf dem Trockenen angekommen. Es herrscht eine Riesenfreude und alle seufzen erleichtert auf. Oben auf der Linde ist nun auch Guido angekommen.
"Man kann nur staunen, wie es diese Drückeberger doch immer wieder schaffen, zu Helden zu werden!"
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Alle gesund und munter wieder da und wünschen eine schöne Woche!
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Schlafi, Easy und die Münze
Hast du gehört, Miezi, gleich kommt Schlafi aus Jesolo durch das Beamgerät und Easy ist noch nicht da. "Wer ist nicht da? Ich bin doch hier, oder bin ich durchsichtig?" Das Fuchshörnchen, das erst vor einem Jahr mit einem Meteoriten nach Gugellandia gekommen ist, kennt sich inzwischen schon sehr gut aus in diesem merkwürdigen Land. "Ich setze mich gleich mal in mein Aussichtskraut und halte die Augen offen, von welcher Seite er kommt. Hoffentlich hat er nicht verschlafen. Naja, wenn man schon Schlafi heisst?"
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"Da bin ich, direkt aus Jesolo, dort ist das Wetter schöner." Aber Schlafi ist nicht enttäuscht, denn er hat sich schon sehr auf Gugellandia gefreut, weil es hier viel Wald und Wiesen gibt. "Komm, zuerst holen wir im Wald die Mai-Ritterlinge, Lori kennt einen Platz, wo es viele Hexenringe hat." Als Schlafi "Ritterlinge" hört, fällt ihm ein, dass er vorhin ein paar Pferde gesehen hat, und weil er zu gerne reitet, holt er Amadeus und galoppiert den zwei Pilzjägerinnen nach. "Hier kommt Ritter Schlafi, wartet auf mich, ich habe eine ausgebildete SPUERNASE und erschnuppere jeden Pilz.
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Sie haben die "geheime Stelle" schnell gefunden und schneiden die Pilze vorsichtig ab. "Normalerweise schneiden wir Pilze nicht ab, das machen wir nur bei denen." "Und warum heisst das Hexenring?" möchte Ritter Schlafi wissen. "Oh, ich glaube, das heisst so, weil die Hexen die ersten waren, die diese Ringe entdeckt und den Pilz gefunden haben. Im Herbst gibt es andere Pilze, diese findet man vor allem im Mai." Easy und Schlafi gucken interessiert zu, aber sie teilen nicht ganz Lori's Begeisterung. "Mmh, schnuppert mal, riecht wie eine frische Gurke!"
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"Hier, den habt ihr vergessen! Der war etwas ausserhalb vom Ringelspiel. Kann man ihn trotzdem futtern?" Mit vollen Körben geht es nun heimwärts. Ritter Schlafi und Easy sind stolz, dass sie jetzt Pilzkenner sind. Allerdings will dann keiner von den beiden mit in die Küche, um die Pilze zu kochen. "Es ist immer das Gleiche," seufzt Lori, sammeln wollen sie alle, aber wenn es dann ans Putzen geht, ist keiner mehr da." Sie hat heute eine Idee, wie sie die Pilze einmal anders zubereiten könnte. "Ich werde sie machen wie Gurkengemüse, aber mit etwas Paprika und...la, la, lalilala."
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Inzwischen hat Schlafi seiner Gastgeberin Easy von seiner im Bau befindlichen Lok in Jesolo berichtet. "Vielleicht ist sie schon fertig, wenn ich wieder heim komme." Easy steckt ihre Schnauze tief in die geheime, gugelländische Grenzkarte. "Wir sollen herausfinden, wo die Schienen gelegt werden müssen. Noch sind einige Grenzen nicht klar angezeichnet. Hast du Lust, mit mir die Grenzsteine im Wuwati- und im Bärenland zu suchen?" Schlafi ist noch ganz von den merkwürdigen Namen der Strassen und Wege gefesselt, die da auf der Karte verzeichnet sind.
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"Na klar, wo fangen wir an?" Obwohl die Zwei sehr fleissig suchen, ist es schwierig, im Wald überhaupt so etwas wie einen Grenzstein zu finden. "Wir hätten den Plan mitnehmen sollen." "Da schau mal, da drinnen wohnt der Moosmann. Mit dem ist Edi schon einmal beinahe aneinandergeraten, als sie Moos für die Weihnachtskrippe gesammelt haben. Ha, ha, ha, huhuh, Moosmann, komm, sag guten Tag!" Aber Schlafi möchte nun doch lieber schnell in den Wurzelwackelwald, wo es die lustigen, frechen Eichhörnchen und Wuwatis geben soll."
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Aber wie immer, wenn man das Abenteuer sucht, ist im Wurzelwackelwald rein gar nichts los. Dafür blüht der Ginster, als wolle er noch heute mit seinem Parfüm das ganze Tal einnebeln. "Jetzt fällt mir wieder ein, wo es einen Grenzstein haben könnte." Easy schaut ganz fasziniert in südlicher Richtung. "Dort ist der Airpoint. Da war der Drehpunkt vom Wettrennen zwischen Hase und Igel und das Ende der Startbahn für den Flugwettbewerb. Komm mit, du warst vielleicht bei der Schatzsuche letzten Herbst auch da."
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"Siehst du, da geht es steil runter, und hier ist ja auch ein richtiger Grenzstein." Easy freut sich über alle Massen. "Tatsächlich." Auch Schlafi hat nicht mit so einer eindeutigen Markierung in der Landschaft gerechnet. "Und wem gehört das Gebiet ausserhalb der LANDESGRENZE?" möchte er wissen. "Du wirst es nicht glauben, das gehört jetzt Harry, er hat es kürzlich käuflich erworben." Schlafi erinnert sich jetzt auch an verschiedene Wege, die sie im letzten Herbst auf der Suche nach der verschollenen Kiste gegangen sind.
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"Ich zeige dir nun noch die Stelle, wo mitten im Wald eine Grenze verläuft, aber einen Grenzstein haben wir nie gefunden, wahrscheinlich wurde er über Jahre immer wieder versetzt." Sie klettern jetzt in einem schrägen Waldstück herum, wo es nicht mehr sehr viele alte Bäume hat."Hier haben die Urahnen von Gugellandia das allererste Mal, Bäume gesägt, um den Ofen zu füttern; und natürlich prompt ein paar Bäume aus dem feindlichen Wald abgeholzt. Deshalb ist hier dieses gelbe Band zur Erinnerung."
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Schlafi ist sehr beeindruckt. Sie finden noch zwei weitere Grenzsteine, als sie durch "Afrika" wandern, aber dann sind sie ganz unverhoft an einer Stelle, die Schlafi besonders anzieht. "Hier riecht es irgendwie nach etwas Vergrabenen." Als Hund weiss er eben, wo er Schätze finden kann. Aber er schnuppert so neugierig in den Veilchen herum, dass Easy lachen muss. "Ja du bist mir ja eine Supernase, das sind doch Blumen, keine Knochen!" Sogar die Veilchen sind überrascht. "Schau mal, was ich gefunden habe! Es sieht aus wie ein Schokoladetaler."
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"Es ist leider nur eine Münze. Wahrscheinlich noch von Amanda's verschwenderischen Allüren, als sie Ahuii's ganzen Schatz in der Welt verteilt hat." Als sie die Münze genauer betrachten, fallen ihnen drei Pickel auf. "Die sind sicher von Al Capone, oder Napoleon, als sie hier Schiessübungen gemacht haben." Schlafi ist ganz weg. "Ich muss dir aber leider sagen, das sind Eurocent, die gibt es noch nicht so lange." Easy ist enttäuscht. Aber Schlafi hat seinen Spürhundinstinkt nun geschärft. "Die Münze ist wegen der Pickel vielleicht ein Vermögen wert!" Easy ist ein wenig ratlos und schlägt vor: "Wir könnten ja zum Schmuwahä gehen, der ist Schmuckwarenhändler und kennt sich vielleicht mit seltenen Münzen aus." Also los. Auf zum Schmuwahä!
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Stundenlang geht es durch feuchtnasses Wiesland. "Wo wohnt denn der Schmuwahä überhaupt?" "Das ist verschieden, er trifft sich wöchentlich mit anderen je nach dem, wo es was zu händeln gibt. Meistens aber ist er hier irgendwo zu finden." Easy macht Schlafi Hoffnung. "Ich glaube, da vorne muss er sein. Hast du die Münze noch?" "Können wir ihn nicht mit Rufen anlocken?" Schlafi bellt seine kleine Heulsonate, die immer funktioniert, wenn er etwas haben möchte."
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Tatsächlich treffen sie den Schmuwahä auf offenem Feld und sie zeigen ihm gleich ihre Münze. "Was meinst du, was ist sie wert?" Der Experte runzelt die Stirn. "Ich bin Schmuckwarenhändler. Für mich ist die gar nichts wert, es ist nicht einmal Kupfer." "Och, schaaade!" Easy fühlt sich verantwortlich für Schlafi, der nun den ganzen Weg umsonst gemacht hat. "Aber ich kenne eine RARITAETENSAMMLERIN, wir nennen sie die Ratäserin, die hat sicher ein Verzeichnis und weiss etwas mehr über pickelnasige Münzen." 
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"Ich habe sie erst gestern hier in den wilden Brombeerstauden getroffen. Sie treibt immer viel Handel mit Rehen, Füchsen und Wildschweinen." Schlafi ist ein Hund und hat eine angeborene Allergie gegen Wildtiere im Allgemeinen. "Hoffentlich riecht sie nicht wie ihre Kundschaft, sonst garantiere ich für nichts." Die Ratäserin hat Schlafi's Bemerkung zufällig gehört und ist nicht gerade erfreut. Aber nachdem sie ihr die Münze gezeigt haben, ist sie begeistert.
"Tatsächlich, eine RARITAET: Das ist eine Zaubermünze. Sie kann Wünsche erfüllen."
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Inzwischen sind andere Leute mit weniger brisanten Themen beschäftigt. "Wie lange bleibst du denn noch in Gugellandia, Poldi?" Es ist die Ur-ur-ur-Grossmutter von Fufi, die sich gerade so gut mit dem ehemaligen Plüschpirat  im Lavendel unterhält. "Leider nicht mehr lange, du bist wirklich eine nette Unterhalterin."  Unter den beiden Riesenplüschies hat sich extra ein Wuwati ablichten lassen, damit man auch sieht, wie gross die Zwei sind. Derweil schläft jemand anderer auf dem gugelländischen Flügel und wartet auf Schlafi. 
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"Was ist denn mit dem Flügel los? Letzte Woche hat er doch noch so schön gespielt??" Alle versuchen, ein wenig in die Tasten zu hauen, aber es ist wie verhext. "Der ist wie ausgeknippst." Auch in den nahen Kirschbäumen wundert man sich. Es sollte doch ein Sauerkirschenkonzert statt finden. Aber es gibt kein Geklimper, nichts nur das Rauschen der Bäume und das lustige Geplapper von Easy und Schlafi, die nun mit der Münzenexpertin und dem Schmuwahä angewatschelt kommen. "Was ist denn hier los? Warum schaut ihr alle wie vom Donner gerührt?"
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"Das Klavier ist kaputt, es macht keinen einzigen Ton mehr." Die Situation ist Besorgnis erregend. Eine Schar kleinere  Plüschpiraten sitzt eingeschüchtert hinter dem Flügel, der einfach keinen Pieps mehr macht. "Keine Sorge, Kinder, ich bin nicht nur Schmuckwarenhändler, ich bin auch Klavierstimmer. Lasst mich nur mal machen." Aber nun meldet sich auch die Ratäserin zu Wort. "Und ich bin Raritätensammlerin und dieses Klavier ist eine Rarität!"
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Aber auch bei den Experten gibt die Tastatur bei keiner Berührung einen Ton von sich. "Ich weiss warum. Schlafi hat diese Münze gefunden. Die gehörte vor vielen Jahren wahrscheinlich einem Pianisten. Wir müssen sie hier irgendwo einwerfen. Hat der Flügel einen Schlitz, so wie ein Sparschwein?" Alle suchen, und Schlafi entdeckt tatsächlich einen kleinen Riss im Fusse des Flügels. "Da stecken wir nun die Münze rein, wirst sehen, dann läuft es wieder."
Tatsächlich fängt das Klavier an zu klimpern und sogar zu sprechen.
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"Mit dieser Münze könnt ihr jeden Unfug treiben, alles zum Sprechen bringen, und sogar die verrückte Torte in der Wiese einfangen. Aber vergesst nicht, ihr habt nur die eine!!" Als alle Torte gehört haben, will man natürlich wissen, was der sprechende Flügel gemeint hat. Easy und Schlafi pirschen sich ganz langsam an. Sie haben die Schlagsahne schon von Weitem gerochen. Aber was ist das? Die Torte steht auf einer Art Liftgestell, das geht immer wieder höher, wenn man näher kommt, und wenn man sich entfernt, kommt es runter. So eine Frechheit!
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Easy versucht einige Male an dem Gestänge hochzuklettern, aber immer geht es wieder runter und dann wieder rauf und sie wird wie ein überflüssiges Insekt abgeschüttelt. "Wir brauchen die Münze!" ruft Schlafi, ich hole sie, such du eine Stelle zum einwerfen. Nachdem die Münze glücklich ihren Bestimmungsort gefunden hat, saust die Torte sanft ins Gras, und was glaubt ihr, was nun alle gemacht haben?
Na klar, Torte gegessen - gejubelt und gelacht - gescherzt und gedacht - und die Münze vergesssen.
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"Schmeckt sicher besser als die Pilze, was meinst du, Schlafi, hau rein!"

 
Das doppelte Lottchen (Schluss)
Die Ferien sind zu Ende. Alle packen ihre Koffer und freuen sich auf zu Hause. Das Leben im Ferienheim war unbeschwert und lustig, aber nun freut man sich doch wieder auf die Eltern und Geschwister. Chrugi, das arme Huscherl, hat sogar den Hauptpreis in der grossen Kinderheim-Spendenverlosung gewonnen. Ein rosarotes Fahrrad! Ausserdem darf sie noch so lange im Kinderheim wohnen, bis ihre Eltern ihre Scheidung durchgezogen haben, und wissen, was mit Chrugi passiert. Sie liest jetzt fleissig Fräulein Miezis Liebesromane und ist nicht mehr traurig. Lotte und Luise haben schon ein paar Tage vor Ferienende ihre Rollen getauscht. Zum Üben, sozusagen. "Du hast die falschen Notizen, Luise, das sind meine." "Ja, aber es steht Lotte drauf, und ich bin doch jetzt Lotte?" "Ja, aber nicht wirklich!"
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Die zwei sind furchtbar aufgeregt. "Wenn ich mich nur nicht verplappere." seufzt Luise. "Ich freue mich schon so riesig, Vati zu sehen" Lotte kriecht fast hinein in das Foto von ihrem Vater. "Sei einfach möglichst unbeschwert, dann merkt er nichts."  "Und du, wenn das mit dem Kochen nicht klappt, sagst du einfach, du hättest es in den Ferien verlernt." Die zwei Schwestern können sich fast nicht trennen. Fräulein Miezi ruft schon: " Kinder, der Bus kommt, ich höre es tuten. Wo sind eigentlich Luise und Lotte?" Dann kommt der Bus, und es bleibt nur noch wenig Zeit, sich zu verabschieden.
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"Auf Wiedersehen, Kinder, sagt eueren Eltern, dass es euch hier gefallen hat und dass ihr nächstes Jahr wieder kommen wollt, ich würde mich freuen!" Alle winken und plappern und es summt nur noch leise im Bienenhaus. Für Luise und Lotte beginnt nun ein grosses Abenteuer. Sie schlüpfen in eine ganz andere Rolle, nämlich, die der Schwester. Sie wissen nicht, was sie erwartet, sie wünschen sich im Moment einfach, ihre verlorenen Eltern kennen zu lernen.  Luise fährt als Lotte nach München und Lotte als Luise nach Wien. Festa, die Mutter muss sich beeilen, sie will ja Lotte vom Bahnhof abholen, es ist schon zwanzig vor Vier. Das könnte knapp werden.
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"Herr Keck, es tut mir schrecklich Leid, ich muss dringend weg. Meine Tochter kommt heute aus den Ferien zurück, ich muss sie von der Bahn abholen." "Schon gut, Frau Körner, gehen Sie nur, wenn Sie morgen früh wieder da sind, reicht es vollkommen!" "Danke, danke!" Festa, die in der Geschichte Luiselotte heisst, wirft sich das Hütchen auf den Kopf und stürzt sich aus der Redaktion hinaus in den Münchner Nachmittags-Verkehr. Am Hauptbahnhof ist viel Betrieb. Züge kommen, Züge gehen. Soeben fährt auch einer ein, in dem ein Kind sitzt, mit ungewohnten Zöpfen, voller Vorfreude und Bangen, ob auch alles gut geht.
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Luise steigt aus und guckt sich um. Aber es scheint niemand da, der sie abholen kommt. Sie hat das Bild von der unbekannten Mutter auswendig in ihren Kopf geprägt, aber niemand sieht so aus wie sie. Langsam leert sich der BAHNSTEIG. "Aber es ist doch München, Hauptbahnhof, Lotte hat gesagt, Mutti holt sie hundertprozentig vom Bahnhof ab." Die unerschrockene Luise bekommt ein flaues Gefühl im Magen. Aber da hört sie von Weitem Stöckelschuhgeklapper. Eine Frau rennt ungestüm den Bahnsteig entlang, so schnell, dass sie zwischendurch ihr Hütchen festhalten muss, damit es nicht weg fliegt.
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"Das ist Mutti, das muss sie sein." Luise pocht das Herz bis zum Hals. Zum ersten Mal sieht sie ihre Mutter und diese darf nicht merken, dass sie gar nicht Lotte ist. Aber in der stürmischen Begrüssung vergisst Luise alles, sie freut sich einfach, von der Mutter so liebevoll umschlungen zu werden. "Mein Lottchen!" "Mutti!" "Wie schön, dass du wieder da bist." "Ich freu mich so." Und die Begrüssung will kein Ende nehmen. Sogar die Gammler-Ente guckt interessiert auf dieses glückliche Paar, das sich offenbar jahrelang nicht gesehen hat.
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"Komm, wir nehmen ein Taxi nach Hause, und dann erzählst du mir von deinen Ferien, ja?"
Inzwischen in Wien hat der Dirigent und Pianist Palfi bei seinen Etüden völlig die Zeit vergessen. Als ihm endlich einfällt, dass ja seine Tochter heute aus dem Urlaub zurück kommt, ist es schon zu spät. "Ich muss die Resi anrufen, die geht am Nachmittag ja immer einkaufen, vielleicht kann sie Luise von der Bahn abholen und ins Imperial schicken. Dann können wir uns dort treffen." murmelt er vor sich hin und greift zum Telefonhörer.
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"Hallo, Resi, können sie in einer Viertelstunde am Hauptbahnhof die Luise abholen? Mir reicht es nicht mehr, ich danke Ihnen."  Gleich fährt auch schon der Zug aus dem Feriengebiet in Wien ein. Luise und Alinka sind zusammen gereist, weil sie beide aus der gleichen Stadt kommen und sogar in die gleiche Klasse gehen. Aber, dass Luise gar nicht Luise, sondern Lotte ist, hat Alinka bis jetzt nicht gemerkt."Wien, Endstation, bitte alle aussteigen, der Zug fährt ins Depot!" Auch am Wiener Hauptbahnhof herrscht reges Treiben.
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"Holt dich dein Vater ab?" fragt Alinka. "Ich weiss es nicht." Lotte ist etwas ängstlich. "Da vorne ist mein Bruder, und ich sehe auch Resi mit dem Einkaufskorb. Es ist sicher die, die dich abholen kommt, als ciao!" Zum Glück hat Alinka den Einkaufskorb erwähnt, Lotte hat nämlich noch keine Ahnung, wie die Resi aussieht. "Ah, da ist es ja, unser Luiserl! Komm, ich trag dir den Koffer!" Lotte ist glücklich, dass sie Resi gefunden hat und schaut sie heimlich von oben bis unten ganz genau an. "Oh, ich trage meinen Koffer schon selber, liebe Resi, ich habe in den Ferien viel Kraft geschöpft." "Na sowas?" wundert sich die Haushälterin.
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So kleine Mädchen können sich in vier Wochen Ferienheim schon etwas verändern. Also macht sich Resi auch keine Gedanken, als das "Luiserl" die Küche anschaut, als sähe es sie zum ersten Mal. "Du gehts jetzt gleich rüber ins Hotel Imperial, im RESTAURANT wartet dein Vater und freut sich auf dich." "Oh, ich freu mich auch und Lotte rennt los. Zum Glück hat ihr Luise, den Weg von Zuhause zum Hotel Imperial genau erklärt, es ist nur eine Strassenkreuzung weiter. "Nach rechts oder nach Links" überlegt Lotte, aber da sieht sie schon die grossen, goldenen Buchstaben des Luxushotels.
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"Möchten der Herr Kapellmeister einen Aperitiv?" "Danke Bradipo, ich warte auf meine Tochter, sie kommt heute aus den Ferien zurück. Wir werden später bestellen." Und da kommt Lotte durch die Tür in das vornehme Hotel und sieht sofort ihren Vater. "Wie elegant er ist!" Obwohl ihr die Knie zittern, erinnert sie sich, dass sie burschikos und lustig sein soll. "Hallo Vati, da bin ich wieder, wie geht's mit Komponieren?" "Oh, ganz gut, stell dir vor, Luiserl, ich komponiere nun eine Kinderoper. Findest du das gut?" "Klar Vati, das ist wunderschön, erzähl mir mehr davon." "Möchtest du nicht zuerst erzählen, wie es im Kinderheim am See war, habt ihr viel Spass gehabt?"  Dann kommt auch schon der Kellner und bringt zwei riesige Topfenpalatschinken für "Luise".  Lotte reisst sich überhaupt nicht um Süsses.
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"Ah, schau, Luise, da kommt Studienrat Rokko, er hat dir ein Geschenk mitgebracht." "Guten Tag, Herr Studienrat Rokko, das ist aber nett von ihnen." sagt Lotte und erinnert sich, dass ihr Luise von einem Stammgast Rokko im Imperial erzählt hat. "Das sind Pailletten aus Paris, die kannst du dir auf ein Kleidchen nähen, dann siehst du noch mehr aus wie eine Prinzessin." Lotte ist sichtlich erfreut über das Geschenk und Vater Palfy wundert sich ein bisschen. Seit wann freut sich seine Tochter über Nähkram. Aber dann kommt schon der nächste Begrüssungsgast an den Tisch.
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Es ist Hofrat Strobel mit Pepperl, dem kleinen Hund, der Luise über alles liebt. "Na geh schon hin, Pepperl, siehst du denn nicht, das Luiserl ist wieder da."  Aber Pepperl geht nur kurz an den Tisch und kehrt gleich wieder zum Hofrat Strobel zurück. "Ja, kennst du denn deine beste Freundin nicht mehr, du dummer Hund?" Aber der Hund hat eben gemerkt, dass das Luiserl nicht das Luiserl ist. Nun hat auch der Herr Kapellmeister sein Essen serviert bekommen. "Ich wünsche einen gesegneten Appetit, die Herrschaften." Bradipo verschwindet im Rückwärtsgang.
"Was ist denn, magst du keine Palatschinken mehr?" "Ach. Vati, Geschmäcker ändern sich, was hältst du davon, wenn ich ab heute immer das esse, was du isst?" Der Kapellmeister wundert sich zwar, aber er schmunzelt. "Und wenn ich nun Geselchtes esse, das magst du doch nicht?" "Hm, dann kann ich ja wieder Palatschinken essen."
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Inzwischen ist in München der nächste Tag angebrochen. Mutti und Luise als Lotte haben zusammen gefrühstückt, dann ist Festa in die Redaktion gefahren, und weil die Schulferien noch ein paar Tage andauern, hat sich Luise entschlossen, einkaufen zu gehen, um für die Mutter das Mittagessen zuzubereiten. Aber die Schwierigkeiten fangen schon vor der Tür an. "In welcher Strasse ist schon wieder dieser Metzger Mälzer?" Luise blättert in ihrem Oktavheft, da begegnet ihr ein freches Mädchen in ihrem Alter. "Nanu, Lotte, machst du nun auch schon auf der Strasse Schularbeiten, du Streberin?" Luise hat im Moment keine Ahnung, wer das ist, aber vielleicht konnte die ihr ja auf den Weg zum Metzger helfen. "Ich muss gerade zu Metzger Mälzer, kommst du mit?" 
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Jetzt wundert sich die Anni Habersetzer sehr, dass Lotte so kumpelhaft mit ihr einkaufen gehen will. "Hast du in den Ferien Friedenspfeife geraucht?" will sie wissen. "Warum? Ich bin immer friedlich." "Wir stehen übrigens schon seit zwei Minuten vor dem Laden, wolltest du nicht zum Metzger, also ich warte draussen?" Jetzt fällt Luise ein, dass es in Lottes Klasse ein freches Mädchen gibt, das immer die Kleineren triezt. Das musste sie sein. Aber der Name, wie war der Name? Sie blättert aufgeregt in ihrem Notizbuch, während der Metzger sie schon verwundert anschaut. "Das wird ja eine interessante Bestellung, Lottchen, was solls denn sein? Und seit wann treibst du dich mit der Anni Habersetzer herum?"
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Anni Habersetzer, das wars! Luise findet auch den Eintrag. Lotte sagt, sie schlägt kleinere Mitschüler und petzt Dinge, die gar nicht stattgefunden haben. "Ojeoje, danke, Herr Metzger, entschuldigen sie, ich bin in Gedanken immer noch in den Ferien, ha ha. Der Anni werde ich gleich noch die Meinung sagen."  Kaum aus der Metzgerei herausgekommen hebt Luise an. "Und glaube ja nicht, dass ich vergessen habe, dass du kleinere Mitschüler verprügelst, das nächste Mal kriegst du von mir eine verpasst und der Lehrerin werde ich alles erzählen." Dann geht es ins Kolonialwarengeschäft von Dolly Dama. Das ist gleich nebenan. Luise braucht Anni Habersetzer nicht mehr. "Der habe ich es aber gegeben!" freut sie sich.
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Erleichtert trägt Luise ihre Einkäufe nach Hause. Aber da wartet schon die nächste Herausvorderung. Sie hat noch nie gekocht. Höchstens einmal hat sie Resi beim Weihnachtskekse ausstechen geholfen und Puddingschüssel auslecken ist ihre Spezialität, aber so richtig kochen mit Fleisch und Kartoffeln?
"Kann ja nichts schiefgehen, wenn ich Lotte's Anweisungen befolge. Wo sind denn die KUECHENSCHUERZEN? Also zuerst, das Kochbuch ist im untersten Küchenschrank rechts."  Von Triumphgefühlen ergriffen schleppt Luise das Kochbuch hervor. "Das Fleisch machst du erst zum Schluss. Gut, also dann ran an die Kartoffeln, wo ist die Pfanne. Wie viel Salz gebe ich ins Wasser? Ein Pfund oder nur ein Halbes?"
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Immer wieder rennt Luise von der Pfanne zum Kochbuch, dann wieder zum Suppengrün, das sie vergessen hat, dann wieder zu den Kartoffeln, die natürlich nie kochen werden, wenn sie sie nicht auf die Flamme stellt. "Och, du liebe Güte, und in einer halben Stunde kommt Mutti. Ich brauche noch die Muskatnuss und das Reibeisen,  -oder war es das Muskateisen und die Reibnuss -, muss nochmals nachsehen." Die arme Luise ist schon ganz erschöpft, aber nicht vom Kochen sondern nur vom Hin- und Herrennen und auf die Uhr gucken. "Mein Oktavheft muss ich auch noch verschwinden lassen, sonst merkt Mutti alles."
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"Und Tisch gedeckt habe ich auch noch nicht, wo ist das Fleisch, warum kochen die Kartoffeln nicht, oh du lieber Himmel, in zehn Minuten kommt Mutti, die Nussreibe und die Eisennuss, das Fleisch darf ich nicht vergessen, oh, nein, alles auf dem Boden!" Es ist eben nicht so leicht, seine eigene Schwester zu sein.
Luise ist nur noch ein Häufchen Elend, als die Türe aufgeht. "Hallo, Lottchen, ich bin wieder da!" Aber es kommt keine Antwort aus der Küche.
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"Nicht schimpfen, Mutti, ich glaube, ich kann nicht mehr kochen." Eine Sekunde lang schaut Festa entsetzt auf das Durcheinander in der Küche, aber dann muss sie schmunzeln. "Aber Lottchen, Kochen verlernt man doch nicht." Das verzweifelte Kindergesicht hat sie so gerührt, dass sie ihre Tochter in die Arme schliesst und sagt. "Ich mute dir viel zu viel zu, kleine Mädchen müssen auch noch gar nicht kochen, ich werde das in nächster Zeit wieder selber machen. Du kannst mir dann ja zuschauen, vielleicht erinnerst du dich dann wieder."
Auch in der Küche von Resi in Wien ändert sich auch viel. "Wenn du möchtest, kann ich dir ja bei den Abrechnungen im Haushaltbuch helfen, Resi."
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Lotte rechnet eben leidenschaftlich gern. So ändert sich einiges auf beiden Seiten. Alle gewöhnen sich nach und nach, dass sowohl das Lottchen wie das Luiserl seit den Ferien etwas andere Gewohnheiten entwickelt haben. Auch Pepperl, der Hund von Hofrat Strobel findet sich leicht mit der neuen Luise ab, seit diese mehr Fleisch isst und er ab und zu einen Knochen abbekommt. Kapellmeister Palfy hingegen ist begeistert, als Luise plötzlich Interesse am Klavierspielen zeigt. "Ich werde dir Stunden geben! Du scheinst ja doch Talent zu haben!"
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Eines Tages sagt der stolze Vater zu Luise. "Weisst du was, du kannst heute abend mit in die Oper kommen. Ich werde Hänsel und Gretel dirigieren, das wird dir sicher gefallen." "In die Oper? Mit dir?" "Naja, ich werde dirigieren, du darfst oben in der Loge sitzen und ich werde dir auch mal kurz zuwinken!" Lotte ist ausser sich vor Freude und würde ihrem Vater am Liebsten um den Hals springen. Aber vielleicht wäre das zu indiskret für einen Dirigenten. Zu Hause aber tanzt sie, wie Luise es nicht hätte besser können, durch die Küche auf und ab. "Resi, Resi, ich darf mit in die Oper, wo ist mein Opernoutfit, was soll ich anziehen?"
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Lotte sitzt ganz allein in einer Loge und bewundert das riesige Opernhaus. Überall  Raunen vom Publikum und die Musiker stimmen ihre Instrumente. "Gleich wird Vati auftreten und mir zuwinken." Applaus erschallt. Der Dirigent erscheint auf der Bühne und winkt nicht nur in den Orchestergraben, auch in die Loge, in der Lotte sitzt, und vor Stolz beinahe zergeht. Die ersten Takte der Musik erklingen. Es kommt plötzlich ein kühler Lufthauch, die Türe hat sich kurz geöffnet und eine Person hat sich wortlos neben Lotte gesetzt. Der Dirigent blickt auch wieder nach oben, zwinkert und hebt seinen DIRIGENTENSTAB. "Er winkt noch einmal!" freut sich Lotte, doch dann sieht sie, dass die fremde Dame neben ihr auch leicht die Pfote hebt und zur Bühne winkt.
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Der Dirigent verschwindet nun in den Orchestergraben und die Aufführung beginnt. Es ist eine Oper und handelt von Hänsel und Gretel. Lotte verfolgt gespannt die Aufführung. Die Dame neben ihr packt allerhand aus ihrer Handtasche. Sie versucht nicht hinzusehen. Zuerst einen Operngucker, dann einen Lippenstift und schliesslich Pralinen, von denen sie einige rüberschiebt, als das Knusperhäuschen auf der Bühne erscheint. "Möchtest du auch ein wenig knuspern?"
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Vor Schreck schiebt sie Lotte von sich und so fallen die Pralinen von der Brüstung runter und direkt den Musikern unten auf den Kopf. "Ich muss sofort Luise Bescheid geben, sie hat mir von keiner Frau erzählt, die Vati zuwinkt. Vielleicht hat er sie erst in den Ferien kennen gelernt. Das ist gar nicht gut. Das ist gar nicht gut." Lotte wird noch misstrauischer, als nach der Vorstellung diese Dame auch zum Kapellmeister kommt. "Hat dir die Vorstellung gefallen, Luiserl?" fragt der Vater. "Ich habe dir ein Taxi bestellt, ich komme erst später nach Hause." Dann strömen auch schon scharenweise Leute herein, die den Dirigenten beglückwünschen möchten. Lotte geht sehr beunruhigt nach Hause und schreibt sofort an Luise.
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Inzwischen sind in München die sinkenden Leistungen der Schülerin Lotte aufgefallen. Luise hat nun mal andere Fähigkeiten als ihre Schwester. Ihre Mutti freut sich, dass sie so fröhlich und übermütig aus den Ferien zurückgekommen ist. Auch das Kochen lernt sie nun nach und nach 'wieder'. "Weisst du, was wir dieses Wochenende machen werden, Lottchen?" Die Mutter ist ganz aufgedreht aus dem Verlag nach Hause gekommen. "Herr Keck hat mir den ganzen Samstag frei gegeben, wir können in die Berge fahren und uns ein tolles Wochenende machen. Komm, worauf wartest du, wir packen!"
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Es wird das schönste Wochenende auf der ganzen Welt. Luise vergisst völlig, dass sie lügen muss, denn sie reden überhaupt nicht über Vergangenes, sondern nur, wie schön es ist, und wie glücklich sie im Moment sind. Aber der Brief von Lotte, in dem sie über ein gewisses Fräulein Gerlach schreibt, bereitet nun Luise doch auch Kopfzerbrechen. Dass Vati eine andere Frau haben könnte, ist unvorstellbar. Aber es scheint so.
"Du könntest deiner Tochter wenigstens sagen, dass wir so gut wie verlobt sind."
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Battamba macht ab und zu das Atelier vom Herr Kapellmeister sauber und bringt frisches Wasser für die Blumen. "Ihre Tochter wartet draussen, Herr Palfy, kann sie reinkommen?" Der Vater hat ihr schon lange keine Klavierstunden mehr gegeben, sie dachte, das hängt mit seiner Kinderoper zusammen, die er komponiert, aber da scheint offenbar dieses Fräulein Gerlach dahinter zu stecken. "Liebe Luise, du bist doch inzwischen schon ein grosses Mädchen."
Lotte's Augen sind angstvoll geöffnet, sie ahnt Schlimmes.
"Weisst du, ich denke, es wäre vielleicht auch für dich schön, wieder eine Mutter zu haben." Lotte schnürt es die Kehle zu. "Eine Stiefmutter?" Jetzt rollen schon die Tränen.
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Während sich der Komponist die Tränen zu Nutze macht, um für seine Oper noch ein paar sentimentale Stücke einzubauen, fragt Lotte zu Hause die Resi. "Wie komme ich eigentlich zur Rotenturmstrasse?" "Was willst du denn in der Rotenturmstrasse, das ist ja ganz am Ende der Stadt." Zielbewusst durchquert das verzweifelte Lottchen nun ganz Wien um an die Adresse von diesem Fräulein Gerlach zu kommen. "Na, sowas, welche Ehre, die Dirigententochter besucht mich persönlich, komm näher, möchtest du Tee oder Kakao? Hier ist auch etwas Konfekt für kleine Schleckmäuler."
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Lotte holt tief Luft und sagt nur einen Satz: "Sie dürfen Vati nicht heiraten!" Fräulein Gerlach lacht laut heraus. Es tönt wie lautes Geplätscher. "So? Und warum nicht?" "Weil sie nicht dürfen!" Lotte kämpft gegen die aufsteigenden Tränen und dreht sich an der Tür noch einmal um. "Bitte, bitte, nicht!"  Fräulein Gerlach bleibt brüskiert mit ihrem offerierten Konfekt sitzen. "So ein frecher Fratz, die hat mir doch nicht zu sagen, was ich zu tun habe." Sofort steigt Easy, also Fräulein Gerlach, ins Taxi und erscheint bei Kapellmeister Palfy im Atellier. "Stell dir vor, deine Tochter will mir befehlen, nicht deine Frau zu werden.
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"Ich habe ihr gar nicht gesagt, dass ich dich heiraten will, nur dass es doch schön wäre, wieder..." Frech verhaspelt sich etwas in Widersprüchen und haut dafür um so lauter in die Tasten. "Entschuldige, Easy, ich bin am Komponieren!" Inzwischen ist Lotte bei Resi zu Hause angekommen. Sie ist völlig verstört, und Resi setzt ihr das Abendessen vor. "Ich habe die Palatschinken extra mit Faschiertem gemacht, das magst du doch, Luiserl, was ist denn mit dir?" Lotte kann kaum über den Tellerrand gucken, so fertig ist sie. "Dann mache ich dir einen Tee." sagt Resi. "Um Himmels Willen du hast ja Fieber, ab ins Bett mit dir!"
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Lotte ist also ausser Gefecht gesetzt, und Luise in München wundert sich, dass ihre Zwillingsschwester nicht mehr schreibt.
Aber der Zufall kommt den zwei Schwestern nun zu Hilfe, und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. "Schauen sie mal, Frau Körner. ich habe da ein paar süsse Kinderfotos, ja, wo habe ich sie denn. Es ist ja Sauregurkenzeit, da kann  man sowas brauchen. Machen sie ein paar lustige Texte dazu, das können sie ja so gut."
Der Redaktor Keck wühlt in seinen Unterlagen. In wenigen Sekunden wird Festa eine grosse Überraschung erleben.
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"Ah, da sind sie ja, schauen Sie, Zwillinge, kaum zu unterscheiden. Und das in dieser idyllischen Umgebung. Machen sie das Beste draus. So eine halbe Seite, wenn es geht noch mehr, sie können das ja." Festa, als Luiselotte Körner, sperrt Mund und Nase auf, als sie die Fotos sieht.  Der Fotograf im Ferienort hat offenbar auf seine Frau gehört und ein paar Abzüge an Illustierte geschickt. "Das ist ja Lotte... zwei Mal!" Festa rennt nach Hause. "Diese fiesen kleinen Frauenzimmer haben ihre Rollen getauscht, na klar,  zu Hause wartet nicht Lotte auf mich, sondern Luise." Trotz des anfänglichen Ärgers, ist nun die Mutter sehr gerührt. Als sie zur Tür hereinkommt, empfängt sie schon der Duft des Mittagessens. "Oh Mutti, du kommst gerade richtig, ich bin gleich fertig." "Mmmh, das duftet ja himmlisch, du machst das ja wirklich wunderbar!" "Gell ja, ich wundere mich auch, wie schnell ich Kochen gelernt... ha... be.....
"L U I S E ! "
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Jetzt ist das Eis gebrochen. Luise plappert wie ein Wasserfall alles raus, was sie in den letzten Wochen in sich hineingefressen hat. "Es tut mir so Leid, Mutti, wir wollten euch nicht anlügen, aber es war die einzige Möglichkeit..", schluchz, freu, jetzt war endlich alles weg von der Seele. Noch nicht ganz alles. Sie essen nun erstmal und Luise beichtet und erzählt. Sie verschweigt aber, was Lotte über Fräulein Gerlach geschrieben hat. "Aber seit einer Woche hat Lotte nicht mehr geschrieben, ich mache mir Sorgen."
Zu Recht. Lotte hat nämlich ernsthaftes Nervenfieber. Das stellt Hofrat Strobel fest und verordnet absolute Ruhe und keine Aufregung. In diesem Moment klingelt das Telefon. "Ja, Palfy, wer ist dort? Ich habe keine Zeit, meine Tochter ist krank?"
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"Ich bin's, Luise, Vati, können wir nach Wien kommen, ich und Mutti?" Manchmal können auch Eltern aussehen wie Kinder vor dem Weihnachtsbaum. Er lässt beinahe den Hörer fallen, dann hört er die Stimme von Festa. "Entschuldige, Frech, es ist wirklich verrückt. Unsere Zwillinge haben sich im Ferienheim kennengelernt und haben jetzt die Rollen getauscht." "Du meinst, diejenige, die hier krank ist, ist gar nicht Luise?" "Nein, das ist Lotte, wie geht es ihr?"  Als der Hofrat hört, was los ist, sagt er: Lassen sie die Mutter kommen, Mütter sind die beste Medizin."
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Schon am nächsten Tag treffen Luiselotte Körner und ihre vertauschte Tochter in Wien ein. "Hallo Vati, ich bin wieder da!" "Mein Wildfang! Luise!" lacht der berühmte Dirigent und Komponist gerührt, während sich seine quirrlige Tochter ihm um den Hals wirft. "Wer ist Fräulein Gerlach, du musst mit ihr Schluss machen, jetzt hast du ja wieder Mutti!" sagt sie ohne Umschweife. "Ich und Lotte wollen nämlich immer zusammen bleiben, und ihr solltet dies auch versuchen. Die Unterredung mit Easy verläuft kühl. "Tut mir Leid, ich habe keine Zeit, ich muss rüber in die Wohnung zu meiner Tochter, die ist krank und ausserdem wartet dort meine Frau." "Was? Du meinst deine geschiedene Frau?" "Ja, mit dem anderen Zwilling, die haben sich vertauscht, es ist ganz verrückt, ich muss sofort wieder rüber."  Easy macht ein süffisantes Gesicht. " Das hat deine Geschiedene aber raffiniert eingefädelt."
"Ach was, sie weiss es auch erst seit gestern. Aber wenn du gehen willst, dann gehst du eben."
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Lotte wird schon wieder gesund als sie nur die Stimme von Luise und ihrer Mutter hört. "Ist jetzt alles gut?"
Ja, Ende gut, alles gut. Luise und Lotte wollen nie mehr getrennt werden, das haben sie sich geschworen. Und sie möchten, dass ihre Eltern wieder zusammen sind.
Nicht nur in dem Kinderbuch von Erich Kästner ist das schlussendlich geglückt,
auch in Gugellandia gibt es ein Happy End.
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Wir danken allen, die dieses Abenteuer mit den Zwilllingen Luise und Lotte mitgemacht haben.

 
Das doppelte Lottchen  (Fortsetzung)
Nach dem Schock bei der Begrüssung im Kinderheim, tappst Lotte mit hängendem Kopf auf ihr Zimmer, wo sie mit anderen Mädchen einen lustigen Sommer erleben soll. Die hatten sie alle angestarrt wie ein Gespenst und eines der Mädchen war sogar von ihr davon gerannt. Und jetzt musste sie mit denen am gleichen Mittagstisch sitzen. Lotte seufzt tief, schiebt ihre Sachen in ihr Fach , hievt den Koffer auf den Schrank und gibt sich einen innerlichen Schubs.
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Am Mittagstisch teilt die Köchin bereits die wunderbare Kräuterpilzsuppe aus. "Wo ist eigentlich die Neue, die so aussieht wie Luise?" tuschelt man an allen Tischen. Fräulen Miezi tritt zu ihren Schützlingen. "Hör, mal, Alinka, könntest du dich neben Chrugi setzen, wir brauchen den Platz hier für Lotte." Nicht nur Alinka brummt missmutig, auch Luise protestiert laut. "Dann vergeht mir ja glatt der Appetit.." Man hält neugierig Ausschau, ob die "Neue" endlich kommt. "Ah, da kommt sie ja," ein Raunen geht über den Mittagstisch. Ohne ein Wort setzt sich Lotte tapfer neben Luise und will anfangen, zu essen.
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Aber Luise tritt ihr unter dem Tisch so heftig gegen das Schienbein, dass sie fast aufschreit. Alle glotzen auf die zwei sich so ähnlichen aussehenden Mädchen, dass überall die Suppe kalt wird. "Ich habe keinen Hunger mehr." giftet Luise und zieht eine Schnute. Lotte löffelt tapfer weiter, aber sie würde am liebsten laut herausweinen. Die Mutter hatte noch zu ihr gesagt, es würde ihr sicher gut tun, unbeschwert mit anderen Kindern den Alltag zu teilen.  Am Lehrertisch gibt es auch kein anderes Thema.
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"Wir sollten vielleicht ihre Eltern informieren." findet Fräulein Miezi. "Nichts da, wir mischen uns nicht ein, in ein paar Tagen werden sie sich besser verstehen." Aber es sieht nicht so aus. Nach dem Essen verschwindet Luise mit ihren Freundinnen. Lotte hingegen hilft mit hängendem Kopf beim Geschirr zusammentragen. 
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"Ich habe dir doch gleich gesagt, du sollst ihr die Nase abbeissen." Franzi tutet auch noch ins selbe Horn. "Wenn eine so aussieht wie du, musst du ihr gleich zeigen, wer hier das Sagen hat. "Ich habe ihr während des Essen eins ans Schienbein getreten, sie hat fast geschrien!"  Friede - Freude - Sonnenschein? Nein, es knistert im Kinderheim. Fräulein Miezi macht sich leichte Sorgen. "Aber das wird sich legen, wenn die Zwei nebeneinander einschlafen. So kleine Gören haben doch immer viel zu flüstern und zu tuscheln, dann gibt es sicher auch was zu lachen..."
Es kommt der Abend und die Zeit, zu der kleine Mädchen zu Bett gehen müssen. "Huschhusch, alle in die Heia, ihr Lustigen, hat auch jeder die Zähne geputzt?"
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Alle hüpfen übermütig auf ihren Betten herum oder stehen zusammen und schwatzen bis Miezi in die Hände klatscht. "Ja, Wo ist denn das Fräulein Lotte, wenn ich um etwas mehr Pünktlichkeit bitten dürfte."  Aber Lotte hat absichtlich den Waschraum gemieden, bis alle wieder draussen waren, damit sie nicht noch einmal von diesen frechen Mädchen attackiert wird. Deshalb hat sie sich nun verspätet, dabei ist sie sonst ein Ausbund an Pünktlichkeit und sehr gewissenhaft.
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Als Letzte schleicht sie durch den Schlafsaal und drückt sich in die Kissen. Sie traut sich kaum zu atmen, weil sie Angst hat, ihr könnten die Tränen hochsteigen. Das Schlimmste war, dass nun ihre Mutti dachte, sie wäre sicher fröhlich mit anderen Kindern zusammen, dabei mochte sie hier niemand, man wünschte sogar, dass es sie gar nicht gäbe. Ganz tief drückt sie ihre Tränen ins Kissen, aber Luise hört trotzdem dieses leise Schluchzen in der Dunkelheit, und es trifft ihr Herz. "Nicht weinen, ich hab's nicht so gemeint." flüstert sie fast unhörbar rüber ins andere Bett und streicht Lotte leicht über den Pelz.
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Ob sie dies in ihrem Kummer wahr genommen hat, wissen wir nicht. Lotte weint sich in den Schlaf und Luise wirft sich noch eine Weile gedankenvoll in ihrem Bett hin und her, bis auch sie endlich einschläft. Der Zwerg "Heimweh", der sich nachts immer an die Betten schleicht, ist bei Tagesanbruch verschwunden, und übermütige Kinder rennen und summen wieder wie die wilden Bienen überall herum. "Los, kommt frühstücken, dann gehen wir an den See!"
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"Los, wann beisst du ihr nun endlich die Nase ab?" Luise's Freundinnen gefällt es gar nicht, dass die sonst "wilde Biene" plötzlich so nachdenklich ist. "Ich habe gesehen, dass die Neue mit einem Ruderboot auf dem See rumpaddelt." Franzi und Alinka wollen offenbar unbedingt, dass Luise der Konkurrentin die Nase abbeisst. "Los, komm, da ist sie, wirf dich in das Boot und übernimm das Ruder. Schmeiss sie ins Wasser, zeig ihr, wer hier der Chef ist." Luise aber wehrt sich. "Lasst mich doch, ich muss mir das erst überlegen." Aber bereits wird geschubst und gezogen. Sie zerren Luise zum Boot, in dem Lotte angsvoll sitzt und zuschaut.
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"Los, rein mit dir!" Luise stolpert schon beinahe auf das Boot.  Lotte erinnert sich an letzte Nacht, als ihr Luise zugeflüstert hat, sie solle nicht weinen - sie hätte es nicht böse gemeint." "Da, hopp, auf sie, und immer schön die Nase abbeissen, ha ha ha." Luise wird auf das Boot gestossen und ist ziemlich verwirrt. Normalerweise sagt immer nur sie, was getan wird, jetzt fliegt sie selber plötzlich wie ein Spielball durch die Luft. Am Ufer lachen die Mädchen und rufen: "Nase abbeissen, Nase abbeissen!" Lotte ergreift die Ruder und paddelt auf den See hinaus. Die kreischende Bande am Ufer verstummt und wundert sich.
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"Es war nur der Schock, weisst du, der erste Moment." stottert Luise und lächelt Lotte aufmunternd zu. Lotte ist voller Hoffnung und fragt neugierig: "Hast du noch Geschwister?" - "Nein, ich bin das einzige Kind." - "Ich auch." Eine Weile rudern sie schweigend auf dem See herum. "Was machen denn deine Eltern?" - "Ich habe nur noch einen Vater," sagt Luise, "darum bin ich ja auch so ein lautes Kind, sagt er immer." Lotte staunt über das fröhliche Lachen, das über Luises Gesicht huscht, wenn sie von ihrem Vater spricht. "Ich habe nur noch meine Mutti, aber es ist die beste Mutti der Welt."
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Sie haben einen kleinen Landgasthof erreicht und bestellen: "Zweimal Vergissmeinnichtsaft mit Strohhalm. Bitteschön!"  "Oh, ist das nicht zu teuer?" Lotte staunt. "Mein Vater ist Komponist und Dirigent und schickt mir immer eine Menge Taschengeld." - "Was arbeitet denn deine Mutter?" "Sie ist erfolgreiche Reporterin bei einer Münchner Zeitung. Sie schreibt ganz tolle Berichte über alles Mögliche."
 "Wann hast du denn Geburtstag?" "Am 14. Oktober, und du?" "Ich auch, ha ha ha." - "Und wo bist du geboren?"  "In Linz an der Donau." "Ich auch."  Das muss man natürlich erst einen Moment sacken lassen.
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 "Wir sind also Zwillinge, unsere Eltern haben uns nach der Geburt getrennt!"  "So muss es sein, dann zog der Vater mit dem einen Zwilling nach Wien und die Mutter mit dem anderen nach München." - "Und beide haben nie etwas gesagt!" Luise und Lotte fassen sich an den Pfötchen und seufzen. "Schöne Eltern haben wir!"
"Du, ich habe ein Foto von meiner Mutti im Spind. Möchtest du es sehen?" "Oh ja, und beide rennen los, ohne ihren Saft zu bezahlen. "Ja was sind denn das für neue Sitten?" schimpft die Wirtin. "Entschuldigen Sie, wir haben es furchtbar eilig!"
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Völlig ausser Atem kommen sie im Schlafsaal an, wo Lotte unter ihren Sachen das Foto der Mutter hingelegt hat. "Mach' es nicht so spannend, zeig es mir. Ich erinnere mich, dass Vati ganz früher mal ein Foto von ihr auf dem Regal hatte. Aber als er gesehen hat, dass ich es mir angeschaut habe, war es am nächsten Tag nicht mehr da. "Oh wie schön sie ist, ja, das ist sie, genau wie auf dem Regal, meine Mutti." Luise freut sich über alle Massen. "Unsere Mutti." seufzt Lotte. "Wir sind wirklich Schwestern!".  
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"Das soll aber unser Geheimnis bleiben." - "Na klar, aber weisst du was, wir werden noch etwas für Verwirrung sorgen. Kannst du mir mal ein paar Mäschchen verpassen, damit ich wirklich genau so aussehe wie du?" -"Ja, genau, und dann gehen wir so an den Mittagstisch und du tust so, als wärst du ich, setzt dich auf meinen, und ich komme später und setze mich auf deinen Platz.""Die werden Augen machen."
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Tatsächlich hören sogar alle auf, zu essen, als Lotte an den Tisch kommt. "Hey, das ist der Platz von Luise, nicht deiner." zischt Franzi, die sowieso schon eifersüchtig ist, weil Luise nun offenbar diese Neue doch akzeptiert hat. Aber gleich kommt nochmals Lotte durchs Gras gehüpft und setzt sich auf Lottes Platz. Na, wer ist denn nun wer? Alle staunen und wundern sich über das doppelte Lottchen.
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Am Lehrertisch hört man noch ein paar Laute, sonst sind alle mäuschenstill und gucken nur baff auf das indentisch gleiche Pärchen, was zweimal Lotte darstellt. Luise gibt es nicht mehr. "Das könnte die Luise sein, weil, die hat manchmal etwas verrückte Tischsitten." "Wer von euch ist denn nun wer? Schau mal unter dem Tisch, Karoline, Luise verteilt gern Fusstritte, wenn ihr was nicht passt."  Luise und Lotte müssen sich schon sehr das Lachen verkneifen.
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Alle nähern sich nun dem Phänomen und gucken wie gebannt, ob sie vielleicht herausfinden können, wer von beiden wer ist. "Ich habe eine Idee!" ruft Franzi. "Alinka geht doch mit Luise in die gleiche Klasse, die müsste sie am besten kennen. Sie soll herausfinden, welches Luise und welches die Lotte ist." Inzwischen haben sich auch die Fräuleins von der Kinderheim-Leitung um die Zwei geschart. 
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Alinka ist schnell zur Stelle. "Es ist so, Luise ist die Frechere von beiden. Mal sehen, ob ich das herausfinde." Sie guckt von der einen zur andern, dann zieht sie das am nähesten stehende Zopfmädchen am Mäschchen, zack und da hat sie schon eine Ohrfeige. "Das ist Luise!" lacht Alinka, und sie hat natürlich recht. Lotte hätte nämlich nicht mal Aua gesagt, wenn man sie an den Zöpfen gezogen hätte.
In den folgenden Tagen haben die Kinderheimbewohner nicht mehr viel von den zwei Lottchen.
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Sie stecken den ganzen Tag die Köpfe zusammen und reden. "Ich schreibe nun Vati, er soll mir ein Foto von sich schicken, damit du auch eine Ahnung hast, wie er aussieht, der Herr Kapellmeister, ha ha." Luise wird langsam wieder so lustig wie früher und Lotte nimmt es auch leichter. Es ist eben schön, eine Schwester zu haben.
Die Tage vergehen, und schon bald kommt Edi, der Busfahrer mit der Post. Miezi lässt ihren Roman sinken.
"Oh, ich höre das Tuten, Kinder, es gibt Post, euere Eltern und Freunde haben geschrieben!"
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"So viel Post!" seufzt Edi. "Ich kann es kaum tragen. Die Briefe und Karten kommen aus der ganzen Welt." Natürlich sind auch Pakete dabei, von den Omi's mit Süssigkeiten, aber alle stürzen sich gleich auf die Nachrichten von ihren Eltern. Auch für Luise ist ein Brief dabei. "Hier kommt Post aus Wien, Luise, von Kapellmeister Palfy, nehme ich an, hi hi." Jeder verzieht sich in eine gemütliche Ecke, um die Post zu öffnen. Luise eilt natürlich schnurstracks zu Lotte.
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"Da, schau mal, Vati hat geschrieben, hoffentlich hat er auch ein Foto beigelegt." Tatsächlich fällt gleich ein Foto heraus. "Warte noch mit ansehen, erst lese ich den Brief vor." Aber Lotte hat sich längst in den Dirigenten verguckt. "Das ist mein Vater." seufzt sie. "Unser Vati, Lotte, er gehört uns beiden." - "Er schreibt, dass er eigentlich ein Foto von sich als nacktes Baby auf einem Eisbärenfell schicken wollte.... ha ha, aber, weil ich unbedingt ein neueres Bild von ihm haben wollte, ist er sofort zum Fotografen gerannt und hat sich ablichten lassen."
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Lotte schaut immer noch fasziniert das Bild an. Da werden sie durch Wendy gestört. "Hey, Leute kommt mal, ich glaube, Chrugi muss getröstet werden." Tatsächlich sitzt die sonst so fröhliche und lustige kleine Chrugi völlig zerknittert hinter ihrem Brief und weint sich die Seele aus dem Leib. "Was ist denn passiert? Sag, können wir dir helfen?" Die Tränen rühren nun alle, jeder möchte Chrugi helfen, was auch immer es ist, das sie so zu Tränen rührt.
"Meine Eltern lassen sich scheiden!
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Luise und Lotte blicken sich kurz an und schauen dann verständnisvoll auf Chrugi. "Wie gemein, wenn man es so erfährt, während man im Kinderheim fröhlich mit anderen spielt." Alle sind entrüstet und versuchen Chrugi zu trösten. "Mein Vater hat eine andere. Schluchz, heul, was wird nun aus mir?"
Weil Chrugi in diesem Moment niemand helfen kann, ziehen auch Luise und Lotte wieder ihrer Wege. "Wie ist es denn bei Vati, hat er eine Freundin?" fragt Lotte ängstlich. Es ist längst klar, dass die beiden getrennten Zwillinge ihre Eltern am liebsten wieder zusammenbringen würden.  "Es gibt keine, von der ich weiss, dass er DU zu ihr sagt."
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Am Ende der Ferien werden diese Rabeneltern nämlich eine Überraschung erleben. Die beiden ZWILLINGSSCHWESTERn wollen nämlich die Rollen tauschen. Das bedeutet natürlich schon viel Vorbereitung. Wochenlang sitzen sie in Lori's Gasthof rum und kribbeln ihr OKTAVHEFT voll. "Vati isst am liebsten Geselchtes, das mag ich nicht, deshalb musst du dann TOPFENPALATSCHINKEN essen." "Ich mag aber lieber Fleisch als so viel Süssspeisen." murrt Lotte. Die Zwei sind völlig verschieden und müssen, um in des anderen Haut zu schlüpfen, noch sehr viel lernen.
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"Am meisten SCHWIERIGKEITEN werde ich mit dem Kochen haben. Kann ich mir nicht die Pfote einbinden und sagen ich hatte einen Unfall, oder ich sage einfach, ich habe das Kochen verlernt.""Ach Luise, es ist gar nicht so schwer, und Mutti ist ganz lieb, wenn du mal was verbockst, ist sie niemals böse."
Von der Heimleitung haben Luise und Lotte den Auftrag bekommen, sich beim Fotografen ablichten zu lassen und Fotos nach Hause zu schicken. Brav sind beide hingegangen, Luise hat sich probehalber ihre Zöpfe machen lassen und beide haben freundlich in die Kamera gelächelt.
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"Ach, es gibt doch nichts Schöneres als Zwillinge!" freut sich Knipps, der Fotograf und seine Frau ist gleich zur Stelle und meint. "Mach noch ein paar Abzüge mehr und schick sie reihum an die Illustrierten. In der Sauregurkenzeit reissen sich alle um so hübsche Zwillinge. "Denk doch nicht immer nur ans Geld, Frau, schau mal, wie süss, die Zwei sind!"
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Die Fotos sind recht gut geworden. Luise und Lotte versprechen mit hinter dem Rücken gekreuzten Krallen je ein Foto nach Hause zu schicken. Kaum sind sie ein Stück weit weg, werden aus den wunderschönen Bildern klitzekleine Fetzchen, die ins Land hinauswehen, oder im nächsten Fluss versinken.
Die beiden wollen ihr Geheimnis für sich behalten.
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In der nächsten Folge fährt Lotte als Luise nach Wien und Luise als Lotte nach München. Beide haben ihre Oktavhefte randgefüllt mit Informationen und natürlich ordentlich Muffensausen und Knieschlottern im Gepäck.


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