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Gartenecke: Juni 2026
Kapernstrauch (Sapparis spiosa)
24. Juni 2026:
Wer hätte gedacht, dass die Kapern, die wir aus dem Glas kennen, ein Stauch mit wunderschönen Blüten ist. Das liegt daran, dass der
dornige Kapernstrauch (Sapparis spinosa)
in unseren Breiten nur als Kübelpflanze gehalten wird, da er nicht winterfest ist. Zwar verträgt er für kurze Zeit auch Minusgrade, leidet aber auch im warmen Wohnzimmer bei der Überwinterung. Am wohlsten fühlt er sich in einem halbdunklen ungeheizten Wintergarten bei Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad. Auf alle Fälle wäre es einen Versuch wert, diesen Strauch bei uns in Gugellandia anzusiedeln, an einem sonnigen Steilhang, wo sonst nichts wächst.
Der Strauch gehört zur Famile der Kaperngewächse. Viele Arten sind in den Tropen und Subtropen verbreitet. Hier in Europa ist er im gesamten Mittelmeerraum angesiedelt. Dort kriecht oder hängt er an kalkigen trockenen sonnendurchfluteten Plätzen zwischen Felsen und Mauerritzen. Grosse Plantagen zum Anbau findet man in Spanien, Italien, Frankreich, Marokko, Griechenland, aber auch in Kalifornien. Der mediterane Halbstrauch kommt aber auch in Indien, Nepal, Pakistan, Indonesien, Mongolei, Philippinen, Neuguinea und den Inseln des südlichen Pazifiks vor.Die Kapern selber werden allesamt ausschliesslich von Hand gepflückt und dann weiterverarbeitet. Bekannt für die Ernte sind die lipparischen Inseln, allen vorran Pantarella, dem Kapern-Pardies vor Sizilien.
Bekannt durch ihre ungeöffneten eingelegten Blütenknospen (Kapern) dienen sie bereits seit Jahrtausenden als Gewürz. Kapern wurden bereits vor 7'800 Jahren verwendet. Sie wurden in alten Töpfen aus dem heutigen Syrien nachgewiesen. Die Blütezeit hierzulande ist Juli und August. Der Kapernstrauch, je nach Sorte ist immergrün oder laubabwerfend und reich verzweigt. Schon bei einer Höhe von 20 - 30 Zentimetern biegt und neigt sich der Strauch gen Boden, der auf alle Seiten hin bis zu 4 Meter lang werden kann. So erobert der Strauch sein Umfeld relativ fach oder hängend und schmückt damit sowohl mit Blättern, Knospen und Blüten sein Umfeld. 30 bis 50 jährig wird der Kapernbusch.
Die Laubblätter sind wechselständig und gestielt. Ei - bis herzförmig, oder rundlich. Die etwas fleischigen ledrigen Blätter sind gerundet bis spitz oder eingebuchtet, manchmal auch feinstachelspitzig. Die Nebenblätter sind meist zu scharfen oft gebogenen Dornen umgebildet. Die erbsengrossen Blütenknospen wachsen an Stielen aus den Blattachseln der Zweige. Die zarten, meist weiss duftenden lang gestieltenBlüten mit doppelter Blütenhülle sind vierzählig. Sie blühen und öffnen sich nur für kurze Zeit von morgens bis mittags. Werden die Knospen nich geerntet, bilden sich ledrige oft langrippige grüne und bis zur Reife rötliche vielsamige eiförmige beerenartige Kapselfrüchte.
Beim Aufspringen der Kapselfrüchte liegen darin rundliche glatte bräunliche 2 - 4 mm grosse Samen in einer weissen bis rötlichen klebrigen Pulpe. Die Vermehrung durch Samen gelingt nicht immer und dauert mehrere Monate. Die noch nicht aufgegangen Kapernblüten werden nach Grössen sortiert und auch die Kapselfrüchte finden ihre Verwendung als eingelegte Riesenkapern. Zum Schluss sei noch gesagt, dass auch wir schon "falsche Kapern" eingelegt haben. Sie schmecken nahezu identisch. Dazu verwendet man die Blütenknosen des Gänseblümchens oder auch des Löwenzahns.
Euer Grünling
Männertreu (Lobelia erinus)
17. Juni 2026:
Dass ich noch nie darüber geschrieben habe, liegt daran, dass wir uns jedes Jahr über diese blauen Blümchen erfreuen, und ich dachte, dass ich
Männertreu (Lobelia erinus)
sicher schon vorgestellt hätte. Das hole ich heute nach. Nun, diese Pflanze gehört zur Familie der Glockenblumengewächse. Ursprünglich und beheimatet ist Männertreu in Südafrika. Es ist dies eine Zierpflanze für Garten und Balkon. Sowohl für Halbschatten und sonnigen Platz geeignet. Je mehr Sonne, um so mehr Blüten bringt diese Pflanze hervor.
Es gibt davon aufrechte und hängende Sorten. Sie werden 15 bis 35 cm hoch, die Hängenden entwickeln Triebe bis zu 1 Meter lang. Die Blätter, sie werden durch die vielen Blüten überdeckt, sind wechselständig und lanzettlich. Die Blütezeit ist von Mai bis in den September hinein.Eine Vielzahl kleiner Blüten werden laufend gebildet.
Die Blüten selber sind "zygomorph". Das heisst: Spiegelt man die Blüte entlang einer gedachten Symetrieachse, erhält man zwei exakt gleiche Hälften. Meist, je nach Sorte haben die Blüten einen ausgeprägten Blauton, auch violett mit oder ohne weissem Auge in der Mitte. Es gibt sie aber auch in weiss, purpur, rosafarben und rot.Nach der Bestäubung werden zweifächrige Kapselfrüchte mit braunen Samen gebildet.
Aber bei all der Schönheit der Pflanze, für Mensch und Tier handelt es sich um eine Giftpflanze. Eigentlich ist der Männertreu mehrjährig, aber nicht winterfest. Die Überwinterung gelingt nur bei wenigen Sorten. Dazu benötigt es einen hellen Raum bei 5 bis 10 Grad. Sinnvoller ist, die Samen im Herbst zu ernten und im Frühling auszusäen. In der Vegetationszeit ist darauf zu achten, dass die Erde gleichmässig feucht gehalten wird.
Euer Grünling
Klebsame (Pittosporum tobira)
10. Juni 2026:
Auf Camping-Plätzen oder auch an Strandpromenaden sieht man diese Hecken im Mittelmeeraum. In Spotorno zum Beispiel ist der Strand mit Palmen umsäumt. Darunter, zwischen Fussgängerweg und Strasse ist die Hecke rund 1 Meter hoch und wird jedes Jahr geschnitten und durch ein Bewässerungssystem frisch gehalten. Die Rede ist vom
Klebsame (Pittosporum tobira)
. Diese Pflanze ist nämlich sehr gut schnittverträglich und lässt sich wie Lorbeer und Liguster zu Pyramiden, Kugelbäumchen und anderen Kunstformen erziehen. In Italien findet man den Klebsamen in vielen Parkanlagen und Städten.
Es heisst zwar, der Klebsame wäre bis zu Minus 10 Grad winterfest, wird aber eher als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse gehalten. Was den Standort betrifft, heisst es ab sonnig bis halbschattig, vieler Orts fühlt er sich aber auch in der Sonne wohl. Der Klebsame ist ein immergrüner Strauch oder auch Baum. Ursprünglich stammt er aus den subtropischen Gebieten Chinas und Japans. Er gehört zur Familie der Klebsamengewächse, wovon es über 150 verschiedene Arten gibt. Je nach Art können sie über 8 Meter hoch und auch über 100 jährig werden.
Die 3 - 10 cm langen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind im oberen Teil gedrängt, dass sie quirlig erscheinen. Die Blätter sind ledrig, tiefgrün und stark glänzend. Zur Blütezeit erscheinen zu mehreren endständige Büschel. Von März bis April verstömen die Blüten einen intensiven Duft, sind anfangs rahmweiss und färben sich mit Zeit gelblich. Danach werden kugelige und kapselartige Früchte gebildet. Sie werden holzig und ledrig. Danach springen die Kapselfrüchte mit zwei bis fünf Klappen auf und präsentieren in einer roten Masse (Pulpa) die eingebetteten klebrigen Samen, um die Vögel anzulocken.
In den meisten Gegenden Mitteleutopas sind die Klebsamen jedoch nicht winterhart und werden darum als Kübelpflanzen gehalten. Im Sommer auf Balkon oder Terrasse, im Winter bei 5 bis 10 Grad im Wintergarten oder im Gewächshaus. Die Erde sollte stets feucht gehalten werden. Der Klebsame ist eine Giftpflanze und leicht giftig. Die Vermehrung erfolgt neben den Samen durch Stecklinge, wobei es gute 12 Wochen zur Wurzelbildung braucht.
Euer Grünling
Flanellstrauch (Fremontodendron californicum)
03. Juni 2026:
Ein sogenannter Dauerblüher, Anfang Mai öffnen sich die ersten Blüten und die Blütenpracht erstreckt sich den ganzen Sommer hindurch. Immer wieder bilden sich neue Knospen bis in den Herbst hinein. Die Rede ist vom
Flanellstrauch (Fremontodendron
califonicum)
.Trivialnamen sind "Kalifornisches Gold" und "Waschlappenstrauch". Die Pflanze gehört zur Familie der Malvengewächse und die ursprüngliche Heimat ist Nord- und Mittelamerika.
Der immergrüne Strauch oder auch die kleinen Bäumchen werden bis zu 3 Meter hoch. Die wechselständigen Blätter sind sind ahornähnlich und beflaumt. Sie sind, wie die Äste auch, samtig behaart, dunkelgrün und sich ledrig anfühlend. Aufpassen bei der Berührung von Blättern und Zweigen, es kann zu Hautirritationen kommen,
Die kurzgestielten grossen schalenförmigen wachsartigen dottergelben Blüten werden bis zu 8 cm gross und sind Insektenfreundlich. Der Strauch verträgt kurzzeitige Minustemperaturen von -10 Grad, steht gerne in der Sonne, ist aber auch als Kübelpflanze geeignet, die dann im Winterquartier bei 5 - 10 Grad gehalten wird. Die Pflanze reagiert empfindlich auf Staunässe. Kurzzeitige Trockenperioden werden besser vertragen, als ein feuchter/ nasserWurzelballen.
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, gelingt allerdings nicht immer. Effizienter ist die Vermehrung durch Samen. Bereits nach dem zweiten Jahr nach der Aussaat kommt es zur Blüte. In der Medizin hilft ein aus diesem Strauch hergestellter Pflanzensaft gegen Magenbeschwerden. Abschliessend ist noch zu sagen, der Strauch ist ein Tiefwurzler und ist ein Augenschmaus als Hingucker den ganzen Sommer lang.
Euer Grünling
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