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Kritiker: September 2025
Show-Schau
Naja, früher haben sie mit Höllentrara eine Torte
aufgetischt, wenn
ihnen nichts mehr eingefallen ist, heute zeigen sie einfach blauen
Himmel so weit das Auge reicht. Ganz blau ist dieser ja auch nicht
mehr, denn die Fotokamera hat schon so viele disaströse Fleckgebilde am
Buckel, dass es echt schwierig wird wolkenloses Blau zu registrieren.
Aber was braucht das Herz mehr als Blau und Grün und in der Mitte die
rote Badehose vom Geolg, dem Universellen. Jetzt sind sie ja
draufgekommen, dass angesichts der Weltlage eigentlich alles passt, was
sie auftischen, und da sie ja keine Märchen mehr haben, zwetschgen sie
die Gegenwart einfach so zusammen, dass alles irgendwie fantastisch
wird. Ja so ist das einfach! Keine Häppchen, kein
Vergissmeinnichttrank, nur lauter halbkriminelle Plüschies, die so tun,
als wären sie wer weiss nicht wer. Ha ha. Ich bin da ja vorbildlich mit
meiner zurückgekifften Schnauze. Ich sage nichts, was nicht stimmt.
Aber wer
da so in Grossschrift die Scheissblätter vollschmiert, hat echt Dreck
am Stecken. Naja, ich denke jetzt weniger an die dicklichen Weibsbilder
im Vordergrund, sondern diejenigen, die dahinterstecken. Es ist nämlich
heutzutage umgekehrter als früher. Die Damen schnorren und die Männer
lachen hintenherum über den Quatsch, den sie denen zum Palavern
aufgeschrieben haben. Naja, es ist noch nicht aller Tage Abend. Ich
habe nur so das unbestimmte Gefühl, dass hier in Gugellandia demnächst
ein neuer Stern aufgehen wird, ja, ja. Aber davon später. Erst wollen
wir noch die Neu-Geflügelten so richtig in den Dreck stürzen sehen und,
sicher ist keiner da mit Lümpen zum Abputzen. Guten Sturzflug,
allerseits, ha, ha.
Blau ist schlau
Wenn alles langsam immer ungrüner wird, schwenkt man
einfach in den
Himmel ab, ha ha. Da ist wenigstens immer etwas los. Und man hat ja das
Glück, genügend davon über sich zu haben. Allerdings macht sich das
Genua-Tief langsam immer mehr bemerkbar. Wenn am ganzen Horizont keine
einzige Wolke steht, aus irgend einem Loch im Südpiemont duftet doch
dauernd wolkiges Gewölk. Man hat schon an eine unterirdische Fabrik
gedacht, oder aber Kai und Gonni rösten Schleuskarpfen im
Geheimen, aber da ist nichts als kauzbaldiger Wald. Es ist ja
schon so, dass immer der Nachbar keine Wolke vor der Sonne hat und dass
dieselbe immer genau über dem nächsten herumpraktiziert, aber man
sollte doch auch denken, die Meteorologen wissen, was sie da laut
posaunen. Die sagen es immer hinterher richtig voraus! Ich weiss jetzt
schon, warum Zeig in die Ferien abgedüst ist, ich finde es auch mehr
als müssig, wenn die Sonne erst rauskommt, wenn sie untergeht. Deshalb
habe ich es ja auch gut gefunden, dass sie den "Luftflug" machen
wollen. Aber herrjeh, diese ganzen, schlaufüssigen, habsmutteligen
Mitglieder der Gugelfamily sind entweder noch in den Sommerferien
stecken geblieben oder aber bereits vom Winde verweht. Und die heran
gebetenen Gäste haben sich vor lauter Unmut überschlagen,
oder
stecken noch in der Umkleidekabine fest. Also locker vom Hocker und ein
dreifaches Pruust in die Runde. Und wenn jetzt jemand findet, ich fände
die richtigen Worte nicht, dann flösse ich flattergemuselt in den
Fettpflanzenpflutter mit geschwungenem Haberbein und Affenschwein einen
luppsgefüllten Kanon. Tüdeldü.
Da piekst mich ja das
Phlegma
Da haben wir wieder mal den berühmten Sprung in der
Schüssel, den
Floh auf dem Rüssel oder kein Loch für den Schlüssel. Wie man es dreht,
ist es nicht kommunikativ, weil wir Tiere ja höchstens bellen, wiehern
oder sonstwie unvorteilhafte Geräusche verbreiten. Und wie der Hummi
flucht
oder der Kurt wettert, wenn sie am Strand von Spotorno im langweiligen
Sandgewühle stecken bleiben, interessiert uns Hintertupfingbrüder
natürlich eben so wenig. Was heisst denn hier Sand, das ist
grobgeschaufelter Gesteinspflutter, man steckt im Kies so fest wie im
Tiefschnee, kein Wunder, dass sich Hummi und Kurt in der Bar von Santa
Teresa zum Versauern niedergelassen haben. Die zwei Saufköpfe haben
dann noch eine Schatzkarte gefunden, in Italienisch, ha, ha. Aber von
der Mondfinsternis haben sie nicht mehr viel mitgekriegt, weil
inzwischen die Bäume zu hoch gewachsen sind. Ja unsere Pappendusler
werden eben je länger je phlegmatischer, ja faul und
querschrötig, dass es einem von weitem schon graust. Und was der Hummi
dem armen Kurt zugemutet hat, geht ja ohnehin auf keine Landshaut,
geschweige denn eine Meerbraut und überhaupt: wer nicht hören will,
muss fühlen. Sie haben die sonnigen Tage so genüsslich verbraten, einer
nach dem anderen, jetzt müssen sie bezahlen. Mal umgucken, ob sie was
für den Winter beiseite gelegt haben. Was? Nicht? Na wozu ist denn der
Sommer da? Ach so. Dafür ist der Herbst dann da, na wunderbar. Aber da
liegt man ja auch an den Strand und wartet, bis einem der
Himmel
auf den Kopf plumpst und Schludderfinken verteilt, der Klöpfast vom
Baum spickt und dir die Flattermollen den Hintern versohlen. Alles
schon dagewesen.
Wolfig
Ja, liebe Leute, da bin ich wieder. Das war ja eine
Vollpampelsause, diese lahme Knauserbrause um ein kleines Wölfchen, das
versehentlich unserem Haushampelmann, dem Tigerkater, auf den Fersen in
den alten Gerümpeltopf, alias Wassersilo reingeplumpst ist. Da muss
gleich die Feuerwehr kommen, dazu Fachfritzen, Supermänner,
Spezialitaliener aus Turin
mit Gerät und Leitern um den bösen Wolf betäuben und
abzuschleppen. Wohin sie ihn gebracht haben, weiss niemand. Sie hätten
ihn ja gleich hinter der Kurve wieder auslassen können. Aber das geht
uns ja nichts an, man ist ja brävlich und pseudokommunikativ. Buwäh,
fängt ja schon wieder aastypisch an, diese gugelländische Flutschpampe.
Und dann anstelle einer schönen Horrorgeschichte, verpackt man die
Wolfsjagd in ein Zauberprogramm von Flatter und flups sind alle wieder
da. Es ist aber schon so, dass unsereins nachts nicht mehr unbedingt
allein so durch Wald und Flur pirscht. Die Mausi haben sie auch unten
am Berg gefunden, aber das war wahrscheinlich wieder der Wuwati-Kater,
der, weil er mittlerweile der einzige und letzte ist, wohl meint, er
muss etwas für Spektakel sorgen. Seit 1988 hat es in Gugellandia viele
Katastrophen gegeben, von der Hasenplage über Rehgeplünder bis zur
Wildschweinstory
, es ist jedes Jahr etwas anderes. Aber in das alte Wassersilo ist
bisher überhaupt noch nie jemand reingefallen. Irgendwie kommt mir die
ganze Sache etwas getürkt vor. Vielleicht schleichen sich
Gugelfamily-Fans um unser Anwesen und erschrecken die Wölfe. Ja, ja, so
wird es sein, also ab sofort: Aufhören mit dem nächtlichen
Rumgepirsche, Autogramme verteile ich auch sonst nur bei Tageslicht.