Monat
2016
Monat
2017
Monat
2018
Monat
2019
Monat
2020
Monat
2021
Monat
2022
Monat
2023
Monat
2024
Monat
2025
Monat
2026
Monat
Andorra Coca
de pinones
Ja, da sind wir in unseren wasserlosen Zeiten doch noch
in
Andorra gelandet. Das kleine Land ist sehr fett an Infrastruktur, zwar
keine Bahnlinen und so, aber dennoch, wie man weiss, je kleiner ein
Land, desto besser. Wir haben lange im Internet herumgewühlt und sind
dann mit den Pinienkernen einig geworden, und haben das "Brot" für
typisch empfunden. Als wir dann aber das Rezept gelesen haben, ist es
uns mehr wie ein flacher Gugelhupf erschienen.
Aber den Mutigen gehört die Welt, und wir köpfen die
Eier und
walzen das Mehl. Wir geben vor allem viel Zimt und Zitrone in den Teig,
da wir denken, eine exotische Note muss ja sein. Aber mit zunehmendem
Arbeitseifer stellen wir fest, dass das ganze eher einem Gugelhopfteig
ähnelt, als einem exotischen Rezept. Wir haben viel Butter drin und
Eier, Zucker, Zitrone, Zimt und Mehl. Aber dort hört bei uns eben die
Anpassungsfähigkeit auf.
Zu Anfang hatten wir vor, das Backpulver wenigstens
durch Hefe
zu ersetzen, aber da der Teig zunehmend mit den Eiern immer mehr zur
Suppe wurde, dachten wir schliesslich, Backpulver wäre doch nicht so
schlecht, denn das Ganze nahm langsam Gugelhopfteigcharakter an.
Learning by doing, ist so ein blödes Wortspiel, das wir öfters
benutzen, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Unser Häschen hatte dann
die Idee, wir könnten ja einfach mal zu backen anfangen.
Das wollte ich natürlich gerne machen, aber der Teig war
noch
eine Suppe. Also habe ich ein paar Zutaten zugetan und dem Häschen
gesagt, es solle schon mal die Pinienkerne rösten. Die haben wir
nämlich extra für dieses Rezept angeschafft, und die sollen nun
natürlich ganz gross rauskommen. Lori hat sie dann ganz vorsichtig
angeröstet, weil man ja weiss, dass die sehr schnell schwarz
werden.
Die Alinka ist dann noch ganz gross rausgekommen, mit
ihren
Pinienkernen. Sie hat sie nämlich alle zu unserer vollsten
Zufriedenheit angeröstet, keiner wurde zu schwarz, dann kannst du sie
nämlich wegwerfen, wie sie das in der Küchenschlacht im Fernsehen
extrem oft praktizieren. Aber so haben wir dann doch etwas Feines
vorzuweisen, auch wenn Halloween noch auf die obligate Kürbissuppe
warten muss.
Das war "Coca de pinones" aus Andorra.
Alinka, Ottilio, Loredana
Liechtenstein -
Käseknöpfli
Wir wollten ja ursprünglich heute nach Andorra, aber uns
haben
die Pinienkerne für den Brotkuchen gefehlt. Dann sind wir kurz
umgeschwenkt und haben Vaduz gefunden, den Hauptort von Liechtenstein.
Da wir uns in den sogenannten Kleinstaaten bewegen, fällt es uns auch
leicht, etwas Kleines zu finden. Wir haben die Käseknöpfli gewählt,
weil wir die gerne essen und gerade noch einmal ein bisschen Käse da
war. Dazu muss ich allerdings noch eine kleine Ansprache machen. Es
fehlt uns nie an Lebensmitteln, es fehlt uns nur an Zeit, sie
einzukaufen. Heute haben wir Pünktchen da und einen schlimmen
Blumenbusch. Ich sage es nicht gerne, aber ich hasse Koriander.
Tante Lori war so gnädig und hat das Gebüsch schnell
entfernt
und durch einen Kürbis ersetzt. Passt natürlich besser zum Schloss
Vaduz. Das zweite Problem heute, oder das dritte, wie man es nimmt,
ist, dass wir kein Wasser haben. Ja, das passiert hierzulande im Herbst
oft, aber natürlich ebenfalls im Frühling, im Sommer, man weiss nicht
warum, aber es erübrigt sich ja immer irgendwie. Unser Rehkitz ist sehr
angetan von der Kocherei und wieselt herum, wirft Eier ins Mehl und tut
wie ein übermütiger Koch, der Hunger hat. Ich mahne es zur Vorsicht und
gucke erst mal, wie weit wir sind.
Da wir liechtensteinische Käseknöpfli machen wollen, ist
es
ziemlich wichtig, dass noch etwas Käse da ist. Ich finde gerade noch
die Strünke von Parmesan und Emmentaler, aber Käse ist Käse, das reicht
mir. Inzwischen klopft Lori den Teig und Pünktchen inspiziert die zu
raffelnden Strünke von ehemaligen Superangeboten. Wir sind ja schon
verwöhnt, aber das reicht uns.
Das Knöpfle machen ist für Lori ein Heimspiel, auch wenn
die
Pfanne wackelt und das Wasser knapp ist, gekonnt ist eben gekonnt. Mir
und Pünktchen ist es nun überlassen, den Käse gerecht über alle Knöpfle
zu verteilen. Vorerst mal nur die Hälfte, denn es kommen ja noch mehr
Knöpfle. Ha ha, das ist ein richtiger Spass in Anbetracht der ganzen
Misere, in der wir sitzen. Gestern kein Strom, heute kein Wasser, ha
ha, was ist morgen?
Das ist uns egal, denn wir freuen uns nun bis zum Essen.
Jetzt
fällt Pünktchen noch ein, dass die Liechtensteiner Käseknöpfli noch
geröstete Butterzwiebel obendruf haben. Also noch eine Runde Arbeiten,
aber es lohnt sich. Die Zwiebelchen sind garstig süss und knackig und
ergänzen unsere Knöpfli hervorragend.
Das war unser Beitrag zu Liechtenstein. Es grüssen euch
herzlich Ottilio, Pünktchen und Loredana.
Vatikan - Spaghetti all
amatriciana
Um es gleich vorweg zu sagen, in Vatikanstadt kann man
nicht
einfach essen gehen. Das ist nur für die paar Insassen des Vatikans
möglich. Aber die und der Papst essen wahrscheinlich ab und zu dieses
typisch römische Nudelgericht. Ich muss ehrlich sagen, das Lobgedudel,
das über italienische Pasta herzieht ist richtig, aber die Sossen
machen alle anderen Länder ebensogut. Deshalb ist es mir gar nicht
leicht gefallen, dieses Rezept hier nachzukochen.
Konstantin, der Pinguin, ist uns am päpstlichen
vorgekommen,
also haben wir ihn in unsere Mitte genommen und mitkochen lassen. Er
wollte natürlich den Wein selber trinken, aber wir haben ihm dann
hinter den Kulissen noch ein Glas eingeschenkt. Dass wir für unser
hochheiliges Essen nicht Guanciale sondern gewöhnliche Speckwürfel
genommen haben, möchte ich nicht betonen und ebenfalls nicht, dass der
Käse von der Parmesanfabrik stammt und nichts
mit italienischem
Schafskäse (Pecorino) zu tun hat. Aber in der Not frisst der Teufel
Fliegen und unser Pinguin wird Papst.
Die Tomaten allerdings sind italienisches Spitzenprodukt
und der
Käse vor allem viel. Ich habe nicht gewusst, dass soo viel Käse in eine
Pasta überhaupt hineinpasst. Wir haben uns ein bisschen nach den
Speckwürfeln gerichtet, aber die Masse von 200 g Speck zu 200 g Käse
fanden wir dann in Anbetracht zu Wein und Tomaten dann doch recht
happig. Aber die Päpste wissen ja, was fein ist, und so haben wir
Zwiebel, Knofi und andere Gewürzschikanen brav weggelassen.
Da wir uns mit
unserer Europareise sozusagen im Eiskanal bewegen, sind wir immer ein
wenig am Zweifeln. Wir würden es selber natürlich nicht so machen, aber
Rezept ist Rezept. Und das Rezept ist manchmal nicht einfach
direkt vom Land sondern eher von einem Vertreter des Landes. Aber wir
sind immer ehrlich und essen es natürlich.
Das Schlussfoto von unserer Pasta ist etwas tendenziös.
Normalerweise
mischt man alles brav und gleichmässig zusammen und lässt nicht so
einen Berg Käse stehen. Wir haben das nur gemacht, damit man wirklich
sieht, dass so viel Käse drin ist. Ha ha. Also immer schön reklamieren,
wenn eine Pasta all amatriciana zu wenig Käse enthält.
Wir wünschen frohes Gelingen mit Gruss vom Papst und
Segen.
Ottilio, Konstantin, Loredana
San Marino -
Maroni
Wir sind in San Marino mit Tino und machen
Wortspielchen, Marino
Maroni Anormi Aromi, ha ha ha. Aber Tatsache ist, dass es in San Marino
nicht so viele Kastanienbäume gibt wie bei uns und dass wir uns damit
etwas in die Nesseln setzen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Wir finden, dass es San Marino durchaus verdient, in unsere Europatour
eingeklickt zu werden. Wir nehmen dazu Tino mit, der mit Tante Loredana
in unseren Wäldern fleissig Esskastanien gesammelt hat.
Aber wir sind alt geprüfte Maronisucher. Das Finden
macht ja
schon Spass, denn man kann die Delikatesse ja sogar essen, im Gegensatz
zu den Rosskastanien. Aber das wissen auch die Würmchen. Wenn man es
schafft, die Kastanien heil heim zu bringen, haben die Würmer schon
zugeschlagen, Löcher hineingebohrt und sind schon fleissig am Fressen.
Die Italiener machen dann die sogenannte Novena mit den Kastanien. Sie
legen sie neun Tage ins Wasser, damit die Parasiten ersaufen. Aber
nachdem wir dies einige Jahre lang versucht haben, merkten wir, dass
die Würmer offenbar wasserresistent sind oder einfach ohne Luft
weiterfressen können.
Es gibt nur eine Variante, das köstliche Gut in
Sicherheit zu
bringen. Schälen und tieffrieren. Lori, Tino und ich haben uns also
heute dem grossen Abenteuer des Maronischälens gewidmet. Früher hat
ganz
Gugellandia mitgeholfen, heutzutage müssen es ein kleiner
Pfefferfresser und eine alte Tante alleine bewerkstelligen. Da das
Ergebnis einigermassen mickrig ist, liegt natürlich nicht nur an den
tatkräftigen Schälern, sondern natürlich an der Handhabung der
Kastanien.
Wir haben sämtliche Tipps von Internetschnorrern und
Kastanienprofis versucht, es ist und bleibt eine Plackerei. Die einen
gehen, andere wieder lassen dich selber die Wände hoch gehen. Am besten
ist es, wenn die ganze Familie mit anpackt, dann hat man wenigstens zum
Schluss etwas, das man dann für den Weihnachtsschmaus beiseite schaffen
kann. Ich habe mit grossem Interesse verfolgt, wie sich Lori
herumgeärgert und der kleine Tino gleichermassen reingekniet hat. Sie
haben es schliesslich mit der Mikrowelle versucht, da geht es eines ums
andere Mal
gut.
Wichtig ist, dass die Maronen eingeschnitten werden,
denn sie
enthalten nicht nur die dicke äussere Schicht, sondern noch eine
braunes Häutchen, das im Rohzustand ungeniessbar ist. Wenn die Marone
aber abkühlt, zieht sich das Häutchen wieder zusammen und ist
fast untrennbar mit der Frucht verbunden. Was tut man. Klitzeln,
Kletzeln, alles nochmals ins Wasser geben, oder in die Mikrowelle.
Naja, zu guter Letzt haben wir unsere ganze Ausbeute sowieso
tiefgekühlt. Denn so eine Delikatesse gibt es ja dann nur zu
Weihnachten.
Euere Lori, Ottilio und Tino
Kräuterbutter Café de Paris
Wir sind heute in Monaco, wer kennt es nicht, das kleine
Land
mit den reichen Säcken. Ich hatte irgendwie genug vom Osten, in dem wir
nun wochenlang herumgesurft sind und habe mich völlig
zufrieden
an den monegassischen Hafen erinnert, wo alles sündhaft teuer ist und
man "nur" französisch redet. Lori kennt ebenfalls jede Ecke in Monte
Carlo, es ist ja wirklich nicht sehr gross, aber sündhaft teuer.
Wir haben das kleine schwarzweisse Häschen mit dem Namen
Atina
im Kochstudio. Sie soll uns helfen, die Kräuterbutter zu machen. Ich
schicke Lori und Atina ins Grün hinweg, obwohl ich weiss, dass bei uns
im Garten einiges eingegangen ist. Von den zwei riesigen Salbeistöcken
ist nichts mehr übrig. Zugegeben, Salbei benötigt man ja nicht
gerade für jedes Essen, aber, dass der Stock so beleidigt
eingegangen ist, damit habe ich nicht gerechnet.
Da der wichtigste Bestandteil von Kräuterbutter die
Petesilie
darstellt, habe ich davon sicherheitshalber eine Tüte vom
Tiefkühler abgezweigt. Lori und Atina holen trotzdem noch frischen
Peterli, aber nicht ohne verächtlich über den daneben angepflanzten
Koriander zu schnöden. Wir erwarten noch immer gespannt die
entsprechende Berichterstattung von Grünling.
Sowohl Lori, wie ich, absolut niemand in meiner Küche kann den
Koriander nur riechen, ohne sich angewidert zu schütteln. Dabei ist er
in der deutschen Küchenschlacht nicht mehr wegzudenken.
Nicht jedes Kräutlein passt in unsere Kräuterbutter. Da
wächst
ebenfalls noch eines an der Steinwand, das wie Dill anmutet, aber in
Wirklichkeit Cocacola-Kraut ist. Wie gesagt, es ist nicht schwierig
Kräuterbutter zu machen, aber es ist nicht einfach, bei seinen Kräutern
zu bleiben. Oft reizt der Übermut, und der tut ja, wie man weiss,
selten gut, ha ha.
Lori und Atina schnippeln also die Kräuter. Petersilie,
Thymian,
Oregano, Basilikum und ein bisschen Lorbeer und anderes Kräutertum,
aber nur wenig, der wichtigste Bestandteil bleibt der Peterli. Denn nun
kommen noch die anderen, wichtigen Düfte. Ich hätte wetten können, dass
wir im Kochstudio bereits hundertmal die Kräuterbutter hergestellt
haben, aber ich habe sie nicht einmal im Inhaltsverzeichnis gefunden.
Das liegt daran, dass wir schon 2014 im Dezember in den News unsere
Kräuterbutter präsentiert haben. Also Knofi und Zitrone, und
Worcestershiresauce dürfen nicht fehlen, ebenso Salz und Pfeffer.
Die viele Petersilie dient der grünen Farbe und den
Geschmack kann noch vieles
beeinflussen. Ich wünsche allen viel Spass mit ihrer spätsommerlichen
Kräuterbutter. Aber keine giftigen Kräuter verwenden, verstanden?
Ottilio, Loredana und Atina