Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im April 2022





 
 Spargelcremesuppe

Wie schön wäre es, wenn man sich fragen könnte, "was koche ich heute". Bei uns schreien immer die Zutaten oder das Volk und wir müssen uns einfach durchkämpfen. Heute sitzen wir auf dem gugelländischen Gemüsestand, der bereits etwas angesäuselt ist. Den Spargel können wir höchstens noch für Risotto oder Suppe gebrauchen. Aber was heisst nur? Wir machen heute die beste Spargelsuppe, die die Welt je gesehen hat.

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Dazu gehört natürlich eine liebevolle Behandlung der edlen Stängel. Obwohl schon einige Köpfe gefallen sind und auch am hinteren Teil verschiedentlich die Zeit genagt hat, sortieren wir erstmal den unordentlichen Haufen und versuchen, das Beste herauszusortieren. Ich habe meine Methode, ich breche die Dinger mit den Pfoten, dann sehe ich sofort, wo noch Schälbedarf ist. Lori macht es auch so, nur gibt sie es nicht zu und fuchtelt einfach mit dem Schäler rum.

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Die Ausbeute, die wir so nach einer halben Stunde vorweisen können, ist nicht gerade überwältigend, aber für eine tolle Suppe wird es reichen. Wir überlegen noch ein wenig, ob es wirlich sinnvoll ist, auch grünen Spargel in die Suppe zu tun, das ordinäre Grün könnte den weissen Spargel eventuell beleidigen. Es komme ja noch so viel weisse Schlagsahne in die Suppe, da könne kein Spargel beleidigt sein, findet Lori und ich muss ihr Recht geben.

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Die Spargelköpfe haben wir gesondert in viel schöner Butter angebraten, sie sind ja dann auch die Suppeneinlage. Jetzt kämpfen wir ein wenig mit der Konsistenz der Suppe. Obwohl wir wirklich alles faserige Zeug von den Spargeln entfernt haben, bleibt doch immer noch der eine oder andere Halm am Stabmixer hängen. Wir werden die zukünftige Suppe also noch durch ein Sieb streichen. Es wir zusehends weniger.

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Aber als wir dann unseren ganzen Becher mit geschlagener Sahne und die buttrig gebratenen Spargelköpfe dazu werfen, freut sich die Suppe wieder und wir können einem gelungenen Ende unserer heutigen Kochepisode entgegen gucken, Lori hat mit etwas Blätterteig noch ein wenig mehr Gemüse verbraten.  Unsere Zutaten waren Spargel, Gemüsebrühe (ohne Sellerie), Butter, Muskatnuss, Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Weisswein und Sahne.

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Hier endet unser heutiges Kochstudio, wir werden allerdings noch die ganze Nacht durcharbeiten müssen, bis wir den gugelländischen Gemüsestand einigermassen im Griff haben.

Viel Spass in der Küche!


 
 Spargel - Couscous mit gebackener Rindsleber

Es ist Frühling, man merkt's. Es grünt endlich im Gemüseregal. "Warum haben wir denn Kamele in der Küche, Lori?" frage ich meine Tante und gleichzeitig mich, was die wohl so fressen. Sie sagt, es wäre Madame Dolly Dama und der kleine Couscous und sie wären rein zufällig hier. Ich betrachte erst mal das Gemüse, dann die Gäste und finde es einen Versuch wert. Na schön, machen wir mit Spargel, Barba di frate und Zucchini ein Couscous. Romanesco und Pistache-Nüsschen machen das Ganze vielleicht etwas weniger langweilig. 

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Der Spargel ist noch sehr dünn. Mich kümmert es zwar nicht, dass das kleine Kamel wild drauflos drischt und den Spargel zersäbelt als wäre es ein Strohballen. Aber Lori ist leicht entsetzt. Inzwischen habe ich das Wasser für den Spargel bereitgemacht, es soll dann ebenfalls die Flüssigkeit für den Cous cous sein. Damit alles möglichst viel Geschmack abgibt, wird jedes Gemüslein einzeln behandelt. Die Spargelköpfe, der Romanesco und die Zucchine werden gebraten.

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Loredana hat ihre liebe Mühe mit den Kamelen, die sich nicht einig sind, wie man am besten Zucchini in Würfel schneidet. Dolly macht es längs, Couscous schneidet Rondellen. "Meine sind schöner!" Es ist wie immer ein Kindergarten. Also eile ich Loredana zu Hilfe und frage, ob die zwei nicht lieber ein wenig Rad fahren möchten. 
"Ihr könnt mir ja ein wenig Koriander mitbringen." 

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Es vergeht keine Minute, da sind sie wieder da. Couscous hat tatsächlich ein Korianderblatt im Mund. Lori ist völlig geplättet und überhäuft den Kleinen mit Lob. Ich hole inzwischen die Pistazien. (Geröstet, gesalzen, ein Fernsehsnack). Was nützt es, wenn ich jetzt sage, dass ich mit Koriander in verschiedener Weise nicht klar komme. Erstens schmeckt er mir absolut nicht. Zweitens will er trotz Bemühen in meinem Kräutergarten nicht wachsen. Es könnte das erste mit dem zweiten zusammenhängen. Aber das Kräutlein ist im Moment so hipp und hype, da kommt man nicht drumrum.

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Couscous, das kleine Kamel, will nun endlich wissen, wie man Couscous macht. Lori hat 500 Gramm davon in eine Schüssel gekippt und gibt nun 500 Gramm flüssige Brühe drüber. In unserem Falle das gut gewürzte Spargelwasser. Unser Couscous könnte wegen den ganzen Zutaten ziemlich nussig schmecken. Aber vielleicht halten das die Spargeln durch. Ich werfe mich nun noch in die Endphase und paniere ein paar Leberschnitzel. Die gibt es nicht immer, also muss man sie servieren, wenn sie da sind. Kurz in die Brösel, kurz ins Öl. Und schon lässt Gugellandia grüssen. 

Über den Barba di Frate hat euch ja gestern Grünling schon informiert. 

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PS. Lori meint, ich hätte das über den Koriander nicht sagen sollen. Ich habe die Achseln gezuckt und gesagt, na und, die Dolores mag ja nicht mal Petersilie! Ach ja, und wem Couscous zu gluteinhaltig ist, der kann es gerne mit Quinoa versuchen. 

Viele liebe, geschmacklich gut gemeinte Grüsse aus dem Kochstudio.

 
 Joghurt-Zitronen-Schnitten

Die heutigen Probleme fangen schon bei den Zutaten an. Wir haben kein Backpapier mehr und wollten einen Bisquitboden für die Joghurt-Zitronencreme machen. Wir beschliessen, dass es mit dem leeren Backblech ebenfalls gehen müsste, wenn man es gut einfettet. Ich sage also, Lori soll sich mal um das Blech kümmern, ich werde in der Zwischenzeit die Eier trennen. Wir benötigen vier Stück. Aber das erste Ei ist bereits eine Überraschung, denn es enthält zwei Dotter. Dann habe ich sicher zu wenig Eiweiss, denke ich, und nehme das nächste Ei.  

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"Hör mal, Lori, ich übernehme die Backblechreinigung, du darfst die Eier machen." Sie findet, das hätte ich früher sagen können, das Blech sei schon tiptop geputzt. Ich bin neugierieg, wie sie das mit den Doppeleiern wegsteckt. Aber sie tut, als wäre das normal, trennt vier Eier, von denen zwei doppelte Dotter haben. "Kannst du nicht zählen, wir benötigen vier Eier und nicht sechs."

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Ich schmiere also das Blech mit viel Butter ein und wir streiten uns, wo nun die 100 g Puderzucker reinkommen, ob in das geschlagene Eiweiss oder in die Eigelbe. Im Rezept steht, ins Eiweiss, aber das finden wir beide merkwürdig. Also teilen wir uns den Puderzucker, der sowieso Klumpen hat. "Wir hätten gerade so gut normalen Zucker nehmen können, so wie wir es sonst immer machen."  80 g Mehl werden noch mit 2,5 Esslöffel Maisstärke angereichert und dreingesiebt.

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Als ich den ganzen Teig schon ins Blech gekippt habe, findet Lori, wir hätten es wie sonst machen sollen, denn wir haben immer noch etwas Vanillezucker drin. "Dann streu einfach noch was drüber, sieht ja keiner, ich arbeite das dann unter." Dann geht er für 15 Minuten bei 200 Grad in den vorgeheizten Ofen. Wir sind natürlich gespannt, ob es heute wirklich ohne Backpapier klappt. Aber wir haben vor ein paar Tagen sogar Pizza ohne Backfolie gemacht, einfach Griess als Unterlage benutzt, hat ebenfalls funktioniert.  Der gebackene Boden bekommt ein schönes Bett, darüber liegt das Blech, bis er völlig erkaltet ist.

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Wir widmen uns nun der Joghurtfüllung. Man nehme 500 g Joghurt nature, 175 g Zucker, 1 Zitrone, abgeriebene Schale und Saft, 7 Blatt Gelatine, in kaltem Wasser eingeweicht und 2dl Vollrahm, steif geschlagen. Jetzt sind aber in jedem Paket Gelatine nur 6 Blatt drinnen, aber wir haben ja noch die Gelatine zum Anrühren. "Siehst du, deshalb lernt man Rechnen in der Schule." Aber wir machen es dann doch ohne Rechnen, einfach ungefähr. Der Joghurtkübel ist übrigens besonders gut geeignet, um darin Sahne zu schlagen.

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Unser Bisquitboden ist gelungen, wir schneiden ihn nun in der Mitte durch. Die Joghurtcreme ist ebenfalls soweit angedickt, dass man sie gut streichen kann. Wir haben die Gelatine nicht nur in Zitronensaft angerührt, wir haben noch etwas Martini reingetan. Fest wird das trotzdem, denn zuletzt kommt der ganze Kuchen noch für etwa drei Stunden in die Kühle. Aber wie immer, bei so massgesteuerten Rezepten müssen wir uns über das Verhältnis wundern. Haben wir zuviel Creme? Nicht doch, je mehr, desto besser.

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Ein bisschen zum Ausschlecken blieb dann doch noch übrig, aber man kann nicht sagen, dass unsere Schnitten zu wenig gefüllt sind. Viele Grüsse und fröhliche Ostern wünschen Ottilio und Loredana.


 
Pollo Primavera

Das Frühlingshafte an unserem heutigen Rezept ist eigentlich nur der Name und der Blütenzweig im Hintergrund. So richtiges Frühlingsgemüse findet man noch nirgends und das Huhn hat uns sein Alter nicht preisgegeben. Aber es ist immerhin so frisch, dass ich es noch in Stücke zerteilen muss. Die zwei grünen Äpfel hat mir Lori eingebrockt. Die wussten vorher nicht, dass sie Zwillingsbrüder sind. Scheint neuerdings gugelländischer Trend zu sein.

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Frühlingshaft ist also unser Motto, deshalb habe ich vor, das Huhn ohne Pelle zu braten, ist ja praktisch nur Fett. Dafür lasse ich das Blütengeriesel, das stetig vom Zweig runterkommt einfach dran. Die Stücke werden im Mehl gewälzt und angebraten, dann löschen wir mit Weisswein ab. Ach ja, Lori hat noch einen ganzen ungeschälten, quer durchgeschnittenen Knofi dazugegeben, den haben wir aber später wieder entfernt.

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Wegen der zwei Brüder im Granny Smith-Look haben wir nicht mal die neue Wok-Pfanne fotografiert. Die Zwei waren sehr ungeschickt und haben stets alles verwechselt. Der Äppel wusste nicht einmal, was ein Messer ist, geschweige denn, was man damit macht. Unser Huhn hat dann geköchelt und wir haben zur Colorisierung etwas Tomatenmark drüber und drumrum gestrichen.

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Während also das Huhn im eigenen Saft und dem Wein schmort, kommt der optische Frischekick in unser Frühlingsgericht. Wir lassen alles roh, nur die Zucchini werden etwas im Backofen gebraten. Dann haben wir die Äpfel losgeschickt, sie sollen uns schöne Gänseblümchen pflücken gehen, aber sie hatten keine Ahnung, dass sie diese nicht im Teich suchen müssen.

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Zum Schluss habe ich erfahren, warum diese zwei Toltschpäppel in der Küche gelandet sind. Lori hat bei Guido eine Bitte eingereicht, dass der letzte in der Who is Who-Liste noch einmal ins Kochstudio kommen darf, bevor er eventuell eliminiert wird. Naja, zum Glück haben wir ja nochmals alles über die Bühne gekriegt. Allerdings ohne Äpfel. Die passen ja eigentlich gar nicht in den Frühling, oder?

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