Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Oktober 2025





 
 Andorra  Coca de pinones

Ja, da sind wir in unseren wasserlosen Zeiten doch noch in Andorra gelandet. Das kleine Land ist sehr fett an Infrastruktur, zwar keine Bahnlinen und so, aber dennoch, wie man weiss, je kleiner ein Land, desto besser. Wir haben lange im Internet herumgewühlt und sind dann mit den Pinienkernen einig geworden, und haben das "Brot" für typisch empfunden. Als wir dann aber das Rezept gelesen haben, ist es uns mehr wie ein flacher Gugelhupf erschienen.

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Aber den Mutigen gehört die Welt, und wir köpfen die Eier und walzen das Mehl. Wir geben vor allem viel Zimt und Zitrone in den Teig, da wir denken, eine exotische Note muss ja sein. Aber mit zunehmendem Arbeitseifer stellen wir fest, dass das ganze eher einem Gugelhopfteig ähnelt, als einem exotischen Rezept. Wir haben viel Butter drin und Eier, Zucker, Zitrone, Zimt und Mehl. Aber dort hört bei uns eben die Anpassungsfähigkeit auf.

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Zu Anfang hatten wir vor, das Backpulver wenigstens durch Hefe zu ersetzen, aber da der Teig zunehmend mit den Eiern immer mehr zur Suppe wurde, dachten wir schliesslich, Backpulver wäre doch nicht so schlecht, denn das Ganze nahm langsam Gugelhopfteigcharakter an. Learning by doing, ist so ein blödes Wortspiel, das wir öfters benutzen, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Unser Häschen hatte dann die Idee, wir könnten ja einfach mal zu backen anfangen.                             

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Das wollte ich natürlich gerne machen, aber der Teig war noch eine Suppe. Also habe ich ein paar Zutaten zugetan und dem Häschen gesagt, es solle schon mal die Pinienkerne rösten. Die haben wir nämlich extra für dieses Rezept angeschafft, und die sollen nun natürlich ganz gross rauskommen. Lori hat sie dann ganz vorsichtig angeröstet, weil man ja weiss, dass die sehr schnell schwarz werden. 

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Die Alinka ist dann noch ganz gross rausgekommen, mit ihren Pinienkernen. Sie hat sie nämlich alle zu unserer vollsten Zufriedenheit angeröstet, keiner wurde zu schwarz, dann kannst du sie nämlich wegwerfen, wie sie das in der Küchenschlacht im Fernsehen extrem oft praktizieren. Aber so haben wir dann doch etwas Feines vorzuweisen, auch wenn Halloween noch auf die obligate Kürbissuppe warten muss.

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Das war "Coca de pinones" aus Andorra.
Alinka, Ottilio, Loredana

 
 Liechtenstein - Käseknöpfli

Wir wollten ja ursprünglich heute nach Andorra, aber uns haben die Pinienkerne für den Brotkuchen gefehlt. Dann sind wir kurz umgeschwenkt und haben Vaduz gefunden, den Hauptort von Liechtenstein. Da wir uns in den sogenannten Kleinstaaten bewegen, fällt es uns auch leicht, etwas Kleines zu finden. Wir haben die Käseknöpfli gewählt, weil wir die gerne essen und gerade noch einmal ein bisschen Käse da war. Dazu muss ich allerdings noch eine kleine Ansprache machen. Es fehlt uns nie an Lebensmitteln, es fehlt uns nur an Zeit, sie einzukaufen. Heute haben wir Pünktchen da und einen schlimmen Blumenbusch. Ich sage es nicht gerne, aber ich hasse Koriander.

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Tante Lori war so gnädig und hat das Gebüsch schnell entfernt und durch einen Kürbis ersetzt. Passt natürlich besser zum Schloss Vaduz. Das zweite Problem heute, oder das dritte, wie man es nimmt, ist, dass wir kein Wasser haben. Ja, das passiert hierzulande im Herbst oft, aber natürlich ebenfalls im Frühling, im Sommer, man weiss nicht warum, aber es erübrigt sich ja immer irgendwie. Unser Rehkitz ist sehr angetan von der Kocherei und wieselt herum, wirft Eier ins Mehl und tut wie ein übermütiger Koch, der Hunger hat. Ich mahne es zur Vorsicht und gucke erst mal, wie weit wir sind.

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Da wir liechtensteinische Käseknöpfli machen wollen, ist es ziemlich wichtig, dass noch etwas Käse da ist. Ich finde gerade noch die Strünke von Parmesan und Emmentaler, aber Käse ist Käse, das reicht mir. Inzwischen klopft Lori den Teig und Pünktchen inspiziert die zu raffelnden Strünke von ehemaligen Superangeboten. Wir sind ja schon verwöhnt, aber das reicht uns.

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Das Knöpfle machen ist für Lori ein Heimspiel, auch wenn die Pfanne wackelt und das Wasser knapp ist, gekonnt ist eben gekonnt. Mir und Pünktchen ist es nun überlassen, den Käse gerecht über alle Knöpfle zu verteilen. Vorerst mal nur die Hälfte, denn es kommen ja noch mehr Knöpfle. Ha ha, das ist ein richtiger Spass in Anbetracht der ganzen Misere, in der wir sitzen. Gestern kein Strom, heute kein Wasser, ha ha, was ist morgen?

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Das ist uns egal, denn wir freuen uns nun bis zum Essen. Jetzt fällt Pünktchen noch ein, dass die Liechtensteiner Käseknöpfli noch geröstete Butterzwiebel obendruf haben. Also noch eine Runde Arbeiten, aber es lohnt sich. Die Zwiebelchen sind garstig süss und knackig und ergänzen unsere Knöpfli hervorragend.

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Das war unser Beitrag zu Liechtenstein. Es grüssen euch herzlich Ottilio, Pünktchen und Loredana.


 
 Vatikan - Spaghetti all amatriciana

Um es gleich vorweg zu sagen, in Vatikanstadt kann man nicht einfach essen gehen. Das ist nur für die paar Insassen des Vatikans möglich. Aber die und der Papst essen wahrscheinlich ab und zu dieses typisch römische Nudelgericht. Ich muss ehrlich sagen, das Lobgedudel, das über italienische Pasta herzieht ist richtig, aber die Sossen machen alle anderen Länder ebensogut. Deshalb ist es mir gar nicht leicht gefallen, dieses Rezept hier nachzukochen.                      

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Konstantin, der Pinguin, ist uns am päpstlichen vorgekommen, also haben wir ihn in unsere Mitte genommen und mitkochen lassen. Er wollte natürlich den Wein selber trinken, aber wir haben ihm dann hinter den Kulissen noch ein Glas eingeschenkt. Dass wir für unser hochheiliges Essen nicht Guanciale sondern gewöhnliche Speckwürfel genommen haben, möchte ich nicht betonen und ebenfalls nicht, dass der Käse von der Parmesanfabrik stammt und nichts mit italienischem Schafskäse (Pecorino) zu tun hat. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und unser Pinguin wird Papst.          

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Die Tomaten allerdings sind italienisches Spitzenprodukt und der Käse vor allem viel. Ich habe nicht gewusst, dass soo viel Käse in eine Pasta überhaupt hineinpasst. Wir haben uns ein bisschen nach den Speckwürfeln gerichtet, aber die Masse von 200 g Speck zu 200 g Käse fanden wir dann in Anbetracht zu Wein und Tomaten dann doch recht happig. Aber die Päpste wissen ja, was fein ist, und so haben wir Zwiebel, Knofi und andere Gewürzschikanen brav weggelassen.                                                                      

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                    Da wir uns mit unserer Europareise sozusagen im Eiskanal bewegen, sind wir immer ein wenig am Zweifeln. Wir würden es selber natürlich nicht so machen, aber Rezept ist Rezept. Und das Rezept ist manchmal nicht einfach direkt vom Land sondern eher von einem Vertreter des Landes. Aber wir sind immer ehrlich und essen es natürlich.  

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Das Schlussfoto von unserer Pasta ist etwas tendenziös. Normalerweise mischt man alles brav und gleichmässig zusammen und lässt nicht so einen Berg Käse stehen. Wir haben das nur gemacht, damit man wirklich sieht, dass so viel Käse drin ist. Ha ha. Also immer schön reklamieren, wenn eine Pasta all amatriciana zu wenig Käse enthält.     

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Wir wünschen frohes Gelingen mit Gruss vom Papst und Segen.
Ottilio, Konstantin, Loredana

 
 San Marino - Maroni 

Wir sind in San Marino mit Tino und machen Wortspielchen, Marino Maroni Anormi Aromi, ha ha ha. Aber Tatsache ist, dass es in San Marino nicht so viele Kastanienbäume gibt wie bei uns und dass wir uns damit etwas in die Nesseln setzen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir finden, dass es San Marino durchaus verdient, in unsere Europatour eingeklickt zu werden. Wir nehmen dazu Tino mit, der mit Tante Loredana in unseren Wäldern fleissig Esskastanien gesammelt hat.

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Aber wir sind alt geprüfte Maronisucher. Das Finden macht ja schon Spass, denn man kann die Delikatesse ja sogar essen, im Gegensatz zu den Rosskastanien. Aber das wissen auch die Würmchen. Wenn man es schafft, die Kastanien heil heim zu bringen, haben die Würmer schon zugeschlagen, Löcher hineingebohrt und sind schon fleissig am Fressen. Die Italiener machen dann die sogenannte Novena mit den Kastanien. Sie legen sie neun Tage ins Wasser, damit die Parasiten ersaufen. Aber nachdem wir dies einige Jahre lang versucht haben, merkten wir, dass die Würmer offenbar wasserresistent sind oder einfach ohne Luft weiterfressen können.

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Es gibt nur eine Variante, das köstliche Gut in Sicherheit zu bringen. Schälen und tieffrieren. Lori, Tino und ich haben uns also heute dem grossen Abenteuer des Maronischälens gewidmet. Früher hat ganz Gugellandia mitgeholfen, heutzutage müssen es ein kleiner Pfefferfresser und eine alte Tante alleine bewerkstelligen. Da das Ergebnis einigermassen mickrig ist, liegt natürlich nicht nur an den tatkräftigen Schälern, sondern natürlich an der Handhabung der Kastanien.                             

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Wir haben sämtliche Tipps von Internetschnorrern und Kastanienprofis versucht, es ist und bleibt eine Plackerei. Die einen gehen, andere wieder lassen dich selber die Wände hoch gehen. Am besten ist es, wenn die ganze Familie mit anpackt, dann hat man wenigstens zum Schluss etwas, das man dann für den Weihnachtsschmaus beiseite schaffen kann. Ich habe mit grossem Interesse verfolgt, wie sich Lori herumgeärgert und der kleine Tino gleichermassen reingekniet hat. Sie haben es schliesslich mit der Mikrowelle versucht, da geht es eines ums andere Mal gut.                                                      

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Wichtig ist, dass die Maronen eingeschnitten werden, denn sie enthalten nicht nur die dicke äussere Schicht, sondern noch eine braunes Häutchen, das im Rohzustand ungeniessbar ist. Wenn die Marone aber abkühlt, zieht sich das Häutchen wieder zusammen und ist fast untrennbar mit der Frucht verbunden. Was tut man. Klitzeln, Kletzeln, alles nochmals ins Wasser geben, oder in die Mikrowelle. Naja, zu guter Letzt haben wir unsere ganze Ausbeute sowieso tiefgekühlt. Denn so eine Delikatesse gibt es ja dann nur zu Weihnachten.

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Euere Lori, Ottilio und Tino

 

Kräuterbutter Café de Paris

Wir sind heute in Monaco, wer kennt es nicht, das kleine Land mit den reichen Säcken. Ich hatte irgendwie genug vom Osten, in dem wir nun wochenlang  herumgesurft sind und habe mich völlig zufrieden an den monegassischen Hafen erinnert, wo alles sündhaft teuer ist und man "nur" französisch redet. Lori kennt ebenfalls jede Ecke in Monte Carlo, es ist ja wirklich nicht sehr gross, aber sündhaft teuer.

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Wir haben das kleine schwarzweisse Häschen mit dem Namen Atina im Kochstudio. Sie soll uns helfen, die Kräuterbutter zu machen. Ich schicke Lori und Atina ins Grün hinweg, obwohl ich weiss, dass bei uns im Garten einiges eingegangen ist. Von den zwei riesigen Salbeistöcken ist nichts mehr übrig. Zugegeben, Salbei benötigt man ja nicht gerade  für jedes Essen, aber, dass der Stock so beleidigt eingegangen ist, damit habe ich nicht gerechnet. 

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Da der wichtigste Bestandteil von Kräuterbutter die Petesilie darstellt, habe ich davon sicherheitshalber eine Tüte vom Tiefkühler abgezweigt. Lori und Atina holen trotzdem noch frischen Peterli, aber nicht ohne verächtlich über den daneben angepflanzten Koriander zu schnöden. Wir erwarten noch immer gespannt die entsprechende Berichterstattung von Grünling. Sowohl Lori, wie ich, absolut niemand in meiner Küche kann den Koriander nur riechen, ohne sich angewidert zu schütteln. Dabei ist er in der deutschen Küchenschlacht nicht mehr wegzudenken.

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Nicht jedes Kräutlein passt in unsere Kräuterbutter. Da wächst ebenfalls noch eines an der Steinwand, das wie Dill anmutet, aber in Wirklichkeit Cocacola-Kraut ist. Wie gesagt, es ist nicht schwierig Kräuterbutter zu machen, aber es ist nicht einfach, bei seinen Kräutern zu bleiben. Oft reizt der Übermut, und der tut ja, wie man weiss, selten gut, ha ha.

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Lori und Atina schnippeln also die Kräuter. Petersilie, Thymian, Oregano, Basilikum und ein bisschen Lorbeer und anderes Kräutertum, aber nur wenig, der wichtigste Bestandteil bleibt der Peterli. Denn nun kommen noch die anderen, wichtigen Düfte. Ich hätte wetten können, dass wir im Kochstudio bereits hundertmal die Kräuterbutter hergestellt haben, aber ich habe sie nicht einmal im Inhaltsverzeichnis gefunden. Das liegt daran, dass wir schon 2014 im Dezember in den News unsere Kräuterbutter präsentiert haben. Also Knofi und Zitrone, und Worcestershiresauce dürfen nicht fehlen, ebenso Salz und Pfeffer.

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Die viele Petersilie dient der grünen Farbe und den Geschmack kann noch vieles beeinflussen. Ich wünsche allen viel Spass mit ihrer spätsommerlichen Kräuterbutter. Aber keine giftigen Kräuter verwenden, verstanden?

Ottilio, Loredana und Atina



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