Insekten, Amphibien und anderes Kleingetier

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Insekten, Amphibien und anderes Kleingetier, sowie Tiere in Haus und Garten: Oktober 2019




 
 Wespenspinne (Argiope bruennichi)
13. Oktober 2019: Hier in Gugellandia begegnen wir immer wieder der auffällg gezeichneten Wespenspinne (Argiope bruennichi). Sie gehört zur Familie der Radnetzspinnen. Auch Zebra-, Tiger-, oder Seidenbandspinne genannt. 2001 wurde sie sogar zur Spinne des Jahres gewählt. Vor 50 Jahren war sie im südlichen Europa verbreitet. Infolge des wärmeren Klimas ist sie heute in allen europäischen Ländern bis hoch im Norden, sowie in asiatischen und nordafrikanischen Landschaften heimisch geworden.
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
Auffallend ist, dass sie im Gegensatz zur Kreuzspinne (welche ihr Netz in 2 Meter Höhe baut und ein Versteck hat, wo sie sich zurückziehen kann), ihr Netz nur 20 bis 70 cm über dem Boden baut und kopfüber auf Beute wartet. Der sonnige Standort ist immer bei niedriger Vegetation mit hoher Heuschrecken-Population gewählt. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem grosse Heuschrecken und Heupferde, sowie Bienen, Wespen, Fliegen, Schmetterlinge und Libellen.
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
Sobald sich eines dieser Tiere im Netz verfangen hat, wird es umsponnen, beziehungsweise eingewickelt, mit ihrem Gift injisziert und dann ausgesaugt. Übrigens ist sie für den Menschen nicht gefährlich, da die Giftklauen nur kurz sind und in der Regel die menschliche Haut nicht durchdringenkönnen. Und wenn, dann ist der Stich nicht schlimmer als der von einer Wespe.
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
Noch eine Besonderheit hat das mit einer Spannweite von 30 - 40 cm grosse, in etwa 40 Minuten angelegte Netz. Es hat zur Stabilisierung ein Zickzack-Band. Die Tag und Nacht aktiven Weibchen sind gelb-weiss gestreift, wespenähnlich mit schwarzen Querbändern versehen und weisen eine Körpergrösse von bis zu 25 mm auf. Die Männchen sind hellbraun mit dunkler Zeichnung und haben eine Körpergrösse von 6 mm. Die Weibchen sind also etwa 4 mal so gross wie die Männchen. Die Paarung erfolgt Ende Juli, Anfang August. Dabei rüttelt das Männchen am Netz, um die Gunst des Weibchen zu gewinnen, und muss sich schon während der Paarung sputen, da die Weibchen kannibalistisch veranlagt sind. Deshalb trifft man im Herbst fast nur noch Weibchen an.
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
wespenspinne
In ihrem angelegten Kokon werden 50 - 300 Eier gelegt Den beschützt das Muttertier bis es nach den Sommermonaten ihr Zeitliches segnet. Die nach kurzer Zeit geschlüpften Jungtiere häuten sich in ihrer Entwicklungsphase 9 - 12 mal, überwintern im Kokon und schlüpfen Anfang Mai. Wir persönlich finden diese Tierchen sehr attraktiv und wir versuchen, ihre Netze zu respektieren. Euer Klepf

 
Singzikade (Lyristes plebejus)
06. Oktober 2019: Heute versuche ich, den Sommer nochmals aufleben zu lassen. Bei uns, im Juni, sobald es über 20 Grad hat, schlüpfen die jungen Singzikaden (Lyristes plebejus). Zeig ist immer der Erste, der bei seinen nächtlichen Rundgängen, seinen Wetterbeobachtungen auf solche kleine Wesen stösst. Von den Zikaden selber gibt es weltweit über 45'000 Arten, wobei in den Hauptgruppen zwischen Glas-, Sporn-, Ameisen-, Sing-, Buckel-, Blut-, Schaum-, und kleinen Zikaden unterschieden wird. Von den auch bei uns heimischen Singzikaden gibt es 4'000 verschiedene Arten, wovon etwa 10 alleine in der Schweiz , und in Deutschland 5 ansässig sind. 
singzikade
singzikade
singzikade
singzikade
Sobald es minimum 25 Grad im Schatten hat, beginnen sie zu zirpen, wobei ihr Gesang oft an eine kaputte Stomleitung erinnert. Dabei können sie bis zu 106,7 Dezibel laut werden. Erwachse Zikaden erreichen eine Körpergrösse von bis zu 52 mm, die Komplexaugen sind bei Jungtieren grün, bei den Erwachsenen blau oder dunkelbraun. Das Zirpen der Männchen dient ausschliesslich, um die weiblichen Tiere anzulocken, die selber aber stumm bleiben. Die Lebenserwartung der erwachsenen Tiere dauert bloss 3 - 5 Wochen. Nach mehreren Paarungen erfolgt die Eiablage durch die Weibchen in der Rinde dicker Äste und Stämme. Die Larven schlüpfen im Sommer oder Herbst und lassen sich zu Boden fallen.
singzikade
singzikade
singzikade
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Dann graben sie sich, teils bis zu drei Meter tief in den Boden und saugen so unterirdisch lebend, den Pflanzensaft an den Wurzeln von verschiedenen Pflanzen. Sie durchlaufen 5 Häutungen während ihrer3 - 5 jährigen Entwicklungszeit. Anfang Juni verlassen sie den Boden und häuten sich das letzte Mal. Die nun geschlüpften Tiere sind zunächst grünlich und in weiteren vier bis fünf Tagen sind sie vollständig ausgefärbt. Dann fliegen sie auf Bäume, bevorzugt sind Pinien und andere Nadelgehölze. Mit Hilfe ihres Saugrüssels stechen die erwachsenen Tiere Leitungen und trinken wie mit einem Strohhalm den Saft der Pflanze.
singzikade
singzikade
singzikade
singzikade
Durch ihre Farbgebung, hervorragend an die Umgebung angepasst, sind sie nur schwer zu finden. Nähert man sich einem Baum, von wo das Zirpen kommt, vestummen sie augenblicklich. Die geringsten Veränderungen werden von den Tieren wahr genommen, sei es Wind, oder das Anflattern von Vögeln, sie unterbrechen sofort ihren Gesang. Im vorderen Teil des Hinterleibes sitzt rechts und link ein Trommelorgan. Eine elastische Platte, die von einem Muskel immer wieder berührt wird. Erschlafft der Muskel (Schallplattenmuskel), springt die Platte in ihrem ursprünlichen Zustand und erzeugt die Geräusche. Das geschieht hunderte von Malen in der Sekunde.
singzikade
singzikade
singzikade
singzikade
Singzikaden haben eine lange Larvenentwicklungzeit. Bei der Art (Magicicada), die in Nordamerika lebend ist, sind es 13 - 17 Jahre. Die Weibchen dieser Spezie legen etwa 400 Eier, und exakt alle 17 Jahre kommt es regelrecht zu einer Masseninvasion. 2021 ist das nächste Datum hierfür. Der Grund  dafür ist, dass die meisten Feinde der Singzikade (Spinnen, Raubwanzen und andere)  einen Ausschlüpfrhytmus von 2, 4 oder 6 Jahren haben. Diejenigen die nun in den Zwischenrhytmen auschlüpfen, haben also eine gössere Chance zum Überleben. Obwohl die Tiere vielerorts als Plage angesehen werden, lieben wir alle aber den schönen Zikadengesang in den Sommermonaten. Euer Klepf



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