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Kräuter-Spätzli
Als erstes möchte ich einmal klar stellen, dass Spätzli
kein
kulinarisch festgesetzter Begriff ist und nur durch altertümlich
wütendes Schaben vom Brett erfolgen kann, aber, dass man heutzutage den
Spätzliteig nur noch in der Maschine macht, finde ich schon
grenzwürdig. Denn es ist eine alte Geschichte, dass Mehl sehr
klebefreudig ist, und ob ich nun eine Schüssel abwaschen muss oder eine
ganze Maschine putzen?? Hä?
Mein Spätzliteig ist relativ berühmt und deshalb darf
ich es
heute gross und toll preisgeben. Er ist wie etwa der Kartoffelsalat,
tief verwurzelt. Und dass ich Milch hineingebe, habe ich wahrscheinlich
vergessen, denn es sind auf 1 kg Mehl 8-10 Eier, Salz und etwa 8 dl
Milchwasser. Was Milchwasser ist, muss ich natürlich noch erklären. Man
nimmt einen Messbecher, füllt ihn zu sagen wir mal mit 3 dl Milch und
dann noch Leitungswasser dazu bis 6 dl erreicht sind. Das ist dann das
Milchwasser. Ja, lacht nur.
Gute Köche regnet es nicht vom Himmel, aber wenn einer
keine
Spätzle schaben kann, ist er eben - kein guter Koch. Ha ha. Natürlich
nicht. Aber mir ist das schon lange ein Dorn im Blickfeld. Ich bin
sicher, dass Lori das hinkriegen würde, aber wir wollen ja eine ganze
Riesenschüssel voll mit Spätzli machen und nicht nur eine Portion. Also
ist es jedem frei gestellt, die Spätzle von Hand zu schaben, oder ein
Spätzlesieb zu benutzen. Ha ha.
Nur den namhaften Spitzenköchen fällt ein Zacken von der
Krone, wenn sie es nicht können.
Also wir haben nun unseren Teig, den wir im Nullkommanichts in die
Schüssel klatschen. 8 bis 10 Eier in ein Kilo Mehl, und etwas Salz, das
hat die Lori heimlich hintenrum reingeschmuggelt, denn ein bisschen
Geheimniskrämerei gehört in jede Küche. Dann kommt das Milchwasser,
dazu wird der Teig geklopft. Da heisst, er wird erst geklopft, wenn es
ein Teig geworden ist. Hi hi.
Der fertige Teig wird dann durch das Spätzlesieb direkt
in kochendes Wasser gestrichen.
Und die Spätzle werden ihrerseits wieder dem Wasser entnommen und in
die Schüssel gehievt. Davon haben wir kein Foto, weil wir ja die
fertigen Spätzli im Supermarkt erstanden haben, hiiiii hii hi. Loredana
sagt gerade, ich soll nicht so blöd tun. Aber sie hat eben gestern die
Kochstelle noch nicht geputzt, hi hi, deshalb können wir vom
Kochvorgang keine Bilder liefern. Aber das Endresultat hat vorzüglich
geschmeckt.
Es gibt viele Arten von Köchen, und es gibt viele Arten
von Schpätzli.
Kräuterbrot
Caro kommt ins Kochstudio und Tante Lori ist nicht da.
Sie ist
oben im Wald und pflückt Thymian. Nach einer Weile kommen beide zurück
in die Küche und ich bin zufrieden. "Wir versuchen heute ein
Kräuterbrot
zu machen." Da wir nicht über spezielle Mehlsorten verfügen, machen wir
es eben nur mit Weissmehl. Und weil es noch recht kühl ist in der Küche
haben wir Bedenken, dass wir einen anständigen Hefeteig hinkriegen.
Aber Probieren geht über Studieren und wir fangen an, die Kräuter zu
hacken.
Thymian, Rosmarin, etwas Basilikum und Estragon und ein
Blättchen Salbei haben wir zusammengesucht und das versucht nun Caro in
kleine Brösel zu verwandeln. Ich wäge inzwischen 500 Gramm Mehl ab, was
natürlich keine Kunst ist, aber ein ehrenwertes Amt, hi hi, Dann werfe
ich die Hefe, Salz und Zucker und zwei Esslöffel Olivenöl in die
Schüssel. Dazu kommen noch etwa 3 Dezi lauwarmes Wasser und gut ist es.
Die gehackten Kräuter werden in den fertigen Teig eingeknetet.
Der Teig ist nicht viel anders als unser Pizzateig,
deshalb habe
ich etwas Bedenken, damit ein Brot zu machen. Aber noch ist es ja nicht
so weit und der Teig darf erst einmal eine Stunde ruhen. Leider haben
wir es zur Zeit in der Küche nicht unbedingt mit viel Wärme zu tun,
also besteht wenig Hoffnung, einen tollen Hefeteig hinzukriegen. Aber
wir probieren es trotzdem.
Tatsächlich ist der Teig nach einer Stunde nur ein
bisschen
gebläht, ha ha, aber das ist mir wurscht, wir ziehen es jetzt durch und
kneten ihn tapfer in Form. Während er später dann noch einmal eine
halbe Stunde rasten muss, mache ich mir mal Gedanken über das Olivenöl.
Das Normale ist die grüne Flasche, aber jetzt haben wir durch den
Einkäufer plötzlich noch eine Gelbe.
Nach eingehendem Vergleich stellen wir folgendes fest.
Das gelbe
ist ein Gemisch, das aber den Anforderungen von Olivenöl extra vergine
nicht nachkommt. Leider müssen wir
warten, bis jemand zum Shoppen fährt, um einen exakten Preisvergleich
zu
erlangen, denn kalorienmässig ist das Öl das gleiche. Aber uns geht es
nicht um die Kalorien, sondern um den Geschmack und der ist ein
himmelweiter Unterschied.
Und nun kommt unser Brot in den Ofen und nach 40 Minuten
wieder
hinaus. Es schmeckt ganz gut, aber wir werden an dem Rezept noch etwas
herumfeilen müssen, hi hi.
Viele Grüsse von Loredana, Karo und Ottilio
Kräuterbutter im Frühling
Ja, im Frühling sind die Kräuter am Schmackhaftesten,
voll mit
Energie und dem Willen gut zu gefallen. Deshalb stürzt sich Lori ins
Land und pflückt die Rauke, die bei anderen Leuten vielleicht am
Kompost landet. Der Basilikum ist noch nicht resistent, Petersilie
haben wir ebenfalls immer zu wenig, aber für eine gute Kräuterbutter
ist Petersilie eine gute Grundbasis. Und weil unser Butter schön grün
werden soll, behelfen wir uns dabei immer mit gehackter Petersilie in
der Tüte. Das haben wir früher nicht gemacht, da waren wir eben noch
nicht so professionell, hi hi.
Weil die Kräuter im Frühling zart sind und doppelt so
viel
Geschmack haben gehen wir durch die Wiese und sammeln alles, was wir
kennen und schon gegessen haben. Die Knoblauchrauke ist deswegen so
begehrt, weil sie nach Knofi duftet aber nicht die Wirkung davon hat.
Also wäre es blöd, wenn wir in unsere Kräuterbutter zum Schluss noch
Knoblauch reintäten, der dann wieder seine duftende Entfaltung bewirkt,
dass alles riecht bis zum Abwinken. Ebenfalls ist die Verwendung von
Knofi in der Kräuterbutter nicht mehr sehr sinnvoll, weil dieser schon
zum Würzen ans Grillgut kommt. Das wäre dann doppelt gemoppelt.
Aber, wie gesagt, man kann in seine Butter reintun, was
man
möchte, und ich habe eigentlich immer zufriedene Gäste gehabt, die
munter von meiner Kräuterbutter genascht haben, ohne die Idee zu haben,
dass ich darin giftige Kräutlein versteckt haben könnte. Aber gefragt
haben die Gäste immer, was da drin sei. Und natürlich habe ich es nie
verraten. Nur, dass sie als Oberkräutlein die Petersilie enthält. Und
ich warne euch. Serviert mir nie Koriander in der Kräuterbutter.
Wir haben viel Wiesland um uns herum und da findet man
ja dies
und jenes im Frühling. Den Koriander habe ich einmal zufällig gefunden
und als so genanntes "Stinkkraut" heim gebracht. Es riecht irgendwie
nach Kopfwehtabletten, fand ich und habe es seither nie mehr in unseren
Breiten gefunden. Aber der Geruch und Geschmack habe ich noch immer im
Kopf und den möchte ich niemals in meinem Essen drin haben. Es ist
ähnlich wie beim Bittermandelaroma, entweder man mag es oder eben
nicht.
Ebenfalls ein NO GO für Kräuterbutter ist der
Schnittlauch und
die Sojasosse. Die Zwei übertönen alles und jedes Kräutlein, das man
dann vergebens gesammelt hat. Also für die Kräuterbutter muss man ein
geübtes Händchen haben. Und vor allem die Gäste kennen. Wir haben gute
Erfahrungen gemacht mit unserem Kräutermix, aber eben wie so alles ist
beim Kochen, ohne gute Esser gäbe es keine Köche.
Also es lohnt sich, ein bisschen Kräuter zu hacken und
seine eigene
Kräuterbutter herzustellen, aber immer gut Acht geben, hi hi.
Pesto genovese
Der Cicci ist bei uns in der Küche. Er war schon einmal
da, als
wir stundenlang Pinienkerne geknackt haben. Das sollten alle Köche
einmal machen müssen, dann würden sie beim Rösten die heiligen Kernchen
nicht mehr so oft anbrennen lassen.Diesmal hatten wir keine
Pinienzapfen zur Verfügung und mussten uns mit einem Minipäckchen
gekaufter Kerne Vorlieb nehmen. Dafür waren die schon geschält.
Dann benötigt man für ein Pesto genovese natürlich noch
Basilikum. Da waren wir uns ebenfalls zu geizig und haben nur so
alibimässig ein paar Blättchen abgezupft. Aber im Mörser hat es dann
doch sehr schnell fast richtig geschmeckt und wir haben noch fleissig
zugelangt.
Für ein anständiges Pesto benötigt man 70 g Basilikum, 30 g
Pinienkerne, 2 Zehen Knofi, 3 g grobes Salz, 50 g Parmesan, 30 g
Pecorino und 70 g Olivenöl. Das wird alles im Mörser zerstossen.
Für unsere Nudelpfanne ergibt dies gerade einen kleinen
Klacks
Pesto, aber bei weitem nicht genug. Also wir verspeisen den Basilikum
also lieber Blatt für Blatt einzeln, knabbern dazu die Pinienkerne,
ebenfalls einzeln und gucken den Parmesan und den Knofi nur an oder
essen den dann mit dem Olivenöl und etwas Salz zu unseren nackten
Spaghetti. Kochen ist nichts für Geizhälse, Lori, das merke man sich.
Hihi, haha.
Nun, wer eine mehr als hundertköpfige Plüschtierbande zu
sättigen hat, weiss, was es heisst, genug zu kochen. Aber man hat eben
doch eine Ahnung, wie Olivenöl und Käse munden. Und deshalb sollte
unser Pesto doch noch ein bisschen nach Basilikum und Pinienkernen
schmecken. Wir ziehen also die Zubereitung des Pestos nach Schema durch
und gucken nicht auf die Quantität. Unser
Mörser ist allerdings ein uraltes Erbmodell und nicht gerade für die
Küche geeignet. Eher für einen Pillenklopper von der Apotheke, hi hi.
Aber nachdem unser Pesto eindeutig die grüne Farbe des
Basilikums angenommen hat, sind wir schon zufrieden. Wir starten
unseren Versuchsballon und servieren unsere Spaghetti mit Pesto
genovese. Zur Ergänzung, und zum Vergleich, bietet Lori noch ein im
Laden erstandenes Gläschen Pesto genovese zusätzlich an. Und?
Unser Pesto ist grüner, sieht frischer drein, aber
schmeckt fast
gleich, hi hi. Wer den Unterschied wissen will, muss es eben selber
probieren.
Viel Spass mit dem Pesto genovese.
Lori, Cicci und Ottilio