News : Immer das Neuste aus Gugellandia

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April 2022





 
Wer wird Zwerg Nase?
Miezi findet ein Märchenbuch vor dem Diogenes-Fass. "Nanu, gar kein Edi hier? Das kann doch gar nicht sein. Wo ein Buch ist, ist doch unsere Leseratte nicht weit. - Ah, da bist du ja." Edi schlägt ganz aufgeregt das Buch auf. "Das musst du dir anschauen, das ist eine ganz verrückte Geschichte, schau dir nur die Bilder an!" Miezi und Edi gucken nun gemeinsam in das Buch. "Das ist nichts für uns, Edi, niemand wird so einen hässlichen Kerl spielen wollen."
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"Ein guter Schauspieler muss alles spielen können." sagt Edi trotzig, als gerade Wally und Regie vorbeikommen. "Es gibt wieder ein Märchen?" Auch Laura steckt nun ihre Nase aus dem Gras. "Wir spielen gerne mit, wir haben Talent und guten Geschmack, gell Wally." "Ja, aber ich spiele auf jeden Fall keine Gans mehr, die ihren sturzbetrunkenen Onkel von der Spelunke nach Hause schleppen muss." "Aber eine nette süsse Gans ohne Onkel?" fragt Edi vorsichtig. Aber Wally schüttelt sich nur und stapft davon. "Ich bin ein Greifvogel, ich bin wahrlich für Höheres geboren."
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Inzwischen spricht es sich rum. Man braucht einen furchtbar hässlichen Zwerg, eine Hexe, viele Eichhörnchen und vor allem auch Meerschweinchen. "Die Gans lassen wir mal weg, vielleicht kann ja Flatter jemanden in eine Gans verzaubern." Männi würde gerne eine Gans spielen, aber leider ist er diesbezüglich völlig unbegabt. Ein Wuwati gesellt sich zu ihnen. Muki tuki huki. "Na klar, wir können ja jedes Tier umgestalten und sagen, es ist ein Meerschweinchen. Erinnert euch doch an die Mäuse bei Nussknacker!"
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Edi wendet sich trotz der guten Idee von Männi an seinen Freund Pfurr. "Du kannst doch sicher alle gugelländischen Eichhörnchen zusammen trommeln. Dann bleiben wir wenigstens noch ein bisschen bei der Buchwahrheit." Pfurr saust los. "Bin gleich zurück, ich schau mal, wie viele wir haben." Eichhörnchen haben die Angewohnheit, in Baumkronen versteckt zu knabbern oder in ihren Kobeln zu schlafen. Pfurr setzt sich auf ein höheres Gewächs und schreit in alle Richtungen: "Eichhörnchen, bitte herhören, wir brauchen euch alle für das nächste Märchen!"
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Sechs Eichhörnchen melden sich. "Mit dir sind wir acht!" sagt Myriel, "das sind auf jeden Fall mehr als wir Meerschweinchen haben." Myriel ist zwar kein Eichhörnchen, das wissen alle, aber man lässt sie in dem Glauben, eines zu sein. Pfurr erstattet Bericht. "Wir sind acht Eichhörnchen, Myriel inbegriffen. Allerdings haben ich null Meerschweinchen gefunden. Was haben die denn für eine Rolle in dem Stück?"
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Die Maus Beppa ist für die Meerschweinchenbeschaffung bestimmt worden. "Wir brauchen einfach sympathische Tiere, nicht zu gross, nicht zu klein,  ihr könnt euch alle in der Kostümabteilung melden."Edi und Miezi besprechen gerade bühnentechnische Probleme. "Hier sollte die Hexenküche entstehen." findet Miezi. "Wir brauchen KUECHENAUSSTATTUNG. "Aber wo machen wir dann die Küche vom König. Dann brauchen wir ja auch noch einen König und seine Angebetete."  Loredana klettert auch noch auf der Bühne herum. "Schaut euch das an, überall liegt noch Krempel rum, von Schnorbert's Skandalblatt!"
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"Wir sind uns also einig, Wally macht die Gans nicht, dafür springst du ein, Regie?" Miezi klopft ungeduldig mit dem Schwanz auf den Bühnenboden. "Dann hätten wir ja wenigstens eine Gans, aber es fehlt noch immer die böse Kräuterhexe und Vater, Mutter und - hm, der hässliche Zwerg. "Ich spiele die Mutter, Edi, ist das gut?" "Oh, wie schön, Hefe, du bekommst einen wunderschönen Gemüsestand, alle Leute werden nur noch bei dir kaufen!"
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"Na, Lori, immer noch keine Lust auf die Kräuterhexe?" Loredana hat es sich wirklich reiflich überlegt. "Ich kann Ottilio nicht alleine lassen, wenn wir diese Geschichte spielen, muss viel gekocht werden, da braucht es jemanden in der Küche, der was vom Kochen versteht.. ausserdem muss ich mein KRAEUTERGAERTCHEN auf Vordermann bringen. Später muss ich wahrscheinlich auch noch RHABARBERTOERTCHEN herstellen."
Das Märchen vom Zwerg Nase ist noch immer ohne Hauptdarsteller.
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Aber alle Köpfe arbeiten, sogar die Kohlköpfe. Es findet in Gugellandia ein ungeahnter Gemüseaufschwung statt. Alles, was bunt und knackig ist, wird aufgefahren. Sie bauen auf die Schnelle einen wunderschönen Gemüsestand auf, daneben kommt ein Blumenverkauf hin. "Halt, das geht nicht, Grünling kann hier nicht Blumen verkaufen, er muss den Vater spielen und eine Schusterwerkstatt aufbauen.  Mauli und Bauli übernehmen, während Grünling im Fundus verschwindet und sich in einen Schuster verwandelt.
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Es ist alles bereit für die erste Szene vom Gemüsestand. Da findet Hefe, die ja den schönsten aller Gemüsestände haben soll, dass zu wenig von dem Mönchsbart zu vorderst liege. Als sie so neu schichtet und liebevoll auf ihre Auslagen guckt, hüpft ein Wuwati, gleichermassen liebevoll auf das Dach vom Gemüsestand. Da es aber nur eine Plane ist, landet das Wuwati, ganz erschreckt in den Tomaten. "Stoooooooooooop! Wir müssen den Stand wo anders aufbauen!" Die Komparsen langweilen sich ein wenig auf den Bänken rum. Aber Miezi und Loredana haben dafür endlich die passende Hexe gefunden.
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Wer bisher noch daran gezweifelt hat, dass die Hauptperson dieses Stücks natürlich wieder Edi ist, muss nur einmal seine Nase anschauen. Die ist nämlich richtig süss, aber Zwerg Nase wird eine schreckliche Nase haben, so sagt es die Geschichte, die nun hoffentlich bald los geht. Zuerst muss nun der ganze Markt evakuiert werden. "Wir bauen unter dem Olivenbaum neu auf!" bestimmt Harry, "aber dort hat es Maulwürfe."  Langsam wird es in ganz Gugellandia lebendig. Jeder will wissen, was gespielt wird. "Zwerg Nase? Ha, ha, Schnorbert?" "Der wäre eher Zwerg Schnauze!"
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Der ganze, wunderschöne, zusammengekrachte Markstand wird nun unter den Olivenbaum verlegt. Die einen verschieben die Kisten, die anderen das Gemüse. "Was ist los, Tessy, ist es zu schwer für dich? Warum gehst du nicht weiter?" Das Elefäntchen hat schon einige Rollen spielen dürfen, unter anderem sogar eine Räuberbraut. "Ich weiss nicht, aber ich wäre doch die bessere Mutter von Zwerg Nase. Schaut doch mal meine an."
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"Du hast das Stück nicht kapiert, Tessy, die Nase hat Edi nicht von Anfang an, die wird ihm angehext und am Schluss ist sie wieder weg, oder so, ich darf doch nichts ausplaudern." "Also darf ich nicht die Mutter spielen?" Edi kommt herbei um das enttäuschte Elefäntchen zu trösten. "Leider nicht, du würdest mir die Show stehlen. Wir werden für dich ein neues Stück schreiben, Tessy, versprochen."
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Inzwischen ist der Gemüsestand von Hefe beinahe noch schöner als vorher wieder neu erstellt worden. "Pass auf, Edi, die Kartoffeln, du darfs sie nicht dem Licht aussetzen, sonst werden sie grün, und dann kauft sie niemand mehr. Die Aufbauten sind noch im Gange, aber es kommen schon die ersten Interessenten. Mauli und Bauli haben gleich neben Hefe wieder ihren Blumenstand. 
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Es hat sich rumgesprochen, in Gugellandia, alle kommen auf den orientalischen Markt am geheimnisvollen Waldrand. Sogar Esmeralda wirft sich aufs Motorrad, um noch rechtzeitig etwas zu ergattern, bevor die Dreharbeiten los gehen. "Wir brauchen noch den Vater von Zwerg Nase, er ist Schuster und flickt Schuhe und Pantoffeln. Da, schaut, Grünling kann eben auch noch etwas anderes als nur Giesskannen herum tragen.
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Die Werkstatt ist zwar seit dem gestiefelten Kater nicht reifer geworden, aber wenigstens haben die ausgedienten Pantoffeln nochmals einen glorreichen Auftritt. "Also, Grünling, äh ich meine Papa, ich gehe jetzt, schau mich nochmals gut an, wenn ich wieder komme werde ich Zwerg Nase sein." Edi hat Lampenfieber. Gleich geht die Geschichte los.
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"Viel Glück, Edi, schönen Gruss an die Mutter, wir sehen uns später." Mit den letzten Worten des Vaters rennt Edi los. Er hat die ganze Geschichte von Zwerg Nase gelesen, er weiss, wohin alles führt, er ist mittendrin, und er ist nun Zwerg Nase, er muss seiner Mutter auf dem Markt helfen. Er trägt jeweils den älteren Damen die schweren Körbe nach Hause.  Der Stand von Hefe ist, wie immer, der Schönste von allen.
Edi ist ganz stolz, sein Lampenfieber ist weg. Da kommt auch schon die böse Hexe angewackelt.
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"Was ist denn das für zerfleddertes Zeug, wieso habt ihr keine frische Ware, das ist ja nur Kompost, und dafür wollt ihr noch Geld?" Die Alte macht sich an Hefe's Gemüsestand breit und schlägt überall Beulen und Ritzen in das sorgfältig behütete Gemüse. Edi schaut wutentbrannt zu, wie die Alte weiterhin das Gemüse beleidigt. Aber als sie dann auch noch sagt. "Sie sollten sich schämen!" kann Edi nicht mehr an sich halten und hüpft über die ganzen Spargeln und Kohlköpfe und schreit der Alten ins Gesicht.
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"Du altes Nilpferd, du bist ja auch nichts anderes als ein verkleideter Kohlkopf. Du hast nicht mal Hals oder Anstand, meine Mutter verkauft nur das beste Gemüse!" Das war nicht ganz so, wie es im Buche steht, aber Laura hat trotzdem  böse zurück geguckt. Jetzt müsste eigentlich ein arges Wortgefecht zwischen dem Sohn der Gemüseverkäuferin und der zufällig daher gekommenen Kräuterhexe statt finden. "Lass dir noch was einfallen, Edi!"
"Du blödes, altes Weib, geh doch wo anders einkaufen!"
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Der richtige Ton ist gefunden. Die schwarz gekleidete Kräuterhexe kann endlich tief duchatmen. Sie hat ihr Opfer gefunden. Der arme Edi muss ihr nun die Einkäufe nach Hause tragen. "Er macht das gerne" flötet Hefe. Tatsächlich begleitet der süsse Edi jeden Tag die älteren Damen, schleppt ihre Einkäufe nach Hause und kehrt dann unversehrt zur Mutter zurück.
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Doch diesmal wird es ganz anders. "Ich möchte diese Frau nicht begleiten, Mama!" Edi weigert sich, den vollen Korb zu tragen? "Du kannst doch eine alte Frau nicht so schwere Sachen schleppen lassen." Hefe schaut ihrem Sohn nach, wie er mit der schwarz gekleideten Frau im Wald verschwindet.
Sie wird ihn sieben Jahre lang nun nicht mehr sehen.
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Und wenn er wieder auftaucht, ist er Zwerg Nase.

 
Die Aristocats (3)
"Da schau, Miezi, das ist der Mond über den Dächern von Paris, gefällt er dir?" Romeo hat mit Miezi einen romantischen Spaziergang über mehrere Dächer gemacht. Sie schlendern zwischen Kaminen durch, rutschen über kleine Giebel, halten sich aneinander fest, als ein Dachhängel zu wippen anfängt, lachen, scherzen und sind von der wundervollen Mondnacht ganz verzaubert. "Hast du denn gar keine Madame?" will Miezi von Romeo wissen. "Nein, ich habe nur die Jungs und ein paar Freunde." Der Mond geht schon unter, als Miezi zu ihren Kleinen zurück kommt. "Los, Kinder, aufwachen, wir gehen nach Hause zu Madame!"
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Es sind nur noch ein paar Strassen bis zum Haus von Miezi, die in der Geschichte eigentlich Duchesse heisst. Romeo begleitet seine neuen Freunde nun noch bis nach Hause. Dann heisst es Abschied nehmen. Schweren Herzens schaut Romeo zu, wie sich die Kleinen und Miezi freuen, dass sie endlich zu Hause sind. "Sagt Monsieur Romeo noch Au revoir, Kinder!" Sie bleiben noch ein paar Sekunden unschlüssig vor der geschlossenen Türe stehen. Aber dann wollen alle nur noch ganz schnell nach Hause zu Madame.
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Miezi lächelt Romeo zum Abschied zu. "Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder?" meint er. Die Kleinen hämmern mit ihren Pfoten schon wie wild auf die Türe ein. "Ihr müsst kratzen, sonst hört es Josef nicht."  Der kleinen weissen Marie wird erst jetzt bewusst, dass Romeo nicht mit ihnen kommen wird. "Nicht weg gehen, Herr Romeo, Sie müssen Madame kennen lernen, sie ist ganz wunderbar!"  Aber Romeo dreht sich langsam um und geht mit schweren Schritten seines Weges.
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Das Kratzen an der Türe scheint von Erfolg gekrönt. Sie öffnet sich einen Spalt. "Schnell, weg hier, versteckt euch, ihr seid in Gefahr!" Die kleine Maus, die sonst immer ihren Keks in der abendlichen Milch badet, versucht Miezi und ihre Kinder zu warnen. "Josef will euch loswerden! Er hat euch schon letztes Mal betäubt und....." Die Aristocats hören sprachlos den verzweifelten Warnrufen der Maus zu. Aber es ist schon zu spät. Hinter der Türe wartet der Butler von Madame, der eifersüchtige Josef.
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"Verschwinde, du dumme Maus, hau ab, verzieh' dich sonst kommst du mit denen zusammen in die Kiste!" Der falsche Diener von Madame erklärt zwar den Kätzchen, er plane lediglich eine Überraschung für Madame, weil sie sich ja so freuen würde, ihre Lieblinge endlich wieder zu sehen. "Klettert einfach hier rein. Alle, du, und du, und du auch!" schnauzt Josef. Miezi gehorcht den strengen Vorschriften und ermuntert ihre Kleinen, auch in die Kiste zu hüpfen.
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"Die Maus hat gesagt, du treibst ein falsches Spiel. Ich will nicht in die Kiste!" Toulouse möchte sich hinter dem Koffer verstecken, aber Josef packt ihn am Schwanz und zerrt ihn zurück. "Los, alle rein, ich verspreche euch, das wird eine grossartige Überraschung für Madame!" lügt er und macht den Koffer zu, das kleine Schlüsselchen schiebt er hinter seine Kaputze. 
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Jetzt wird den Miezekatzen doch langsam klar, dass es sich vielleicht eher um eine Gemeinheit von Josef als um eine Überraschung für Madame handeln könnte. "Lass uns raus, sofort!" schreit Berlioz so laut er kann, aber man hört nicht einmal ein richtiges 'Miau'. Dennoch erscheint es Dolly Dama, als hätte sie die Stimmen ihrer Lieblinge gehört. "Sie sind zurück, ich habe Miezi's süsses Stimmchen gehört und die Kleinen, wie sie sich freuen."  Aber es scheint eine Täuschung gewesen zu sein. Madame ist zu tiefst enttäuscht und hört nicht auf die kleine Maus, die ihr verzweifelt zu erklären versucht, dass die Kiste mit den Aristocats im Keller steht und Josef an allem schuld ist.
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Die französische Polizei wird eingeschaltet. "Madame, wir werden alles tun, um ihre Lieblinge wieder zu finden." beteuert der Gendarme Kasimiro und macht Notizen. "Wie sind sie denn gekleidet, die Vermissten?"  Madame Dolly stockt der Atem, als sie aufzählt, Berlioz ist hellblau, Toulouse hat fröhliches Gelb an und Miezi, schluchz, und Marie, schnupf, sind beide schneeweiss. Marie hat ein rosa Mäschchen...." jetzt weint die arme Madame erst so richtig los.
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Unter Tränen hört Madame, wie die kleine Maus piepst und mit den Pfoten fuchtelt. Aber sie versteht in ihrem Kummer natürlich überhaupt nichts.  Beppa saust also zurück in den Keller und versucht, bei der Kiste an das Schloss heranzukommen. "Miezi, geht es euch gut, da drin?" "Ja, es ist ein bisschen wenig Luft hier, aber du kannst vielleicht noch Romeo zu Hilfe holen, du weisst schon, der rote Kater von vorhin. Er ist sehr nett, er wird uns helfen!"
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Beppa saust los. " Romeo, roter Kater von vorhin, ja Miezi, mach ich!" Die kleine Maus rast die Kellertreppe hinauf, raus auf den Bürgersteig und im Sausetempo in die Richtung, in die sich der rote Kater verabschiedet hat. "Oh, du bist es." Beppa ist ausser Atem. "Miezi ist gefangen, du musst helfen kommen!" Romeo hat den Abschied noch gar nicht richtig verkraftet, da soll er sich schon wieder um diesen süssen Haufen kümmern. "Was ist passiert, langsam, Maus, erzähl alles von vorne."  "Miezi schickt mich, du sollst helfen. Sie ist von Josef in eine Kiste gesperrt worden, mit den Kleinen!"
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"Wer ist Josef?" will Romeo wissen und schaut schon angriffslustig. "Ein Wolf im Schafspelz!" piepst Beppa. "Dann brauchen wir Verstärkung. Lauf zu meinen Jungs, hm, zu den Strassenkatzen von Paris, die lümmeln um diese Zeit immer im Park rum, sag ihnen, Romeo schickt dich, sie sollen sofort hierher kommen. Kannst du dir das alles merken, ich schaue in der Zwischenzeit nach Miezi und den Kindern." Beppa hat sich alles gemerkt und rennt in den Park.
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Plötzlich steht sie vor überdimensional grossen und hässlichen Katzen, die ihre Krallen im Sonnenschein blitzen lassen. Die kleine Maus hat nicht vergessen, warum sie hier ist. "Ihr müsst helfen kommen, er schafft es nicht allein gegen den Wolf. Miezi und die Kleinen sind in einem Keller gefangen. Er hat gesagt, ihr seid seine Freunde und würdet mir nichts tun." Beppa schlottert langsam vor Angst. Sie ist schliesslich eine kleine Maus. Den Strassenkatzen tropfen auch schon die Zähne. "Wer hat das gesagt?" Beppa hat in der Aufregung den Namen vergessen. "Der Rote, der Kater, äh, hm ah, der Romeo!"
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"Warum sagst du das nicht gleich! Wo ist dieser Keller!" Und jetzt bietet sich den Passanten von Paris das übliche, lustige Schauspiel dar, wenn viele Katzen einer einzigen Maus nachrennen. Beppa fühlt sich richtig heldenhaft, als ihr diese grossen, hässlichen Kerle folgen und ihr Glauben schenken. "Den Namen Romeo werde ich nie mehr vergessen." sagt sie schmunzelnd zu sich selber. Und dann ist man auch schon fast da.
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"Zum Glück seid ihr gekommen." Romeo atmet auf, als er seine Freunde zu Hilfe eilen sieht. "Wir können die Kiste nicht ohne den Schlüsel öffnen. Nicht mit allen Krallen dieser Welt. Wir müssen den Wolf übermannen, wenn er kommt." Die Maus hört dieses schreckliche Wort und fängt an, zu zittern. "Übermannen. Was das wohl bedeuten mag?" 
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"Komm runter von der Kiste, der Wolf ist im Anmarsch." Tatsächlich nähert sich Josef der Truhe, ohne darüber nachzudenken, was ein paar streunende Katzen hier wohl verloren haben. Aber kaum hat er den Koffer angefasst, stürzen sie schon laut fauchend über ihn her. "Gib den Schlüssel raus, oder wir zerkratzen dir dein hübsches Näschen." Man sieht die Fetzen fliegen, aber nicht lange. Josef ist übermannt und sie suchen den Schlüssel. "Nicht kitzeln, bitte, hi hi, hu, er ist unter der Kaputze."
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Endlich bekommen die Eingeschlossenen wieder Luft. "Danke, danke, oh, ihr habt es geschafft, Romeo, danke." lächelt Miezi aus der Kiste und die Kleinen stimmen gleich ein Freudengeheul an. Madame hat es auch nicht mehr in ihrem Salon ausgehalten. Sie ist dieses Mal der kleinen Maus gefolgt und bis in den Keller gestiegen. Endlich hat sie ihre Lieblinge wieder. Grosse Wiedersehensfreude herrscht. Die Strassenkatzen feiern ihren Sieg über den fiesen Wolf.  "Wir könnten dich nun auch in dieser Kiste einsperren, wie du es mit den Aristocats gemacht hast, aber wir haben für dich eine noch bessere Strafe!"
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In ganz Paris erzählt eine Strassenkatze es der anderen weiter, dass ein Wolf im Schafspelz gejagt werden soll. Aus allen Quartieren kommen sie angeschlichen, gestapft, getappst, geschlurft, gerast, gesaust, und der einzige Zufluchtsort für unseren Josef ist nur noch ein STRASSENLATERNENPFAHL. Dort sitzt er jetzt noch immer und hofft, dass man ihm verzeiht. In der Zwischenzeit sind Miezi und ihre Kinder mitsamt Romeo und seinen Freunden bei Madame eingezogen. "Ihr könnt alle hier bleiben, dann habt ihr stets ein Dach über dem Kopf und ich immer genügend Musik!"
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Weil ja gerade zufällig Ostern ist, gibt es in Gugellandia ja auch eine OSTERUEBERRASCHUNG für jeden. Während die einen noch Eier suchen, andere Schnappsflaschen im Gebüsch finden, bekommt unser Kritiker seinen höchstpersönlichen SCHNORBERTKUCHEN, Martha findet eine Harfe im Gras und an allen Ecken glitzern Eier und bunte Sachen, die einfach allen Freude machen. 
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Sogar der naturfarbene Ottokar findet ein unscheinbares Osterei. Jetzt wollen wir uns noch bei allen Darstellern dieser Geschichte bedanken. Bei Ottilio, der dem armen Onkel Waldo einen Fusstritt verpasst hat, dem wieder auferstandenen Antonio für seine wacklige Advokateinlage, Wally für ihre Doppelrolle als Gans und nicht zuletzt Romeo, alias little Lee, der nun wieder mit der Beam Maschine zurück nach Hause kehrt.
"Hey, Giuseppe, kannst wieder runter kommen, von der Lampe, ha, ha."
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Viele liebe Grüsse aus Gugellandia.

 
Die Aristocats (2)
Die kleine Maus kommt wie jeden Abend unter dem Klavier von Madam hervorgekrabbelt und wundert sich. "Nanu, wo sind denn die Schleckmäuler, da stehen nur noch vier halbleere Schälchen."  Normalerweise kommt Beppa jeden Abend und stippt ihren Keks in die Milch, wenn Miezi und ihre Kinder beim Essen sind. Aber merkwürdigerweise ist heute niemand mehr da. Beppa erwischt dennoch etwas vom Übriggelassenen und schmatzt genüsslich. Doch dann wird sie plötzlich schrecklich müde und schläft auch gleich ein.
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Der Butler Josef will die Katzen von Madame entführen. Er schleppt den Korb die Hintertreppe hinunter und lädt ihn dann auf den Seitenwagen von seinem Motorrad. "Die schlafen ja wie die Maulwürfe, he he he."  Woher Josef weiss, wie Maulwürfe schlafen, ist ein Rätsel, auf jeden Fall erklimmt er seine tolle Maschine und prescht los. Lautes MOTORRADGEKNATTER dröhnt durch die Gassen von Paris. "Ich bringe sie möglichst weit weg, dann werde ich Alleinerbe von Madame."
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Josef hat es so eilig, dass er viel zu schnell fährt. Die holperigen Weglein, die ausserhalb der Stadt aufs Land hinausführen, sind sehr unübersichtlich. Es dämmert auch schon und er muss sich beeilen, damit Madame nicht misstrauisch wird. Da, Schwupps, es musste ja so kommen! "Er verliert die Herrschaft über das Fahrzeug und - kracks - der Seitenwagen bricht ab, und der Korb mit den Katzen fällt hinunter." Als sich Josef wieder aufgerappelt hat, erkennt er den Schaden. "Naja, ist ja nur der Seitenwagen und die Katzen wollte ich sowieso loswerden." Er steigt wieder auf und fährt schnurstracks zurück zum Hause von Madame.
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Am nächsten Morgen findet Madame Dolly die kleine Maus Beppa mit ihrem angeknabberten Keks schlafend unter dem Klavier. "Ja, jetzt muss ich mich aber doch sehr wundern. Wo sind denn Miezi, Berlioz, Toulouse und die kleine Marie? Es ist so still heute." Sie ruft nach dem Butler, und Josef betritt scheinheilig den Salon. "Wie siehst du denn aus?" Madame muss fast lachen, aber die Lage ist ja ernst. "Wo sind meine Aristocats, Josef, wieso sind sie nicht da?"
Ja, wo sind sie wohl? Der Korb liegt am Rande einer Böschung, gleich neben einem Teich. Zum Glück ist der Korb nicht ins Wasser gefallen.
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"Wo sind wir, Mama, das sieht alles ganz anders aus als im Salon von Madame. Ich fürchte mich, Mama." Miezi guckt in die Runde und versteht das Ganze auch nicht. "Du musst dich nicht fürchten, es wird sich sicher gleich alles aufklären." Nun klettert auch Toulouse aus dem Körbchen und stellt die selben Fragen. Aber zur allgemeinen Besorgnis merkt er,  dass sein Bruder Berlioz fehlt. "Was? Er ist nicht da? Um Himmels Willen." Jetzt bekommt Miezi doch auch einen grossen Schreck! Aber da hören sie zum Glück die Stimme des Kleinen. "Quak quak quak." schreit er vergnügt.
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Berlioz ist zwar beim Sturz in den Teich gefallen, aber ein paar Frösche haben ihn auf treibende Zweige gesetzt und wollen ihm nun das Quaken beibringen. Die riesige Froschmutter hat sich sofort in den Kleinen mit dem roten Mäschchen verliebt. "Quak heisst ja und quak quak heisst nein, kapiert?" Berlioz quakt fröhlich mit den Fröschen im Chor.
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"Ah, da bist du ja. Schau mal, das sind meine neuen Freunde, wir lernen gerade Fremdsprachen." Miezi ist froh, alle drei Kleinen wieder um sich zu haben, aber sie macht sich nun doch grosse Sorgen, weil sie nicht weiss, wo sie ist, und in welche Richtung sie überhaupt wieder nach Hause kommen kann. "Hört ihr das?" Toulous hält die Pfote vor den Mund und sagt "Psst, da singt jemand!" Sogar die Frösche hören auf, zu quaken. Tatsächlich, da trällert jemand fröhlich in den Morgen hinaus. "Scheint näher zu kommen, sollen wir uns verstecken?"
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Der Sänger stapft langsam auf die vier verlassenen Stadtbewohner zu, die natürlich keine Ahnung vom Leben auf dem Lande haben. "Das ist sicher ein Hausierer. Vor dem müsst ihr euch in Acht nehmen." warnt die Mutter. "Aber er hat ja gar nichts dabei, Mama." "Ja, er ist wie wir, vielleicht weiss er auch nicht, wo zu Hause ist."
Der sich nähernde Kater hört kurz auf zu singen, schaut sich die vier Ausgesetzten belustigt an, dann singt er weiter.
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"Trallali, Trallala, wen haben wir denn da? Ist ja gut, ich weiss es.. miau mio gleich sowieso, also ich, ich bin der Romeo." Den Kleinen gefällt Romeo's fröhlich leichte Art und sie wollen am liebsten gleich hinter ihm herrennen. Aber Miezi warnt ihre Jungen. "Woher kommen Sie und wohin gehen Sie?" Romeo hat in seiner vagabundierenden Art gleich mehrere Antworten auf Lager. "Ich komme von da und gehe nach hier, und ich komme von hier und gehe nach da, trallalie, trallala."  Nach einer Weile bekommt der Kater Mitleid mit den vier Ausgesetzten. "Ihr habt sicher noch nicht gefrühstückt, folgt mir, gleich kommt der Milchwagen."
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Romeo zeigt nun, was er kann. Er springt todesmutig, man könnte auch sagen, leichtsinnig, direkt vor das nahende Fahrzeug. Aber der Milchwagenfahrer reisst natürlich gleich einen Stopp, dass die Reifen nur so quietschen. "Du kleiner Streuner, dich habe ich doch schon gestern beinahe überfahren, mach dass du wegkommst."
"Los aufhüpfen! Den Deckel von der grossen Kanne nur etwas anheben, dann habt ihr euer Frühstück! Salve!"
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Miezi springt mit ihren hungrigen Kindern dankbar auf den Milchwagen auf. "Er fährt auch gleich nach Paris!" winkt Romeo. Miezi freut sich und schenkt Romeo zum Abschied ihr wunderschönes Lächeln. "Was? Herr Romeo kommt nicht mit?" Die kleine Marie fällt nun vor Enttäuschung tatsächlich vom Wagen. "Marie!"
Romeo eilt zum Glück gleich herbei, denn der Milchwagen rattert schon weiter. Er kann mit Marie gerade noch aufspringen, aber jetzt muss er eben auch mitfahren. Miezi schenkt ihm einen dankbaren Blick.
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"So ein Glück, dass es ein Milchwagen und kein Gemüsetransporter ist." seufzt Berlioz und fällt vor Hunger fast in die Milchtonne. Leider ist das Frühstück früher zu Ende, als gewollt, denn der Fahrer hat durch das Rückfenster bemerkt, dass er blinde Passagiere an Bord hat. "Los runter mit euch, ihr gefrässigen Diebe, sucht euch euer Futter anderswo!" Miezi ist empört. "Wie redet der denn mit uns? Wir sind doch edler Abstammung. Z z z."
Aber sie sitzen jetzt alle wieder auf der Strasse und sind noch immer weit von Paris entfernt.
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Zufälligerweise stehen sie gerade an einem Bahnhof. "In welcher Richtung liegt denn Paris, Monsieur Romeo?" fragt Miezi schüchtern. Der rote Kater zeigt nach Westen. "Da ungefähr, immer in diese Richtung, da ist es irgendwo." Die Kleinen haben bereits die Bahnschienen entdeckt und spielen. "Los, ich bin die Lok, ihr seid meine Wagons, und auf geht es, nach Paris. Tschipfu, tschipfu, tschipfu, piiiiieeeep, piiiiieeep."
Miezi will ihre Kinder anfangs noch zurückhalten, aber Romeo findet es eine gute Idee. "Klar, wenn wir den Schienen folgen, sind wir in wenigen Stunden am Gare de Lyon." "Und was machen wir, wenn ein Zug kommt?"
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Gerade als sie auf einer Brücke sind, dampft natürlich eine Lok heran. Und der Zug kommt auch noch rasend schnell auf sie zu. Romeo kann gerade noch rufen: "Runter von den Geleisen!" da rattert das schwarze Ungetüm auch schon auf sie zu. "Seid ihr auch alle da?" fragt Miezi, lachend vor Schreck, denn in letzter Sekunde hat Romeo auch sie noch in einen kleinen Schacht neben dem Geleise geschubst.
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Donnernd fährt nun der Zug über sie alle hinweg. "Du meine Güte, das war knapp. Vielleicht ist es doch nicht so empfehlenswert, auf Bahnschienen zu spazieren." Toulouse schüttelt sich vor Staunen über seinen eigenen Mut. Berlioz  guckt besorgt in die Tiefe und ruft. "Mama, Marie, sie ist aus der Kiste gefallen. Da unten, im Fluss, sie wird ertrinken, wenn sie niemand rettet." Aber Romeo ist schon unterwegs. Er kann zwar selber nicht schwimmen, aber das ist ihm im Moment egal. Die kleine Marie wird bereits von den Fluten mitgetrieben. "Hilfeee!"
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Miezi versucht, möglichst schnell von der Brücke runter ans Wasser zu kommen. "Ihr bleibt hier, ich bin gleich wieder zurück." sagt sie noch zu Berlioz und Toulouse. Aber die zwei Brüder hüpfen natürlich hinter der Mutter her. Hierbleiben ist nicht ihre Stärke. Im reissenden Fluss kämpfen sowohl Marie wie Romeo mit dem Wasser. Aber der ritterliche Kater hat Marie gerade noch erwischt und kann sie Miezi zuwerfen. Aber dann geht es ihm selber an den Kragen. Es fällt ihm erst jetzt ein, dass er gar nicht schwimmen kann.
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Miezi ist überglücklich, dass sie ihre kleine Marie wieder hat und vergisst beinahe, dass Romeo noch mit den unbändigen Wassern kämpft. Da nähern sich zwei Graugänse. Es sind Amalia und Abigail. "Schau mal, der rote Kater da im Wasser, ha ha ha, er will wohl schwimmen lernen."  "Du meinst, der der sich an einem Ast festgebissen hat und mit den Pfoten herumplanscht, hi hi hi." "Ja, genau, so wird er es niemals lernen, wir sollten ihm den Ast wegnehmen."
Aber die zwei Gänse überlegen es sich dann zum Glück doch noch anders, denn sie sehen, dass der arme Romeo wirklich untergeht wie ein Sack. "Sie sollten einen Schwimmkurs machen, lieber Freund."
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Nach dem ganzen Schrecken sind endlich alle wieder vereint. Ach nein, es sind ja jetzt die beiden Gänse Amelia und Abigail noch da. Die reden und schnattern unentwegt, dass sie zu ihrem Onkel Waldo nach Paris müssen. Während Miezi von den zwei Gänsen sehr angetan ist, hat Romeo deren Getratsche und Geschnatter schon satt. "Was, ich soll mich auch noch bedanken? Die haben mich ja nur lächerlich gemacht." findet er, schüttelt sich und schmollt.
Aber die Gänse haben jetzt das Kommando übernommen. Abigail und Amalia stampfen mit ihren Platschfüssen auf und rufen:
"Alles uns nach, jetzt geht es im Gänsemarsch nach Paris."
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Der Onkel Waldo arbeitet in einem SPEZIALITAETENRESTAURANT in Paris. Was die zwei Gänse nicht wissen, er arbeitet dort als Gänsebraten. Er schafft es immer wieder, dem Koch zu entkommen. Aber offenbar braucht er nun wirklich die Hilfe seiner Nichten, "Wir sind gleich da, da vorne ist das beste Restaurant von ganz Paris, vielleicht lädt uns Onkel Waldo alle noch zum Essen ein. Miezi, Romeo und die Kinder sind schon sehr gespannt. Die Bäuche sind auch schon am Knurren. "Da vorne ist es. Seht ihr die grosse Pfanne? Schon sehr feudal, nicht wahr?"
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"Du hast wieder den ganzen Wein gesoffen, du Kanallienvogel, jetzt fliegst du aber raus, du solltes nur ein Bad darin nehmen, damit ich dich nachher gut mariniert in die Pfanne hauen kann." Alle haben nicht gewusst, wer den Onkel Waldo spielt, und jetzt sind natürlich alle sehr erheitert, als Guido durch die Luft fliegt, später eine Flasche edelster französischer Wein gleich hinterher. "Hööööloooh, endlich hat er mich rausgeschmissen, dieser Sklöventreiber!"
Onkel Waldo scheint nicht ganz bei sich. Seine Nichten beugen sich besorgt über ihn. "Du bist ja sternhagel besoffen, Onkel Waldo!"
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"Schass is Beruuufskrankheit, jeden Aben, gansche Flasche, phuh, und dann schabhauen, bevors schprut zelt!"
Die Nichten von Onkel Waldo päppeln ihn natürlich auf und lachen mit ihm über jedes blöde Witzchen. "Das war dann wohl nichts mit dem Speisen im Spezialitätenrestaurant, aber ich kann euch zu mir einladen. Wenn ich in der Stadt bin, wohne ich immer bei den Strassenkatzen von Paris in einem romantischen Dachstock mit Aussicht. Na?"
Miezi und ihre Kleinen sind natürlich schon neugierig. "Also kommt mit."
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Das Dachgeschoss ist nicht sehr vornehm eingerichtet. Überall schimmliges Zeug, alte Pneus und Konservendosen. Und natürlich tonnenweise leere Flaschen. "Lasst euch nicht abschrecken," flüstert Miezi fürsorglich, "das ist nur eine Junggesellenbude. Es sieht schlimmer aus, als es ist." Was Miezi naserümpfend zur Kenntnis nimmt, bestaunen Berlioz, Toulouse und Marie wie eine neue, farbenfrohe Welt.
"Zuerst stelle ich euch mal meine Freunde von der Band vor. Das ist Compte de Basse, er kann mit dem Kontrabass wahre Wunder vollbringen. Wartet nur, bis ihr ihn hört."
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Der runtergekommene Graf nickt in die Runde ohne eine Miene zu verziehen. "Und das ist unser SCHLAGZEUGVIRTUOSE. Er kommt direkt vom Mond und ist ein waschechter Mabinero." Es folgt eine mehrminütige Schlagzeugeinlage. Miezi und ihre Kinder sperren Mund und Augen auf.  Dann kommt Mausi. Er ist der Jüngste der Band und spielt die Trompete. Jetzt legt auch schon der Pianist los. Es klimpert und dröhnt, dass man meint, die Balken würden sich biegen. "Das ist unser Bandleader, aber ihr seid sicher hungrig, wir wollen erst mal was essen."
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Romeo lehnt sich kurz aus dem Dachfenster, schreit was runter, und schon nach einer Minute kommt eine Riesenpizza angefahren, es duftet nach allem, was das Herz begehrt. Jetzt spüren sie auch richtig den Hunger. Wir lassen sie nun in Ruhe essen. Sie sind jetzt zwar heil in Paris angekommen, aber das Haus von Madame ist doch noch ein paar Strassen weit entfernt. Weil es nun dunkel wird und in den Gassen für kleine Miezen ziemlich gefährlich, beschliesst Miezi die Gastfreundschaft von Romeo anzunehmen. "Ihr habt ein Körbchen, ihr seid alle gesund zusammen, wir passen auf euch auf und morgen gehen wir nach Hause zu Madame. Schlaft gut."
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Natürlich können die Kleinen bei dem Radau, den so Jazz-Musiker veranstalten nicht gleich einschlafen. Aber der Rhytmus tut doch irgendwann seine Wirkung. Berlioz strampelt die ganze Nacht mit seinen Pfötchen. Marie klammert sich an Toulouse und träumt von Seerosen. Romeo lädt Miezi noch auf einen kleinen Spaziergang ein. "Komm mit aufs Dach. Wir gehen ein wenig auf den Giebeln entlang, und ich zeige dir Paris, wie du es noch nie gesehen hast.
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Dann wollen wir mal nicht stören. Gewisse Ähnlichkeiten von Romeo mit Miezi's Freund, Herrn Leeroy, sind rein zufällig.

 
Die Aristocats
Der April ist da. Professor Dr. Zeig unterhält sich mit Grünling über die ganz neu eingetroffenen JASMINSTRAEUCHER. "Du kannst mir glauben, lieber SCHLINGPFLANZENSPEZIALIST, es kommt vielleicht noch schneien, aber die Flocken werden nicht bis auf den Boden kommen, es ist schon frostfreie Zeit bei uns." Miezi und Dolly Dama hören gelangweilt zu. "Könnt ihr auch mal an etwas anderes denken, als an Pflanzen und das Wetter?" Grünling wirft Zeig einen schuldbewussten Blick zu. "Stimmt, was gibt es denn für News?"
"Wir wollen die Aristocats spielen, aber es fehlen uns die Requisiten an allen Ecken."
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Dolly Dama erklärt Harry gerade, wie sie sich ihr Sofa vorstellt. "Ich spiele die Madame und bin eine stinkreiche Aristokratin in Paris, das Sofa muss bequem sein, denn ich bin auch schon ziemlich alt."  Harry überlegt noch, da kommt schon Miezi und flüstert: "Ich weiss, dass die Wuwatis das alte Klavier zerfetzt haben, aber wir brauchen dringend eines, sonst können wir das Stück nicht spielen."  Auch Edi wird von der allgemeinen Vorbereitungspanik erfasst. "Wir haben ja gar nicht so viele "cats", vor allem keine Kleinen." Aber Miezi hat die Rollenverteilung im Griff. "Alles, was wir jetzt brauchen, ist ein Klavier und ein Motorrad mit Seitenwagen. Der Rest ist kein Problem."
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Harry und Edi feilen noch ein wenig an der Rückwand für das Klavier herum. Jetzt kommt Laura mit Rädern. "Wie viele Räder hat denn so ein Motorrad mit Seitenwagen?" Edi und Harry rechnen... "und wer sitzt überhaupt drin? Wie gross müssen wir das Ding bauen?" Edi zieht die Stirne kraus und wackelt mit seiner langen Nase. "Wer spielt überhaupt den Butler? Der ist doch der Bösewicht, der am Schluss nach Timbuktu geschickt wird."
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Das weiss auch Dolly Dama nicht, die bereits ihr Sofa ausprobiert. In einiger Entfernung unterhalten sich gerade der gugelländische Koch und sein Zwillingsbruder. "Wos? Du host eine Rölle bekömmen in einem Märchen?" Er kann es fast nicht glauben, denn Antonio ist ein Riesenfaulpelz und macht eigentlich den ganzen Tag nichts anderes als Essen und Schlafen. Ottilio kann es kaum glauben, aber wie alle ist er nun gespannt darauf, als was sein Bruder aufkreuzen wird? "Du spielst döch höffentlich nicht den Bösewicht?"
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Dann geht die Geschichte endlich los. Sie handelt in Paris. In einem vornehmen Quartier lebt Madame Dolly Dama ganz allein mit ihrem Butler und ihrer Katze Duchesse. Weil Miezi das edle Katzenfräulen spielt, wollen wir sie auch in Zukunft Miezi und nicht Duchesse nennen, oder nur zwischendurch. Die Schauspieler sind mit ihrer Rolle immer sehr verwachsen, da ist ihr Name immer der eigene. "Oh, da bist du ja, mein lieber Josef, wo sind denn die Kätzchen, ich habe sie heute noch gar nicht Klavierspielen gehört?"
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"Sie sind auf dem Balkon, Madame, soll ich sie rufen?" Dolly setzt sich auf das Sofa. "Ach, weisst du, Josef, ich fühle mich heute richtig alt, ich denke ich werde den Notar anrufen und mein Testament machen."  "Oh, was soll ich tun, Madame?" Giuseppe wieselt um die Dame herum und schiebt ihr das ganze Sofa unter. "Ach nichts, ich werde dem Advokaten selber telefonieren, Sie müssen mir nur den Hörer hinlegen und die Nummer wählen."
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Als Giuseppe alias Butler Josef aus dem Raum trippelt, murmelt er fröhlich vor sich hin. "Sie macht ihr Testament, wow, jetzt erbe ich dann ihr ganzes Vermögen, Yuhu, yieppie." Miezi hört, das ihre Madame ihr Tesament machen will,sie stürzt sofort besorgt ins Zimmer. "Ist Ihnen nicht gut, Madame? Sind sie krank?" Dolly Dama lächelt und streicht ihrer Lieblingskatze sanft über den Kopf. "Nein, Miezi, ich möchte einfach vorsorgen, dass es euch an nichts fehlt, falls mir etwas zustösst. Mir geht es gut, mach dir keine Sorgen."
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"Madame, Madame, Madame!" Im gleichen Moment, als Josef mit dem Tee durch die Türe kommt, sausen die drei Kleinen von Miezi herein. Dem Butler fällt das Tablett runter und er verflucht im Geiste diesen schrecklichen Wuwatihaufen, der machen kann, was er will und trotzdem immer nur niedlich ist. "Ich hasse diese Cats!"
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Miezi's Kinder sind die kleine, weisse Marie, dann der blaue Berlioz und der braungelbe Toulouse. Alle drei spielen für's Leben gern Musik. Und weil das Klavier mitten im Raum steht, ist es auch ihr Lieblingsspielzeug. "Aber nur, wenn Madame nichts dagegen hat." Wer schon mal eine Katze gesehen hat, wenn sie über das Klavier spaziert, weiss, was Katzenmusik heisst. Aber diese drei und ihre Mama-Miezi sind so talentiert, dass das Geklimper fröhlich stimmt und gute Laune macht. Es gefällt Madame. Da kann der Butler Josef noch so die Ohren einziehen!
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Es ist auch allerliebst, wie die kleinen Pfötchen auf den Tasten herumhüpfen und dem alten Klavier so viele fröhliche Töne entlocken. "Sollen wir etwas Feierliches spielen, wenn der Herr Advokat kommt?" fragt Marie. "Wir könnten die Marseillaise spielen," findet Toulouse und greift mit beiden Pfoten in die Tasten. "Ach, ich glaube, ihr solltet vielleicht lieber nicht dabei sein, wenn der Monsieur Antonio kommt." lächelt Madame.
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"Oh, ihr habt das Tintenfass von Madame überrannt." Miezi stellt es wieder auf und tut als wäre nichts passiert. Am besten Pfötchen lecken, das macht sich immer gut. "Kommt, Kinder, wir verschwinden nach draussen, Madame hat noch zu tun, wir stören hier nur. Husch, husch, Treppe runter in den Garten!" Aber die Kleinen machen noch immer Radau auf dem Klavier. Josef hat der Madame nun endlich den Tee gebracht und fragt. "Soll ich die Racker rauswerfen, werden Sie mich in ihrem, hm, Testament, hm auch nicht vergessen?"
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Berlioz und Toulouse setzen noch die letzten Akkorde, einer lauter als der andere. Dröhn. Klalingklalang, und noch einen! Aber schliesslich dringt Miezi's Stimme zu ihnen durch und sie sausen, einer hinter dem anderen, die Treppe hinunter, nach draussen. Der Butler Josef soll den Advokaten empfangen. Dieser ist nämlich ebenfalls etwas in die Jahre gekommen und kann vielleicht beim Treppensteigen etwas Hilfe gebrauchen. "Ah, da sind sie ja, Monsieur." "Fassen sie mich nicht an, ich habe meinen Stock, das reicht!"
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Das Treppensteigen fällt Monsieur Antonio nicht schwer, nur seine Aktentasche ist einmal oben, dann wieder unten. Auch der Spazierstock mit dem goldenen Handgriff hat Spass am wechselnden Höhenunterschied. Es dauert auf jeden Fall. "Soll ich ihnen nicht helfen? Sie können sich am Geländer festhalten." Antonio torkelt rauf und runter, seine wackeligen Beine aber scheinen aus Gummi. "Geländer? Ich sehe nirgends ein Geländer, wozu braucht man das, ich werde doch noch alleine, hupps, eine Treppe, hupps, hinaufschwingen können. Sehen Sie?"
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Man soll Leute nicht bremsen, wenn sie etwas unbedingt machen wollen. Aber wie wäre es mal mit Anschieben? "Habt ihr die Treppe heute mit Schmierseife eingerieben?" Der Advokat, obwohl er mehr rückwärts als vorwärts kommt, erreicht schliesslich den obersten Treppenabschnitt, wo ihn der Butler am Kragen packen will, damit es nicht gleich unfreiwillig wieder ein paar Stufen retour geht. "Unterlassen Sie ihre Annäherungsversuche, ich kann das allein."
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"Madame wartet, soll ich Ihnen nicht wenigstens meinen Arm leihen?"  "Sie sind ein aufdringlicher Kerl, wie kann es Madame nur mit Ihnen aushalten, ha ha ha." Als sie endlich auf dem Teppich eingetroffen sind, erklingt die freundliche Stimme von Dolly Dama. "Wie schön, dass Sie gekommen sind, Herr Advokat, trinken Sie eine Tasse Tee mit mir! Josef, bringen Sie noch eine Tasse für Monsieur Antonio."
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Der Butler tut, wie ihm geheissen, aber er hat doch kein gutes Gefühl bei der Sache. "Wenn die Alte nun ihre Katzen als Erben einsetzt, anstatt mich?" Josef klebt hinter der Türe und belauscht jedes Wort, das der Advokat mit der alten Lady redet. Aber die schlürfen erstmal ausgiebig ihren Tee und lachen über Belanglosigkeiten.
"Ich muss zugeben, dass ich manchmal KONZENTRATIONSSCHWIERIGKEITEN habe, deswegen, dachte ich, es ist besser ein Testament zu machen, bevor ich es am Ende noch vergesse."
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Auch wenn der Advokat beim Treppensteigen hin und herbaumelt wie ein Blatt im Wind, so bald er Feder, Tinte und ein Blatt Papier vor sich hat, regt sich an ihm keine Miene. "Wie lautet der Text, Madame, wem wollen Sie ihr Vermögen hinterlassen?"  "Mein treuer Butler soll einen kleinen Teil meines Geldes bekommen, er war mir in all den Jahren ja eine grosse Hilfe, aber den Hauptanteil, das Haus, die Ländereien und die Gelder auf der Bank vererbe ich meiner geliebten Miezi, die ja nun noch drei Kinder aufziehen muss. Klavierstunden sind ja bekanntlich auch nicht gerade billig."
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"Dann müssen Sie nur noch hier unterschreiben, Madame!" Giuseppe hat hinter der Tür gelauscht und ist nun natürlich ziemlich empört. "Ich bin ja zwar Josef, der Butler, aber das finde ich doch wirklich unerhört." In seiner Rolle überkommt ihn nun richtig der Gerechtigkeitssinn und er heckt einen Plan aus, um dieses gegnerische Katzenpack auszuschalten. Erst aber verabschiedet er freundlich den Monsieur Antonio. "Kommen Sie gut heim, besser gesagt, fallen Sie lieber gleich die Treppe runter, dann ist das Testament auch futsch..."
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Dolly Dama zieht sich nach dem anstrengenden Gespräch mit dem Rechtsanwalt in ihre Gemächer zurück. "Ah, ich fühle mich gleich besser, seit ich das erledigt habe." Miezi muss nun tausend Fragen ihrer Kleinen beantworten. "Das bedeutet nicht, dass Madame uns verlassen will. Sie möchte einfach, dass wir es gut haben, auch wenn sie mal gerade keine Zeit hat, um uns zu füttern und so." Miezi's Blick schweift auf die alte Wanduhr in der Ecke. "Stimmt, wo ist eigentlich Josef? Er müsste uns das Essen bringen, es ist gleich 18.00 Uhr."
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Der Butler, dieser Wof im Schafspelz, dieser enttäuschte Erbschleicher hat nun ein fieses Attentat auf Miezi und ihre Kleinen vor. "Denen werde ich mal zeigen, wer in diesem Hause erbt." Er holt ein Fläschchen Wuwatidorm aus dem Schrank. "Drei Tropfen bedeuten, drei Stunden Tiefschlaf, dann kann ich die Brut bequem ausquartieren und irgendwo ausserhalb von Paris aussetzen."  
"Schaut, Kinder, Josef bringt uns unser Gutenachttässchen. Danke Josef, das ist lieb!" Und glücklich schlabbern alle vier ihr Tässchen mit Sprühsahne. Lecken sich danach die Pfötchen und vergessen sogar das Klavier, denn alle sind plötzlich soooo müde.
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 Miezi, Berlioz, Marie und Toulouse schlafen wie  k.o. in ihrem Körbchen und haben nun drei Stunden lang keine Ahnung, was um sie herum passiert. Butler Josef schnappt sich den Korb und schleppt ihn die Stufen hinunter auf sein Motorrad mit Seitenwagen. Dann geht es mit lautem Geknatter hinaus aus Paris, möglichst weit weg. 
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