Wissenswertes über Vögel

präsentiert von Ringo, unserem Ornitologen
Ringo

Jahr
Monat

März 2019




 
 Stockente (anas platyrhynchos)
23. März 2019: Weil wir beide Schnäbel haben und die besten Freunde sind, möchte ich heute über meinen Freund Otto berichten. Er ist ein Erpel aus der Familie der Stockenten (Anas platyrhynchos), der zur Grossfamilie der Entenvögel gehört. Die anpassungsfähige Stockente ist die grösste und häufigst vorkommende Schwimmente in Europa. Stockenten bevölkern die ganze Nordhalbkugel und sind überall dort anzutreffen wo es Gewässer gibt. In Australien und Neuseeland wurden sie Anfang letzten Jahrhunderts auch eingebürgert.
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Männchen und Weibchen unterscheiden sich in ihrem Federkleid. Der Erpel hat einen grünmetallisch glänzenden Kopf, einen gelben Schnabel und einen weissen Halsring, sowie am Bürzel Lockenfedern. Das Weibchen hingegen ist hellbraun gefleckt und hat einen orangenen Schnabel. Beide haben einen blauen Flügelspiegel mit schwarz-weissem Rand. Die sehr ruffreudigen Enten unterscheiden sich auch in ihrer Stimmlage. Der Erpel schreit: "rääb-räb-räb-räb" mit abfallender Tonhöhe, das Weibchen "wak-wak-wak" oder "wäk wäk wäk". Zahlreiche Instumentallaute sowie eine Reihe von Rufen sind mit der Balz verbunden.
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So eine Stockente wird etwa 58 cm lang, wiegt durchschnittlich 1,5 kg, und hat eine Flügelspannweite von 95 cm. Zudem ist sie mit etwa 10'000 Daunen- und Deckfedern ausgestattet, welche vor Kälte und Nässe schützen. Die Ente fettet sich regelmässig das Federkleid ein. Die Bürzeldrüse an der Schwanzwurzel liefert hierzu das Fett. Was die Nahrung anbelangt, ist die Stockente anspruchslos. Samen, Früchte, Wasser-, Ufer-, Landpflanzen, Krebse, Kaulquappen, Frösche, Würmer, Schnecken, sogar Eicheln, Nüsse, Kartoffeln, einfach alles was im Schnabel Platz findet.
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Bei der Mauser verlieren sie die Federn und ersetzen diese durch neue. Juli bis August trägt das Männchen das "Schlichtenkleid" und sieht dem Weibchen täuschend ähnlich. Einzig die Farbe des Schnabels verrät ihn. Da der Erpel das Schwinggefieder ebenfalls wechselt, ist er während etwa 5 Wochen flugunfähig. Im Dezember ist die Entwicklung des Prachtkleides abgeschlossen. Im Herbst treffen sich die Erpel in Gemeinschaften, um zu balzen. Das gruppendynamische Erlebnis macht so viel Spass und wird bis zum Frühling fortgesetzt. Wenn dann die Enten kommen, ist Schluss mit Lustig, dann wird gekämpft. Die sich findenden Paare bauen gemeinsam ein Nest, danach verlässt der Erpel die Ente und zieht wieder seines Weges.
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Bei den Nistplätzen sind sie ebenfalls nicht wählerisch. Bei vielen ist bereits eine Verstädterung festzustellen. Auf Balkonen, Flachdächern, Schuppen und Ställen werden Nester gebaut. Zwischen 7-16 Eier liegen nun im Nest, die Brutzeit beträgt etwa 25-28 Tage. Nach 6-12 Stunden verlassen die geschlüpften Küken ihr Nest. Die Nestflüchter können sofort schwimmen und tauchen, und suchen sich die Nahrung von Anfang an selber. Sie laufen oder schwimmen aber demjenigen nach, den sie in ihrer ersten Lebensstunde gesehen haben. im Normalfall ist das die Mutter. Nach 8 Wochen können sie bereits fliegen, bleiben aber 50-60 Tage bei der Mutter und den Geschwistern.
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Bezüglich Wanderverhalten gibt es eine starke Variabilität. Die Enten aus Ost-Nordeuropa sind zuweilen Zugvögel. Die meisten aber sind Standvögel. Im Winter ziehen sie nicht in den Süden, bleiben an den Seen ihrer Geburt, obwohl sie gut fliegen können. Leider hat die Stockente auch Feinde. Ausser dem Jäger gibt es da Füchse, Marder, Waschbären, Greif- und Rabenvögel. Häufiges Ziel sind die Gelege der brütenden Enten, darum herrscht auch ein Überschuss an Erpeln. In freier Wildbahn wird so eine Ente 10-15 jahre alt, unter Pflege sogar 40 Jahre. Unser Otto ist noch sehr jung, hat das Schneeschlurpfen erfunden, probiert sich in allen möglichen Berufen, wie Koch und Gärtner. Aber egal was er mal wird, in unseren Herzen ist er schon. Euer Ringo

 
 Pfefferfresser (Selenidera piperivora) sowie Tukane allgemein
16. März 2019: Pfefferfresser (Selenidera piperivora), wie unser Klepf, gehören zur Famile der Tukane, welche 45 Arten umfasst. Sie leben ausschliesslich in Südamerka und sind mit den Spechten verwandt. Auffallend sind ihre bunten, grossen, grob gezähnten Schnäbel, die über ein Drittel der Körperlänge einnehmen.
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pfefferfresser
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Der Pfefferfresser gehört zu den eher kleineren Tukanen mit einer Körperlänge von 35 cm, während der Riesentukan bis zu 60 cm gross wird. Schön sind auch die Namensgebungen der verschiedenen Tukane wie z. B.: Feuerschwanz-, Braunohr-, Grün-, Blutbürzelarassari, Weissbrust-, Schwarzkopf-. Blattschnabel-, Gelbkohl-, Goldtukan und so weiter. Und jede Art hat unverwechselbare bunte Schnäbel, mit grün, orange, gelb, blauen unterschiedlichen Farbschattierungen und anderem Federkleid.
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Tukane sind Allesfresser, bevorzugen aber hauptsächlich Früchte und Insekten. Pfefferfresser sind im übrigen bekannt dafür, Paprikaschoten fast als Leibspeise zu betrachten. Sie leben überwiegend in den oberen Baumkronenregionen in feuchten und nassen Tropenwäldern. Fliegen ist nicht ihr Ding, wenn überhaupt, dann schwerfällig únd langsam, es ist dies eher ein Gleiten. Sie hüpfen nämlich geschickt durchs Geäst und finden immer sicheren Halt. Sie haben, und das ist die Gemeinsamkeit mit den Spechten, die gleichen Füsse. Zwei nach vorne und zwei nach hinten gerichtete Zehen.
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Die Tukane sind die Spassvögel des Dschungels. Sie sind verspielt und ziemlich laut. Der Riesentukan beispielsweise plappert unermüdlich, bei zu erwartendem Regen nimmt seine Geschwätzigkeit noch zu. Der ohrenbetäubende Ruf der Tukane ist im Dschungel über grosse Distanzen zu hören und klingt ähnlich wie lautes Quaken von Fröschen. Beim Fressen der Beeren und Früchte haben sie die Angewohnheit, diese in die Höhe zu werfen und sie auf diese Art in den Schlund fallen zu lassen. Das Beerenwerfen beherrschen sie perfekt, auch bei Rivalenkämpfen schmeissen sie die Beeren gegeneinander, eine  "Beerenballschlacht" im Urwald.
pfefferfresser
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Nachts formt sich der Tukan zu einer Kugel. Er legt den Schnabel auf den Rücken und klappt den Schwanz darüber. Dann sieht er aus wie ein gefiederter Ball. Der Schnabel sieht unheimlich schwer aus, ist aber in Wirklichkeit federleicht, weil er innen hohl ist. Zudem benutzt er den Schnabel als Klimaanlage. Da Vögel nicht schwitzen, brauchen sie eine andere Technik um ihre Körpertemperatur zu regeln. Wird es ihm zu heiss, pumpt er sein Blut in den Schnabel, damit es abkühlt, bzw. die zu hohe Körpertemperatur an die Luft abgegeben wird.
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Sie brüten vorwiegend in verlassenen Spechthöhlen, je nach Art auch in Erdhöhlen oder Termitenhügeln, die von den Feldspechten aufgehackt wurden. Beide Elterntiere, die im übrigen ein Leben lang zusammen bleiben, brüten, und oft wird jahrelang die selbe Höhle benutzt. Die Zahl der Eier variiert zwischen zwei und vier. Die Brutdauer beträgt durchschnittlich 16 Tage und nach 6-9 Wochen werden die Jungvögel flügge.
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Die Tukane lassen sich leicht zähmen, sind aber gegen Kälte sehr empfindlich. Sehr schöne und liebenswerte Vögel!
Euer Ornithologe Ringo


 
Möwen (Laridae)
09. März 2019: Da bin ich wieder, Ringo, das Schnabeltier, das über Vögel berichtet. Was liegt näher, als diesmal über ein Exemplar wie Guido ein paar Worte zu verlieren. Er gehört zur Familie der Möwen (Laridae), sowie zur Ordnung der Regenpfeiferartigen. Über 50 verschiedene Arten gibt es davon. Um nur einige zu nennen: Silber-, Herings-, Raub-, Dreizehen-, Lach-, Mantel-, West-, Sturm-Möwen und und und....
möwe
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Möwen sind weltweit verbreitet, am artenreichsten in den gemässigten und  kalten Klimazonen, auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel. Anzutreffen sind sie an den Küsten, sowohl am Meer als auch an den Seen. Sie sind aussergewöhnliche Segelflieger, besonders auch bei starkem Wind. Sie haben lange schmale spitze Flügel und einen gekrümmten Oberschnabel. Die grössten ihrer Art haben eine Flügelspannweite von 175 cm, ein Gewicht von 2'100 Gramm und eine Körpergrösse von 82 cm. Laut kreischen und schreien können sie alle gut.
möwe
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Je nach Art sind sie weiss-grau gefiedert, oft mit schwarzer Färbung an Kopf, am Rücken und auf den Flügeln. Möwen sind Allesfresser und das besondere an ihnen ist, dass sie Meerwasser trinken. Ja, Ihr habt richtig gehört. Sie sammeln das überschüssige Salz mittels einer angelegten Salzdrüse, und scheiden es über die Nasenlöcher wieder aus. Aus diesem Grunde sind sie auch bei Hochseeanglern mitten auf dem Meer noch anzutreffen. Verdursten müssen diese Vögel also nicht. 
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Möwen sind Bodenbrüter und meist in Kolonien lebend. Sie legen 2 - 4 Eier und verteidigen ihr Nest auf agressivste Weise. Räuber, wie Fuchs, Marder, Mensch, Falken, Adler oder andere Möwen haben es sehr schwer, wenn sie an die Jungen wollen. Abwechselnd werden die Eier von beiden Elterntieren bebrütet. Die Brutzeit hängt von der Art der Möwe ab. Manche benötigen 24, 28, 30 oder 32 Tage. 
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Die kleinen Küken können von Anfang an laufen und schwimmen, bleiben aber als Nesthocker sitzen und werden von den Eltern gefüttert. Bis zum Flüggewerden vergehen 3 - 9 Wochen. Die Möwen können ein Alter von ca. 30 Jahren erreichen. Und ein wenig frech sind sie ja auch. Wenn es ums Fressen geht, kennen sie keine Scheu einem das Brötchen aus der Hand oder der Pfote zu klauen. Das war's für heute, euer Ringo.


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