Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
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Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im November 2021





 
 Gebackener Camembert mit Zucchini- und Rotebeetesalat

"Oh, la, la, die Lori hat eine neue Mumie für ihren Schnappskeller bekommen." Ich finde zwar, dass die Flasche sehr lächerlich, fast ein wenig krank anmutet mit ihrem Kopfverband, aber es soll nur ein Werbegeschenk sein, nämlich ein Glas. Weil es so plastikmässig daherkommt, gucken wir gleich nach, und es ist tatsächlich ein Glas. Aber den Martini benötigen wir heute nicht für unser Essen, ich habe nämlich Camembert besorgt. Dazu gibt es noch ein bisschen was Gesundes.

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Loredana macht einen Zucchinisalat, einen Randensalat und es hätte noch Chiccore, wenn das nicht reicht. Sie schimpft gleich los, wenn ich noch mehr Zucchini anschleppen würde, bräuchte man nicht einmal mehr den Camembert. Unser Zucchinisalat wird zuerst in Öl mit Knofi und Petersilie angebraten und dann abgetropft. Später kommt noch etwas Weissweinessig dazu. Als die rote Beete dran kommt, sagt die Tante, ich solle lieber nicht hingucken. Schon klar, alles erscheint nachher wie in einem Vampirfilm.

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Ich bringe ihr zur Beruhigung ein Gläschen Weisswein und erteile meinen gute Ratschläge, sie solle vor allem nicht den Käse volltropfen mit ihrer roten Spritzschlacht. Fast hätte sie deswegen die Äpfel vergessen, denn die gehören natürlich ebenfalls in den Salat. "Bist du endlich fertig, ich würde gerne endlich meinen Käse machen." Diese Tante lässt sich eben immer wahnsinnig viel Zeit, es ist oft zum Verzweifeln.

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Endlich ist die Gute mit dem Schnippeln fertig, da blafft sie mich an, ich hätte ja noch gar nichts gemacht! Naja, als Küchenchef ignoriert man solche Bemerkungen und entfernt feierlich die Verpackung von dem Käse. "Weisst du eigentlich wie man Camenbert schreibt? Nicht mal im Internet schaffen es alle richtig. Ha, ha, ha."  Ich merke, der Käse ist etwas zu gross, eigentlich bräuchte man für dieses Rezept einen von 125 Gramm, aber unsere Produkte sind doppelt so schwer.

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Wir säbeln ihn also in der Mitte durch und Lori segelt schon mit dem Mehl daher. Davon steht zwar nichts im Rezept, aber wir pudern nur ein wenig die angeschnittenen Seiten. Dann landen die Käsehälften erstmal im Eierbad, dem wir ein paar Tropfen Sahne zugefügt haben, und dann geht es voll in die Bröselarena. Das Paniermehl muss rundherum gut kleben. Dann kommt der spannende Moment. Die panierten Käsescheiben müssen nämlich nun noch einmal ins Ei und wieder in die Brösel. Bevor mich die Tante für verrückt erklären will, habe ich sie dann schnell im heissen Öl gebacken. 
Die Camembertscheiben, nicht die Lori.

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So ein Käse! Aber es hat vorzüglich geschmeckt. 

Viele Grüsse aus der Küche von Lori und Otti

 
 Gorgonzola Penne

Wir wollten eigentlich diese Woche weiterhin auf unserer Soft Pasta Welle reiten, denn das geht schnell und das Budget wird geschont. Aber wie es halt so ist, mit dieser Tante, sie hat wieder einen Spassvogel eingeschleust. "Wer bist denn du?" Er ist der Sohn von der Tante von Cirillo und hat vor allem der Ananas im Hintergund schöne Äuglein gemacht. Aber da kommt ja die Tante und rollt tonnenweise Büchsen heran. Alles Geschenk von den Plüsch-Piraten? Wow. Schwarzwurzeln!

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Wir haben hier in Gugellandia, in Italien generell, noch nie Schwarzwurzeln gesehen, deshalb freue ich mich wie ein Königstiger. Zuletzt haben wir vor ein paar Jahren versucht, Klettenwurzeln zu kochen, das ging Stunden bis sie weich waren und war eine Mordsplackerei, die Dinger dem Boden zu entnehmen. Da sagt man doch zu zehn grossen Dosen Schwarzwurzel nur zu gerne Hallo. "Mach du die Pasta mit Touri, ich kümmere mich um ein Probeschwarzwurzelgericht." sage ich zu Lori und lasse mein Gehirn rattern.

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Wenn wir Gorgonzola Penne machen, ist das immer eine Sache von wenigen Minuten. Aber natürlich benötigt man dazu Gorgonzola. Es heisst, es wäre ein Gericht, das besonders starke Kerle am liebsten essen, ha, ha. Man wirft dazu den Käse einfach in eine Schüssel, vollumfänglich mit dem ganzen Drum und Dran, gibt Sahne dazu und später noch geriebenen Parmesan und lässt es in der Mikrowelle kreisen, bis alles schön geschmolzen ist.

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Dann müssen die Penne gekocht werden. Davon gibt es viele Sorten. Richtig sind aber nur die Mezze Penne, die sind besonders kurz und nehmen so möglichst viel von der Sosse zu sich. Als Touri seineTour startet, um im nahegelegenen Schrank die Penne zu holen, wird er gleich von Wuwatis überfallen. Die riechen sofort, wenn jemand die Küche verlässt. Aber es gibt ja nichts zu fressen und sie lassen den Vogel weiter radeln.

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Ich öffne inzwischen die erste Dose Schwarzwurzel. Ist ja klar, dass das Büchsengemüse keine weltbewegende Gerüche verbreiten kann, aber ich freue mich trotzdem wie ein Wurzelmännchen, wenn es seine jahrelang vermissten Verwandten wieder sieht. Ich werde ihnen einen gebührenden Rahmen machen. Ich habe noch einen kleinen Rest Tiefkühlspinat, den erhebe ich nun mit dem Salzwasser der gekochten Schwarzwurzeln zu einem grünen Hintergrund für das weisse Gemüse. Das Aroma ist sehr zart, da darf man nicht übertreiben.

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Der Papagei ist zwischendurch etwas frech geworden, da musste ich ihm das Ahnenbild zeigen und ein wenig ins Gefieder reden. Von da weg war er lammfromm und hat mit Lori die Penne gorgonzola zur allgemeinen Zufriedenheit rechtzeitig fertig gestellt.

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Das war's für heute, wir wünschen viel Spass in der Küche, Ottilio, Lori und Touri.

 
 Lachs Spaghetti

"Halleluia, wieder mal ein Störenfried vor Ort, das freut mich aber, wo hast du den denn gefunden, Lori?" Sie stellt mir den kleinen Vertreter der Triceratops als Trissy vor. Sie hat die Farbe von Kürbis und macht keinen ungemütlichen Eindruck, so dass ich gleich mal mein Vorhaben erkläre. "Wir haben hier Räucherlachs, den wir verarbeiten müssen, unser Einkäufemacher hat offenbar ein Schnäppchen gemacht." Trissi ist aber sehr sehr skeptisch und prüft das Verfalldatum.        

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Dann stellt sie erst fest, dass undefinierbares Zeug an dem Paket klebe. "Ach da ist nur etwas Schlagobers von der Torte runtergetropft, das ist kein Schimmel." Aber dann, als wir das Paket öffnen stänkert sie erneut, der Lachs rieche eindeutig nach Petrol. "Woher weisst du denn, wie Petrol riecht?" Jetzt schnuppert Lori ebenfalls verdächtig an dem Räucherlachs herum. Meist gibt es in Gugellandia Lachs nur zu Weihnachten, da ist es möglich, dass sie vergessen haben, wie der riechen soll. "Habe ich eine neue Form von Schnorbert in der Küche?" schimpfe ich und spreche ein Machtwort.

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So Lachs Spaghetti zu machen, ist ja das Einfachste der Welt, aber wenn man zwei so extrem kritische Damen von jedem Handgriff zuerst überzeugen muss, kann sich das Ganze natürlich schon hinziehen. Trissy schwingt sich schliesslich in den Sattel und prescht los, um Spaghetti zu holen. Obwohl wir natürlich oft Pasta kochen, habe ich erst wenige Nudelrezepte präsentiert. Wir haben nun also den Lachs in zwei Hälften geteilt. Schöne Stücke für die Deko und weniger schöne, die werden dann mit Rahm und etwas Nudelwasser gemixt.

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Da aber noch kein Nudelwasser existiert, ist etwas Tempo gefragt. Trissy, skeptisch wie sie ist, will erstmal die Spaghetti nachzählen. Loredana greift hoffentlich nicht zu grosszügig in die Salzbüchse, um das Nudelwasser zu salzen. An die Sosse geben wir nämlich kein zusätzliches Salz mehr, weil der Räucherlachs erfahrungsgemäss immer schon recht salzig ist. Sie nimmt dann etwas mehr Sahne, was mir sehr verdächtig vorkommt.

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Probiert wird erst am Schluss, schliesslich muss ja alles zusammen den richtigen Geschmack haben. Die Spaghetti werden al dente gekocht, mit der gemixten Sosse vermischt und mit den Lachsstücken und ein wenig Grün garniert. 

Das war's für heute, viele Grüsse von mir, Lori und dieser kleinen Schnorbertimitation.

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Ratatouille mit Kürbis

"Was gibt es denn heute?" frage ich Lori, weil ich sehe, dass sie mich mit ihrem zielstrebigen Blick durchbohrt wie einen  überflüssigen Gartenzwerg. Sie schimpft über die Kürbiskerne, die überall herumliegen und keiner weder röstet, schält noch verwendet. Ich muss zugeben, da hat sie einen wunden Punkt bei mir getroffen. Ich ärgere mich immer über diese TV-Kochsendungen, wo sie über alles Pinien- und Kürbiskerne streuen und dabei noch nie ein solches Kernchen selber von der Schale befreit haben!

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Lori schiebt also ihre Kerne in die Backröhre und ich erkläre das heutige Rezept. "Wir müssen den Rest vom Kürbis verwerten und eventuell mal gucken, wie diese Kürbisse in Puddingform schmecken." Es gibt nämlich inzwischen so viele Varianten von Kürbissen, und wenn sie von Grünling kommen, haben sie manchmal keine Ähnlichkeit mehr mit den herkömmlichen Modellen, ha, ha. Wir machen einfach ein buntes, herbstliches Ratatouille und geben alles dazu, was wir haben.

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Lori findet sogar noch Tomaten, die sicher schon drei Wochen unverändert herumliegen und ihre schöne rote Farbe zum Besten geben. Allerdings gibt es beim Versuch, den seltsamen Kürbis zu teilen, eine Katastrophe. Das kleine, schweizerische Küchenmesser, das Lori seit ihrer Lehrzeit bei Küchenmeister Hüppi mit sich schleppt, bricht einfach ab. Schwupp, in zwei Teile. "Dieser blöde Kürbis!" schimpft sie und ist untröstlich.

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Fast hätten wir die Kürbiskerne im Backofen vergessen. Aber nach und nach tröstet sich Tante Loredana wieder. Die Farben unseres Ratatouilles sind eben zu optimistisch. Und wir haben ja noch andere Küchenmesser. Das viele bunte Gemüse braten wir einzeln, mal im Dampf, mal in der Bratpfanne, und zum Schluss werfen wir alles zusammen in Öl und Butter und geben noch etwas Balsamico Essig und Gewürze dazu.

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Damit doch noch etwas Herzhaftes zum Gemüse kommt, macht Lori ein paar deftige Käseschnitten. dazu. Später setzen wir uns ans Lagerfeuer und schälen Kürbiskerne. So gemütlich kann der November sein.



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