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Kritiker: Juni 2026
Warm anziehen, der
Sommer kommt
Toll, dieser Nante, hat wahrscheinlich nicht damit
gerechnet, dass
unsere Hausratte sich zu seinen Ehren in einen Umhang stürzt und alle
fünf Minuten im Wald wieder seinen Hut suchen muss. Und dann merken
sie, dass grün auch nicht alles ist und lassen diese verrückte rote
Taschenlampe aufmarschieren, damit der Wald nicht vor lauter tristen
Farben noch selber zu Heulen anfängt. Aber es reicht mir auch
sonst zur absoluten Genüge, danke, danke, ihr könnt gerne
zusammenpacken und abfahren, mir langt das karrierte dünenhafte
Gesäusel, dieses böenartige Windgetue im Gleichschritt und Säuselklang,
danke, danke das Mass ist voll. Es
mag ja mühsam sein, jede Woche in einem anderen Winkel von Gugellandia
herumzuwuseln und Neues entdecken zu müssen, aber dieser öde,
leere Wald brauche ich nun wirklich nicht eine Stunde lang. Grün grüner
am grünsten. Früher haben sie noch Pilze gefunden, oder verbotenerweise
ein paar Velofritzen oder Töffrowdies, ja toll, immerhin, sogar einen
Wolf, aber heutzutage ist nichts mehr da. Nur Bäume und
zusammenkrachendes Gestrüpp. Holdriö, da könnte man doch ein bisschen
nachhelfen, kicher, denke ich. Also mir würde schon etwas einfallen,
was man in so einem langweiligen Wald alles machen könnte, ausser den
holden Edi spazieren zu schicken, um sich heimlich im Gebüsch
wahrscheinlich ein paar Pseudoraketen zu verinnerlichen. Aber stimmt,
es ist noch reine Natur, keine Fixerspur, schöne Wildnis wenigstens.
Aber laaaangweilig. Ach, hi hi, das sieht natürlich nur am Tag so aus,
was da in der dunklen Nacht so alles los ist, wissen die ja nicht. Und
uups, ich auch nicht. Demnächst in unseren Nachtnews zu sehen.
Vierkilometerlange schwarze Felder mit einem höllenspannenden Text.
Lust? Ach so, ihr wartet noch auf meine Wörter? Die schludrifatzigen
Knilchtiere von Schnödelguxen lassen nicht grüssen, sie lassen ihre
Fürze spriessen und fauchen in den Jauchen zu Klammtann für jedermann.
Braun wird alles
Pfui und nochmals pfui! Jetzt ist alles doch so schön
grün
gewesen und schon kann niemand mehr mit der Farbe etwas anfangen.
Überall
hängen bunte Blumensträusse und der Rasen wird braun, weil wieder mal
kein Wasser weder vom Himmel, noch aus der Röhre kommt. Und dann ist
Zeit für das lang gehegte Schokoladehäuschen vom Schokolademännchen,
das sich aus Gram wahrscheinlich längst erhängt hat und so kommt die
schon matt angesäuselte Schokohütte endlich aus dem Backofen-Versteck
um in Glanz und Gloria dahin zu schmelzen. Naja sie hatten es sich ja
schöner vorgestellt, aber was da an Schokolade überhaupt anständig
schmelzen konnte, war gerade ein Stückli Schweizer Schoggi, die sie aus
Geizgründen bei einer Tafel beliessen, alles andere krümelte sich bloss
in seine Bestandteile auf. Blamabel, äusserst blamabel. Bisschen
eleganter hätte ich mir das Schmelzen eines Schokoladehäuschens schon
vorstellen können
. Aber nachdem das Dach eingestürzt ist, haben sie einfach die
Geschichte geändert, das Schokohäuschen beschlagnahmt und die Kleinen
in der halb geschmolzenen Schoggi rumwuseln lassen. Dass dies
verantwortungslos
und brutal ist, hat sich gezeigt, als der kleine Affe
schokoladeüberströmt halbtot ins Gras fiel. Nein, meine oberdoofen
Gugelchaoten, bei aller Güte, was zuviel ist, ist zuviel. Nehmt euch
doch ein Beispiel an mir. Ich ackere tagtäglich für nichts und wieder
nichts,
hetze mir die Seele aus dem Leib und versuche, an keinem Baum ein Blatt
zu lassen. Also bitteschön. Das kann doch wurzwerfelgrüselig,
absogelutscht nicht schwerer als knuffholzknorrig sein, oder?