News : Immer das Neuste aus Gugellandia

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Februar 2017



 
4. Februarwoche 2017 - Das tapfere Schneiderlein
Herrliches Wetter, eigentlich zu schade für einen Theaterbesuch. Dennoch kommt das Publikum in Scharen. Man hat ja lange genug warten müssen bis die endlich alle ihren Text gelernt haben. Die Hängebrücke zum Baum mit den vielen Schaltern und dem Eingang zum Theater kommt ganz schön ins Wanken bis alle Tiere drüben sind. Harry ist einigen Angsthasen behilflich.
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Der Vorhang ist noch zu. Aber Guido steckt schon mal den Kopf raus und sagt, dass es gleich anfängt. Auf der Bühne ist noch der gugelländische Lampenfiebermesser am Werk. Die erste Panne ereignet sich schon beim Bürgermeister. Es kommt Mauli anstatt Bauli. Der hat natürlich keine Ahnung vom Text, also muss in allerletzter Sekunde noch das Drehbuch geändert werden.
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Dann öffnet sich der Vorhang und man sieht den Schneidermeister Edi, auf seinem Tisch sitzend am Fenster etwas nähen. Der Bürgermeister verabschiedet sich gerade. "Auf Wiedersehen." Klar, dass Mauli in der kurzen Zeit keinen längeren Text mehr lernen konnte. Edi aber ist gut im Improvisieren. "Dein Wams ist morgen schon fertig. Ciao Bürgermeister!" Von der Strasse unten hallen Rufe zu Edi in die Dachkammer. "Marmelaaaade, feine süsse Marmelaaaade!" "Oh, da will ich mir mal etwas davon bringen lassen. Edi lehnt sich aus dem Fenster und ruft: "Kommt herauf, gute Frau, ich kaufe deine Marmelade."
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Die Krämersfrau schleppt sich keuchend bis zu Edi in die Schneiderwerkstatt. Sie hat allerhand Marmeladegläser im Gepäck, die sie nun verkaufen möchte. "Wieviele Gläser voll dürfen es denn sein?" "Och, ich nehme schon einen ganzen Löffel voll. Weisst, für mein Pausenbrötchen. Ich muss noch das Wams für den Bürgermeister nähen, da brauche ich später eine Stärkung.  "Waas? Nur einen Löffel voll?"
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"Das darf ja wohl nicht wahr sein, und deswegen bin ich bis in die Dachkammer hinaufgestiegen. Knausriges Pack, diese Graupelze. Sowas mach' ich nie wieder!" Ziemlich verdrossen zieht die Krämersfrau wieder ab. Edi entschliesst sich, erst das Wams für den Bürgermeister fertig zu nähen und dann erst sein Brötchen zu essen. In den Falten des Bühnenvorhangs sitzt aber bereits Unheil. Guido startet zu einem abenteuerlichen Flug über die Schneiderwerkstatt und wirft Fliegen ab.
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Und diese Fliegen landen natürlich auf Edi's Marmeladebrot. "Was sehe ich denn da? Eine Fliege! Nein, nicht eine, sogar mehrere, alle. Huch, diese verfressenen Insekten laben sich an meiner Marmelade. Das ist doch die Höhe!" Und weil er nicht länger zusehen kann, wie die Fliegen sich in seiner Marmelade tummeln, schlägt er mit dem, was er gerade in der Hand hat, kräftig zu. Das war das Wams vom Bürgermeister. Patsch. Natürlich sind die Fliegen vorher schon tot gewesen, denn es sind Papierfliegen. Aber das Publikum hält trotzdem den Atem an, es liebt "Action" auf der Bühne.
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Das zukünftige Wams ist allerdings nun etwas bekleckert, und auch die Marmelade sieht nicht mehr so schön aus wie ohne Fliegen. Aber unser Schneiderlein sieht das Positive. "Ich bin ja richtig gut, ich habe Sieben auf einen Streich erledigt. Ha, ich bin ein Held. Das soll jetzt die ganze Welt erfahren, wie gut ich bin." Und er wirft das Wams in eine Ecke und näht statt dessen einen breiten Gürtel, auf den er draufstickt: 7 auf 1. Das Wort "Streich" hat zwar keinen Platz mehr, aber jeder wird wissen, was es bedeutet, da ist sich Edi sicher.
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"Jetzt brauche ich nur noch einen Federhut und dann bin ich Ritter Siebenaufeinenstreich. Das wird mein Leben verändern. Fertig Wams nähen für Bürgermeister, jetzt bin ich für Höheres berufen." Und das Schneiderlein Edi sagt seinem Schneiderstübchen Ade und macht sich auf den Weg in die weite Welt hinaus." Diejenigen im Publikum, welche die Geschichte kennen, flüstern mit und untereinander, wer wohl die Prinzessin spielt.
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Das Bühnenbild für den 2. Akt ist schnell aufgebaut. Die blauen Kisten, auf denen das Fenster steht, werden verschoben, Teppich ausgerollt und Gugel nimmt auf seinem Thron Platz. Die Lanzen der drei Papageien kommen zwar zu spät auf die Bühne, aber das merkt niemand. Gugel sitzt also, als König, neben seinem Reichsapfel und regiert. Edi hat unten auf der "Strasse" gehört, dass der König denjenigen reich belohnen wird, der ihn von seinen Sorgen befreit. Das hat er vor. Er will dem König helfen.
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Hallo König, ich bin Schnei- äh- Ritter Siebenaufeinenstreich, was hast du für Probleme?" Der König seufzt: "Ach, das ist eine schlimme Sache. In meinen Wäldern ist man nicht mehr sicher. Es hat zwei Riesen, die trampeln alles in Grund und Boden, und jeden, den sie finden, packen sie und schleudern ihn durch die Luft." "Ach, kein Problem," meint Edi, "ich habe Sieben auf einen Streich getötet, warum soll ich mich vor zwei Riesen fürchten."
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Der König verspricht dem Schneiderlein als Belohnung die Prinzessin, und das scheint allen recht zu sein. Klar, steht ja auch so im Drehbuch. Nur in der zweit hintersten Publikumsreihe schnaubt jemand vor Wut. "Bei aller Schönheit der Prinzessin, etwas doof ist die schon. Nach jedem Wort mümmelt sie." Beppa ist eben eifersüchtig. Aber das Stück geht ja weiter und man kommt in den grossen, königlichen Wald, in dem die ganzen Tannenbaumatrappen stehen. Edi guckt sich nach Riesen um.
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"Pilze finden ist einfacher als Riesen, ah, aber da hat es ein paar Kieselsteine, vielleicht kann ich die brauchen." Jeder gugelländische Theaterbesucher weiss, dass man Kieselsteine immer zur Hand haben müsste. Es tauchen aber keine Riesen auf, dabei ist das Publikum ja sooo gespannt. Im Hintergrund haut Harry mit dem "Undjetztistruhehammer" in regelmässiger Klopffolge auf den Bühnenboden, das der richtig erzittert. Das Schneiderlein klettert hurtig auf die nächste Eiche und wartet." Das müssen die Riesen sein, ojemine, hoffentlich sehen die mich nicht."
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Die Riesen kommen. Bumm bumm bumm bumm. Furchterregend stehen Grünling und Peso auf der Bühne. Sie überragen sogar den Baum, auf dem Edi sitzt. Aber die Riesen kommen gerade vom Essen und sind müde. Also was liegt näher, als sich ein wenig auf das weiche Moos unter einem Bäumchen zu legen. So wirken sie gar nicht mehr gefährlich, und Edi packt seine Kiesel aus.
"Denen werde ich nun etwas einheizen, ha ha."
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Das Geschnarche der Riesen lässt die Äste der Eiche auf- und niederzittern. Edi, der Ritter Sieben auf einen Streich, holt zu einem neuen aus. Er überlegt zwar lange, welchem der beiden er zuerst einen Kieselstein auf die Backe werfen soll. Im Publikum traut man sich kaum, zu lachen, weil sonst ja die Riesen aufwachen. "Also wem gebe ich nun den ersten?" Was auch nicht im Drehbuch steht, ist, dass Ahuii und seine Freunde einige Kieselsteine noch mit Juckpulver bearbeitet haben. Das merkt auch niemand ausser den Riesen und auch Edi muss ein paarmal niesen auf seinem Baum. Da denken aber alle, das ist so gewollt.
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Jetzt wachen die Riesen auf und beschuldigen sich gegenseitig. "Wieso haust du mich, Bruder Peso?" "Ich habe nichts gemacht, ich habe geschlafen, Bruder Grünling, du hast mir eine übergebraten." Edi wirft laufend neue Steinchen auf die beiden runter. Die sind nun schon erstens laut Drehbuch am Raufen, aber das Juckpulver macht sie noch ein wenig agressiver, und so gibt es einen unbeschreiblich echten Kampf auf der Bühne. Edi hört man fast nicht mehr, als er seinen Text aufsagt: "Hoffentlich reissen sie nicht auch noch die Bäume aus. Sie könnten den erwischen, auf dem ich hier sitze."
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Tatsächlich müssen dann auch die Tannenbäume dran glauben. Da es aber nur Pappe ist, können die zwei Riesen ihr ganzes Talent zeigen und "Aua" schreien, wenn es überhaupt nur kitzelt. Das Publikum ist ganz begeistert. Einige müssen gehalten werden, damit sie nicht auf die Bühne stürmen und mitraufen. Auch die Riesen müssen sich etwas zurückhalten, denn man braucht noch ein paar Bäume für den nächsten Akt.
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Endlich ist das Gerangel vorüber, beide Riesen liegen k.o. unter dem Baum. Edi kann heruntersteigen und sie bequem fesseln. Wie er die Riesen aber in den Thronsaal schleppen soll, bleibt dem Publikum unklar, denn es fällt wieder der Vorhang. "Das war echt Klasse, hast du gesehen, wie der Grünling dem Peso einen Kinnhaken gegeben hat, der war voll boxmässig. Ich muss später unbedingt ein Autogramm haben."
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Im nächsten Akt befindet man sich wieder im Schloss von König Gugel und seinem Gefolge. Auch die Prinzessin ist wieder da und wartet ungeduldig auf das Eintreffen des Ritters mit den Riesen. Und da sind sie. Ein paar Fanfarenklänge ertönen, und die gefesselten Riesen werden auf die Bühne geschoben. "Was tut man nicht alles für die Kunst." grummelt Peso, und Grünling meint: "Die Idee mit dem Juckpulver kommt sicher wieder von Schnorbert." Aber sie dürfen dann auch aufstehen und in voller Grösse und unter grossem Applaus die Bühne verlassen.
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Bevor Edi aber die Prinzessin bekommt, hat der König eine weitere Aufgabe für ihn. "Im Wald treibt auch ein Einhorn sein Unwesen. Es ist für uns alle eine grosse Gefahr, weil es sich überall versteckt und einen dann hinterrücks überfällt. Ich wäre froh, wenn du das Biest einfangen könntest." "Na klar, ein Einhorn, das ist ja weniger als zwei Riesen!" Aber noch bevor Edi wieder in den Wald verschwindet, kommt das Popcorn und der Vergissmeinnichttrank in die Ränge. Man muss schliesslich auch als Zuschauer mitmachen. Was wäre Thater ohne Publikum!
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Einige hört man noch knabbern, aber sonst ist es still, als Edi durch den Wald geht und das Einhorn sucht. Das Laub raschelt, aber kein Windhauch, kein Vogelgezwitscher, nichts, ausser unheimliche Stille. "Ich weiss ja ungefähr wie ein Einhorn aussieht, aber die können ja vielleicht auch mal anders aussehen. Wie Hunde. Es gibt hunderte von Sorten. Bernhardiner, Pudel...." Das Einhorn hört zu und ist bei dem blossen Vergleich mit einem Hund schon leicht gereizt. Aber noch ist Edi, wie er meint, allein im Wald.
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"Wo ist denn mein Eichhörnchen, ich meine, Einhörnchen, guck mal, Kleines, ich habe dir ein Karöttchen mitgebracht. Feines Möhrchen für das Einhööööörnchen. Wo bist du denn? Guck doch, das tapfere Schneiderlein ist hier und bringt dir eine Rübe. Schluck. - Das ist ja ein Rieseneinhorn. Das sieht ja fast wie ein Eisbär aus. Ich muss hier weg. Schleunigst."
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Das Drehbuch hat Edi im Moment nicht mehr im Kopf. Denn er ist selber richtig erschrocken, als Schangelina hinter dem Baum hervorprescht und mit dem Horn voran auf ihn zuzischt. "Jetzt wiehert es auch noch!" Edi rettet sich hinter einen Baum, und guckt angsterfüllt um die Ecke, wie das wilde Tier mit seinem Riesenhorn direkt auf seinen Baum zusteuert und -KRACK- stecken bleibt.
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Die Bravo-Rufe, die jetzt zwischendurch mit Szenenapplaus über die Bühne dröhnen, ordnet Schangelina natürlich ihren hohen Schauspielkünsten zu, während Edi denkt, er ist wiedermal der Held. Egal, es ist eine grosse Freudenstimmung, und das Einhorn begleitet Edi stolz erhobenen Hauptes in den königlichen Thronsaal, wo alles immernoch glänzt und funkelt. Der Auftritt ist grandios.
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Der König ist begeistert. "Toll, wie du das wieder hingekriegt hast, Ritter Siebenaufeinenstreich, jetzt hätte ich nur noch ein kleines, letztes Problem, wenn du so freundlich wärst, nachher darfst du die Prinzessin haben." "Na schön, was ist es denn diesmal? Ein Nullsock?" "Was ist denn ein Nullsock?" will die Prinzessin wissen. Sie ist sehr neugierig und will diesmal auch mitkommen, denn sie denkt, bei dem Ritter kann einem ja nichts passieren. "Es handelt sich um ein Überwildschwein. Ein schrecklicher Genosse!"
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Im letzten Akt ist man also wieder im Wald. Edi und seine Prinzessin treffen bei der Kapelle ein. "Du wolltest mir noch erklären, was ein Nullsock ist." "Ja, weisst du, das ist sehr kompliziert. Aber pass auf: Zuerst kommen 2 Riesen, dann 1 Einhorn, dann kann jetzt nur noch ein Nullsock kommen." "Aber es kommt doch ein Wildschwein." So dumm ist die Prinzessin eben auch wieder nicht. Aber es nahen verschiedene Wildschweine, die halten nur kurz an und sagen auf Wiedersehen. "Wir müssen die Wildschweine testen. Du sagst zu jedem: Wie lautet die Parole? Wenn er sagt "Nullsock" ist es ein Freund, wenn er das Passwort nicht kennt, ist es das Überwildschwein."
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"Wie lautet die Parole?" Fast hätte Wutzi einen Patzer gemacht, weil er ja ganz überraschend bei den Proben engagiert worden ist, und eigentlich in Oldenburg lebt. Doch dann kommt es tatsächlich. Das böse Überwildschwein hintenrum aus dem Tannengrün gegrunzt. "Nunununu, Grunz, Grunz, Schnorchel, Schüff, Schnupper, Quiek." "Schnell, Prinzessin, stell dich hinter die Türe der Kapelle. Das Überwildschwein galoppiert hinter Edi her, aber der ist zum Glück schneller.
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Kurz bevor es ihn in den Schwanz beisst, rennt er durch die Türe der Kapelle, und das Wildschwein natürlich hinter her. Das war in der Probe auch etwas anders, denn da blieb das Untier nicht am Türeingang stecken. Aber es merkt niemand. Edi hüpft durch das Kapellenfenster wieder heraus, Thymi schiebt Laubus, wie er in Gugellandia heisst, hinein - und das Untier ist gefangen! Die Prinzessin kann es noch gar nicht glauben. "Mein tapferer Held, Edi du bist der Grösste." "Du bist auch sehr mutig." Und während sie sich gegenseitig bewundern, kommt sogar der König persönlich in den Wald.
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Mit Fanfaren und Glockengebimmel klingt die letzte Szene aus. Der Ritter Siebenaufeinenstreich bekommt die Prinzessin, das Überwildschwein ein neues Zuhause und auch alle anderen Mitspieler erscheinen zu einem Schlussbild auf der Bühne. Applaus, Applaus, die Riesen winken freundlich und sogar der falsche Mauli darf noch einmal dem Publikum "Auf Wiedersehen" sagen. Mehr Text hat er eben nicht gelernt. 
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3. Februarwoche - Theaterprobe
"Das sieht aber gar nicht so aus, wie ich es vorhergesagt habe." Der gugelländische Wetterprofessor schaut besorgt in den bleichen Abendhimmel. Tatsächlich mutet dieser Februar ziemlich winterlich an, und nach der Kälte folgt nun der Niederschlag. Während er so über die Lande spaziert, begegnet er die Schangelina, die ebenfalls besorgt ist, weil sie nicht mehr ins Theater rüber kommt. "Die Hängebrücke ist weg. Einfach verschluckt. Wie komme ich denn jetzt auf die Bühne?"
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Ja, die Hängebrücke ist tatsächlich weg, aber nur vorsichtshalber, damit sie vom Schnee nicht zerstört wird. "Macht euch keine Sorgen," sagt Peso, "wir werden mit der Beammaschine rüber ins Theater kommen, dauert halt länger, aber es funktioniert." Der Schnee ist diesmal klebrig und man kann gut Schneemann bauen. Laura und William stürzen sich gleich ins Vergnügen und finden auch Mitspieler und Dreinschwatzer.
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"Tante Loredana hat gesagt, ihr sollt ein Schneewurzelwackeltier bauen, das ist hier ja nur ein Schneeball, und erst noch ein dreckiger." Besser als gar nichts, und sie hüpfen fröhlich im Schnee herum bis das Ganze ein Schneemann ist. Sie taufen ihn Mister Beb und eilen dann schnellstens zurück vor den gugelländischen Holzofen um die nassen Pfoten zu wärmen. "Tschüs Mister Beb, bis Morgen."
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Hefe und die anderen Tiere sind intensiv mit den Vorbereitungen für das Theaterstück beschäftigt. Die Proben finden überall statt, nur nicht auf der Bühne, denn dort kann man ja im Moment nicht hin. Grünling soll mit Harry die Dekoration für den dritten Akt besorgen: Wald. "Es braucht ein Paar Äste und einen Strunk für Edi zum Draufsitzen." Da ziehen sie los mit dem Pilzkorb und machen gegenseitig Witzchen, denn der Wald ist ein einziger Ästehaufen, wozu suchen? 
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"Wichtig ist, dass es nach Wald aussieht und stabil ist. Stell dir vor, wenn Edi draufsitzt und alles kracht zusammen....ha ha ha." "Lach nicht, ich spiele den Riesen, ich reisse dann die ganzen Bäume aus und verdresche den Peso damit." "Was? Oh, das darf ich mir aber nicht entgehen lassen, dann wollen wir aber sicherheitshalber Blauflecksalbe besorgen." Etwas Moos nehmen sie auch noch mit, und stolz kehren die Waldpflücker wieder ins Theaterlager zurück.
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Auch Ahuii, Amanda und Cirillo bekommen einen Auftrag. "Wir brauchen ein paar Kieselsteine, die Edi dann vom Baum herunter wirft." "Was macht denn Edi mit Kieselsteinen auf einem Baum?" Cirillo füllt schon mal eine halbe Kiesgrube ins Körbchen. "Ach, weisst du, wenn es bei denen Fasching ist, dann schmeissen sie alles Mögliche herum, warum nicht auch Kies von den Bäumen..." Die Papageien kommen mit ihrem Sammelgut zu den Verantwortlichen, aber die sind nicht zufrieden.
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"Das ist zwar schon Kies, aber viel zu klein, bringt grössere Steinchen!" Murrend ziehen die farbigen Plappervögel wieder ab. "Die wissen ja auch nicht, was sie wollen. Mit grösseren Kieselsteinen können sie, ha, ha, doch auch keine Riesen erschlagen." Auch andernorts ist man auf Requisitensuche. Schnorbert und sein Hündchen Caroline sind für die Krämersfrau verantwortlich, die dem tapferen Schneiderlein die Marmelade verkauft. Bei Ottilio holen sie sich den Schlüssel für die Vorratskammer. 
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"Bedient euch." Die Gugelländische Vorratskammer ist riesig. Schnorbert und Caroline gucken sich erst mal alles von aussen an. Aber damit sie auch wissen, was die Marmeladeverkäuferin so anbietet, müssen sie natürlich auch probieren. "Schleck, das ist Mirsich." "Was ist denn das? Mirsich?" "Deine Marmelade ist Dirsich." "Aha, du meinst Pfirsich." Und während Schnorbert und sein Hündchen die Marmeladesprache üben, werden die Vorräte langsam natürlich immer weniger.
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In Hefi's Wollshop ist die Besitzerin fleissig am Nähen. "Die Theatervorhänge sind schon fertig, jetzt nähe ich noch das Hütchen für den Ritter Siebenaufeinenstreich. Eigentlich müsste Edi vorbei kommen, ich will ihm noch ein paar Handgriffe zeigen. Schliesslich spielt er einen Schneider. Ah, da kommt er ja." "Tu das Ding weg, das ist ja gefährlich!" "Damit näht man, du kannst kein Schneider sein, wenn du nicht eine Nadel halten kannst." Edi guckt genau zu.
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"Ich tu ja nur, als wäre ich ein Schneider, da muss ich doch gar nicht nähen können, oder?" Kluger Edi. Das Hütchen passt auch wie angegossen und schon kommt sein Kunde, der Bürgermeister Bauli, der ein neues Wams bestellt hat. "Ein Wams, was ist denn ein Wams? Sind das Galoschen für den Bauch oder Stulpen für die Taille?" "Nimm einfach mal Mass. Du musst das Metermass richtig herum halten und mindestens drei Stecknadeln ins Maul nehmen, sonst sieht es nicht echt aus."
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Sie sind gerade so schön am Schneiderlein spielen, da hüpft Ahuii aus der Kiste mit Bändern und macht "Kikerikie!" Hefe guckt erschreckt, was für ein Gockel sich da in ihren Seidenbänder verwickelt hat. "Komm sofort herunter, du spielst gar nicht mit." "Ich möchte aber. Schaut,  ich bin der perfekte Hahn auf dem Kirchturm und als Bürgerfeister wäre ich doch auch viel besser als Bauli." "Bürgermeister, heisst es, nicht feister." Es herrscht schon ein richtiges Durcheinander, da kommt Laura zur Türe herein.
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"Kommt, ich zeige euch, was wir in der Bastelstube so machen." Festa und Beppa sind fleissig dabei, Tannenbäume zu bauen. Klar, auf der Bühne stehen die echten Bäume von Grünling und Harry, aber farblich sind die eben nicht so schön wie die von Laura. "Und hier, hier entsteht das Schloss, äh, nein, ich meine, wir müssen eine Kapelle bauen. Ja, und niemand von uns weiss, wie eine Kapelle aussieht?"
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Eine Kapelle ist nicht so gross wie ein Schloss, aber es sieht ein wenig aus, wie eine Kirche. Auf jeden Fall hat es eine Türe und wegen dem Stück muss es auch ein Fenster haben. "Ich habe wirklich keine Ahnung von Kapellen." seufzt Festa. "Ich kann dann aber den Glockenturm machen, wenn du willst..." Ja, ja,  in Laura's Bastelstube kommt so einiges zustande. Meist wissen die Bauer selber noch nicht, was es wird, und wenn es nichts geworden ist, dann tauft man es eben einfach um.
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Im Moment sind sie ganz eifrig am Bauen der Kapelle. Da kommt unvermittelt ein Wildschwein zur Tür herein. Es ist Nockerl, er will wissen ob er durch das Fenster passt. "Ah, jetzt fällt es mir wieder ein." Laura ist manchmal etwas vergesslich. "Das Fenster der Kapelle muss kleiner sein als das Wildschwein. Sonst ist das Stück im Eimer. Wenn wir das Fenster zu gross machen, kann das Wildschwein hinter dem Schneiderlein herhüpfen und ihn ... erwischen. So steht es nicht im Drehbuch. Oh, und da kommen grad noch mehr Wildschweine, hallihalloh!"
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Auch in Laura's Bastelstube herrscht jetzt ein Riesendurcheinander. Na, drei Wildschweine, eine Fastkapelle, viele Festabäume, Beppafenster - Laura muss ein wenig Luft schnappen. Bei der Hängebrücke steht jetzt das Beam-Gerät.  Harry beaufsichtigt die Transporte. Die Ausserirdischen bedienen, wie immer, das Schaltpult. Obwohl es etwas lächerlich ist, na ja, knapp fünf Meter über einer Wurzelwackeltierschlucht auf einen Baum... aber man will ja alles richtig machen. So kommt wenigstens jeder heil ins Theater.
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Es geht eigentlich alles zügig vonstatten. Grünling und Harry haben zwar ihre Mühe mit den störrischen Zweigen, die sie für den dritten Akt gesammelt haben. "Ich glaub es nicht, guckt mal, jetzt stopfen sie schon Reisig in die Beam-Maschine. Was wollt ihr anfeuern? Oder züchten auf dem Mond, ha ha, das wächst sicher nicht an, ho ho hooo." Diese Papageien können manchmal wirklich sehr nerven. "Weisst du was, Harry, ich drück mal diesen Knopf...." Amanda tut es. Zum Glück beisst sie Aane in letzter Sekunde in die Kralle. 
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Schangelina ist nämlich angekommen und will möglichst schnell auf die Bühne, um zu proben. "Meine Fans warten schon..." Wie die allerdings dorthin gekommen sein sollen, wenn doch nur Papageien hin und herfliegen? Auch William, das Nashorn, macht sich per Beamgerät auf den Weg. Er will Schangelina hornnahen Kurs im Angreifen geben. Das Einhorn ist schon vor Ort. Schangelina stürzt sich in ihre Rolle und fegt los. Mit ihrem schauspielerischen Temperament hätte sie alles im Umkreis aufspiessen können.
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Langsam kommen alle auf der gugelländischen Eulenspiegeltheaterbühne zusammen. Es sind auch schon viele Zuschauer da und sogar ein paar Freunde aus dem Ausland, wie zum Beispiel das Bienchen. "Ich würde den Baum hier hinstellen, da ist der Lichteinschlag am Besten." Die ganzen Bühnenvorbereitungen brauchen nun doch ziemlich viel Zeit. Zum Proben kommt man nicht mehr. Die Zuschauer lachen über das, was sonst noch auf der Bühne abläuft.
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"Komm runter, Cirillo, das ist der Baum vom tapferen Schneiderlein, du kannst ja nicht einmal einen Fingerhut aufsetzen." "Was kann ich nicht? Ich brauche auch keinen Fingerhut, ich bräuchte eine Krallenkappe und damit würde ich...!" "Stoooooop! Helft lieber, den Strunk ins richtige Licht rücken." Es ist inzwischen ein komödiantisches Durcheinander auf der Bühne. Da holt Grünling seinen Undjetztistruhe-Hammer und klopft damit dermassen auf die Bretter, die die Welt bedeuten, dass diese fast zusammenfällt.
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Das Publikum ist ganz aufgerüttelt. Gugel kommt auf die Bühne und entschuldigt sich. Das ist noch nicht die Aufführung, kicher, auch wenn es ganz lustig zu geht, wir erwarten euch alle nächste Woche zu unserem einmaligen Theaterstück, welches da heisst: DAS TAPFERE SCHNEIDERLEIN. Ich bringe hier etwas Prunk und Glanz für den Thronsaal. Und hier, unsere Wildschweine! Wir werden das Stück extra noch etwas umschreiben, also, man darf sich freuen.
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Und alle freuen sich. "Jetzt kommt ja dann sicher der Vergissmeinnichttrank." sagt Lisa zu ihrer Schwester. "Wie lange dauern eigentlich solche Proben? Müssen wir jetzt alle wieder durch das Beamgerät?" "Also ich bleibe sicher nicht hier bis nächste Woche, aber ich komme wieder." "Hast du gesehen, Zärmchen hat sich mit William angefreundet." Das einzige Tier, das die ganze Zeit ruhig auf seinem Platz sitzt, ist Schangelinas Pudelhündchen. Alle anderen sind wie plattenspielergesteuert und kreisen.
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"Hey, Edi, was ist denn mit dir los, du schaust nur gerade aus - und ha, hast einen Faden im Pelz." "Ich bin ein Schneiderlein, nein ich bin ein tapferes Schneiderlein, hilfee, kann mir mal jemand den Faden aus dem Pelz holen?" "Komm her, Edi, es ist ja nur ein Faden." Geolg, der Geologe, nimmt Edi den Faden aus dem Pelz und vor ihm sitzt die Prinzessin. Aber was ist nur los mit Edi?
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Harry ist endlich mit dem Theatervorhang eingetroffen. "Er ist viel zu lang und die Stange ist voll mit Papageien." Die Zuschauer lachen noch eine Weile, im Hintergrund ist schon das Gläsergeklimper zu hören. Der Vergissmeinnichttrank kommt. Aber wer sitzt denn da draussen auf dem geschmolzenen Mister Beb?  -  Wer Verantwortung tragen will, trägt sie allein.
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Nächsten Dienstag. Die Aufführung.



 
2. Februarwoche - Das Eulenspiegeltheater
Der geheimnisvolle Baum hat nichts mehr gesagt, nachdem alle fleissig mit der Hängebrücke amtiert haben. Manchmal ist es eben so, dass man einfach weiss, dass man etwas machen muss, auch wenn man nicht genau weiss, warum. Das erfährt man erst hinterher. Harry holt seinen Superriesenhammer und schlägt zwei Eisenstangen in den Boden. Daran wird die Hängebrücke befestigt. Ahuii und seine gefiederten Freunde flattern zum Baum rüber und befestigen die Seile.
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Man hat die Breite der Brücke extra auf Schangelina abgestimmt, und sie ist es auch, die als erste das neue Bauwerk erklimmt. "Wieso ausgerechnet Schangelina? Hätten wir mal lieber die kleine Maus Beppa rübergeschickt." Aber man geht aufs Ganze. Schliesslich haben alle mitgearbeitet und wollen wissen, ob sie hält. Die erste gugelländische Hängebrücke! Und, siehe da. Sie bricht nicht zusammen als Schangelina vorsichtig Pfote vor Pfote setzt.
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Es fehlen noch die seitlichen Seile, aber so auf allen Vieren schafft man es natürlich auch ohne. Schangelina ist schon drüben. Sie inspiziert die Rückseite des Baumes. Neugierig folgen ihr Knipps, Laura und Edi. Später auch alle anderen Tiere, obwohl keiner weiss, was sie auf der Rückseite des Baumes erwartet  - "Juhuh, Schangelina, wo bist du?" Sie steht vor einem Spiegel. "Das ist ja wieder typisch, um in den Spiegel zu gucken, musst du doch nicht eine gefährliche Hängebrücke überqueren."
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Aber die Eisbärdame ist durch den Spiegel getreten und einfach nicht mehr da. "Das machen wir auch, das ist einfach." schlägt Edi vor und geht auch durch den Spiegel. "Kommt, das ist immer so bei Zauberbäumen, da bin ich sicher!" Und tatsächlich. Schwupp. Kaum ist man durch den Spiegel durch, ist man in einem ganzen Wald von völlig gleich aussehenden Bäumen, allerdings mit Löchern drinnen, und in den Löchern sitzen Eulen, wie Beamte hinter einem Schalter.
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"Was sind Beamte hinter einem Schalter?" möchte Knipps wissen, aber Schangelina hört schon nichts mehr. "Schauspielschule, das ist was für mich. Da melde ich mich an." Die Eule an der Anmeldung kritzelt Schangelinas Name auf ein Papierstück und schickt sie an den nächsten Schalter. Es hat tatsächlich viele Schalter. Es ist hier ein richtiges Multizentrum an Schaltern. Man kann Tickets kaufen, Reisen buchen, alles Mögliche wird angeboten. Kai, der Hai interessiert sich natürlich zuerst mal für eine Runde Black Jack.
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Nach und nach kommen alle Tiere über die Hängebrücke in diese vielseitige Baumlandschaft, wo aus jedem Loch Eulen schauen und etwas anderes anbieten. Das Wuwati-Forschungszentrum, wie auch das Museum und das Fundbüro bleiben nahezu unbeachtet, alle zieht es in Richtung Schangelina, die bereits vor der Pforte des Eulenspiegeltheaters steht.
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"Ist das nicht die Demi? Natürlich. Und die ist jetzt Theaterbesitzerin? Na, dann habe ich ja schon mal zwei Drittel meiner Pfoten auf der Karriereleiter." Schangelina weiss, was sie will. "Ich weiss nicht", sagt Knipps, "ich glaube, ich möchte lieber zum Mond fliegen oder ins Museum gehen. Aber es gibt kein Zurück mehr. Vor ihnen leuchtet der Eingang zum Eulenspiegeltheater.
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"Hereinspaziert, hier findet die Schule für zukünftige Erfolgsmimen statt. "Also ich möchte Schauspielerin werden, Mimen können die anderen." In der Zwischenzeit hat Eulalia die Anmeldungen zu Demi auf die Bühne gebracht. "Das kann ja heiter werden." Es kommen immer mehr Tiere durch den engen Theatereingang. Alle wollen Schauspieler werden. "Na, dann wollen wir mal sehen, wie viele ihr seid!"
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"Ich bin die erste gewesen, ich werde ein grosser Star werden." Schangelina hat die Nase immer schon etwas höher getragen, aber jetzt schnuppert sie förmlich die Erfolgsluft. "Moment mal, Schüler, zuerst wird eine Aufnahmeprüfung durchgeführt. Da kann man zum Beispiel auch durchfallen!" Allgemeines Seufzen der Enttäuschung. "Aber wir brauchen viele neue Talente, also los, ich stelle euch hier unsere Schauspielexpertin Dolly Dama vor." Ein Raunen geht durch das Theater. "DIE Dolly Dama?"
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Die Prüfung beginnt. "Liebe Schangelina, du könntest uns etwas vorsingen. Wir brauchen ein Beispiel deiner Stimme." "Ich will nicht Sängerin werden, sondern Schauspielerin, aber gut, wenn ihr wollt, dann singe ich halt, ihr seid selber schuld." Und sie singt:
"Das Klaaappern ist des Müllers Lust, der Kuuuuckuck lässt das Mausen nicht, juhu und la la la. Noch mehr?" "Nein danke, es reicht völlig. Jetzt kommt Edi dran. Er soll uns etwas vortanzen."
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Edi ist eine fröhliche "Maus" und fragt sofort, ob irgendwelche Wünsche vorliegen. "Nein, nein, tanz einfach das, was du denkst, das uns gefällt." Und schon tappst Edi los. Er braucht sehr viel Anlauf und rast erst dreimal um die Bühne rum, bevor er loslegt. Aber dann bleibt allen die Spucke weg. So etwas hätte man von Edi gar nicht erwartet. 
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Zuerst steppt er ein bisschen, dann hüpft er herum, hipt und hopt, macht sogar ein paar klassische Arabesken und zum Schluss einen Salto mit Verbeugung. Alle klatschen. Wenn das nicht ein guter Schauspieler ist? Dolly lächelt im Hintergrund nur, sie sagt nichts. Jetzt ist der Grünling dran. "Du musst nur einmal einigermassen bewusst quer durch den Raum gehen und wieder zurück, nicht latschen."
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Auch Peso wird mehr auf seine Beweglichkeit analysiert, als auf Gesänge oder Ähnliches. Es ist, als wüsste Dolly Dama bereits, was genau die schwachen Stellen der Schüler und was ihre Talente sind. Lustig wird es dann, als Amanda und Ahuii einen Dialog vorlesen sollen. Ahuii variiert mit seiner Stimme immer von Hoch zu Tief und wieder zurück, um sich interessant zu machen, und alle lachen. Dann kommt Cirillo und soll auch Dialog lesen. Es stellt sich heraus, er kann gar nicht lesen. Aber er erfindet immer passende Antworten.
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Als Laura an der Reihe ist, hat Dolly auch nicht so rechte Freude. Laura ist vorlaut und unkonzentriert. Aber sie hat ja, wie man weiss, ein malerisches Talent. Ebenso Hefe. Die möchte gar nicht unbedingt die Schauspielschule absolvieren sondern lieber hinter der Bühne aktiv sein. Sie hat auch schon Stoff für Drehbücher mitgebracht und Dolly sagt vorerst nicht Nein. Dann kommt noch Gugel persönlich und bedankt sich für die tolle Initiative, ein gugelländisches Theater zu gründen.
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Die Eulen und das Publikum haben nun so in etwa ihre Punkte verteilt, das Kamel setzt sich demonstrativ hinter den Zettel und fängt mit der Verkündung an. "In den Schauspielunterricht haben wir aufgenommen: Schangelina. Sie ist sympathisch, wenn auch etwas fixiert, aber durchaus talentiert, vielleicht nicht gerade um Opern zu singen, aber dafür ist ja eine Schule da, wir werden ihr das nötige Rüstzeug noch beibringen. Dann Amanda, genau das Gegenteil von Schangelina, aber auch hoffnungsvoll.
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Bei Beppa und Thymi ist noch viel Unterricht erforderlich, aber die meisten von euch können sich selber spielen, das ist immer das beste. Laura ist durchgefallen, aber sie bekommt einen Job als Bühnenbildnerin. Hefe hat von vornherein gesagt, sie möchte hinter den Kulissen arbeiten. "Das trifft sich gut, wir brauchen noch sowohl Scriptgirl sowie Kostümbilder." Von den ganzen Prüflingen hat also jeder eine Verwendung im Ensemble gefunden.
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Sogar Schnorbert! "Dann wollen wir uns mal an die Arbeit machen, ich bin, wie gesagt, Dolly Dama und euere Lehrerin. Ich werde immer sagen, was ich denke, auch wenn es für euch manchmal  unbequem sein wird. Wer auf der Bühne stehen will, muss einiges aushalten, vor allem Kritik. Da gibt es zwischen fünfzig Peitschenhieben vielleicht ein Zückerchen.  Fangen wir an. Was, bitte schön, macht der denn hier, mit seinem Dreckbesen?"
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Harry macht sich schnell aus dem Staub. "Diese Dolly ist ja ein echter Kamelbrocken!" - "Liebe Schüler, gleich zu Anfang noch eine Weisheit zur Schauspielerei: Theorie lernst du nur in der Praxis. Versucht mal alle zu Lächeln! Aha, ich sehe, die einen grinsen, die anderen verziehen keine Miene. Warum meint ihr denn, hängt hier ein Spiegel. Also guckt euch mal an!" Und dann wendet sie sich Edi zu und flüstert. "Du darfst die Hauptrolle in unserem Stück spielen. Du bist das Tapfere Schneiderlein!"
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Jeder weiss, wie gewissenhaft Edi ist, aber diesmal übertrifft er sich selbst. Er sagt zu Dolly "warte schnell!" und saust von der Bühne runter, um irgendwas zu holen. Kurz darauf ist er wieder da und schleppt 7 Fliegenklatschen mit sich. "Sieben auf einen Streich - kann ich erledigen - guck mal - und zwar so." Mit sieben Fliegenklatschen haut er dem armen Kamel eins vor die Füsse, dass der Luftdruck bis hinten zu der Jury schlägt. "Ha, ha, toll, Edi." sagt das Kamel. Sie mag Edi einfach.
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Das Theaterstück braucht natürlich einen König und ebenfalls eine Prinzessin. Gugel, der sich ja eigentlich nur bedanken wollte, wird gleich als König engagiert. Viel muss man da ja nicht machen, als auf dem Thron sitzen und regieren. Da kann er grad vom besten Platz aus zugucken. Aber das Prinzessinnenproblem ist ein Gewaltiges. Sowohl Schangelina, Beppa und Thymi fühlen sich für diese Rolle wie berufen.
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"Thymi wird die Prinzessin sein." entscheidet Dolly. Das hinterlässt natürlich massenhaft enttäuschte Prinzessinnen. Schangelina ist zwar nicht lange traurig, aber Beppa hat schon damit zu knabbern, dass wieder dieses blöde Häschen, das nicht einmal eins und eins zusammenzählen kann, ihr die Rolle gestohlen hat. "Vielleicht spielen wir in diesem Stück etwas Anspruchsvolleres als Prinzessinnen?"
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In der Tat, es wird bestimmt eine tolle Aufführung. Man darf gespannt sein. Die Rollen sind zwar schon vergeben, die Textbücher sind gedruckt, alle sind fleissig am Text lernen. 



 
1. Februarwoche: Eine Hängebrücke
Dieser Baum da! Wieso haben wir diesen Baum nicht früher gesehen? Als der kleine Pfurr ganz aufgeregt von dieser hohen Eiche herunterhüpft, fragen sich einige Tiere, was es mit dem efeubewachsenen Gebilde wohl auf sich hat. "Es ist ein Zauberbaum, ich schwöre es, ihr müsst alle unbedingt rüber kommen, dann werdet ihr es sehen." "Da rüber? Nie im Leben." "Fliegen können wir nicht und unten hat es wahrscheinlich gefährliche Tiere."
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"Wir könnten ja eine Brücke bauen, eine Hängebrücke, dann können alle Tiere bequem hinüber spazieren und gucken, was es auf dem Zauberbaum so gibt." "Das ist eine hervorragende Idee, fangen wir an." Während die einen noch ungläubig die Eiche anstarren, machen sich die anderen schon an die Arbeit. Eine Hängebrücke, was soll denn das sein? Das ist eine Strasse durch die Luft, auf der alle gehen können, möglichst ohne zu fliegen, wohin auch immer. Denn in der Schlucht ist es gefährlich.
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Immer mehr Tiere interessieren sich für den Zauberbaum und die damit zusammenhängende Brücke. "Man spannt Schnüre und legt dazwischen irgendwelche Bretter, das ist ja keine Sache." Geolg ist zwar Geometer und kein Bauingenieur, aber er traut sich einiges. Wer genau hinguckt, sieht, dass sein Messgerät nicht bei Null sondern bei 10 anfängt. So sind eben die, die es immer besser wissen, mindestens 10 Zentimeter über dem Boden. Alle anderen sind auch am Projektieren. Einjeder hat den Kopf voller Ideen.
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Pfurr und Ahuii begeben sich - schwupp - auf die besagte Eiche und winken von dort aus: "Hey, werft uns das Tau rüber! Ahuii fühlt sich wie auf einem Schiff, wenn er die Leine an Land wirft, um das Schiff anzutäuen. Pfurr ist ganz und gar von seinem Baum in Beschlag genommen. "Es ist ein Zauberbaum, hör doch mal, er kann sogar sprechen." Aber Ahuii ist mit den Landratten beschäftigt. "Werft endlich mal einer das Tau rüber?"
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Wer auch immer es gewesen ist, das Tau kommt geflogen, und Ahuii wickelt es sofort um den Baum. "Jetzt könnt ihr rüberkommen, einer nach dem anderen - und niiiicht runterfallen," "Aber hör mal, Ahuii, das ist doch nur ein Seil, da kommt gerade noch Beppa rüber aber doch nicht die Schangelina...!" "Na gut. Dann eben nicht." Ahuii flattert davon, er muss gucken, was Cirillo treibt. Pfurr indessen packt das Seil wieder ein und bringt es zu Harry. Dort fangen sie jetzt an, die Breite der Schlucht zu messen.
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Tief ist der Graben zwischen dem Zauberbaum und Tieren, die dort hin möchten. Harry misst: Es sind fast 8 Meter. Mit dem geologischen Messband, das 10 Zentimeter verschluckt. Zwischendurch kommen auch ein paar von diesen Schluchtbewohnern. Es sind Wurzelwackeltiere, die meinen, es ist ihr Revier. Mit Wurzelwackeltieren kann man nicht reden. Das heisst, schon, aber es nützt nichts. Die Hängebrücke muss gebaut werden, koste es, was es wolle. Schweiss und Arbeit, nichts ist ihnen zu teuer.
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"Sag, mal, Harry, ist das alles, was wir an Canne noch so haben?" "Nein, natürlich nicht, aber wir wollen noch ein paar ganz frisch gefällte, damit die Brücke auch dem Zauberbaum gerecht wird. Laura ist von der Idee, eine Hängebrücke zu begehen, so angetan, dass sie versucht auf dem ersten widerstandsfähigen Grashalm ihr Gewicht auszubalancieren .. und prompt kugelt sie den Abhang hinunter - und sich noch lange vor Lachen.
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Hefe hat sich gedacht, dass ein Abschleppseil für eine kleine gugelländische Hängebrücke vielleicht etwas zu dick ist. Sie will selber zur Stricknadel greifen und ein Seil häkeln. "Guckt nicht so blöd, das hält Zentner!!" Harry ist ganz interessiert und testet Hefe's Häkelei. "Wirklich, da kannst du einen Elefanten dranhängen, ha ha." "Ja und es sind 32 Meter, also 23 Elefanten!" -"Aha!--"
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"Inzwischen ist das gugelländische Hängebrückenbauterritorium errichtet, das Material trifft ein, man kann nicht warten, man beginnt. "Hör mal, Harry, die klettern dauernd die Treppe rauf und runter, ich kann die Canne so nicht richten." "Lass mal gut sein, Festa, ich komme." Und es kommen auch immer noch mehr Canne. " "Stellt die Stecken doch einfach an den Baum, da kommen wir schon irgendwie hoch." "Nichts da, wir machen das mit Stil...hm, wir bauen eine Hängebrücke."
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Harry findet, man muss die Arbeit etwas rationalisieren. Immerhin sind es acht Meter Länge und jeder Stecken muss einzeln festgebunden werden. "Komm, Edi, halt mir mal die Stecken, ich probiere es mit der Stichsäge!"  Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrmmm. Gehalten, gesägt. "So, Leute, wir sind gut unterwegs, in einer Stunde... oh nein, guckt mal, da draussen!"
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Harry ist wie versteinert. Da, wo vor wenigen Minuten noch Land war, ist jetzt alles schon wieder weiss. Es schneit, und das Ende Januar, was für eine Frechheit, was bildet sich dieser Winter eigentlich ein? Ein kleiner Inspektionstrupp wagt sich bis zu dem Baum. "Oh, jetzt haben wir alles vergebens gemacht, es ist zu spät." "Ach was, das war nur der Professor Zeig mit seiner blöden Prognose, oh Entschuldigung Herr Doktor." "Nein stimmt, mit der Wolke konnte ich nicht rechnen....schnupper." "Und jetzt?"
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"Jetzt machen wir zwischendurch eine Schneeballschlacht. Arbeiten ist so wie so laaaaangweilig." Und während die Tiere ihre Bälle werfen, sich im Schnee wälzen und die Freuden der Stunde geniessen, schmilzt auch schon wieder alles. Cirillo hat ja noch nie Schnee gesehen, das wird natürlich eine besonderes Bad in der weissen Pracht, auch wenn sie nur wenige Stunden anhält. 
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"Wo ist denn das weisse Pulver so plötzlich hergekommen?" Cirillo findet den Schnee toll. Und auch das Tal der Wurzelwackeltiere, das es jetzt durch eine Hängebrücke zu überqueren gilt, gefällt ihm. "Wer hat Angst vor dem Wuwati, Wuwati, wer hat Angst vor dem Wuwati, ich niee!" Und sie albern im Schnee herum, bis Harry ruft, es ginge weiter mit dem "Bauen!"
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Aber ausgerechnet mitten auf der Arbeitsebene hat sich ein Wurzelwackeltier eingefunden und fängt gemütlich an, nicht nur die Zähne zu zeigen, sondern auch sich selber die Füsse zu lecken. Aber jetzt kommt Amanda. Wie eine Walküre stürzt sie sich mit Geflatter auf das wehrlose Wurzelwackeltier und reisst es in die Höhe. Das arme Wuwati wehrt sich, aber nachdem Amanda noch einen Doppelpieks in Richtung Wuwati-Öhrchen macht, haut es ab. "Hast du Amanda gesehen?" 
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Der Hängebrückenbau geht weiter. Amanda wird noch eine Weile gefeiert, aber es geht zu wie auf einer Werft.  Wie die Rippen im Schiffsrumpf werden die Hängebrückensprossen zugeschnitten. Jede ein Tritt, jede ein Schritt. Die Gespräche unter den Arbeitern driften von hier nach da. "Was meinst du, kann er denn, der Zauberbaum?"  "Ich glaube ja, das ist wieder ein gugelländischer Ausläufer in nimmerendende Phantasieprojekte." "Nein, ich bin sicher, dort drüben hat es ein tolles Imbisslokal für JUNGE!"
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Ab und zu kann sich Harry etwas "Ohr" verschaffen und verkünden, wie weit das Projekt Hängebrücke schon ist. "Also, wir haben jetzt praktisch alle Quertreppenstufen beisammen und werden sie nun mit Hefe's gehäkeltem Gugellandiaseemannsgarn verbinden. Dazu müssen alle herkommen und "knüpfen" helfen." Zögernd nähert man sich wieder einer neuen Arbeitsherausforderung.
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"Hallo, Herr Professor, auch am Arbeiten?" Es werden nun wirklich Pfoten angelegt, um diese pfurrige Hängebrücke zu bauen. Zwischendurch findet jemand heraus, dass das Meterband um zehn Zentimeter verkürzt wurde, aber das macht niemandem mehr Kopfzerbrechen, denn irgendwie wird es sich ja wahrscheinlich durch anderweitige Verrechnungen ausgleichen. Exakt. Die Schnüre von Hefe liegen auf der Zielgeraden. "Warum wolltest du unbedingt die Schnüre selber häkeln?"
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Der gugelländische Hängebrückenbau schreitet fort. Ein Stecken nach dem anderen. Schritt um Schritt. "Ich möchte nun endlich wissen, was es mit diesem Zauberbaum auf sich hat." Schangelina denkt immer nur ans Shoppen. Dabei muss man noch immer die Gehbrücke verbreitern, damit sie endlich draufpasst. Edi hingegen ärgert sich, dass man noch sooooo grosse Zwischenräume hat, dass fast jeder, auch er, hinunterfallen könnte.
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"Wenn jetzt alle noch einmal mithelfen, und zwischen jedem Stecken nochmals einen Stecken befestigen, ist die Brücke perfekt, und wir können rüber gehen zu dem Zauberbaum.  Alle packen noch einmal kräftig mit an. Acht Meter sind eben acht Meter. Und sie marschieren los.
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"Ist das derselbe Baum wie vor dem Schnee?" "Es ist ein Ast abgeknickst." "Oh, der Arme!" "Dann hat die Wurzelwackelbar sicher heute geschlossen." "Waaaaaaaaaaaaaas?" Peso watschelt etwas unschlüssig vor dem Abgrund und der Zukunft der gugelländischen Hängebrücke hin und her. "Wisst ihr was? Wir müssen Geduld haben. Der plötzliche Schnee hat auch bei dem Baum alles wieder durcheinandergebracht." Enttäuschung ist nur ein Vorwort. "Jetzt haben wir so eine schöne Hängebrücke gebaut, jetzt wollen wir sie auch hängen sehen!"
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Plötzlich geht ein leichtes Knirschen durch den Baum. "Mir bricht ein Ast ab, bindet euere Brücke nicht an diesen. Seid vorsichtig."
Aufregung und Verwirrung herrschen zu gleichen Teilen.. Gugellandia möchte nun unbedingt das Geheimnis von dem Zauberbaum erfahren. Aber wie es halt so geht, die Sonne grinst noch ein letztes Mal über den Hügel....
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"Der Winter ist bald vorbei, wir werden heraus finden, was es mit dem Zauberbaum auf sich hat."  Aber jetzt wollen wir erst mal unsere nicht gehängte Hängebrücke feiern." Alle Tiere sind noch sehr von den Worten des Baumes erfasst. "Dass ein Baum reden kann, habe ich auch nicht gewusst.."  "Was hat er gesagt?" " Es bricht ihm ein Ast ab, wir sollen nicht darauf steigen .. oder so, ah nein, die Brücke daran hängen aber das machen wir doch...."
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Fortsetzung folgt

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