Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im April 2024





 
 Schnorbert-Torte

Wir müssen heute eine Torte backen, der Schnorbert hat schon reklamiert. Wir haben in unserer Kochkarriere schon viele Torten gebacken, aber die geht am schnellsten. Dazu benötigen wir nur... hmm Karottensaft ist das nicht gerade. Wir nehmen anstelle vier Eier, diesmal fünf, warum auch immer. Dann benötigen wir noch den üblichen Bestandteil an Mehl, nämlich 300 Gramm und das Backpulver. Aber vorher nehmen wir noch die Eier und schlagen sie mit den 250 Gramm Zucker schön schaumig.

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Was macht man, wenn man keinen Orangen-Karottensaft hat? Ganz einfach, man nimmt andere Flüssigkeit. Wir haben zum Beispiel Amarenakirschensaft, das müsste supergut schmecken. Dann noch ein Glas Rapsöl und fertig ist die Mischung. Ich hoffe, ich habe es genügend verwirrend erzählt, damit uns diese Torte erhalten bleibt. Oh, natürlich kommt noch der Kakao dazu, es soll ja eine Schoko Torte werden.

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Also die Amarenakirschen sind drin, das Backpulver ist im Mehl und das Kakaopulver kommt ebenfalls dazu. Dann hätten wir ja schon alles beisammen. Ach so, Lori wedelt mit der Serviette. Wir wollen ja einen Kuchen backen und nicht einfach ein paar Zutaten zusammenmischen. Wir haben das Niespulver vergessen, für Schnorbert. Aber woher denn, wir haben doch gar kein Niespulver.

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Aber wir haben Schnorbert. Und für den backen wir heute freiwillig unsere Torte. Lori sortiert schon die Himbeeren, aber sie will einige noch mit Pfeffer bestäuben, doch da kommt ein unerwarteter Hammerschlag durch die Küche gefegt. Was wir uns erlauben, eine Katastrophe. Wir zittern nur noch um unseren halbfertigen Kuchen herum und ich hole schon mal den Puderzucker.

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Aber es ist, als würde eine Düse durch das Kochstudio fegen. Mir pustet es den Zucker von den Pfoten, und schon ist die halbe Torte gegessen. Ich weiss nicht, wie das geht, aber sicher ist Schnorbert schuld an diesem Disaster. 

Am nächsten Tag treffen wir unser Kritiker-Tier friedlich im Gras. Danke hat er nicht gesagt aber wenigstens friedlich geschmatzt.

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Prost bis nächste Woche.

 
 Thymian Hackburger

Das besondere an unseren Thymian Hackburgern ist, dass wir keinen Knofi verwenden. Dafür schicke ich die Tante Lori mit Dori in die Wildnis, um frischen Thymian zu pflücken. Ein altes Brötchen kommt ebenfalls dazu und zwei dicke Zwiebeln, angebraten.

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Ich fühle mich direkt einsam, als die zwei Schnatterliesen so einträchtig davonwatscheln um den Thymian zu pflücken. Aber mit mir hat sowieso niemand Mitleid, also verwerfe ich die Schluchzkomödie und freue mich darüber, dass sie die Schere vergessen haben.

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In der Zwischenzeit habe ich reichlich mit Salz und Pfeffer um mich geworfen und freue mich, als die Zwei wenigstens ein Stäusschen Thymian mitbringen. Wir quetschen noch das in Milch eingeweichte Brot und geben zwei Eier dazu. Das machen wir bei normalen Hacktätschchen ebenfalls nicht. Der Frühling ist luftig und leicht, das soll man spüren.

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Die Kartoffeln sind allerdings noch vom Winter und haben so ihre grünlichen Macken, worüber sich Dori und Lori sehr mockieren. Da heisst es eben mehr schälen, bis alles Grün weg ist. Dann sind sie ebenfalls nicht begeistert, dass die Pommes im Backofen gemacht werden, in der Fritteuse wären sie viel besser, stänkert Lori und Dori nickt dazu.

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Wir waren einst berühmt für unsere Pommes, da gab es sie jeden Dienstag. Ich bin damals immer mehr als eine geschlagene Stunde hinter dem Herd gestanden und habe Pommes frittiert. Naja, vielleicht mache ich das mal wieder, wenn die Gugellandier ganz brav sind, ha ha. Heute machen wir sie im Backofen, weil in der Pfanne die Burger brutzeln.

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Frühlingshafte Burger von Otti, Dori und Lori.

 
 Artischocken-Böden mit Ostereiern

Wir haben lange vergebens nach einem guten Artischockenrezept gesucht. Die Böden sind eindeutig das beste an einer Artischocke. Wem das Abkafeln der Blätter nicht zusagt, sollte sich wirklich nur an den Böden vergreifen. Das letzte Mal hat Lori mit dem Abfall noch Cynar gemacht. Heute wollen wir einfach die Ostereier etwas elegant loswerden. Vampi ist da, um uns zu helfen.

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Wir haben die Artischocken nicht zu lange gekocht, und mühen uns dann mit der Blättervielfalt des beliebten Gemüses ab. Früher waren die Artischocken grösser und natürlich viel geschmackvoller als heute. Lori kann sich erinnern, dass sie als kleines Kind immer gehänselt wurde, weil sie dachte, ihre Mutter kocht Alte Socken ("alti Socke").
Natürlich werden die Artischockenböden bereits geschält und gekocht angeboten, aber das ist beileibe nicht das selbe.

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Wir kämpfen also mit Bergen von Abfall, um an die heiss begehrte kulinarische Delikatesse zu gelangen. Es lohnt sich ebenfalls nicht, die ganzen Blätter abzuzuzeln, denn bei den heutigen bleibt praktisch nichts mehr an den Blättern haften. Man möge unserem Gemüsehändler verzeihen. Dafür sind dann die Böden die grosse Offenbarung. Sie sollten lauwarm serviert werden, die Mayonnaise muss deshalb genügend Standfestigkeit haben.

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Da wir die Ostereier vernichten wollen, kommen uns die Artischocken gerade recht. Lori schneidet ein paar Eier klein, die der kleine Vampir mit Tante  Loredana und viel Spass fachgerecht zerknallt und geschält hat. 

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Der frische Schnittlauch kommt ebenfalls gerade zum richtigen Zeitpunkt und so ist uns wieder einmal eine wunderbare, kleine Vorspeise geglückt.
Wie gesagt, wenn die Artischocken noch leicht warm sind, schmecken sie am besten.

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Fröhlichen Frühling wünschen Lori, Vampi und Ottilio

 

Frühlingsgulasch

Wir hatten über Ostern ziemlich viel zu tun, und jetzt noch rufen die Lebensmittel um Hilfe. Wir können gar nicht so viel kochen, wie da ist, im Moment. Immer diese Extreme, schimpfe ich und entschliesse mich, eher das Gulasch zu verarbeiten als die Artischocken. Beides haben wir schon hundertmal gemacht, das wird aber nicht langweilig. Wir ändern immer ein bisschen am Rezept, ha ha.

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Lori schält die Zwiebeln und schmeisst sie in die Waage. Wir benötigen gleich viel wie Fleisch, das ist das Prinzip von unserem Gulasch. Aber sie schneidet sie im Freien klein, denn dann muss man nicht weinen, ha ha. Mit dem Paprika sind wir noch am Kriegsfuss. Was ist scharf, wenn scharf an der Etikette steht? Man probiert.

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Wenn wir genügend Karotten und anderes dazugeben, gleicht sich die Schärfe wieder einigermassen, aber wir bleiben bei zwei Esslöffel scharf und nehmen den Rest vom weniger pikanten. Wir haben schon etliche Male unser Gulasch so scharf gemacht, dass es Wochen gegangen ist, bis es einigermassen essbar war. Da wir heute Frühling haben, nehmen wir noch Porree und Stangensellerie ins Arrangement.

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Aber man schmeckt es gleich, Stangensellerie hat nichts zu suchen im Gulasch, ha, ha. Lori probiert und findet es nicht so schlimm. Neu halt. Man kocht ja so wieso immer alles gleich, dann wird es schnell langweilig. Aber die Kartoffeln darf sie noch reingeben. Diesmal mehr, als letztes Mal. Denn das Gulasch ist immer komischerweise schnell weggegessen, von wem immer, man weiss es nicht.

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Zu guter Letzt gibt sie noch die Würste rein, das ist ebenfalls eine gugelländische Tradition, weil wir uns früher so viel Fleisch nicht leisten konnten, und Würste noch billig waren. Das "Sauerkraut" streichen wir diesmal, weil wir gar nicht gewusst haben, dass es nicht szegedinerisch ist, wenn man es einfach beigibt. Aber man mache, wie man kann und wie man Lust hat. Unser Gulasch ist das gugelländische, und damit hat es sich.

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Wir wünschen viel Hunger und guten Appetit. 

Lori und Ottilio



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