Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Juni 2026





 
 Häppchen

Wir kochen heute nichts, es ist zu heiss zum Essen. Aber etwas Kleines müssen wir trotzdem haben. Also scheuche ich zuerst einmal die Hühner vom Küchentisch und frage anschliessend Lori, ob sie eine passende Idee hat. Wir könnten Häppchen machen, meint sie. Dazu habe ich ebenfalls immer Lust, und so gucken wir erstmal in den Kühlschrank, was wir noch so da haben.

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Es hat noch eine schöne rote Paprika, das ist immer gut fürs Optische, also her damit. Das kleine Bibeli hat noch keinen Namen und ich sage ihm einfach Bibeli bis es einen bekommen hat. "Also Bibeli, bist du bereit, dann an die Säcke und alles schön kleinschnetzeln und dann den Teigboden damit belegen. Da fragt mich doch das freche Küken gleich: "Wie klein möchtest du es denn?"

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Aber freche Schnäbel bin ich ja gewöhnt in der Küche und ich lasse den vorlauten Piepmatz erst einmal Zwiebeln schneiden. Das schafft der oder die Kleine sehr schnell und ich bin vorübergehend ratlos. Zum Glück hat Lori die bessere Idee. Wir haben ja noch diese fürchterlichen Käsli, so ein Missgriff beim Posten, denn die Dinger sind nicht vom Papier zu bekommen, fürchterlich. Also weg damit.

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Speckwürfel haben wir ebenfalls immer im Kühlschrank, aber die müssen zuerst gebraten werden. Aber was hat jetzt dieses blöde Federvieh? Es streikt als wir die Eier verwenden wollen. Phuh, da hat man was, und auch Lori hat noch eine Überraschung an der Backe, hi hi hiii. Gut, dann lassen wir halt die Eigelbe weg und tragen sie irgendwie zu Grabe (schmatz schmatz).

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Als ich den Blätterteig hergehievt habe, ist die Entspannung eindeutig zu spüren gewesen. Das Bibeli hat fröhlich Maiskörner verteilt und Lori hat sich mit Sardellen und Oliven zurück gehalten. So sind es eben die Küchlein geworden, die es an diesem Tag eindeutig sein mussten, und wir drücken euch freudig die Daumen, dass ihr es exakt so gut hinkriegt und die Geschmäcker euerer Gäste aufs Beste trefft.                               

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Wundervoll. Schmatz schmatz.

 
 Marillenkuchen

Lori ist noch am Wischen in der Küche. Wir haben Salz gegen die Ameisen gestreut gehabt und es hat gewirkt. Hi hi. Aber inzwischen plumpsen die Marillen schon kiloweise runter von den Bäumen, da gibt es eben nichts anderes als Marillenkuchen zu machen. Da wir nicht so ganz erfolgreich damit sind, weil viele Leute die Säure von den Aprikosen nicht unbedingt vertragen, obwohl sie sie lieben, machen wir es kurz und nur einen kleinen Kuchen zum Frühstück.                   

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Und da nehmen wir keinen Blätter- keinen Brise oder sonst einen Teig, sondern wir greifen wieder mal lustig in unseren Mehlsack und klumpen uns selber etwas zusammen. Es ist ja heutzutage schon so, dass man einen Teig nicht wie früher mühevoll zusammenknetet, sondern lustig locker in der "Luft" beziehungsweise in der Maschine herumwirbelt bis er die gewünschte Konsistenz hat. 
Das sagt mir Lori und ich lasse sie mit ihren weissen Eiern wieder das Weite suchen.         

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Wenn ich an meinen Kochlehrer denke, phuh, der hätte mich durchfallen lassen, wenn ich den Teig so zusammengwurstelt hätte, grinse ich, aber Lori weiss es besser, grinst auch und wir hauen einfach alle Zutaten hinein und rühren es zusammen. Wahrscheinlich hatte man ftüher noch nicht solch qualitativ hochwertiges Mehl und so hochwertig qualitative Eier, hi hi hi, den hochqualifizierten Zucker haben wir vergessen. Wer unsere Zusammensetzung wissen möchte, bitte melden.

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Was wir allerdings in der heutigen Zeit noch nicht haben, ist hochqualifiziertes Selbstauslegepapier, das gleich schon eine Rundung ergibt. Da frage ich mich wieder einmal, warum denn ein Kuchen immer noch rund sein muss, wenn der Backofen vier Ecken hat. Muss er gar nicht, weisst du was? Wir backen neue Kuchen. Einfach mal grundlegend was Neues. Lori blinzelt mich begeistert an.                          

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Unsere Aprikosentarte, der Marillenkuchen, ist schon fast fertig und schmeckt wie annodazumal. Wir springen nun einfach mal über die Planke und versuchen etwas Neues! Sage ich, und schlecke schon mal an der Kelle. Und du meinst, das schmeckt dann immer noch gut und nicht einfach nur neu? Das kann ich allerdings nicht versprechen, aber wir wollen es versuchen. Backe backe Kuchen.Hauptsache es hat keinen Koriander drin, hi hi.

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Wichtig ist am Schluss ja nur, dass alles weggeputzt wird, hi hi.

 
Walnuss-Karottentörtchen

Hoho, hoher Besuch kommt. "Es ist Perez, das frisch erkorene Okapi in Gugellandia." Aber mit neuen Tieren hat man immer so seine Anfangsschwierigkeiten. Entweder sie sind zu frech oder zu ängstlich. Ich habe dem Okapi nur gesagt, es solle nicht überall herumklettern, schon war es stinkbeleidigt und wollte absolut nichts mehr machen. Dann muss Loredana die Karotten eben selber raffeln, macht nichts, sie kann das.

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Wir haben eigentlich ein Heimspiel in der Küche, wir machen alles wie immer, nur, dass wir heute mit Walnüssen arbeiten, anstelle, wie sonst, mit Mandeln oder Haselnüssen. Okapi Perez wird langsam interessierter und wagt sich was. Ich tue, als würde es mich nichts angehen, als es mit seinem Hinterfuss eine nervöse Zuckung macht und mich kurzerhand in die Büsche schlägt. Hi hi. Ich stehe natürlich gleich wieder da wie eine Eins.           

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Lori grinst noch, aber ich fasse mich schnell wieder und erkläre dem Okapi, wie man Eier trennt. Nicht mit den Hufen entzwei machen, sondern sorgfältig halbieren, und das Eigelb vom Eiweiss trennen, ja ha, klappt ganz gut, und das insgesamt sechs mal. Dann kommt der Trick mit dem Stärkemehl. Da wir für unser Rezept ja kein normales Mehl nehmen, sind wir besonders stolz, dass es sozusagen ein glutenfreies Rezept ist,

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Inzwischen hat unser Okapi einen Heuhupfer am Rücken. Es ist ganz begeistert und sie sind schon dicke Freunde. Aber, wir müssen ja kochen und hier kein Insektenreservat in Szene setzen, also weiter geht es. Mit dem Eiweiss schlagen von den ganzen sechs Eiern, dann das Maizena und das Backpulver müssen noch mit den Nüssen und Karotten einig gerührt werden.                                              

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Ich bin immer wieder verwundert darüber, was gewisse Leute mit ihren Küchenmaschinen alles können, während wir für die selbe Arbeit nur eine Kelle benötigen. Hi hi. Alles gelernte Maschinenputzer, wahrscheinlich, hi hi. Und wir? Rührpersonal, ho ho. Das Okapi ist nun lansam ebenfalls ein bisschen küchenambitioniert wie wir und schleckt und schnuppert fröhlich herum. Da wir keine minderjährige Esser erwarten, würzt Lori mit einem kräftigen Schluck von der Kirschflasche, und siehe da.

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Die Karottenküchlein sind ein bisschen von der Form gekippt, hi hi. aber wir haben ja noch mehr davon gemacht. Alles gut geworden und sehr schmackhaft, man kann jedes Rezept immer mal mit anderen Nüssen versuchen. Gell Perez.

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Peperonata

Tante Lori hat ein Hündchen im Schlepp. "Was will denn der hier?" Er hätte sich durch die Waschstrasse gekämpft und sei jetzt wieder pieke weiss. Na schön, dann kommt halt. Es gibt Peperoni zu rüsten, Meinst du, der Kleine kann das? Zuerst lässt man angehende Kochlehrlinge immer mal die Zwiebeln schneiden, um zu sehen, ob sie etwas können. Wie heisst denn der neue Star am Kochhimmel? Pepi oder Beppi, irgend so etwas habe ich verstanden. Na schön, dann mal gut Schnetzel.

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Der Kleine hat sich bei der ganzen Kleinarbeit recht gut angestellt, aber plötzlich war er wie vom Erdboden verschwunden. "Wo ist denn Pepi?" frage ich Loredana und sie weiss es ebenfalls nicht. Er war gerade noch da, aber schwupp, weg ist er, hat sich gedrückt, die Arbeit bleibt an uns selber hängen, na sowas.  Wir haben keine Zeit, ihn zu suchen, aber zu fluchen.

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Ist halt ein Hund, was erwartest du von dem? schnöde ich und Lori guckt in die Runde. Aber es ist nicht nur das weisse Wollknäuel verschwunden, sondern ebenfalls das Fahrrad. Pepi war eben bei der Geschichte mit dem Schokoladehäuschen dabei und hat uns noch in Verdacht, das ganze Häuschen verschwinden gelassen zu haben. Aber was will er damit beweisen?

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Lori hackt ein paar Knofizehen, und ich habe noch Mitleid mit zwei Zucchetti, die mich so betend angucken, dass ich sie unter das Messer gelegt habe. Aber da kommt unser kleiner Stinkstiefel wieder angebellt. Ohne Fahrrad wohlgemerkt. Aber ich sage ja immer, ich benötige keine Hunde und Ziegen in der Küche, also was solls?

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Die Tante müht sich noch mit den Tomatenbüchsen ab. "Welche hat den besseren Inhalt?" Das ist bei den italienischen Dosen sehr schwierig. Sie sind nur verschieden in der Bearbeitung, schmecken tun sie alle hervorragend. Nämlich reif und tomatig. Sie sind sogar im Gegensatz  zu unseren Peperonis pellefrei, das heisst, sie haben keine Häute.

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Aber wir sind nun ebenfalls bald fertig mit unserer Peperonata. Sie wird gekocht, gewürzt und zum Schluss natürlich genüsslich gegessen.

Viele Grüsse von Ottilio, Loredana und dem kleinen, weissen Hündchen Pepi.


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