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Gartenecke: Oktober 2026
Brechnussbaum (Strychnos nux-vomica)
07. Oktober 2026:
Dieser Baum ist in unseren Regionen eine giftige Rarität, man wird ihn kaum in botanischen Gärten finden, da eine professionelle Betreuung durch geschultes Personal erforderlich ist. Die Rede ist vom
Brechnussbaum (Strychnos nux-vumica)
. Auch als Krähenaugen- oder Strychninbaum bekannt.
Heimisch ist dieser Baum im indischen Subkontinent und in Nord-Malaysia. Mittlerweile wurde dieser immergrüne und frostemfindliche Baum in vielen tropischen und subtropischen Ländern eingeführt. Der Baum kann bis zu 25 Meter hoch werden. Die Blätter sind ledrig, gegenständig angeordnet, elliptisch eiförmig oder verkehrt eiförmig, an den Blatträndern glatt und an der Spitzeabgerundet oder zugespitzt.
Die fünfzähligen Blütenstände stehen in end- oder achselständigen Schirmrispen. Es sind dies duftend grünlich-weisse fast unscheinbare kleine Blüten. Nach der Blüte werden anfangs grüne, bei Reife orange-rote glatte rundliche Beeren gebildet. Sie haben eine dünne leicht zerbrechlichetrockenen Schale mit einem gallertartigen trockenen bitter schmeckenden Fruchtfleisch, welches essbar ist. Darin sind die giftigen Samen enthalten.
Der Nashornvogel ernährt sich unter anderem von den Samen. Auch für Schnecken und andere Vögel, unter anderem Hühner, scheinen die Samen ungiftig zu sein. Für den Menschen sind 30 ml Strychnin fatal und die Vergiftung wirkt grauenerregend. Krämpfe, Muskelsteifheit, ersticken, und der sichere Tod. Bei dem Genuss von 0,2 Gramm gibt es kein Entrinnen mehr und ein Gegengift gibt es nicht. In der Pharmaindustie wird aber das daraus gewonnene Nux Vomica bei Magen-Darm-Beschweren und vielem anderen angeboten.
Auf die Vermehrung durch Samen oder eventuelle Stecklinge möchte ich diesmal nicht eingehen.
Euer Grünling
Kuckucks - Lichtnelke (Silene flos-cuculi)
30. September 2026
: Die
Kuckucks - Lichtnelke (Silene folos-cuculi)
ist eine ausgesprochen feuchtigkeitsliebende "Blume". Sie gehört zur Gattung der Leinkräuter und zur Familie der Nelkengewächse.
Da die Blütezeit im Mai und im Juni ist, wird diese Lichtnelke mit dem Kuckuck in Verbindung gebracht. Zuweilen findet man an den Stängeln eine schaumige Masse, die im Volksmund als Kuckucksspeichel bezeichnet wird. Bei diesen Schaum handelt es sich um Nester der Schaumzikade, in welcher die Larven dieser Zikade heranwachsen.In früheren Zeiten konnte man sich dies nicht erklären und vermutete übernatürliche Kräfte dahinter. So wurde der Kuckuck oft mit dem Teufel gleichgesetzt und zum Verursacher dieses Schaumgebildes gemacht.
Die Kuckucks-Lichtnelke ist in den gemässigten Zonen Europas verbreitet, sowie in Westasien, dem Kaukasus und dem Himalaya-Gebiet, bis in Höhenlagen von 2'100 Metern. Seit dem 19. Jhd. ist sie auch durch Einschleppung im östlichen Nordamerika beheimatet. Diese absolut winterharte, schwach giftige, mehrjährige Pflanze gedeiht auf sonnigen und halbschattigen Plätzen. Heutzutage ist sie beliebt als Zierpflanze in Parks, Gärten, und bei Gartenteichen. Wild gedeiht sie in befeuchteten, mässig fetten Wiesen, in Mooren und Sümpfen und an Flussufern. Die Primärwurzel ist nur 5-8 cm tief, deshalb ist sie in den Sommermonaten ausreichend zu bewässern.
Es wird jeweils eine Blattrosette gebildet und aus der wächst ein bis zu 90 cm langer Stängel mit jeweils drei bis fünf Paaren von gegenseitigen länglich geformten Blättern. Endständig bilden sich fünfzählige mit doppelter Blütenhülle rosfarbene zerzauste Blüten. Diese vielmal tiefgeschlitzen Blüten verleihen der Blüte ein fransiges Aussehen. Es gibt aber auch weissblühende Sorten und gefüllte Blüten. Der Duft, den die Blüten verströmen ist angehm, leicht süsslich, eher dezent und unaufdringlich, reicht aber aus, um zahlreiche Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anzulocken. Durch vegetative Vermehrung gedeiht die Kuckucks-Lichtnelke mit Ausläufern. Nach der Blüte werden kugelige Kapselfrüchte mit dunkelbraunen Samen gebildet. Die Fruchtreife erfolgt im Juli bis in den Oktober.
Euer Grünling
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