Hallo, ich bin Schnorbert, Kritiker von Beruf
Seit November 2014 bin ich nun hier in Gugellandia und das ist ja schon eine Strafe. Ich bekleide das wichtige Amt des Kritikers. Keiner ist vor meinen Kommentaren sicher. Ich zerreisse alles und jeden in der Luft. Darum lieben mich wahrscheinlich alle.
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Kritiker: Juni 2026





 
 Warm anziehen, der Sommer kommt
Toll, dieser Nante, hat wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass unsere Hausratte sich zu seinen Ehren in einen Umhang stürzt und alle fünf Minuten im Wald wieder seinen Hut suchen muss. Und dann merken sie, dass grün auch nicht alles ist und lassen diese verrückte rote Taschenlampe aufmarschieren, damit der Wald nicht vor lauter tristen Farben noch selber zu Heulen anfängt. Aber es reicht mir auch sonst zur absoluten Genüge, danke, danke, ihr könnt gerne zusammenpacken und abfahren, mir langt das karrierte dünenhafte Gesäusel, dieses böenartige Windgetue im Gleichschritt und Säuselklang, danke, danke das Mass ist voll. Es mag ja mühsam sein, jede Woche in einem anderen Winkel von Gugellandia herumzuwuseln und Neues entdecken zu müssen, aber dieser öde, leere Wald brauche ich nun wirklich nicht eine Stunde lang. Grün grüner am grünsten. Früher haben sie noch Pilze gefunden, oder verbotenerweise ein paar Velofritzen oder Töffrowdies, ja toll, immerhin, sogar einen Wolf, aber heutzutage ist nichts mehr da. Nur Bäume und zusammenkrachendes Gestrüpp. Holdriö, da könnte man doch ein bisschen nachhelfen, kicher, denke ich. Also mir würde schon etwas einfallen, was man in so einem langweiligen Wald alles machen könnte, ausser den holden Edi spazieren zu schicken, um sich heimlich im Gebüsch wahrscheinlich ein paar Pseudoraketen zu verinnerlichen. Aber stimmt, es ist noch reine Natur, keine Fixerspur, schöne Wildnis wenigstens. Aber laaaangweilig. Ach, hi hi, das sieht natürlich nur am Tag so aus, was da in der dunklen Nacht so alles los ist, wissen die ja nicht. Und uups, ich auch nicht. Demnächst in unseren Nachtnews zu sehen. Vierkilometerlange schwarze Felder mit einem höllenspannenden Text. Lust? Ach so, ihr wartet noch auf meine Wörter? Die schludrifatzigen Knilchtiere von Schnödelguxen lassen nicht grüssen, sie lassen ihre Fürze spriessen und fauchen in den Jauchen zu Klammtann für jedermann.
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 Braun wird alles
Pfui und nochmals pfui! Jetzt ist alles doch so schön grün gewesen und schon kann niemand mehr mit der Farbe etwas anfangen. Überall hängen bunte Blumensträusse und der Rasen wird braun, weil wieder mal kein Wasser weder vom Himmel, noch aus der Röhre kommt. Und dann ist Zeit für das lang gehegte Schokoladehäuschen vom Schokolademännchen, das sich aus Gram wahrscheinlich längst erhängt hat und so kommt die schon matt angesäuselte Schokohütte endlich aus dem Backofen-Versteck um in Glanz und Gloria dahin zu schmelzen. Naja sie hatten es sich ja schöner vorgestellt, aber was da an Schokolade überhaupt anständig schmelzen konnte, war gerade ein Stückli Schweizer Schoggi, die sie aus Geizgründen bei einer Tafel beliessen, alles andere krümelte sich bloss in seine Bestandteile auf. Blamabel, äusserst blamabel. Bisschen eleganter hätte ich mir das Schmelzen eines Schokoladehäuschens schon vorstellen können . Aber nachdem das Dach eingestürzt ist, haben sie einfach die Geschichte geändert, das Schokohäuschen beschlagnahmt und die Kleinen in der halb geschmolzenen Schoggi rumwuseln lassen. Dass dies verantwortungslos und brutal ist, hat sich gezeigt, als der kleine Affe schokoladeüberströmt halbtot ins Gras fiel. Nein, meine oberdoofen Gugelchaoten, bei aller Güte, was zuviel ist, ist zuviel. Nehmt euch doch ein Beispiel an mir. Ich ackere tagtäglich für nichts und wieder nichts, hetze mir die Seele aus dem Leib und versuche, an keinem Baum ein Blatt zu lassen. Also bitteschön. Das kann doch wurzwerfelgrüselig, absogelutscht nicht schwerer als knuffholzknorrig sein, oder?
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