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Gromperekichelcher
Hurrah, wir sind wieder im Westen, da kocht es sich
einfacher.
Allerdings ist auch wieder mal die Speisekammer leerer als leer, aber
mit Kartoffeln kann man schon viel machen. Wir nehmen es luxemburgisch
exakt und wägen 800 g Kartoffeln ab, nehmen 1 Zwiebel und 2 Eier,
Salz, Pfeffer, Muskatnuss und machen uns frohgemut ans Werk.
Das
Röstimachen liegt Loredana im Blut aber sie gibt sich Mühe, es
luxemburgisch als Gromperekichelcher anzugehen. Der kleine Gockelson
ist ebenfalls dabei und pickt schon fröhlich an der Zwiebel herum.
Wir haben ehrlich gesagt keine Originalfreunde in
Luxemburg, das
heisst schon, aber das sind keine Luxemburger, deshalb ist Lori still
und erzählt nichts von alten Bekannten. Dafür ist Gockelson fleissig
und hackt die Zwiebel mit dem Schnabel, später aber doch mit dem
Messer.
Wir sind so glücklich, dass wir wieder mit westlichen Aromen spielen
dürfen, dass wir gar nicht merken, dass es nur Kartoffeln sind.
So Kartoffelrösti mit Zwiebel, Eier und Mehl gibt es
doch sicher
im Osten ebenfalls, oder nicht? Wir müssten es eigentlich in der
Zwischenzeit wissen. Aber wir sind ziemlich abgefackelt von unserer
Europareise, wir hätten nicht gedacht, dass es so einfach und doch so
schwer ist, ein bisschen in fremden Töpfen zu rühren, und wir sind
damit
ja noch nicht fertig. Unser luxemburgische Gockel macht sich recht gut
in der Küche.
Wir machen die Rösti normalerweise nicht mit Tuch und
so,
sondern mit gekochten Kartoffeln, aber es ergibt durchwegs Sinn, das
Gericht so zu brutzeln. Gockelson ist äusserst fleissig und wirft sogar
noch die Eier hinein. Lori ergänzt das Ganze noch mit Mehl und
Gewürzen. Und dann kommt der gemütliche Teil. Ich dachte
anfangs,
wir machen noch ein schönes Apfelkompott dazu, aber als ich die Äpfel
holen will, sind keine mehr da. Ha ha.
Gestern waren noch zwei grosse gelbe Äpfel da, und
heute?
Einfach weg? Da bei uns niemand Äpfel stiebitzt, kommt nur einer in
Frage. Der Kater ist es nicht. Das heisst, es handelt sich um eine
ganze Familie, aber ich will ja niemanden zu Unrecht verdächtigen, hi
hi. Wir finden schon noch etwas zu unseren
Gromperekichelcher.
Lasst es euch gut schmecken. Gockelson, Lori und
Ottilio.
Baniza
Wir sind heute in Sofia, der bulgarischen Titel-Stadt
und stehen
vor einem Rezept, das uns ins Schwitzen bringt. Dazu haben wir
Simmeling, das Riesenhörnchen im Kochstudio, es könnte also etwas
schweisstreibend werden. Ha ha. Aber noch sind wir geduldig und
Simmeling siebt nur Mehl vor sich hin. 800 Gramm benötigen wir für
unser Rezept. Ich studiere ja die Rezepte schon eifrig, bevor wir sie
kochen, aber noch nie habe ich mich so gewundert! Teig ohne Hefe? Und
dann dennoch stehen lassen, eine Stunde?
Wer mich kennt, weiss, ich halte nicht viel von
Internetrezepten, aber wenn man nun eben im bulgarischen Modus
weiterwursteln möchte, muss man eben die Blinker zumachen und durch.
Lori hat ebenfalls keinen Ex in Bulgarien, das ist schon schlimm genug,
worüber soll sie nun mit Simmeling palavern. Unser Eichhörnchen ist
aber fleissig und macht den Teig für unsere Baniza. Es soll ein
bulgarisches Gebäck werden. Anstelle von Schafskäse (Feta) nehmen wir
Mozzarella.
Der Teig besteht aus folgenden Zutaten: 800 Gramm Mehl,
400 ml Wasser, 1 El Öl, 1 El Essig,
1 El Zucker 1 Esslöffel Salz und einem Eiweiss. Nun wollen wir damit
aber keine Salzteigfiguren machen sondern etwas zu essen. Lori und
Simmeling sind zuversichtlich und basteln den Teig, ohne Hefe, was mir
immer noch ein Rätsel ist. Und weshalb lassen wir ihn dann noch eine
Stunde ruhen?
Man muss ja nicht alles begreifen um zu verstehen, ha
ha. Nach
der gut genutzten einstündigen Ruhezeit für den Teig beginnen wir mit
der Herstellung des denkwürdigen Gebäcks. Zuerst teilen wir den Teig in
6 Kugeln. Diese werden nun einzeln plattgewalzt und mit Sonnenblumenöl
bestrichen. Dann käme der Salzlakenkäse, den wir durch Mozzarella
ersetzt haben, in von Pfote gebröckelten Stücken darüber.
Simmeling ist fleissig bei der Arbeit, und Lori lässt
sich
wieder einmal von den Blümchen ablenken. Es entsteht durch das
Zusammenrollen der einzelnen Stücke ein runder Kuchen, den wir dann
natürlich so in den Ofen schieben. Nachdem er von Simmeling noch mit
Eigelb bepinselt wurde und im Ofen die Hitze von 180 Grad geniessen
kann.
Ich bin allerdings der Meinung, man sollte diesen Kuchen
in
Bulgarien essen, der Käse ist wahrscheinlich das Ausschlag gebendste,
wir hätten mit unserem Mozzarella gescheiter Pizza gemacht. Aber das
war schliesslich und endlich unser Bulgarien ,
wie es leibt und lebt.
Tante Loredana, Simmeling und Ottilio