Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
ottilios küche
Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im Juni 2021





 
 Eier-Ravioli mit Tomatensosse und Gurkensalat

Loredana schleicht noch in den Gurken herum und überlegt, welche schon gut für den Salat ist. Wir freuen uns jedes Jahr, wenn der erste Gurkensalat kommt. Das ist immer ganz besonders, denn eine Gurke vom eigenen Garten schmeckt nicht nur wunderbar sonder sie riecht sogar herrlich. Da können die Besserwisser lange sagen, dass da nur Wasser drin ist, es verbindet sich eine märchenhaft schöne Meeresbucht an der Amalfiküste mit diesem Geschmack, vor allem, wenn wir die Gurken gut gesalzen haben, ha ha.

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Allerdings muss ich mich gleich ein wenig über meine Tante wundern. "Warum schnitzt du denn neuerdings Gurkenmännchen? Hast du wieder ein paar kleine Lehrlinge unter der Schürze versteckt?" Nachdem das geklärt ist, besprechen wir die Arbeitsfolge. Lori macht die Tomatensosse und ich den Teig für die Ravioli.  Dass das eine mit Zwiebelschneiden und so verbunden ist, hat nichts zu bedeuten, mein Pastateig ist schliesslich meine Erfindung.

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Naja, Erfindung vielleicht nicht, mein Grossvater hat es schon so gemacht, ich würde vielleicht Quintessenz sagen, also hört gut zu, wenn ihr ihn nachmachen wollt. Man nehme 300 Gramm Mehl und drei Eidotter. Drei Teelöffel Olivenöl, etwa so viel Weisswein wie das Eiweiss war, das wir nicht verwendet haben, und   k e i n   Salz.  Das knetet man dann zu einem Teig, indem man noch ganz, ganz wenig Wasser hinzufügt bis der Teig die richtige Konsistenz hat, nicht klebt, aber trotzdem noch weich ist. Er muss dann eine halbe Stunde stehen gelassen werden, in der Zeit kann man die Füllung zubereiten.

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Für Ravioli-Füllungen nimmt man am besten cremige Zutaten. Wir müssen unsere Speckwürfel ziemlich kleinkriegen und noch mit Ricotta vermengen, damit wir eine Art "Mettwurst" erzielen. Nachdem wir die Teigwarenmaschine installiert haben, will mir die Lori ununterbrochen die Show stehlen. Einmal muss sie dahin watscheln, dann wieder dorthin, und immer mitten durch das Bild, so, dass man gar nicht sieht, wie gut ich arbeite.

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Es gibt ja unzählige Arten von Teigwaren. Bei den Gefüllten zum Beispiel geht es von Ravioli zu Tortellini, von Agniolotti zu Raviolini und Tortelli, Cappellotti, Capellini, wir haben dann infolge der Füllmenge ebenfalls so etwas wie kleine Hüte geformt. Wichtig ist, dass beim Kochen nichts entweicht und die Hülle nicht reisst. Das ist bei diesem Teig besonders gut, denn durch den Wein wird der Teig fest und reisst nicht so leicht, so, dass man ihn ganz dünn machen kann.           

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Nachdem wir die Füllung restlos verwendet haben, ist immer noch Teig übrig. Die Tomatensosse wird noch abgeschmeckt, gemixt, und vor allem mit Rahm verfeinert. Die fertigen Ravioli hat Lori noch in Kräuterbutter geschwenkt, aber das ist in Anbetracht der tollen Sosse schon fast eine Sünde. Denn es kommt ja zum Schluss noch Parmesan drüber, und das nicht zu knapp.

Obwohl man sich nach diesem Essen in die Hängematte legen muss, ist das richtige Sommergefühl zum Platzen da.

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Viele Grüsse aus dem Kochstudio, machts gut und habt auch viel Spass in der Küche.
Ottilio und Loredana

 
 Mediterranes Entrecôte

Wohin die Loredana mit den Radieschen von Grünling verschwunden ist? Ich habe gehört, es hätte heute zum Frühstück tolle Brote gegeben. Naja, jetzt bringt sie mir dafür eine Kuh in die Küche. "Was müssen wir heute notschlachten?" frage ich in die Runde, Linda guckt schon ganz entsetzt. "Ich meine, was ist zur Verarbeitung fällig?" Was wirklich mit der Butter passiert ist, will man mir nicht sagen, sie muss in eine Stampede geraten sein.

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Damit machen wir Kräuterbutter, die passt zu meinen Entercôtes. Die Damen gehen also Kräuter pflücken und ich überlege mir inzwischen, was man sonst noch dazu machen könnte. In Grünling's Garten sind nun fortwährend Zucchini reif, einer ist schon etwas gross, den muss ich heute noch abholen. Die Kräuter, die Linda und Loredana gebracht haben, enthalten Petersilie, Koriander, Cola-Kräuter, frischen Oregano, Majoran und Rosmarin. Ich entferne die dicksten Stengel, dann kann Linda mit Hacken loslegen.

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Kräuterbutter schmeckt bei uns immer in der selben Art wunderbar, weil sie am Schluss jedes Mal mit den gleichen pfiffigen Zutaten abgerundet wird. Das sind Zitrone, Worcestershiresosse und Knofipulver. Dann kommt die "Stampede-Butter" hübsch gerollt bis zum Finale in den Kühlschrank.

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Zum Entercôte gibt es ja in der Regel Pommes frites, aber das ist mir heute zu langweilig. Wir lassen es mal so richtig krachen und servieren dazu unsere roten Zwiebeln. Die muss man allerdings erstmal schälen und in Ringe schneiden. Die Lori grinst schon frech und denkt, ich würde mich sicher wieder irgendwie drücken, aber diesmal bin ich ganz gerissen und hole für die beiden Damen ein Gläschen Spumante. Das wirkt, sie machen keine dummen Sprüche.

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Die ganzen Zwiebelringe bringe ich dann mit etwas von der restlichen Stampede-Butter zum Braten. Dann geben wir Balsamico-Essig dazu, und sogar noch etwas Balsamico-Konzertrat, ich weiss gerade nicht, wie es heisst, aber gewisse Leute in Gugellandia sind verrückt danach. Dann dürfen die Damen weiter schnippeln und an ihren Sektgläsern "nippeln".  Ha, ha.  Ich übernehme dafür das Fleisch, das ist die grösste Verantwortung.

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Obwohl Lori wieder stänkert, so ein Stück Entercôte in die Pfanne zu werfen, sei doch keine Leistung, werde ich dann doch allen das Gegenteil beweisen. Man muss dafür nämlich schon ein Pfötchen haben. Oder eine Stoppuhr, eine Fleischhitzemesser oder sonstwie Gerät. Ich mache es eben mit Schnauzspitzengefühl. Ich muss der Lori allerdings in einem Recht geben. Wenn das Fleisch schön durchschnittlich dick ist, kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Den Rest erledigen die Beilagen. Wenn man trotzdem noch etwas "Pommiges"  haben möchte, - wir haben noch ein paar Paprikachips dazu gereicht.

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Und nun wünschen wir allen unseren Freunden ebenfalls viel Spass in der Küche und einen herrlichen Festschmaus.
Loredana, Ottilio und Linda

 
 Radieschen mit Garnitur

"Hallo, Lori, was kann man alles mit Radieschen machen? Loredana weiss ebenfalls nicht, was man mit Radieschen zaubern könnte. Deshalb geht sie freiwillig welche plücken, sie meint, vielleicht fällt ihr dann etwas ein. "Und, ist dir eine Idee gekommen?" Aber mir ist eingefallen, dass es irgendwo noch grüne Linsen haben müsste. In einem Salat machen sich Radieschen immer gut. "Wo sind die Linsen?"

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Loredana fängt an zu suchen und bringt anstelle der Linsen die ersten Pfifferlinge, die Gugel vorgestern im Wald gefunden hat. "Geputzt und gerüstet." Als sie so die Eierschwämme heranschiebt, fällt mir ein, dass wir den neuen Eierpiekser von dem DDR-Paket noch gar nicht eingeweiht haben.  Zu einem Linsensalat könnten natürlich Kartoffeln ebenfalls passen, und dann noch.....

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Vor Ideen können wir uns nun fast nicht mehr retten. So ist das mit einem Salat, der wird plötzlich immer üppiger und reichhaltiger, bis man - ja, vielleicht die Radieschen gar nicht mehr findet.  Wir sind aber ganz sicher, dass es mit vielen Zutaten um so besser schmeckt und machen fröhlich weiter. 

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Die Eierschwämme haben natürlich eine besondere Präsentation verdient. Wir braten sie mit ein paar Zwiebelchen an und geben sie dann in unsere neuen Förmchen, die wir dann mit gut gewürztem Aspik füllen. Noch immer stehen aber die Radieschen tatenlos rum und lachen uns mit roten Köpfen an. Zuerst gibt Lori aber noch gewürfelte Kartoffeln in die fertig gekochen Linsen, erst dann dürfen die Radieschen darin baden.   

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Jetzt fehlt noch die Sosse und vor allem die Eier. Ha, und dann haben wir ja noch kleine Bratwürstchen, die passen dazu. So wird unser Radieschengericht immer reichhaltiger und bunter. Als alles zusammen in der Schüssel zusammenkommt, müssen wir gestehen, dass die Radieschen eher in der Minderheit sind, aber was soll's, wichtig ist, wir haben wieder mal etwas Leckeres gekocht.

Linsen mit Kartoffelsalat, Eiern, Würstchen, Pfifferlingsülzchen und Radieschen.

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Nun wünschen wir allen viel Spass mit eueren Radieschen. Loredana und Ottilio.


 

Marzipan-Torte

Ursprünglich wollten wir ja einen Baumkuchen machen. Goppi hat in dem kleinen DDR-Kochbuch gestöbert und uns den Vorschlag gemacht. Es benötigt nur 6 Eier, eine Prise Salz, 120 Gramm Zucker, 200 Gramm Butter, 100 Gramm Mehl, 100 Gramm Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 100 Gramm Aprikosenmarmelade.... "Ja, ja, schon gut, Goppi, dann backen wir eben deinen Kuchen. Allerdings fehlt das Marzipan, davon gehört 150 Gramm in den Teig.

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Goppi geht also mit Loredana Mandeln knacken, denn die sind ja die Grundlage für Marzipan. Ich habe inzwischen die 6 Eier getrennt und wundere mich, was die Zwei so lange machen.Wir haben ja schon ....... Marzipan gemacht, aber diesmal versuchen wir es ein wenig anders, weil ja die Masse in den Teig kommt. Wir schälen und reiben die Mandeln. Dann vermischen wir sie mit ordentlich Amaretto und einem Spritzer Bittermandelaroma. Damit das Ganze eine nicht zu flüssige Konsistenz hat, mischen wir noch Puderzucker dazu.

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Da alles zu einem Teig verarbeitet werden muss, haben wir diesbezüglich viele kochtechnische Freiheiten. Wichtig ist, dass das Eiweiss schön steif geschlagen, zusammen mit dem Mehl unter den Teig kommt. Dann werden schichtweise immer ein paar Löffel von dem Teig in die Backform gestrichen, etwa 5 Minuten gebacken, dann kommt die nächste Schicht. Dies macht man so lange bis der ganze Teig weg ist.

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Zwischendurch ist der Teig einmal zu wenig lange im Ofen gewesen, zwischendurch einmal fast zu lange. Aber das ist wahrscheinlich das Charakteristikum dieses Kuchens, den wir aber als jetzt Torte nennen wollen. Denn es schmeckt tatsächlich höllisch fein nach Marzipan. Aber jetzt kommt ja erst das typisch tortige. Der fertig gebackene Kuchen wird nämlich von allen Seiten mit Marillenmarmelade eingestrichen.

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Das ist eine ganz schön klebrige Arbeit, aber es kommt noch besser. Zum Schluss streichen wir noch Zartbitter-Kuvertüre drüber, und zwar sowohl unten wie oben. Ich habe mich dabei an meinen Grossvater erinnert, der seine Marmeladebrote immer an beiden Seiten mit Honig bestrichen hat, da musste man immer sehr schnell sein mit Abbeissen.
So ist anstelle des von Goppi gewählten DDR-Kuchens die gugelländische Marzipantorte entstanden.

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Die Rosenblätter kann man getrost mitessen. Wir wünschen allen unseren Freunden ebenfalls viel Spass in der Küche und eine immer neugierige Nase.

Goppi, Ottilio und Loredana



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