Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Januar 2026





 
 Tortenböden

Es ist immer noch Januar, aber er geht langsam dem Ende entgegen. Am 30. hat Gugel Geburtstag und deshalb machen wir heute die Tortenböden für seine Geburtstagstorte. Dazu brauchen wir nicht viel Fantasie und auch wenig Zutaten, aber immerhin 150 g Zucker, 150 Gramm Mehl, Vanillezucker und 6 Eier. Dann benötigen wir eine anständige Tortenform, Backpapier und den Miximix. Ha ha, jetzt fällt mir ein, früher haben wir die Form noch gebuttert, das ist beim heutigen Trend eigentlich ebenfalls überflüssig.                                        

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Lori wieselt irgendwie geheimnisvoll herum. Sie weiss etwas, das weiss ich, aber ich weiss nicht was. Fragen hat da wenig Sinn, aber ich lass sie mal zappeln und tu so, als ob ich nichts bemerkt hätte. Wir machen alles wie immer, oder eben nicht. Noch nie habe ich das Rührgerät in Betrieb gesetzt um damit das Eigelb und den Zucker zu verrühren. Zuerst schlagen wir sonst immer das Eiweiss. Lori grinst, als wäre ich ihr in die Falle getappt.          

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Aber es stimmt schon ein bisschen. Das Eigelb haben wir meistens nur noch kurz geschlagen, dabei benötigt es doch die ganze Zuwendung des Koches, ha ha. Aber so waschen wir das ganze Zeug eben zweimal ab, ha ha. Das Eiweiss darf nämlich mit nichts anderem als mit Liebe und Hingabe geschlagen werden, sonst wird es nicht steif. Stimmt doch, oder? Lori grinst und holt die Schüssel.

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Nun sind wir bereit. Wir haben eine Schüssel mit Eigelb und Zucker, eine Schüssel mit Eiweiss und ein bisschen Zucker, und das alles muss nun mit dem Mehl zusammen verrührt werden. Aber nicht mit dem Miximix, sondern schön sachte von Pfote. Lori ist geübt darin und ich natürlich ebenfalls und wir sieben das Mehl über das ganze und verrühren alles vorsichtig, andächtig und voller Vorfreude.

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Wir sind erfahrungsgemäss entschlossen, mit dem Teig zwei Teigböden zu backen, anstelle von einem.  Es geht nur zehn Minuten, aber wir stehen dennoch inzwischen schon fast zwei Stunden lang in der Küche rum. Hi hi. Gut Ding will eben Weile haben, ha ha.

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Und schliesslich geht es ja um die Geburtstagstorte von Gugel.
Liebe Grüsse von Ottilio und Loredana

 
 Rosmarin crèpes

Das kleine Wildschwein heisst Nicki, aber es weiss nicht, wie es zu seinem Namen gekommen ist. Ich freue mich anfangs, aber da hat schon wieder Lori ihre Pfoten im Spiel und knuddelt den Kleinen, der erst einmal mit unseren Hühnereiern spielen möchte. Deshalb schicke ich die beiden los, in den winterlichen Garten, ein bisschen Rosmarin zu pflücken.                                                                            

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Bei der momentan herrschenden Kälte sind sie allerdings schnell wieder da und zerpflücken ihren Zweig, bei dem es sich eindeutig um Rosmarin handelt. Ich habe lange nach einem Rezept gesucht, das wir noch nie gekocht haben, aber das ist langsam nicht mehr so einfach. Denn unsere Vorräte sind ebenfalls im Jänner an der unteren Grenze. Eier haben wir noch genügend, Mehl ist ebenfalls noch da. Und was wir so im Kühlschrank finden, ruft nach Verwendung. 

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Der Nicki zerbröselt den Rosmarin und fängt gemütlich an, ihn zu zerkleinern. Wir versuchen uns an einem Crepes-Teig, den wir so noch nie gemacht haben, ohne Wasser, nur mit Milch. Aber Lori ist mutig und meint, das ginge so bestimmt ebenfalls, was natürlich stimmt. In den Teig kommen noch zwei Esslöffel klein gehackte Rosmarinnadeln, vier Eier, 250 g Mehl und 5 dl Milch. Was aber sonst noch im Rezept steht, macht uns stutzig und wir vergessen es vorerst einmal.                                        

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Da es sich zu guter Letzt um eine Art Crepe handeln soll, vermeiden wir es vorsichtshalber, zu viele Zutaten in den Teig zu geben. Lori hat beim exakten Untersuchen des Beispielbildes nämlich gemerkt, dass da geschummelt wurde und im Teig kein Fleisch ist, sondern dass es im nachhinein dazugelegt wurde. Ja, da muss man bei Rezepten immer gut acht geben, denen ist nämlich wurscht, wie wir es machen, wichtig ist, das Bild sieht gut drein.           

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Deshalb braten wir die Zwiebeln zuerst in der Pfanne an, bevor wir sie in den Teig geben. Sonst wären nämlich die Crepes schwarz und die Zwiebeln noch roh. Nachdem wir das Rezept genügend abgeändert haben, können wir gut noch die Creme freche weglassen und sowohl den Schinken wie den Käse einfach in die fertigen Crepes geben. Hi hi, alte Schule, neues Rezept, ich lach mich kaputt. Aber schmecken wird es bestimmt.                             

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 Blumenkohl-Flaps

Du liebe Güte, Lori, was sollen wir kochen mit einem Blumenkohl? "Ha, da gibt es tausend Rezepte!" Aber die Tante rennt erst einmal ins Grüne und da findet sie gleich schon eine Ente, die wartet. "Kommtst du mit? Hast du Lust zu Kochen?" "Naja, zum Essen hätte ich mehr Lust." Aber Lori hat sie schon geschnappt und in die Küche geschleift. Willkommen Daggi, herzlich willkommen! Daggi ist eine ziemlich faule Ente und macht nichts freiwillig.

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"Also, Blumenkohl schnippeln, das kannst du, was?" "Aber dafür ist sie zu blöd." Loredana macht alles selber und fragt dann schliesslich die Ente, ob sie Koch werden möchte. "Na klar, alles in den Topf und dann noch ein bisschen Garnitur." Tante Loredana ist schon am Verzweifeln und guckt die Kartoffeln vernichtend an. Die Ente Daggi und ich kontrollieren derweil das Gewicht vom Blumenkohl.

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Zu sagen wäre noch, dass wir den Blumenkohl, sowie die Kartoffeln vorerst ein bisschen gekocht haben, bevor wir sie für unser Gericht verwenden. Denn es gibt ja wieder mal etwas Neues. Neu ist auch, was Tante Lori findet. "Alles angeknabbert, diese freche Bande." Sie hatte vergessen, die Butter in den Kühlschrank zu geben, da ist sie selber schuld." Daggi findet das lustig, ja sogar sympathisch. "Sollen doch alle kommen, wenn sie Hunger haben. "

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Inzwischen habe ich alles vorbereitet. Die Kartoffelscheiben, den Blumenkohl, es fehlt nur noch das "Geschmeide" für den Auflauf. Aber wir haben ja noch Ricotta, abgelaufenen. Hi hi. Lori wirft das Ganze in eine Pfanne, und kocht es einfach durch. Tut uns leid um den Ricotta, aber wer ist das schon? Ist nur gestockte Milch und nichts weiter. Also rühren wir uns eben eine Sosse zusammen.

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Tante Lori ist eifrig am Rühren und es sieht nicht schlecht drein. Wir können einen Erfolg vermelden. Mit ein bisschen Käse wird unser heutiges Essen ein Tolles. Ich hätte ja schon noch Speckwürfel und Co. in petto gehabt, aber wenn es genug ist, dann reicht es eben. Ha ha.

Guten Appetit, liebe Freunde.

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Daggi, Ottilio, Loredana

 
 Zwiebel-Quiche

Es ist saukalt, sogar bei uns, auch wenn die Sonne tagsüber noch ein bisschen Optimismus verbreitet. Wir machen ein bisschen Kücheninventur, nachdem bei einer gewissen Kälte teilweise die Gefriertruhen vom Kühlschrank aufgetaut sind. Bevor wir wieder einkaufen gehen, muss also noch alles weg. Und das ist viel Blätterteig. Was man füher Kuchen nannte, ist heute ein Quiche. "Also quichen wir mal los, Lori, was schlägst du vor?"

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Wir haben erst gerade eine Zusammenfassung von Blätterteig-Gebäck gemacht, aber unser Zwiebelkuchen war nicht dabei. Denn normalerweise machen wir ihn mit normalem Hefeteig. Aber mit Blätterteig ist er natürlich schneller gemacht, aber es ist noch mehr Butter dran. Denn die Zwiebeln werden anfangs geschnitten und dann im heissen Fett angedünstet. Habe extra weniger genommen. Aber bei der im Moment herrschenden Kälte kann man ein paar zusätzliche Kalorien verschmerzen.

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Lori hat handgelenk mal Pi drei grosse Zwiebeln gepackt und in "Scheiben" geschnitten. Ich habe extra wenig Butter mit knapp zwei Esslöffeln Mehl zu einer weissen Sosse gerührt. Ich weiss, ich weiss, das ist von gestern, aber ich glaube nicht, dass Sahne gesünder ist als Mehlschwitze. Aber Bechamelsosse tönt ja etwas besser. Denn es kommt ja noch Milch dran und Gewürze.

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Heutzutage kocht man ja inzwischen ganz anders. Vorbei ist es mit den alten Kochbüchern, den dicken Schinken, wo man die Suppe noch vom Knochen gebrutzelt hat und die Rüben im Garten gefunden, naja, aber die heutigen Kochbloggs und Kochshows zeigen es ganz deutlich. Man muss chinesisch, koreanisch, indisch oder afrikanisch kochen, sonst bist du oberaffen out.

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Aber das ist uns wurscht, wir bleiben unserer Küche treu, und unserem Zwiebelkuchen auch. Die Lori hat zur Dekoration und kulinarischen Ergänzung noch etwas italienischen Parmaschinken und eine Avocado dazugeschmuggelt. 

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Eine winterliche Delikatesse, unser Zwiebel-Quiche. 

 

Gugelländischer Kartoffelsalat und österreichische Würste

Zuerst einmal viel Glück zum Jahreswechsel an alle von uns Zweien. Es ist ja schon verrückt. Seit dem Jahre 2014 koche ich euch nun schon die Schnäuze voll und das sind nun schon zwölf Jahre. Der Kartoffelsalat war mein erstes Rezept. Den machen wir immer noch gleich wie früher. Und schon damals haben wir ihn an jede Party mitbringen müssen. Es ist nicht das schnellste, aber das beste Rezept.

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Die Kartoffeln werden zuerst in Salzwasser gekocht, und nachher geschält und in ebenfalls gekochter, abgekühlter Bouillon eingeweicht. Fragt mich nicht, woher ich das Rezept habe, obwohl es ein österreichisches Kochbuch war, wie ich mir einbilde, musste ich mich sogar von Österreichern selber belehren lassen, dass man es nicht so macht. Ha ha. Aber gerade deshalb ist mein Karoffelsalat so berühmt geworden. Ich musste an jedem Fest eine Schüssel voll mitbringen.

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Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Karoffeln wirklich weich gekocht sind und nicht mehr hart und roh wirken. Oder aber die Mayonnaise bringts. Da nehmen wir ebenfalls schon jahrelang dieselbe. Inzwischen kann ich selber Mayonnaise machen, man guckt ja die Küchenschlacht, hi hi, aber die sollen nur mit ihrem selbstgebrühten Kram bluffen, mein Kartoffelsalat ist der beste. Natürlich kommen noch Zwiebeln hinein, die ich heute, und ich bitte, das zu würdigen, höchstselbst geschnitten habe.

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Petersilie hatten wir nicht mehr so viel im Garten, so haben wir uns mit gehacktem Klau geholfen. Aber die Deko ist von uns. Hi hi. Und die Würste sind ein Geschenk von Österreichfahrer, denen wir hiermit noch einmal unseren herzlichen Dank dafür äussern möchten. Es hat Spass gemacht, den Würsten, gebraten zu werden, und uns, sie zu essen.

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Und nachdem der Kartoffelsalat schön in der Bouillon gezogen hat, kann man ihn mit Mayonnaise und Zwiebeln und Petersilie anreichern, und die übrige Brühe anderweitig verwenden, hi hi. Wir geben sie immer den Säuen. Aber verschiedene, wütend neidische Fachweiber geben sogar den übriggebliebenen Kartoffelsalat den Hühnern, weil es Zwiebeln drin hat.

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Machts, wie ihr wollt, wichtig ist, dass es schmeckt. Lori und ich wünschen einen guten Start in das Neue Jahr 2026.



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