Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Mai 2021




 
 Spargel (Asparagus)
12. Mai 2021: Von den Spargelgewächsen (Asparagus) gibt es ja etliche Hundert verschiedene Pflanzen, welche in Afrika, Asien oder Südamerika beheimatet sind, die in Wuchs und Form sehr unterschiedlich sein können. Davon sind auch nicht alle essbar. Unterschieden wird in 3 Gruppen. Dem Weissen, auch Bleichspargel genannt, dem Grünen, der im Gegensatz zum Weissen ohne Erdwälle angebaut wird, und dem Violetten oder Purpurspargel. Ursprünglich kommt der Spargel, so wie wir ihn kennen aus dem Mittelmeerraum und aus Vorderasien. Schon die alten Ägypter kannten dieses Gemüse- und Heilkraut. Der Spargel gehört botanisch gesehen im übrigen zur Familie der Liliengewächse.
spargel
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Wir wollen uns heute hauptsächlich dem grünen Spargel (Asparagus officinalis) widmen. Schon vor 100 Jahren besass jede Region ihre eigenen Varietäten, die unterschiedliche Eigenschaften besassen. Im Laufe der Jahre haben sich aber nur wenige durch züchterische Auslesen durchgesetzt. Je nach Region und Land schmecken sie nämlich unterschiedlich. Übrigens wird auf so machen Wochen-Märkten der Wildspargel angeboten. Dabei handelt es sich aber keineswegs um Spargel, sondern um Sprossen vom Pyrenäen-Milchstern, dem wilden Hopfen oder dem Waldgeissbart, welcher die Bezeichnung "Spargel der Armen" trägt.
spargel
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Nun aber zur Pflanze selber. Die Vermehrung erfolgt ausschliesslich durch die Samen, die die gelbliche kleine Spargelblüte von der weiblichen oder zwittrigen Pflanze entwickelt. Nach der Blüte bilden sich kleine kugelige rote Beeren, die bei den meisten Arten giftig sind und teils nur ein Samenkorn besitzen. Auf den Anbaufeldern werden aber nur männliche Pflanzen bevorzugt, deren Samen nicht keimen, da die weiblichen Pflanzen weniger Stängel hervorbringen und eine kürzere Lebensdauer haben. Nun erfolgt ein sehr aufwendiges und vorallem auch teueres Prozedere. Nach der Ernte der Samen im Herbst sind sie jedoch noch nicht keimfähig. Zuerst müssen sie noch stratifiziert bzw. keimfähig gemacht werden. Nach 4 bis 5 Wochen wächst aus dem Samen der Spargelspross.
spargel
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Danach erfolgt wiederum ein aufwendiges Pflanzenschutz-Programm und Düngung. Im darauffolgenden Herbst stirbt der obere Teil der Pflanze ab und begibt sich in Winterruhe. Im Frühjahr werden dann die Spargelpflanzen geerntet. Das geschieht maschinell mittels eines "Schar", wo die Pflanze ca. 20 cm tief unterschnitten wird. Über verschiedene Siebmatten werden sie von der Erde befreit, von Hand sortiert und gegen Krankheiten gebeizt. Danach werden sie in unterschiedlichen Stückzahlen in Tüten, Säcke oder Kisten verpackt und verschickt, und landen wie in unserem Beispiel auch bei uns. Der kräftige Wurzelstock besteht aus fleischigen Speicher- und Saugwurzeln, die 50 cm lang sind. Das spinnenartige Geflecht wird nun in einem 30 cm breiten und 25 cm tiefen Graben ausgebreitet und mit Erde wieder bedeckt. Aus dem Wurzelstock treiben dann fingerdicke fleischige Sprossen. Danach, wenn sie abgeerntet sind, mit Hornmehl und Mulchschicht bedeckt (wichtig gegen Austrocknen der Erde im Sommer) entwickeln sich bis zu 150 cm hohe dünne verzweigte Stängel mit winzigen filigranen Blättern. Eine am Rand entlang gespannte Schnur verhindert, dass die dünnen Triebe auseinander fallen oder abbrechen.
spargel
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Das Hauptproblem ist dabei die Verunkrautung. Haben sich Wurzelunkräuter wie die Quecke breit gemacht, dauert es bei konsequenter Einsammlung dieser 2 bis 3 Jahre, bis die Spargel wieder unkrautfrei ist. Bei richtiger Pflege wird so eine Spargelpflanze 15 Jahre alt, und man kann jedes Jahr von Neuem ernten. Übrigens wird der weisse Spargel grundsätzlich auf Dämmen kultiviert und mit Folie jedes Jahr zugedeckt. Die grünen und violetten Züchtungen können in erhabenen oder flachen Beeten gezogen werden. Es gibt aber auch noch eine andere Variante. Man kann vorgezogene Spargelpflanzen im Topf erwerben, die allerdings deutlich teurer sind. Die Anzucht durch Aussaat ist möglich, bis zur ersten Ernte können allerdings 3 bis 4 Jahre vergehen. Besser gesagt, ist die Variante, wie wir sie probieren, schneller und hoffentlich erfolgreicher . Euer Grünling


 
Zauberglöckchen (Calibrachoa)
05. Mai 2021: Der Wuchs, die Blattform und die Blüten lassen eine Verwandtschaft mit der Petunie vermuten. Botanisch gesehen bilden sie jedoch eine eigene Gattung. Die Rede ist vom Zauberglöckchen, auch Rubinglöckchen oder "Million Bells" (Calibrachoa) genannt. In ihrer Heimat, Brasilien, Uruguay, Argentinien und Paraguay gibt es davon 27 natürliche Arten. Sie zählen zu den Nachtschattengewächsen und gehören nicht wie die Petunie zur Gattung "Tabak". Es sind kleine Sträucher mit verholzter Sprossachse, 60 cm breit und 30 cm hoch. Hängend können die Triebe gut und gerne 50 cm lang werden. 
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Die Blütenfarbe reicht von Violett, Blau, Gelb, Orange, Rot, Rosa, Weiss bis zur Zweifarbigkeit mit unendlichen Variationen hin. Die Farbauswahl der verschiedenen Sorten wird jedes Jahr grösser. Durch die enge Verwandtschaft mit der Petunie sind sogar auch schon Züchtungen und Kreuzungen mit derselben gelungen. Weitgehend sind sie mittlerweile auch regen- und windresistent. Die Blütenzeit ist von Mai bis Oktober. Im Gegensatz zu der Petunie erübrigt sich auch das Ausmisten der verwelkten Blüten. Die Abgeblüten trocken ein, und werden sofort mit neuen Blattwerk und Blüten überwachsen.
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Die Zauberglöckchen eigenen sich für Töpfe, Ampeln, Blumenkistchen oder auch für den Garten. Sie sind jedoch in unseren Breiten nur einjährig und von einer Überwinterung rate ich ab, da dies nur selten gelingt, und sie im nächsten Jahr nur zögerlich Blüten ansetzen. Alle Schmetterlinge und die Taubenschwanzrüssler lieben diese Pflanzen, und sie werden zahlreich besucht. Wichtig ist ein sonniger Standort.
Zauberglöckchen
zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Zauberglöckchen
Was die Vermehrung anbelangt, so sei gesagt, dass Stecklingsvermehrung im Frühling erfolgreich ist. Aber auch die Aussaat der gewonnenen Samen aus der Kapselfrucht im Herbst ist möglich. Ein leichter Rückschnitt alle drei bis vier Wochen regt die Blütenbildung an und das Zauberglöckchen verzweigt sich fortlaufend neu. Staunässe muss vermieden werden, austrocken sollte das Pflänzchen nie. Am besten ist gleichmässiges giessen, nicht zu viel, nicht zu wenig. Da das Zauberglöckchen stark zehrend ist und ein gewisses Quantum an Eisenkonzentrat benötigt, empfiehlt sich regelmässige Dünung. Dann blühen sie in reicher Fülle ununterbrochen bis in den Herbst hinein. Euer Grünling


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