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Gartenecke: September 2025
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| Bartfaden (Penstemon) |
| 24.
September 2025: Über 275 natürliche Arten gibt es davon.
Die Rede ist vom Bartfaden
(Penstemon),
der eine artenreiche Gattung in seiner Heimat, Nord und Zentralamerika
bildet. Die einzelnen Arten besiedeln sehr unterschiedliche Habitate,
von Wüsten bis Sumpfwäldern, und von den Meeresküsten zu den
Hochgebirgen. Die unterschiedlichen Arten vom Pflanzensammler "John
Mitchell" wurden bereits 1748 veröffentlicht. So ist es nicht
verwunderlich, dass bereits Anfang des 19 Jahrhunderts von diversen
Gärtnereien verschiedene Bartfaden-Arten angeboten wurden und die
ersten Hybriden davon entstanden. |
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| Bis 1900 wurden so über 550 neue Sorten angeboten. Je
nach Art erreichen diese Pflanzen Wuchshöhen von 10 cm bis 3 Meter.
Diese Braunwurzgewächse gehören zur Haupt-Familie der Wegerichgewächse.
Der Bartfaden ist mehrjährig, verträgt aber keine nassen Winter. Er
besitzt meist schmale lanzettliche Blätter, die gegenständig angeodnet
sind. |
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| Die Blütezeit reicht von Mai bis August, oft bis in den
Herbst hinein. Die filigranen glocken- oder röhrenförmigen nur wenige
cm grossen Blüten besitzen
fünf Staubblätter, von denen nur vier mit Staubbeuteln besetzt sind.
Das fünfte Staubblatt ist mit langen Haaren bestückt, was
schlussendlich den Namen "Bartfaden" ergab. Die Blüten, die eine
wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln sind, stehen in Wirteln
oder rispigen traubenartigen Blütenständen. Die Blüten sind fünfzählig
mit doppelter Blütenhülle. Farbmässig ist so fast alles möglich, die
Kronblätter sind rosa bis prupurfarben, blau, rot, gelb oder weiss.
beziehnungsweise mehrfarbig. |
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Nach der Bestäubung bilden sich Kapselfrüchte mit
vielen
Samen. Die Bartfaden benötigen einen sonnigen Standort, tolerieren aber
auch Halbschatten. Im Sommer kann man sie über Stecklinge vermehren,
sie müssen dann aber frostfrei überwintern. Auch durch die Samen
erfolgt die Vermehrung. Einige Arten lassen sich auch teilen. Blühende
Rispen sind auch ein haltbarer Vasenschmuck. Abschliessend sei erwähnt,
dass die Planze weder für Mensch noch Tier giftig ist, und dass die
nordamerikanischen Indianerstämme Pflanzenteile gegen Zahnschmerzen
einsetzten.
Euer Grünling |
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| Purpurglöckchen
(Heuchera) |
| 17.
September 2025: Für alle, die einen Schattengarten ihr
eigen nennen, ist das
Purpurglöckchen (Heuchera)
die ideale Pflanze. Trivialnamen sind Bronzeglöckchen, rotblättriges
Silberglöckchen oder Schattenglöckchen. Sie gehören zur Familie der
Steinbrechgewächse. Mit ihren 37 - 50 Arten ist ihre ursprüngliche
Heimat Nordamerika von Kanada bis Mexiko. Zahlreiche bald
unzählbare Neuzüchtungen und Hybriden gibt es davon. Jährlich
kommen viele Neue hinzu. |
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| Diese immergrünen horstbildenden und winterfesten
Stauden können
bis zu 145 cm hoch werden und haben unterirdische verzweigte Rhizome,
die mit Schuppen besetzt sind. Interessant sind die verschieden
farbigen und verschieden geformten Laubblätter. Sie alle stehen
zusammen an einem aufrechten Stängel in Rosetten mit ein- bis fünf
wechselständigen Laubblättern. |
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| Die grünen oder bronze- bis purpurfarbenen Blätter sind
rundlich bis länglich, ei-, nieren-, herz-, oder handförmig. Die
fieder-nervigen Blattflächen sind glatt bis drüsig und teils
behaart und klebrig. Der Blattrand ist gekerbt, gezähnt oder gesägt.
Blütezeit
ist von Mai bis Juli und das je nach Sorte in weiss, rosa und rot. In
verzweigten schirmtraubigen Gesamtblütenständen stehen 100 bis 1000
Blüten und Tragblätter zusammen. Die fünfzähligen Blüten sind meist
glockenförmig. Sie weisengrüne, weisse, cremfarbene bis gelb oder rosa-
purpurfarben oder rote Blütenbecher auf. Die Kelchblätter sind oft grün
bis rot gemustert. |
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Nach der Blüte bilden sich zweischnäblige Kapselfrüchte
mit schwarz-braunen Samen. Diese sind eiförmig, ellipsoid oder
spindelförmig. Und auf der anderen Seite der Kapselfrucht sind die
Samen konvex, stachelig oder glatt. Die Vermehrung erfolgt durch
Teilung der Rhizome, durch Streuen der Samen oder im Frühling durch
Kopfstecklinge in Anzuchterde, die dann in kürzester Zeit Wurzeln
bilden. Alle Teile der Pflanze sind ungiftig. Das Purpurglöckchen ist
aber bestens geeignet als "Schneckenabwehr" wegen der rauen und
behaaten Blätter, aber leider ist sie gegen den Dickmaulrüssler nicht
resident. Die Pflanze selber hat die Angewohnheit mit der Zeit den
Wurzelballen nach oben zu ziehen. Also tief pflanzen und sobald der
Wurzelstock nach oben ragt, mit Rindenhumus oder Kompost anhäufen.
Abschliessend ist noch zu erwähnen. Das Purpurglöcken ist auch als
Topfpflanze oder für den Balkon geeignet. Stehen sie feucht genug
vertragen sie auch Sonne in Massen.
Euer Grünling |
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| Funkien (Hosta) |
| 10.
September 2025: Funkien (Hosta)
kommen ursprünglich aus Japan, aus China, Korea und Russland. Dort
leben die Wildarten in kühl-feuchten Bergwäldern. Sie gehören zur
Famile der Spargelgewächse, sowie zur Unterfamilie der Agavengewächse.
Unter dem Trivial - Namen Herzblattlilien kennt man sie. 22
verschiedene Hosta - Arten gibt es, sowie zahlreiche Varietäten. |
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| Die Pflanzen bilden grosse oft verzweigte Rhizome,
woraus spiral
angeordnete Laubblätter mit langen Blattstielen wachsen. Die Blätter
sind vielfach gefärbt. Je nach Art und Sorte sind diese gelb,
stahlblau, grün, cremeweiss, gelbgrün oder dunkelgrün, gemustert oder
panaschiert. Es gibt sie sowohl in Miniatur- als auch im XXL Format .
Es können dies herz- bis spatelförmige oder lanzettliche Blätter
sein. |
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| Die Pflanzen können 80 cm hoch werden, und einen Umfang
von einem Meter haben. Es kann auch vorkommen, dass sich neue
Hosta-Sorten bilden und so andere Blattfarben besitzen. Im
Juni / Juli bilden sich traubige Blütenstände mit weissen bis blauen
Blütenhüllblättern. Sie sind ährig bis glockenförmig. Danach werden
Kapselfrüchte mit vielen schwarzen geflügelten Samen gebildet. |
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Die winterharten und mehrjährigen Funkien sind bestens
geeignet für schattige und halbschattige Gartenbereiche. Auch lassen
sie sich gut in Kübel pflanzen. Wichtig sind grosse Feuchtigkeit, aber
keine Staunässe und keine pralle Sonne. Aufpassen:
Die Pflanzen gehören zur Leibspeise von Nackt- und Gehäuseschnecken.
Die Vermehrung erfolgt durch Grossziehen vom Samenkern und
durch
Teilung.
Euer Grünling |
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| Spanisches Moos
(Tillandsia usneoides) |
| 3.
September 2025: Ein
wichtiger Bestandteil der Sümpfe in Louisiana sind die
Mississippi-Alligatoren. Wir wollen uns aber heute nicht der Population
der Alligatoren widmen, sondern dem spanischen
Moos (Tillandsia usneoides), welches dort heimisch ist.
Trivialnamen sind: Louisianamoos, Ziegenbart und Feenhaar. Hinter
der Namensbezeichnung "Cabello de Hadas" verbirgt sich die Geschichte,
dass Lousianamoos das Haar einer Prinzessin war, die an ihrem
Hochzeitstag getötet wurde. Aus Trauer soll der Bräutigam die Haare von
ihr abgeschnitten und an einen Baum gehängt haben. Durch den Wind wurde
das Haar dann im ganzen Land verteilt. |
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| Das spanische Moos gehört zur Familie der
Bromeliengewächse. Die
Heimat liegt in den Südstaaten der USA bis nach Argentinien und Chile.
Mittlerweile wurde diese Pflanze auch in anderen Ländern mit ähnlichem
Klima eingebürgert. Es gibt sehr formenreiche Varietäten und Typen mit
sehr dünnen Trieben bis hin zu dickeren Strängen. Diese
Aufsitzerpflanzen, man nennt sie "Epiphyten",
leben auf Bäumen, Ästen, Kakteen, Felswänden, Stromleitungen und
Dächern. Nur als Sämling bildet dieses Moos kleine Keimwurzeln aus,
danach lebt diese Pflanze völlig ohne Wurzeln und kann bis zu 6 Meter
lang werden. |
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| Die Wasser und Nährstoffversorgung erfolgt allein durch
Regen und
Luft. Pro Trieb wird nur eine stiellose unscheinbare grünliche Blüte
gebildet. Daraus ergeben sich später Samen mit Flugfallschirmen. Alle
Pflanzenteile mit Ausnahme der Blüte sind mit Saugschuppen dicht
bedeckt und sehen silbrig grau aus. Wenn
die Pflanzen feucht sind oder im Regen hängen, wird aus den
Saugschuppen die Luft vom Wasser verdrängt und die Pflanze wirkt
grünlicher. Diese Luftpflanzen mögen keine direkte Sonne und eine hohe
Luftfeuchtigkeit. Idealtemperatur
tagsüber liegt bei 16 - 22 Grad, Nachts bei 14 - 18 Grad. Die
Temperaturtoleranz für wenige Tage liegt bei 5 - 43 Grad. |
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Die Vermehrung erfolgt durch Abtrennen der Pflanze. Da
das
spanische Moos keine Haftwurzeln bildet, genügt es, wie zum
Beispiel im Terrarium, die Pflanze mit Draht zu fixieren. Auch im
Badezimmer mit Fenster und ausreichend Licht kann man das Moos in eine
Blumenvase ohne Wasser oder an Sonstigem aufhängen. Mit täglichen
Besprühen wird das Moos viel Freude bereiten und in die Länge wachsen.
Übrigens wurde früher Verpackungsmaterial aus dem Spanischen Moos
gemacht. Auch in Polstermateral für Sofas und Matratzen fand es
Verwendung. Schliesslich kam man davon ab, da sich dann gerne
Tiere darin einnisteten.
Euer Grünling |
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