Hallo, ich bin Schnorbert, Kritiker von Beruf
Seit November 2014 bin ich nun hier in Gugellandia und das ist ja schon eine Strafe. Ich bekleide das wichtige Amt des Kritikers. Keiner ist vor meinen Kommentaren sicher. Ich zerreisse alles und jeden in der Luft. Darum lieben mich wahrscheinlich alle.
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Kritiker: Dezember 2025





 
 Oh du Gröhliche
Schon wieder Weihnachten. Ich habe langsam das Gefühl, es ist dauernd Ostern oder Seligmittag, immer muss man Rücksicht auf irgendeinen Heiligen nehmen, dabei sind die ja alle schon länger als lange verblichen oder so. Und wenn ich auf der Stelle genauso mausetot umfiele, weil ich das Maul zu weit aufgerissen habe, dann gäbe es sicher wieder ein paar neue Tüpfelmonster, die ins selbe Horn blasen, ha ha. Ich gehöre ja nicht zu den Frommen, aber ich habe noch keinen gefressen, der mir nicht gehorcht hat. Ausserdem bin ich ziemlich tolerant, ich kann es nur nicht leiden, wenn man mir widerspricht und eine eigene Meinung hat. Und wenn die meinen, an Weihnachten müssen die Schafe mit den Kamelen im Gleichschritt watscheln, die Könige kommen erst nach den Hirten, dann ist mir das auch egal, bei mir herrscht nämlich mehr Ordnung als in jedem Krippenspiel. Und jawoll, genau, was wollte ich gleich sagen? Diese ganzen Pseudoweihnachtsgeduselfrauen und Schnappsfuselmänner passen längst nicht mehr in mein Tüpfellochsystem und fallen durch wie Schlappschwanzfalter und Kräuselspinnputzer. Ja, im Hochkant querdurch hinab in den tiefsten Lochsumpf aller Knatschen und Watschen, ja hoh, wo sind wir denn? Und, wenn ich noch etwas frevelhaftes zu Weihnachten äussern dürfte:
Leckt mich doch alle am Zuckerschnäuzchen und macht, dass ihr schleunigst ins neue Jahr kommt, wo es wieder Ostern regnet und Geburtstage für jeden einen, hach, welch allerseits rundum gerechte Welt. Viel Grund zum Feiern!
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 Von Sonnenschein zu Wonnenpein
Wenn das Wetter so weitermacht, kommt tatsächlich keine Weihnachtsstimmung auf. Aber jetzt hat man ja Edi, der dafür sorgen möchte, dass es winterlicher wird. Man baue einen Schneemann, ha ha, dass ich nicht lache. Wenn die wenigstens noch wüssten, wie man so etwas macht, aber immerhin haben sie auf diese pfluderweise Weise mal den Kleiderschrank in Weiss ausgemistet, in dem nur die verhunzelten Tisch- und Leintücher sämtlicher Epochen seit Jahren vergebens auf eventuelle Einsätze warten. Und dann haben sie ja diese total intelligente Ente Otto, die weiss, wie man es richtig macht, ho ho. Aber siehe da, sie kriegen nicht mal zwei stoffige Rundumel zusammen, geschweige denn einen Schneemann. Wen wunderts, und dann kommt zu guter Letzt einfach Zeig des Weges und verkündet, es käme sowieso schneien, ha ha und dann kommt es wieder nicht und sie können ihre verfleckten Stofffetzen grad wieder verteilen oder endgültig im Mistsack entsorgen, was angesichts des Scheissvorhabens das einzig Wahre wäre. Aber da mimen doch diese gut gelaunten Pseudoffritzen noch vor, dass dies erst der erste Teil des Unternehmens gewesen sei. Na, danke, noch einmal achzig Bilder von ehrgeizig angefressenen Nagetieren und einer psychisch muffen Ente halte ich nicht mehr aus. Dann noch lieber gemütliche Weihnachten, aber sicher.
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Weihnacht ist bald, es knistert der Wald
Naja, in religiösen Fragen halte ich mich prinzipiell raus, aber wenn Weihnachten überhaupt noch religiös ist, dann muss ich mich doch sehr wundern. Da knallen die Backerbsen, da glühen die Wunderkerzen schon lange vor dem Fest, da schreiben die Kolumnisten ihre Antifrüste von der Seele und jedermann tut so, als ginge ihn das Fest im eigentlichen nichts an, denn er macht es ja nur wegen der Kinder. Nur? Und ich erinnere mich ganz genau an die Zeit, als ich noch ein kleines Kätzchen war, wie mein Schnucklvater meine Mutter anpöbelte, und fauchte, weil sie mit mir zum Sternensingen ging anstatt Goldhamster zu jagen. Ja so wird man eben, wenn man verdreht ist, und ich will auch meinem Vater keine Schuld geben, denn dem seiner war genau gleich, er blaffte meinen Spielsachen verliebten Papa an und sagte, er solle lieber etwas leisten, anstatt nur zu nehmen. Und so geht es immerfort, die Alten scheissen die Jungen zusammen, aus denen auch wieder einmal Alte werden. Aber Hauptsache ist ja, dass der Rubel rollt. Man kann es förmlich riechen, wie das Geld geil macht. Aber ich gehöre nun ausnahmsweise nicht zu den reichen Säcken, ich wäre ja schon zufrieden, wenn mir die Tante Lori die Füsse küssen würde. Hi hi, nein natürlich, nicht, hi hi, ich bin ja auch nur zu Weihnachten ein bisschen friedlicher. Ob es allerdings darauf ankommt, was oder wie man es sagt? Wenn ich ein richtiger Stänkerer wäre, ja, dann hätte ich längstens die Stänkerer-Olympiade erfunden. Also bitte melden. Zum Beispiel Ostern, Geburtstag oder Hochzeitstag, ich warte noch auf Angebote.
Aber nun sternhimmelgopfridstutz noch einmal, diese verblödete Anmache für so Scheisskerzen im Wickelwindelwald und schokosüsse Verwichtelungen im Zwergenknast, ho ho, darauf kann ich verzichten. Und Geschenke? Die könnt ihr euch auch selber an den Hut stecken. Hi hi.
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und es werde verdammt nochmal weihnachtlich...
Ja, liebe Bürger und Wollnasen, es ist soweit. Man hülle sich in eine Wolke aus Plüsch und Silbersternchen verzapfe nur noch weihnachtlichen Unsinn und lasse alles, was Sinn hat und gefährlich aussieht, unter dem Tischtuch verschwinden. Ich bin ja kein Weihnachtsmuffel wie Peso, ich liebe es, Geschenke zu bekommen und brav ins Licht des Dunkels zu blicken, ohne dass mir jemand auf die Pfoten schaut, und schon gar nicht steht. Ich sage sogar "Danke vielmal" an alle, die mir etwas kredenzen. Aber dass es nun auch Edi erwischt hat, finde ich pfui. Dieser Superknabe, diese Höllenpfaffenmaus, dieses tugendhafte Beispiel an Ungeduld und Misstrauen, ja genau, dieses wichtige Teil der gugelländischen Bevölkerung soll nun ausgerechnet zu Weihnachten kein Engelchen werden wollen. Da muss Ich mich doch sehr wundern. Naja, ich gebe zu, ein bisschen Tante hätte es schon noch von hinten Teppichklopferschwingend gebraucht, dass die zwei teuflischen Tunichtgute gespurt hätten, aber wer weiss, vielleicht kommen sie ja noch zur Vernunft. Und die Tante ist ja sowieso am Ende ihrer europäischen Laune und hockt mit Ottilio an der russischen Grenze und häkelt Topflappen für bessere Zeiten. Mir wäre auch langsam lieber, sie kämen von ihrer Europatour zurück an den heimischen Herd, ha ha. Lieber siebenmal die Woche Pasta als einmal russische Gurken ho ho. Dass sich die zwei in ihrer kulinarischen Einfalt ausgerechnet ins Europäische Kriegsgeschehen begeben haben, geschieht ihnen natürlich recht. Lieber Wanzen fressen anstatt etwas Gescheites kochen. Und von Grünling reden wir gar nicht erst, der hat sich ja völlig im östlichen Salatbeet verirrt. Kein hiesiges Kräutchen mehr ohne Gartenschnubelwutz, ja ha, soweit sind wir schon! Zeit, dass mal ein anderer das grüne Ruder übernimmt. Ich zum Beispiel. Bei mir gäbe es oberdunkelgrüne Affenlausblätter im Sonnenanbeterschein zu Höllunterblattkrausen mit Verschwitzmichnichtgrünen Zeugplunderblättern, na? Ja, stimmt, da ist Grünling sogar besser. Ha ha, fröhliche Adventszeit.
Euer braver Schnorbert.
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