Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Januar 2025




 
 Ölpalme (Elaeis guineensis)
29. Januar 2025: Durch die zunehmende Zahl der Ölpalmen-Plantagen ist wegen der Gewinnung des Palmöls, ihr Ruf nicht der Beste. Dabei handelt es sich um einen wunderschönen Baum. Die Ölpalme (Elaeis guineensis) kommt ursprünglich aus Afrika, und wird heutzutage im tropischen Amerika und in Südostasien kultiviert. Der Baum gehört zur Familie der Fiederpalmen und produziert Fruchtstände, die ein Gewicht von bis zu 50 kg haben.
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Diese Palmen können bis zu 30 Meter hoch werden und erreichen unter günstigen Umständen ein Alter von bis zu 200 Jahren. Die durchschnittliche Lebensdauer liegt zwischen 80 und 100 Jahren. Die Idealtemperatur liegt zwischen 20 und 30 Grad, und die Palme fühlt sich in einem tropischen und feuchten Klima am wohlsten. Ein stark verzweigtes Wurzelsystem besitzt dieser Baum. Die höchste Wurzeldichte liegt 2 - 3 Meter von dem Baum entfernt, ein kleiner Teil reicht mehre Meter in die Tiefe und auch Luftwurzeln, die den Stamm bis 1 Meter bedecken können sind ein wichtiger Bestandteil dieser Palme.
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Die gefiederten Palmenblätter werden bis zu 7,5 Meter lang und verbleiben etwa 2 Jahre an dem Baum, bevor sie absterben und abbrechen. Pro Jahr werden 25 - 35 neue Blätter gebildet. Der Blütenstand besteht aus 5 -10 cm dicken Blütenstandsachsen, an denen spiralig etwa 200 Seitenachsen stehen, die sogenannten Ähren. Bei weiblichen Blütenständen sind die Ähren von dornigen Deckblättern umhüllt, wobei der lange Dorn auch am reifen Fruchtand erhalten bleibt. Männliche Ähren sind länger, die Deckblätter tragen aber keine Dornen. Eine einzelne Ähre trägt 700 bis 2'000 Blüten, ein Blütenstand besteht aber aus 150'000 bis 200'000 Blüten. Die Bestäubung erfolgt durch den Rüsselkäfer.Nach der Bestäubung braucht es 5,5 bis 9 Monate bis zur Reife. Die Frucht ähnelt einer Olive, sie hat einen harten Steinkern, der den Samen enthält und ein fleischig-cremiges Fruchtfleisch.
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Das Keimpflanzstadium dauert etwa 2 Monate, bis sich die Keimwurzel und das Keimblatt durch eines der drei Keimlöcher in der Schale bildet und ein neues Pflänzchen zum Leben erwacht. Auch als Zimmerpflanze ist diese Palme mit ihren dekorativen Blättern gut geeignet, sofern Zimmertemperatur und die notwendige Feuchtigkeit eingehalten wird.

 
 Allackerbeere (Rubus arcticus) und Moltebeere (Rubus chamaemorus)
22. Januar 2025: Die arktische Brombeere, auch Allackerbeere (Rubus arcticus) genannt, ist auf der Nordhalbkugel in den Gegenden Skaninaviens, Finnlands, Russland und Nordamerika beheimatet. Trivialnamen sind ferner: nordische Himbeere, schwedische Ackerbeere, Zwerghimbeere, Polarhimbeere. Sie gehört zur Famile der Rosengewächse.
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Die frostharte mehrjährige Allackerbeere wächst in feuchten Wiesen und in Mooren auf feuchtem kalkfreien Boden. Wächst häufig zusammen mit der Moltebeere. Sie sind aber leicht zu unterscheiden, da sie lilafarbene Blüten und rote bis dunkelrote Beeren haben. Die Moltebeere hingegen hat weisse Blüten und orange-gelbe Früchte.Die arktische Brombeere ist eine aufrecht wachsende ca. 15 cm grosse Staude. Sie sind dornenlos und hat wechselständige dunkelgrüne, gezähnte dreiteilig gefiederte spärlich behaarte Laubblätter. Die rosa bis pinkfarbenen Blüten erscheinen Juni und Juli. Reif sind die Früchte im Juli und im August. Beim Pflücken löst sich die rötliche Beere nicht vom Stiel, sondern sitzt fest an der Frucht. Die Früchte sind leicht verderblich und man kann sie nicht lange aufbewahren. Sie schmecken leicht säuerlich erinnern aber im Geschmack der Himbeere, sind jedoch merklich kleiner.
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Sie sind Insektenbestäuber und auch selbstbestäubend. Die Pflanze vermehrt sich durch Ausläufer und unterdrückt mit ihrem dichten und flachen Wuchs lästiges Unkraut. Der Bodendecker liebt es sonnig bis halbschattig, zieht sich im Winter in seine Wurzelballen zurück und treibt im Frühling neu aus. Wegen der Seltenheit und des ausgezeichneten Geschmackes ist diese Beere eine wertvolle Delikatesse und Handelsware. Berarbeitet wird die Beere zu Likör und Marmelade. Die getrockneten Blätterals, Tee verabreicht, haben eine antibakterielle Wirkung bei Erkältung und Halsschmerzen.
und hier ist die Moltebeere (Rubus chamaemorus)
Bekannt als "Lappland's Gold" und auch als Wahrzeichen von Lappland ziehrt die Beere auch die finnische 2-Euro-Münze. Die Moltebeere (Rubus chamaemorus) wächst jenseits des 50. Breitengrades. Zu finden auch in Kanada, in Sibirien und in Nordjapan. Trivialnamen sind Sumpfbrombeere oder Torfbeere. Sie haben wechselständige schwach handförmige fünf bis siebenlappige am Rand gesägte Laubblätter. Im Herbst färben sie sich in ein dunkel bzw. feuerrot. Mitte Mai bilden sich weisse, gelegentlich rote Blüten mit je vier bis acht, meist fünf Kron- und Kelchblättern. Hierbei sei gesagt dass, die Moltebeere im Gegensatz zu den anderen Rubus-Sorten nicht selbstbefruchtend ist.Die Früchte reifen Juli und sind bernsteinfarben.
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Die Moltebeere toleriert bis zu Minus 38 Grad, aber auch leichte bis mittelschwere Waldbrände, reagiert aber empfindlich auf Salze, auf Staunässe und  Trockenheit. Die Pflanze ist im gesamten Verbreitungsgebiet streng geschützt. Sie bildet unterirdische Rhizome, an denen 25 - 45 lange stehende Triebe an die Oberfläche kommen. Die Vermehrung erfolgt überwiegend über die Rhizome, man kann aber auch durch die Samen neue Pflänzchen züchten.  Es sind Kaltkeimer und benötigen mindstens eine 270 tägige Stratifikation und keimen dann erst bei Temperaturen ab 18 Grad. Am besten lässt man die Samen 1 Jahr im Tiefkühler, dann ist man auf der sicheren Seite, dass sie keimen.  Reife Moltebeeren haben einen süss-aromatischen Geschmack, der an Aprokosen- oder Apfelmus erinnert. Nicht zu vergessen ist die Verwendung als Heilkraut, gegen Gicht, Rheuma und vielem mehr. In vereinzelten Gärtnereien werden heutzutage diese Pflänzchen für Steingartenanlagen angeboten.
Euer Grünling

 
Orangenbaum (Citrus x sinensis)
15. Januar 2025: Auch als Kübelpflanze in unseren Breiten ist der Orangenbaum (Citrus x sinensis) geeignet. Im Sommer darf das Bäumchen nach draussen. Im Winter entweder ins Winterquartier bei 5 - 10 Grad, oder auch in die geheizte Stube. Der Baum ist ein Selbst- und Fremdbefruchter. Kommt es zu keiner Bestäubung durch ein Insekt, befruchtet sich die Blüte selbst. Das heisst, aus jeder Blüte wird eine Frucht.
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Der Orangenbaum gehört zur Familie der Rautengewächse und kommt ursprünglich aus dem subtropischen China. Es handelt sich dabei um keine natürliche Frucht, die Orange ist nämlich eine Kreuzung aus Manderine und Pampelmuse. Übrigens schrieb ich im Dezember 2020 im allgemeinen über die Zitrusfrüchte (hier der Link dazu). Der immergrüne Baum hat spiralig um die jungen kantigen Zweige angeordnete ovale am Ende zugespitze dunkelgrüne ledrige Blätter. Sein Blattwerk erneuert er etwa alle 2-3 Jahre. Die Plantagenbäume werden bis zu 10 Meter hoch, sind schön verzweigt und bilden eine runde Krone. Je nach Sorte und Grösse beträgt der Ertrag je Baum rund 100 - 200 kg. Unzählige Sorten findet man heutzutage in den Verkaufsregalen.
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Die kleinen weissen Blüten erscheinen zwischen Februar und Juni und riechen wohschmeckend nach Orangen. Bei der Reifung unter Kälteeinfluss verfärben sich die Früchte zu einem Orange. In heissen Ländern bleibt die Schale einiger Sorten auch nach der Reifung grün. Da die Früchte für unreif gehalten werden, werden die geernteten Orangen mit "Ethylen" entgrünt. Durch die niedrigen Temperaturen in Deutschland bekommen die Früchte immer eine orangefarbene Schale. Reife Früchte können im übrigen bis zu 14 Monate am Baum gelagert werden. Einmal gepflückt, reifen sie nicht nach.
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Zu beachten ist auch, dass der Orangenbaum viel Kalzium benötigt. So sollte er immer wiedermal mit kalkhaltigen Leitungswasser gegossen werden. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge. Da die meisten Orangen ohne Kerne gezüchtet wurden, ist es heutzutage schwer ein Orangebäumchen daraus zu züchten. Es funktioniert aber zuverlässig, sollte man an Kerne gekommen sein. Es muss auch nicht veredelt werden, nur die Zeit bis der Baum das erstemal zu blühen beginnt beträgt etwa 8-10 Jahre. Viel Geduld ist also gefragt.
Euer Grünling


 
 Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis)
08. Januar 2025: Lieutnant William Bligh bekam 1787 von König George, dem Dritten, den Auftrag, Stecklinge des Brotfruchtbaumes (Artocarpus altilis) von Tahiti zu den westindischen Inseln zu bringen. Diese langlebigen ertragreichen Bäume sollten als preiswertes Nahrungsmittel für die Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen dienen. Mitunter waren die Stecklinge schuld daran, dass es zur Meuterei kam. Aber ich will ja nicht über die Geschichte schreiben, sondern vielmehr über diesen interessanten Baum.
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Es ist dies ein tropischer immergrüner Baum, der zur Familie der Maulbeergewächse gehört. Ursprünglich kommt der Brotfruchtbaum aus der südostpazifischen Inselwelt und wird heutzutage als Nutzpflanze in Asien, Afrika, auf Hawaii, in Mittelamerika, in Brasilien und in der Karibik kultiviert. Zwischenzeitlich sind über 100 Kultursorten bekannt. Wegen des markanten Aussehens wird er auch gerne als Zimmerpflanze gehalten. Er verbessert die Raumluft und wegen des grossen dekorativen Laubes produziert er viel Sauerstoff. In der freien Natur wird er bis zu 30 Meter hoch und ist breitkronig.
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Die ganze Pflanze enthält einen hautreizenden milchigen Saft. Der Brotfruchtbaum hat wechselständige schraubige, ledrige, kurz gestielte, leicht schuppige und etwas behaarte nach aussen hin geteilte riesige Blätter. Die Blüten stehen nach Geschlechtern getrennt in den Blattachseln am Stamm. Die männlichen Blüten hängen herab, sind keulenförmig, gelb und bis zu 25 cm lang. Die weiblichen eher runden und grünlichen Blütenstände sitzen aufrecht am Trieb. Je Blütenstände sitzen jeweils 100 bis 1'000 sehr kleine Blüten. Aus dem weiblichen Blütenstand werden dann die Früchte gebildet.  Die grünen, bei Reife gelbgrünen bis grünbraunen rundlichen bis ellipsoiden oder eiförmigen warzigen Früchte werden bis zu 6 kg schwer.Die Früchte werden roh oder gekocht, sowie fermentiert gegessen. Sie werden grün geerntet, nach der Reife sind sie goldgelb und haben einen strengen süssliche Geschmack, Überreife riechen leicht nach Schweissfüssen. Aus dem getrockneten Fruchtfleisch wird Mehl hergestellt, die Samen in der Grösse von Kastanien sowie die männlichen Blütenkolben sind zum Essen da. Die Verwendung ist vielfältig, ähnlich der Kartoffel, man kann sie auch frittieren und die Früchte gelten als Grundnahrungsmittel. Bis zu drei Ernten stehen im Jahr an. Der Baum bleibt bis zu 70 Jahre ertragsreich. Es heisst, ein einziger Baum kann eine vierköpfige Familie ernähren. Auch in der Volksmedizin macht er sich seinen Namen. Geröstete Blüten helfen bei Zahnschmerzen, der Milchsaft bei Verstauchungen und Prellungen, die Rinde bei Kopfschmerzen.
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 Die samenlosen Varianten werden durch Verpflanzung der Wurzelschösslinge vermehrt, ansonsten gilt das Prinzip "Vermehrung" durch die Samen. Der Beschnitt der Wurzeln fördert das Wachstum der Schösslinge. Das Tropenkind mag es ganzjährig sonnig warm und luftfeucht. Als Zimmerpflanze sollte er immer über 20 Grad Raumtemperatur haben, hält aber auch kurzfristig Temperaturen um die 5 Grad aus.
Euer Grünling

 
 gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
01. Januar 2025: Über heimische Orchdeen habe ich ja schon viel berichtet, nur über den gelben Frauenschuh (Cypripedium calceolus) noch nicht, da er hier in Gugelandia nicht heimisch ist. Diese Orchidee hat ihr Verbreitungsgebiet in Nord-, Mittel-, und Südeuropa über Asien bis Japan. In Europa wächst der Frauenschuh von 0 - 2'200 Meter über dem Meer, im Himalaya sogar bis 3'640 Meter. Die Gattung der winterharten  Frauenschuh-Orchideen umfasst etwa 50 Arten, wovon nur der Gelbe in Deutschland wild wachsend ist.
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Trivialnamen sind: Butterballen, Frauenschüchlein, Herrgottaschüali, Kukuksschuh, Marienschüchlein, Pfaffaschüali oder Schlotterhose. Der Frauenschuh ist streng geschützt und steht auf der roten Liste.Zwischenzeitlich gibt es in den Gärtnerein verschiedenste Neuzüchtungen . Je nach Art und Sorte gibt es die Blüten in weiss, gelb, grün, braun, verschiedensten Rottönen, sowie oft gestreift, geflockt oder getigert. Die Sprossknospe, aus der im nächsten Jahr neue Triebe wachsen, sollten mit ausgebreiteten Wurzeln nur 2 cm mit Erde bedeckt werden. 
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Im Gegensatz zu den meisten anderen Orchideen hat der gelbe Frauenschuh keine Knolle. Er bildet verdickte Rizome als Speicherorgan aus und kann über die Rizome grössere Horste bilden. Die Pflanze lebt mit einem Pilz der Gattung "Rhizoctonia" in Symbiose. Die Ernährung erfolgt jahrelang über diesen Pilz, bevor das erste grüne Blatt nach etwa 4 Jahren angesetzt wird. Bis zur Blütenreife kann es 16 Jahre dauern. Die einzelnen Individuen können mehrere hundert Jahre alt werden. Es handelt sich überdies um eine sogenannte Kesselschattenblume. Der aprikosenähnliche Duft der Pflanze lockt dann die Insekten an.
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Die Pflanze hat eiförmige bis fächerförmige grüne Blätter die spiralig oder gegenseitig angeordnet sind. Die Einzelblüten bestehen aus vier abgespreizten Kelchblättern und einer pantoffelförmigen Lippe. Wachsen tun sie in schattigen Laubwäldern oder an buschigen Berghängen. Die Blütezeit ist Ende Juni oder Anfang Juli. Einmal im Jahr blühen sie etwa für sechs bis acht Wochen. Die Vermehrung erfolgt durch Teilung. Die Samen haben eine parasitäre Beziehung zu einem, wie oben erwähnt, bestimmten Pilz. Der Boden soll locker, nicht zu trocken sein und keine Staunässe haben. Solange es sich um gärtnerische Kreuzungen und keine Wildarten handelt, wird man an diesen exklusiven Schattenstauden viel Freude haben.
Euer Grünling


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