Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
Jahr
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat

Rezepte im Februar 2022





 
 Empanadas

Heute machen wir Empanadas. In allen Ländern gibt es etwas ähnliches, aber wir haben uns aus verschiedenen Rezepten einen Mix zusammengeschustert. Den Teig machen wir wie folgt: 750 g Mehl, zwölf Esslöffel Olivenöl (!), zwei Tütchen Trockenhefe, zwei Teelöffel Salz und zwei Teelöffel Zucker werden mit etwa 4-5 dl Milch zu einem Teig verarbeitet. "Mach' du schon mal den Teig," sage ich zu Lori, "ich muss noch etwas besorgen." Als ich mit Ari zurückkomme, ist Lori schon fertig mit Kneten. 

bild
bild
bild
bild

Ari stürzt sich gleich zu der erst besten Zwiebel, aber ich muss ihn bremsen. "Warte, sie muss zuerst geschält werden, sonst haben wir das bräunliche Zeug überall drin." Zudem muss er heute  z w e i  Zwiebeln fixieren und klein gucken. Er freut sich riesig, dass er nun ein berühmter Zwiebelgucker ist. Deshalb können wir nicht sagen, ist gut, du kannst wieder gehen, sondern er darf noch eine Weile mithelfen, wenn wir die Füllung für die Empanadas machen.

bild
bild
bild
bild

Eine der Besonderheiten von Empanadas ist, dass man gekochte Eier, Oliven und Rosinen in die Hackfleischfüllung gibt. Erstmal kochen wir die Eier. Lori erklärt Ari, dass man zuerst in jedes Ei mit der Nadel ein kleines Loch machen muss, damit es beim Kochen nicht platzt. Mir fällt ein, dass dieses Rezept allgemein eine gute Idee ist, wenn man an Ostern zum Beispiel zu viele Ostereier hat, so wird man sie am schnellsten los. Ari konnte natürlich nicht wissen, dass wir die Eier benötigen und nicht die Schalen.

bild
bild
bild
bild

Beim Oliven zerkleinern, haben wir ihm dann einen Trick gezeigt. Völlig begeistert ist er dann mit dem Wiegemesser hin und hergeschwankt, als hätte er ein Schaukelpferd. Aber dann kommen ja noch die Rosinen und die Eier in die Füllung. Als wir ihn beide erwartungsvoll anblicken, heult der Kleine plötzlich los, vergiesst bittere Tränen und schluchzt, er wisse doch selber nicht, wie das Ergebnis sei, wenn er etwas zum Stein erweichen anguckt.

bild
bild
bild
bild

Lori versucht, ihn zu trösten, aber der Kleine kann gleich wieder lachen, als er mich sieht, wie ich anfange, die Eier klein zu machen. Ha, ha, so gut hätte er es ebenfalls gekonnt. Nachdem die Füllung komplett ist, muss sie natürlich noch abgeschmeckt werden. Wir haben noch viel Paprika und Chilipulver und Tabasco dazugegeben. Etwas Tomatenkonzentrat und sogar Zucker.                                                                

bild
bild
bild
bild

Dann kommt der handwerkliche Teil. Man wallt mit dem Teig grössere Rondellen, wie zum Beispiel die Müslischale einen Umfang hat. Dann gibt man auf jedes Teigstück zwei Esslöffel Füllung. Wenn die Rondellen kleiner sind, nimmt man eben nur einen Löffel. Dann umklappen, andrücken, und mit der Gabel rundum noch den "Empanadastempel" machen.                                

bild
bild
bild
bild

Das hat Ari besonders viel Spass gemacht. Am Ende hat er alles allein gerockt. Wir konnten nur noch zugucken und uns über die Beilagen Gedanken machen. Die fertigen Teigtaschen werden noch mit verdünntem Eigelb bepinselt und dann im Backofen gleichmässig gebacken. Als die Empanadas fertig sind, schläft Ari selig eingewickelt in einem Küchentuch hinter dem Fahrrad.                                                               

bild
bild
bild
bild

Ich habe erfahren, dass Ari noch viele Brüder und Schwestern hat, die nun natürlich alle wissen möchten, ob sie ebenfalls Zwiebelgucker sind. Na, das kann ja was werden.....

Viele Grüsse aus dem Kochstudio. Lori, Ottilio und Ari.

 
 Kartoffel-Spinat-Auflauf

"Oh nein, nicht schon wieder!" Lori steht beschützend hinter einem kleinen Tier, das mich ebenfalls gross anguckt." Sie hätte ihn an einer Tramhaltestelle im Wald gefunden und konnte ihn doch nicht einfach alleine dort lassen. Na gut. "Kannst du wenigstens Zwiebeln schneiden? Dann kannst du uns das gleich einmal zeigen." Der kleine Aristoteles guckt die Zwiebel hypnotisierend an. Ich will ihm gerade ein Messer holen, da macht es: Zack!

bild
bild
bild
bild

"Der hat einen Zwiebelhacker in den Pupillen. Das ist ja sensationell." Ich denke, dann kann dieses hochbegabte Tier vielleicht sogar die Kartoffeln für uns schälen, wir wollen nämlich ein überbackenes Kartoffel-Spinat-Gericht machen. Zuerst muss ich aber noch mit der Loredana ein Hühnchen rupfen. "Kannst du eigentlich lesen? Ja? Und heisst Spinat vielleicht in Italienisch biete erbette?" Sie schwört, es wäre fast das selbe, gefroren merke man keinen Unterschied. Unser "Spinat" kommt also in die Pfanne, mit Knofi, Zitrone und Gewürzen.

bild
bild
bild
bild

Ari sollte sich um die Kartoffeln kümmern. Als wir uns umdrehen, sehen wir nur einen Berg Brösel und ein schuldbewusstes Grinsen von diesem Blick-Künstler. "Was hast du mit unseren Kartoffeln gemacht, du kleiner Nichtsnutz?" Ich bin natürlich nicht begeistert, das waren mehr als ein Kilo Kartoffeln. Lori zetert ebenfalls, aber nur, weil ich den Kleinen nun erschreckt hätte und er schmollt. Wir einigen uns, dass er das ganze noch einmal im Küchenmodus versuchen soll, nämlich mit dem Kartoffelschäler.

bild
bild
bild
bild

Die Kartoffeln müssen nun in gleichmässige Scheiben geschnitten werden. Ari meint, diesmal könne er es vielleicht besser, aber wir dürften nicht gucken, wenn er die Karoffeln ins Visier nimmt. Na schön, wir drehen uns um, und hinter unserem Rücken fabriziert dieses kleine Monster erneut Pulver von unseren Kartoffeln. "Jetzt bin ich natürlich ziemlich verärgert. "Was soll das? Wir spielen hier nicht Molekularküche, du kleiner Grünschnabel, wenn du nicht gleich ordentlich mit anpackst, fliegst zu in hohem Bogen in den Vorgarten!"

bild
bild
bild
bild

Es wäre doch nur ein kleiner Scherz gewesen, lacht Lori, die Kartoffeln seien ja noch alle da. Ja, aber die müssten längstens in der gewürzten Milch weich gegart werden. Ich bin schon fast an der Decke, weil mich dieser kleine Mabigiallo nun sogar schon absichtlich ärgert. Aber Lori bringt ihn zur Vernunft und bis zum Ende unseres Gerichts gibt es keine unangenehmen Zwischenfälle mehr zu verzeichnen.

bild
bild
bild
bild

Wir schichten nun abwechslungsweise, die halbweichen Kartoffeln mit dem Spinat und reichlich Mozzarella in eine grössere Form. Man kann natürlich anstelle Mozzarella jeden beliebigen anderen Käse nehmen. Man könnte natürlich, dieses Gericht mit Eiern ergänzen, damit alles stabil wird, aber in unserem Falle haben die Kartoffeln, der Spinat und der viele Käse gereicht, ein währschaftes Februar-Essen zu machen. 

Alles kommt bei 200 Grad in den Ofen, und ta taaa, wenn es fertig ist, sind wir ebenfalls mit den Nerven fertig. 

bild
bild
bild
bild
Herzliche Grüsse aus der Küche
Lori, Aristoteles und Ottilio.

 
 Russischer Apfelkuchen

Heute haben wir die zwei sportbegeisterten Hasen im Kochstudio. Lori hat sie vom Fernseher weggelockt, damit sie zwischendurch auch mal etwas anderes sehen als Wintersport. "Dies sind keine komischen Curling-Steine, es sind Äpfel." Das kann ja was werden mit den beiden, wir wollen nämlich einen russischen Apfelkuchen backen. Der wird aus einem Rührteig gemacht, ähnlich wie ein Gugelhupf. Die Zutaten sind 250 g Butter, 250 g Zucker, 4 Eier, 150 g Mehl, 125 g Haselnüsse, 125 g Rosinen, 50 g Kakao, Rum, Zimt, Piment, Vanillezucker, Backpulver und etwa 5 Äpfel.

bild
bild
bild
bild

Zuerst messen wir die Zutaten ab. Die Sportbegeisterten hatten bisher noch gar keine persönlichen Namen. Lori hat den braunen Hasen Sprinti und den blauen Spurti getauft. Der eine hat den Zucker verschüttet, der andere im Mehl gebadet. Dann legen wir die Rosinen in Rum ein. Die kleingeschnittenen Äpfel werden ebenfalls zusammen mit den Rosinen mariniert. "Warum denn kein Vodka?" frage ich Lori, die mal mit einem russischen Koch liiert war. Sie sagt, der Vladimir war Seeräuber im Kaspischen Meer, woher auch immer, aber die hatten immer Rum zum Kochen.

bild
bild
bild
bild

Besonders russisch wird es, als die Hasen unsere Küchenmühle in Betrieb nehmen. Da hoppsen sie wie beim Kazachock auf der Reibe rum und singen Siegerhymnen. Ich musste mir zwischendurch die Ohren zuhalten. Dann kommt Lori endlich mit den gerösteten Haselnüssen, und alle konzentrieren sich aufs Mahlen.

bild
bild
bild
bild

Der Kuchen wäre eigentlich eine höchst einfache Sache, wenn nicht immer irgend ein Zwischenfall auftreten würde. Sprinti kommt nicht weiter mit dem Rührmixer. Die Butter hat sich zwischen den Stäben verschanzt und bleibt dort pickelhart sitzen, da kann er rühren so viel er will. Obwohl wir den Backofen auf 180 Grad vorgeheizt haben, ist es relativ kühl in der Küche, die Butter bleibt hartnäckig hart. Aber als dann zum Zucker noch die Eier kommen, bleibt ihm nichts anderes mehr übrig, als sich langsam zu ergeben.

bild
bild
bild
bild

Obwohl die zwei Helfer ja sportbegeistert sind, hat keiner je das Fahrrad angeguckt. Der Kuchenteig wurde mit der Zeit eben zu verlockend. Nachdem die ganzen Zutaten vermischt waren, kamen noch die Äpfel und die Rosinen dazu. Dann musste man alles nur noch in die Form geben und in den Ofen schieben. Nach einer Stunde konnten wir dann das Resultat bewundern. Eigentlich müsste man ihn noch mit Puderzucker bestäuben, aber wir haben der Sprühsahne den Vorzug gegeben.

bild
bild
bild
bild

Wir wünschen allen Apfelkuchenfreunden eine schöne Zeit.


 
Piment-Rouladen

Ich falle fast in Ohnmacht, als Tante Loredana mit ihren Neuerungenschaften in der Küche erscheint. "Bist du verrückt, wir haben doch noch genügend Kohl zu verarbeiten, hast du das alles am Schiessstand gewonnen?" Ich habe nämlich eine angenehmere Überraschung für Lori. Es ist ein Paket angekommen. "Guck mal rein, man riecht es durch den Karton!"  Lori kriecht in die Pakung und ist begeistert. "Das habe ich mir immer gewünscht!"

bild
bild
bild
bild

Ich gebe zu, dass ich ebenfalls noch nie Piment in einer Packung gesehen habe. Das ist natürlich peinlich für einen Koch. Es wird meistens in Pfefferkörnermischungen reingestopft, die man dann im Einzelnen nicht mehr finden kann. Jetzt knien wir uns richtig rein in das Aroma und sind hin und weg. In Italien kennen sie eben nur Basilikum, Rosmarin und Oregano. Dieses Gewürz scheint mir eher in einem anderen kulinarischen Reich vorzukommen. Kurz, wir haben es vermisst.  Deshalb haben wir beschlossen, es heute mal so richtig erblühen zu lassen.

bild
bild
bild
bild

Zuerst haben wir es gemahlen. Mit dem Mörser kommt man nicht weit, wenn man viel benötigt. Dafür haben wir es zehnmal durch die Maschine gelassen. "Du weisst, in Mexiko wird der Koch erschossen, wenn Jonny Depp noch ein Körnchen zwischen den Zähnen findet." Aber wir sind hin und weg von unserem Gewürz. Passend dazu machen wir heute Piemontesische Kuh. Es steht tatsächlich geschrieben, dass das piemontesische Rind weiblich war. Wir streiten uns nun darüber ob ein Rind eine Kuh sein könnte, oder ob man nur eine Kuh ist, wenn man Milch gibt. Derweil bereitet Lori den Rotkohl vor. Es gehören noch Äpfel und Rotwein hinein, und.... Piment würde passen.

bild
bild
bild
bild

Peperoni haben wir ebenfalls noch viele vorrätig, die müssen nun geschält werden, damit wir sie in die Piment-Rouladen einwickeln können. Das geschieht im Backofen. Dort werden sie so lange gegrillt, bis sie schwarz sind, dann kann man die Schale mühelos entfernen. Lori fuchtelt schon wieder mit der Bratpfanne rum. Sie lässt noch Zucker karamellisieren und gibt es zu den Äpfeln in die Kabispfanne. Ich hingegen habe ein paar Pilze gesucht und eingeweicht.

bild
bild
bild
bild

Die Rouladenfüllung ist also ganz einfach. Dünnes Rindfleisch, Pilze und geschälte Paprika. Und dann wird so richtig nach Herzenslust gewürzt. Piment, Salz, Knofi, Pfeffer. Wir mussten unseren Hang zum Übertreiben richtig bremsen. Wir haben noch andere Rezepte mit Piment probiert, es ist alles total lecker. Man muss einfach Obacht geben, dass man es nicht übertreibt, sonst hat man es irgendwann bis obenhin, und das wäre schade.

bild
bild
bild
bild

Wir danken herzlich für das Paket und werden hoffentlich noch viel Freude mit unserem Piment im Piemont haben. Übrigens haben wir einer Tante von Harry ebenfalls ein paar Körner abgegeben, die ist gleichfalls ganz begeistert. Bisher benötigten wir ja immer Zimt, Muskat, Nelke und Wacholder um ein ähnliches Aroma herzustellen. Jetzt ist alles in diesen Wunderkörnchen vereint.

Bis nächsten Donnerstag grüssen herzlich Ottilio und Loredana


Geh zur Legende
Zurück zur Titelseite (Home)