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Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Mai 2026





 
 Kräuter-Spätzli

Als erstes möchte ich einmal klar stellen, dass Spätzli kein kulinarisch festgesetzter Begriff ist und nur durch altertümlich wütendes Schaben vom Brett erfolgen kann, aber, dass man heutzutage den Spätzliteig nur noch in der Maschine macht, finde ich schon grenzwürdig. Denn es ist eine alte Geschichte, dass Mehl sehr klebefreudig ist, und ob ich nun eine Schüssel abwaschen muss oder eine ganze Maschine putzen?? Hä?        

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Mein Spätzliteig ist relativ berühmt und deshalb darf ich es heute gross und toll preisgeben. Er ist wie etwa der Kartoffelsalat, tief verwurzelt. Und dass ich Milch hineingebe, habe ich wahrscheinlich vergessen, denn es sind auf 1 kg Mehl 8-10 Eier, Salz und etwa 8 dl Milchwasser. Was Milchwasser ist, muss ich natürlich noch erklären. Man nimmt einen Messbecher, füllt ihn zu sagen wir mal mit 3 dl Milch und dann noch Leitungswasser dazu bis 6 dl erreicht sind. Das ist dann das Milchwasser. Ja, lacht nur.                                            

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Gute Köche regnet es nicht vom Himmel, aber wenn einer keine Spätzle schaben kann, ist er eben - kein guter Koch. Ha ha. Natürlich nicht. Aber mir ist das schon lange ein Dorn im Blickfeld. Ich bin sicher, dass Lori das hinkriegen würde, aber wir wollen ja eine ganze Riesenschüssel voll mit Spätzli machen und nicht nur eine Portion. Also ist es jedem frei gestellt, die Spätzle von Hand zu schaben, oder ein Spätzlesieb zu benutzen. Ha ha.

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Nur den namhaften Spitzenköchen fällt ein Zacken von der Krone, wenn sie es nicht können. Also wir haben nun unseren Teig, den wir im Nullkommanichts in die Schüssel klatschen. 8 bis 10 Eier in ein Kilo Mehl, und etwas Salz, das hat die Lori heimlich hintenrum reingeschmuggelt, denn ein bisschen Geheimniskrämerei gehört in jede Küche. Dann kommt das Milchwasser, dazu wird der Teig geklopft. Da heisst, er wird erst geklopft, wenn es ein Teig geworden ist. Hi hi.

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Der fertige Teig wird dann durch das Spätzlesieb direkt in kochendes Wasser gestrichen. Und die Spätzle werden ihrerseits wieder dem Wasser entnommen und in die Schüssel gehievt. Davon haben wir kein Foto, weil wir ja die fertigen Spätzli im Supermarkt erstanden haben, hiiiii hii hi. Loredana sagt gerade, ich soll nicht so blöd tun. Aber sie hat eben gestern die Kochstelle noch nicht geputzt, hi hi, deshalb können wir vom Kochvorgang keine Bilder liefern. Aber das Endresultat hat vorzüglich geschmeckt.

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Es gibt viele Arten von Köchen, und es gibt viele Arten von Schpätzli.

 
 Kräuterbrot

Caro kommt ins Kochstudio und Tante Lori ist nicht da. Sie ist oben im Wald und pflückt Thymian. Nach einer Weile kommen beide zurück in die Küche und ich bin zufrieden. "Wir versuchen heute ein Kräuterbrot zu machen." Da wir nicht über spezielle Mehlsorten verfügen, machen wir es eben nur mit Weissmehl. Und weil es noch recht kühl ist in der Küche haben wir Bedenken, dass wir einen anständigen Hefeteig hinkriegen. Aber Probieren geht über Studieren und wir fangen an, die Kräuter zu hacken.

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Thymian, Rosmarin, etwas Basilikum und Estragon und ein Blättchen Salbei haben wir zusammengesucht und das versucht nun Caro in kleine Brösel zu verwandeln. Ich wäge inzwischen 500 Gramm Mehl ab, was natürlich keine Kunst ist, aber ein ehrenwertes Amt, hi hi, Dann werfe ich die Hefe, Salz und Zucker und zwei Esslöffel Olivenöl in die Schüssel. Dazu kommen noch etwa 3 Dezi lauwarmes Wasser und gut ist es. Die gehackten Kräuter werden in den fertigen Teig eingeknetet.

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Der Teig ist nicht viel anders als unser Pizzateig, deshalb habe ich etwas Bedenken, damit ein Brot zu machen. Aber noch ist es ja nicht so weit und der Teig darf erst einmal eine Stunde ruhen. Leider haben wir es zur Zeit in der Küche nicht unbedingt mit viel Wärme zu tun, also besteht wenig Hoffnung, einen tollen Hefeteig hinzukriegen. Aber wir probieren es trotzdem.                                              

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Tatsächlich ist der Teig nach einer Stunde nur ein bisschen gebläht, ha ha, aber das ist mir wurscht, wir ziehen es jetzt durch und kneten ihn tapfer in Form. Während er später dann noch einmal eine halbe Stunde rasten muss, mache ich mir mal Gedanken über das Olivenöl. Das Normale ist die grüne Flasche, aber jetzt haben wir durch den Einkäufer plötzlich noch eine Gelbe.                                    

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Nach eingehendem Vergleich stellen wir folgendes fest. Das gelbe ist ein Gemisch, das aber den Anforderungen von Olivenöl extra vergine nicht nachkommt. Leider müssen wir warten, bis jemand zum Shoppen fährt, um einen exakten Preisvergleich zu erlangen, denn kalorienmässig ist das Öl das gleiche. Aber uns geht es nicht um die Kalorien, sondern um den Geschmack und der ist ein himmelweiter Unterschied.        
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Und nun kommt unser Brot in den Ofen und nach 40 Minuten wieder hinaus. Es schmeckt ganz gut, aber wir werden an dem Rezept noch etwas herumfeilen müssen, hi hi.

Viele Grüsse von Loredana, Karo und Ottilio

 
 Kräuterbutter im Frühling

Ja, im Frühling sind die Kräuter am Schmackhaftesten, voll mit Energie und dem Willen gut zu gefallen. Deshalb stürzt sich Lori ins Land und pflückt die Rauke, die bei anderen Leuten vielleicht am Kompost landet. Der Basilikum ist noch nicht resistent, Petersilie haben wir ebenfalls immer zu wenig, aber für eine gute Kräuterbutter ist Petersilie eine gute Grundbasis. Und weil unser Butter schön grün werden soll, behelfen wir uns dabei immer mit gehackter Petersilie in der Tüte. Das haben wir früher nicht gemacht, da waren wir eben noch nicht so professionell, hi hi.                                              

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Weil die Kräuter im Frühling zart sind und doppelt so viel Geschmack haben gehen wir durch die Wiese und sammeln alles, was wir kennen und schon gegessen haben. Die Knoblauchrauke ist deswegen so begehrt, weil sie nach Knofi duftet aber nicht die Wirkung davon hat. Also wäre es blöd, wenn wir in unsere Kräuterbutter zum Schluss noch Knoblauch reintäten, der dann wieder seine duftende Entfaltung bewirkt, dass alles riecht bis zum Abwinken. Ebenfalls ist die Verwendung von Knofi in der Kräuterbutter nicht mehr sehr sinnvoll, weil dieser schon zum Würzen ans Grillgut kommt. Das wäre dann doppelt gemoppelt.

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Aber, wie gesagt, man kann in seine Butter reintun, was man möchte, und ich habe eigentlich immer zufriedene Gäste gehabt, die munter von meiner Kräuterbutter genascht haben, ohne die Idee zu haben, dass ich darin giftige Kräutlein versteckt haben könnte. Aber gefragt haben die Gäste immer, was da drin sei. Und natürlich habe ich es nie verraten. Nur, dass sie als Oberkräutlein die Petersilie enthält. Und ich warne euch. Serviert mir nie Koriander in der Kräuterbutter.

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Wir haben viel Wiesland um uns herum und da findet man ja dies und jenes im Frühling. Den Koriander habe ich einmal zufällig gefunden und als so genanntes "Stinkkraut" heim gebracht. Es riecht irgendwie nach Kopfwehtabletten, fand ich und habe es seither nie mehr in unseren Breiten gefunden. Aber der Geruch und Geschmack habe ich noch immer im Kopf und den möchte ich niemals in meinem Essen drin haben. Es ist ähnlich wie beim Bittermandelaroma, entweder man mag es oder eben nicht.                                                  

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Ebenfalls ein NO GO für Kräuterbutter ist der Schnittlauch und die Sojasosse. Die Zwei übertönen alles und jedes Kräutlein, das man dann vergebens gesammelt hat. Also für die Kräuterbutter muss man ein geübtes Händchen haben. Und vor allem die Gäste kennen. Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit unserem Kräutermix, aber eben wie so alles ist beim Kochen, ohne gute Esser gäbe es keine Köche.

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Also es lohnt sich, ein bisschen Kräuter zu hacken und seine eigene Kräuterbutter herzustellen, aber immer gut Acht geben, hi hi.

 
Pesto genovese

Der Cicci ist bei uns in der Küche. Er war schon einmal da, als wir stundenlang Pinienkerne geknackt haben. Das sollten alle Köche einmal machen müssen, dann würden sie beim Rösten die heiligen Kernchen nicht mehr so oft anbrennen lassen.Diesmal hatten wir keine Pinienzapfen zur Verfügung und mussten uns mit einem Minipäckchen gekaufter Kerne Vorlieb nehmen. Dafür waren die schon geschält.

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Dann benötigt man für ein Pesto genovese natürlich noch Basilikum. Da waren wir uns ebenfalls zu geizig und haben nur so alibimässig ein paar Blättchen abgezupft. Aber im Mörser hat es dann doch sehr schnell fast richtig geschmeckt und wir haben noch fleissig zugelangt. Für ein anständiges Pesto benötigt man 70 g Basilikum, 30 g Pinienkerne, 2 Zehen Knofi, 3 g grobes Salz, 50 g Parmesan, 30 g Pecorino und 70 g Olivenöl. Das wird alles im Mörser zerstossen.

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Für unsere Nudelpfanne ergibt dies gerade einen kleinen Klacks Pesto, aber bei weitem nicht genug. Also wir verspeisen den Basilikum also lieber Blatt für Blatt einzeln, knabbern dazu die Pinienkerne, ebenfalls einzeln und gucken den Parmesan und den Knofi nur an oder essen den dann mit dem Olivenöl und etwas Salz zu unseren nackten Spaghetti. Kochen ist nichts für Geizhälse, Lori, das merke man sich. Hihi, haha.

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Nun, wer eine mehr als hundertköpfige Plüschtierbande zu sättigen hat, weiss, was es heisst, genug zu kochen. Aber man hat eben doch eine Ahnung, wie Olivenöl und Käse munden. Und deshalb sollte unser Pesto doch noch ein bisschen nach Basilikum und Pinienkernen schmecken. Wir ziehen also die Zubereitung des Pestos nach Schema durch und gucken nicht auf die Quantität. Unser Mörser ist allerdings ein uraltes Erbmodell und nicht gerade für die Küche geeignet. Eher für einen Pillenklopper von der Apotheke, hi hi.

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Aber nachdem unser Pesto eindeutig die grüne Farbe des Basilikums angenommen hat, sind wir schon zufrieden. Wir starten unseren Versuchsballon und servieren unsere Spaghetti mit Pesto genovese. Zur Ergänzung, und zum Vergleich, bietet Lori noch ein im Laden erstandenes Gläschen Pesto genovese zusätzlich an. Und?

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Unser Pesto ist grüner, sieht frischer drein, aber schmeckt fast gleich, hi hi. Wer den Unterschied wissen will, muss es eben selber probieren. 

Viel Spass mit dem Pesto genovese.

Lori, Cicci und Ottilio


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