Hallo, ich bin Schnorbert, Kritiker von Beruf
Seit November 2014 bin ich nun hier in Gugellandia und das ist ja schon eine Strafe. Ich bekleide das wichtige Amt des Kritikers. Keiner ist vor meinen Kommentaren sicher. Ich zerreisse alles und jeden in der Luft. Darum lieben mich wahrscheinlich alle.
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Kritiker: Mai 2022





 
Rette sich, wer kann.
Es wundert sich schon lange niemand mehr darüber, dass der Witzvogel aus der Buchstabenstube keine Schwanzfedern mehr hat. Das liegt aber eigentlich nicht an eventuell wutschnaubenden Rätselfreunden sondern eher an seiner Figur. Er kann sitzen wo er will, besser gesagt eben nicht, wenn er losfliegt, macht er wie ein Albatros beim Landen eine umwerfend lächerliche Figur. Aber was sich dieser Wörterwuselknabe diesmal geleistet hat, ist ein winkelwelkes Trauerspiel. Poldi und Beni konnten mit seinen ultrablöden Rätseln überhaupt nichts anfangen. Dann hetzte er die zwei armen Bärchen mitten in der grössten Hitze durch die Ginsterbüsche und später in den Spiegeleierwald, wo ein paar offenbar sturzbetrunkene Affen wie reife Äpfel von den Ästen kippen. Und, nochmals zum Mitschreiben. Wenn ein Wald Spiegeleierwald heisst, sollte es dort wenigstens auch solche geben. Immer nur diese launevernichtenden Falschmeldungen! Äzend, wie man früher sagte. Aber das war ja noch zu wenig der gugelländischen Peinlichkeiten. Man lässt auch noch den Edi mit seiner frisch erblühten alten Nase und seiner Bammelliese rumrattern. Aber das war nur Show! Auch noch eine miserable. In Wirklichkeit mussten sie alles zu Fuss gehen. Ja, wer mir nicht glaubt, ist selber schuld. Das ist ein echter Sklaventreiberstaat, ich sags ja immer. Ich habe keinen Dreck in den Tümpel geschmissen, dass dieser so eine jauchige Farbe hat, ist nicht mein Verdienst. Aber das ist typisch. Diese bequemen Lumpen versuchen immer, irgendwem anderen die Schuld zu geben. Einmal sind's die Rehe, dann die Wuwatis, oder sogar wieder Ausserirdische, die überall Verwüstung machen, aber selber klopfen sie sich den Staub vom Pelz und überlassen die Schweinerei der Witterung. Hatten die nicht mal einen Bericht über den Frühlingsputz? Aha, langt ja, wenn man davon redet. In Angriff nehmen kann man ihn ja dann im nächsten Winter? Diese grundfaulen Lackensprenger, makelhafteten Tunichtgute machen nichts hier, rein gar nichts.
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 Kulinarsünderhaufen
Tja, solche Leute, die nicht einmal wissen, wie man ein Kochbuch aufschlägt, sollte man nicht an den Herd lassen. Das war wieder das typisch wöchentliche Fiasko. Machen ein Riesentamtam um eine Pastete, die es gar nicht gibt, geschweige denn auf den Teller kommt. Diese lausigen Schnorrgaukler machen sich mit fremden Federn schmucke Stimmung, dabei gibt es wie immer nicht mal was Anständiges zum Sonntagskaffee. Geht ja nicht, wenn man Ottilio aus der Küche wirft und Edi in seinem rührseligen Eintopf rumplanschen lässt. Also mir langts. Ich brauche die Nummer vom Pizzakurier. Diese windigen Lumpenköche hocken ja mehrheitlich in der Wiese und studieren Kräuter, während Grünling sich mit dergleichen vom Markt eindeckt, damit er wieder was zu prahlen hat. Die laufen wirklich schon neben den Pfoten, jeder bildet sich ein, er hat zwei Köpfe, einen privaten und einen für aufs Foto. Ho, ho. Aber diese entflogene Gans mit ihrer zusammengeflickten Brille ist ja der Brüller! Während Edi seine blauen Haare und seinen Nasensocken endlich loswird, verwandelt man diese Superente in eine graue Maus, war das nötig? Und weil sie beim Spielen des Märchens so viele Fehler gemacht haben, ändern sie, wie schon öfter, einfach die ganze Geschichte. Ja, wo sind denn da die Prinzipien von diesen bekleckerten Wischmoppimitaten? Das sind wirklich hydro-animalische Zustände hier. Edi musste die ganze Woche mit dieser Nase rumlaufen. Die Haare hat er zwar ab und zu in der Gegend rumgestreut, aber unter der Kochmütze von Ottilio ist das nicht gross aufgefallen. Letzterer hat dann aber auch schön geflucht, als der Herzog in seiner Küche wie ein kanibalistischer Schmatz-Kingkong rumgefressen hat. Dort haben sie natürlich anstelle eine gediegenen herzöglichen Speise zu kreieren, die gefundenen Pilze verbraten. Schade, dass es keine giftigen waren. Ich habe jetzt die gugelländischen Köche in der Speisekammer eingeschlossen. Die kommen dort nicht raus, bis die Pastete auf dem Tisch steht. Glaubt mir, ich bin überhaupt nicht kulinarisch interessiert, aber, was die da für Firlefanz treiben, ist einfach die Höhe.
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Lange Nase gratis
Ja, toll, es kann uns ja nichts besseres passieren, als dass man die Küchenbelegschaft erneuert. Jetzt amtiert schon das künstlerisch begabte Nilpferd als Kochikone. Und Edi, der Tolpatsch vom Dienst, darf Gemüse herumschieben und fies dreinguckende Kartoffelauswüchse abstechen. Mit liebevollem Tirteltam hätten sie im Mai wahrscheinlich über das Ziel hinausgeschossen. Also lieber Hexenküche mit Meerschweinchen. Dem Knauff, der dieses Märchen verbrochen hat, müsste man eigentlich auch noch ein wenig Ohren und die Nase lang ziehen. Es mutet nämlich schon sehr wunderlich an, dass die so an diesen Giftpflanzen herumstudieren. Ob Grünling wohl im Bilde ist, was die da so unter dem Deckmantel der Kultur auf dem gugelländischen Dreckteppich treiben? Ich muss mich ja auch nur insofern beschweren, dass es wieder keine Torte gab, sondern nur dieses italienische, kakaobestäubte Mascarponegeschludder. Ja, man ist wirklich geplagt in diesem Staat, wo jeder die Hauptrolle spielen will, aber die Zuschauer nur an die Pausenverpflegung denken. Sagen wir mal so. Diese flatzflotten Flickenbuben haben zum Glück vom Originalmärchen praktisch nichts mehr übrig gelassen. Dafür sind alle grotzschlumpen Sockenanhänger jetzt wahrscheinlich schuld, wenn lange Nasen modern werden, ha ha ha. Ich habe aber gehört, dass es in der nächsten Folge eine Pastete geben soll. Da muss ich doch mal meine Lauscher einschalten. Man ist nämlich noch heute auf der Suche nach diesem bestimmten Kräutlein. Wer allerdings mit seiner Nase zufrieden ist, sollte die Pfoten davon lassen.
Euer euch jederzeit wohlgesonnene Schnorbert
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