Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Oktober 2025




 
 Tigerblume (Tigrida pavonia)
29. Oktober 2025: Vorweg an alle Gärtner und Liebhaber von Lilien. Lilien enthalten ein bisher unbekanntes und sehr gefährliches Gift für Katzen. Diese Pflanzen sind also eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Samtpfoten. Auch der Blütenstaub, der aus dem Fell geleckt wird oder das Wasser aus der Vase ist eine echte Gefahr. Werden Pflanzenteile aufgenommen, so wirkt das Toxin bereits nach wenigen Stunden und kann zum Tode der Katze führen. Deshalb sollten diese Pflanzen in einem Katzenhaushalt strikt gemieden werden. 
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Nun aber zur Vorstellung der Tigerblume (Tigridia pavonia). Diese Pflanze gehört zur Familie der Schwertliliengewächse. Die ursprüngliche Heimat liegt in Südamerika, den westindischen Inseln, sowie im südlichen Teil Mexikos und der Südspitze Floridas. Davon gibt es 59 Arten sowie viele Neuzüchtungen. Die Tigerlilie verfügt über eine Knolle, ist also ein Zwiebelgewächs. Das besondere an dieser Pflanze ist die auffällige Musterung der Blüte, die an das Fell eines Tigers erinnert. Zudem ist die Kurzlebigkeit der einzelnen Blüten auffallend. Sie halten nämlich nur einen Tag, aber keine Sorge. Die Pflanze produziert während 2 - 3 Wochen immer wieder neue Knospen.
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Bestäubt werden die Tigerblumen in ihrer Heimat durch Kolibris, danach bilden sich dreifächrige Kapselfrüchte. Der Farbpalette dieser Blumen sind fast keine Grenzen gesetzt. Gelb, weiss, rosafarben, lila, pink, verschiedenste Rottöne und in der Mitte ein auffallendes "Tigerfellmuster". Die Blütezeit ist im Juli und im August. Ob im Garten oder im Topf, die Pflanze benötigt Vollsonne, und darf wegen des Wasserspeichers in der Zwiebel nicht zu viel gegossen werden.
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Am besten ist es, die Zwiebeln wegen Frostgefahr im Spätherbst im trockenen Keller für nächstes Jahr zu lagern. Die Tochterzwiebeln sind abzutrennen  und im Frühling als Vermehrung neu zu setzen. Übrigens kann man die Knollen dieser Gattung der Tigerlilie gegart essen und schmecken dann wie eine Süsskartofffel, deshalb wurde diese Pflanze von den Azteken hoch geschätzt. Unsereins hat mehr Freude an den schön gezeichneten Blüten.
Euer Grünling

 
 Lederhülsenbaum (Gleditsia driacandhos)
22. Oktober 2025: Die amerikanische Gliditschie (Gleditsia driacandhos), auch Lederhülsenbaum genannt ist in den zentralen und westlichen Gegenden Amerikas heimisch und wächst dort in gemischten Wäldern, meist entlang von Flussufern. Bei uns in Europa ist der Baum invasil und ist in Parks und in Strassenalleen, sowie in Gärten anzutrefffen. Der Baum gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Trivialnamen sind dreidornige Gledischia, Honigdorn, Federbaum und falscher Christusdorn. 
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Dieser völlig winterharte schnellwachsende Baum toleriert trockene und sandige Böden, auch lange Trockenperioden scheinen ihm nichts anzuhaben. In den ersten zehn Jahren wächst er rasant zu einem 15 - 20 Meter hohen Baum heran. Im hohen Alter erreicht er Wuchshöhen bis zu 40 Meter. Der Stamm und die Zweige sind oft dornenbewehrt mit grossen Büscheln stark verzweigter grünlich-rötlich bis graubräunlichen Dornen, die bis zu 20 cm lang werden. Die gestielten wechselständigen Laubblätter sind gefiedert und Ende Oktober bekommen sie eine schöne goldgelbe Herbstfärbung.
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Die Blütezeit ist in den Monaten Juni und Juli. Sie duften stark nach Honig und werden von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten besucht. Die zahlreichen fast grünlichen Blüten sind in traubigen Blütenständen verteilt angeordnet. Sogar die Dornen können sich in Blütenstände umwandeln. Auffällig sind dann die länglichen schmalen ledrigen Hülsenfrüchte, die im Herbst und im Winter herabhängen. Sie werden 25 - 50 cm lang und 2,5 bis 4 cm breit. Die Früchte sind unregelmässig verdreht und oft wellig oder sichelförmig oder gebogen und verfärben sich bei Reife in ein rot bis dunkelbraun. Die bis zu 25 hartschaligen Samen in den Hülsen sind glatt, hell bis dunkelbraun, abgeflacht elliptisch bis eiförmig. 
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Für die Ausbreitungsstrategie dienen Pferde und andere Huftiere, welche die nahrhaften Hülsenfrüchte fressen und die unverdauten Samen über Kot ausscheiden. Die früheren Präriemammuts, die Mastrodontis und die Riesenfaultiere waren für die Verbreitung dieser Bäume verantwortlich. Die Blätter dieses Baumes gelten als giftig, die Samen und die Hülsen sind aber essbar. Die sehr robuste Baumart kennt auch keine Pflanzenkrankheiten und ist auch für Schädlinge uninteressant. Davor, sie selbst zu vermehren, rate ich ab, da die Bäume in jungen Jahren sehr viel Wasser benötigen. Spezielle Baumschulen veredeln die Lederhülsenbäume und so gibt es heutzutage viele Sorten die sogar dornenlos sind.
Euer Grünling

 
 Prachtspiere (Astilbe)
15. Oktober 2025: Glücklich, wer ein Schattengärtchen sein Eigen nennen kann. Kaum eine andere Pflanze zeigt ihre Blühfreudigkeit an lichten oder schattigen Plätzen so üppig wie die Prachtspiere (Astilbe). Sie gehört zur Familie der Steinbrechgewächse und ihre Heimat bzw. das Hauptverbreitungsgebiet ist Ostasien von Japan bis Indonesien, sowie nördlich bis in den Himalaya und südwärts bis Neuguinea. Nur eine Art ist im östlichen Nordamerika beheimatet.
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Selbst im tiefsten Schatten zeigt die Prachtspiere ihre Blühfreudigkeit. 35 verschiedene Arten gibt es davon sowie zahlreiche Hybriden in unterschiedlichsten Blütenfarben. Am besten ist die Pflanze im halbschattigen Gartenbereich oder am Teichrand aufgehoben. Generell gilt, je sonniger der Standort, desto feuchter muss der Boden sein. 100 bs 200 cm werden die Blütenstängel hoch. Unterirdisch werden Rhizome gebildet.
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Diese winterfesten Pflanzen entwickeln Grund- und Stängelblätter. Die wechselständigen Laubblätter sind glänzend und die Blattspreiten sind ein bis mehrfach gefiedert. Die Fiederblättchen sind oval bis rhombisch oder lanzettlich. Die Ränder sind gezähnt. Die grossen endständigen oft auch verzweigten Blütenstände sehen fiederartig aus und bestehen aus 500 bis 2000 Blüten. Die einzelnen Blüten sind fünfzählig. Das Farbspektrum reicht von weiss über cremegelb, vom rosa bis zum dunkelblau, vom kaminrot bis zum violett.
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Von Juni bis September ist Blütezeit. Die Blütenstängel eigenen sich auch hervorragend zur Verarbeitung eines Trockenstrausses. Nach der Bestäubung bilden sich zwei bis dreischnebelige Kapselfrüchte mit geflügelten braunen Samen. Die Vermehrung erfolgt durch teilen der Rhizome oder durch die Samen. Alle Teile der Prachtspieren sind nicht giftig, die jungen Blätter werden gerne als Tee verwendet.
Euer Grünling

 
 Flammenbaum (Delonix regia)
08. Oktober 2025: Diesmal zieht es uns in wärme Gefilde als bei uns und so möchte ich den Flammenbaum (Delonix regia) vorstellen. Die ursprüngliche Heimat dieses Baumes ist Madagaskar. Erst 1829 entdeckt und 1860 von einem Niederländischen Botaniker beschrieben. Heutzutage ist er auf den Kanaren, in Florida, in Ägypten, in der Karibik als Zierbaum und Schattenspender zu finden. Es ist dies ein Johannisbrotbaum und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler.
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Im tropischen Bereich ist der Baum immergrün, in kühleren subtropischen Breiten ist er sommergrün. Die Blütezeit erfolgt in Pakistan in den Sommermonaten, in China Juni bis Juli, in Australien Ende November bis Februar, die Nachblüte erfolgt bis Mai. Der Flammenbaum ist nicht frosthart und verträgt keine Lufttemperatur unter 7 Grad. Aus diesem Grunde wird er in unseren Breiten als exotische Kübelpflanze gehalten und gehört in den kalten Jahreszeiten im Wintergarten bei gleichbleibender Temperatur um 20 Grad.
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Der Baum hat wechselständige an den Zweigen angeordnete gefiederte flaumig behaarte Laublätter. End und seitenständig wird ein traubiger Blütenstand gebildet. Die orangeroten Blüten sind fünfzählig. Die vier Kronblätter sind leuchtend rot, ein Kronblatt (die "Fahne") ist grösser und weiss  oder gelb mit rot gezeichnet. Die Bestäubung erolgt durch Vögel. Die ausgereiften gekrümmten Hülsenfrüchte verholzen und tragen innwendig 20 bis 30 gelblich und braun gefleckte glatte und harte Samen, die im Aussehen und der Grösse ähnlich der Pinienkerne sind.
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Die weit ausreichende Krone kann 12 bis 20 Meter breit sein und ist ein Schattenspender par excellence. Einige Sorten haben auch eine andere Blütenfarbe, weisslich, orange oder verschiedene Rottöne. Die Vermehrung erfolgt über die Samen oder als Stecklinge. Allerdings sind dann die ersten  Blüten frühestens ab dem 8. Jahr zu erwarten.Der Baum benötigt einen sonnigen Standort. Abschlussmässig muss ich noch erwähnen, dass Rinde, Blüten, Blätter, Samenhülsen und insbesondere seine Samen toxische Glykopeptide enthalten und von Kindern und Tieren fern zu halten ist.
Euer Grünling


 
Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
01. Oktober 2025: Wer sagt es denn. Unverhoffte Besuche können auch sehr nützlich sein. Als Mitbringsel wurde mir ein indianisches Blumenrohr im Topf geschenkt (dieses stellte ich bereits vor, siehe Link). Zu meiner Verwunderung spriesst mittendrin ein anderes Pflänzchen, was sich höchstwarscheinlich durch den Wind mit einem Samenkorn breit gemacht hat.  Es handelt sich dabei um den Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
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Botanisch betrachtet handelt es sich dabei um ein Knöterichgewächs, was mit dem Sauerampfer und Rhabarber verwandt ist. Es sieht auch nicht aus wie ein typisches Getreide, deshalb wird es auch "Pseudogetreide" genannt. Die Wuchshöhe wird mit 60cm und 1 Meter angegeben. Die 16 Arten sind in Eurasien und Ostafrika verbreitet. Die Benennung erfolgte nach den Früchten, da sie den Bucheckern ähneln und wie Weizenkörner verarbeitet werden. Sie bilden eine Pfahlwurzel und haben wechselständige Laubblätter. Diese sind ganzrandig, schief und dreieckig, breit oval und herzförmig mit spitzen oder gestutzen Enden.
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Die seiten- oder endständigen traubigen oder schirmförmigen Blütenstände bezaubern durch ihre vielen weissen, rosaroten oder roten Blüten. Sie haben fünf Blütenhüllblätter und die Bienen lieben ihren Nektar. Buchweizen wird in China seit 4*600 Jahren und in Japan seit 3*500 kultiviert. In Italien ist der Anbau von Buchweizen seit Ende des 14. Jhd. bekannt.
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Buchweizenkörner müssen allerdings geschält und von der Schale getrennt werden, da die Schale den roten Farbstoff "Fagopyrin" enthält und gesundheitsschädigend ist. Die Körner werden zu Graupen, Grützen, Griess und Mehl verarbeitet. Buchweizen hat deutlich viel zu bieten. Erstens ist es glutenfrei, hochwertig mit Eiweiss zusammengesetzt und gesünder als jedes andere Getreide. Die Pflanze wurde zudem als Arzneipflanze des Jahres 1999 gekürt. Mir gefällt vor allem der Blütenzauber.
Euer Grünling


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