Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: April 2022




 
 Colorita oder Inkalilie genannt (Alstroemeria hybrid colorida)
27. April 2022: Eine der blühfreudigsten unermüdlichen Pflanzen, die von April bis in den September immer wieder neue Blütenköpfe bilden. Es handelt sich dabei um die Inkalilie (Alstroemeria hybrid colorida), welche zur Ordnung der Lilienartigen Pflanzen gehört. Ihr Heimatland ist Süd- und Mittelamerka, sowie Austalien und Neuseeland. Insgesamt wurden 126 verschiedene Wildarten bestimmt, woraus zahlreiche Neuzüchtungen hervor gingen.
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Die Inkalilie ist ideal für Balkon und Beetbepflanzungen. Im Frühling ist die beste Zeit zum setzen. Sie werden in Töpfen, teils bereits am blühen oder wurzelnackt in Form von Rhizomen oder Zwiebeln in Gärtnereien oder Gartencenten angeboten.Hierbei ist zu beachten (alte Gartenregel), dass die bewurzelten Rhizome doppelt so tief wie sie gross sind,  in die Erde zu setzen sind. Bei den bei uns im Fachhandel angebotenen Inkalilien handelt es sich um gezüchtete Garten-Hybriden, deren Gene die Wildarten in sich tragen.
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Die Inkalilie ist ein gut verzweigter buschiger Strauch, der sowohl bei Trockenheit als auch bei winterlichen Temperaturen im Boden mit seinen Rhizomenauch schwierige Zeiten überdauert. An den Stängeln sind viele zugespitze lanzettlich geformte mit glatten Rand frischgrüne Blätter, die sich mit dem Licht drehen. Die exotisch anmuteten Trichterblüten sind je nach Art gelb, orange, rot, pink, lila, weiss, bzw. auch mehrfarbig. Die innerenBlütenblätter sind meist andersfarbig und sind mit dunklen Strichen oder Punkten versehen.
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Die Inkalilie gedeiht am besten in nährstoffreichen feuchten durchlässigen Humusboden (sprich guter Blumenerde). Kalkhaltiger lehmiger Boden eignet sich nicht. Der Standort sollte möglichst windfrei und sonnig sein. Im Beet ist auch Halbschatten möglich. Je nach Sorte ist die Wuchsform von 30 - 90 cm. In den Sommermonaten werden laufend neue Blütenstängel gebildet. Auch als Schnittblume für die Vase ist sie geeignet und hält darin 14 Tage lang. Nach dem Verblühen ist sie abzuschneiden, damit sich neue Triebe bilden.
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Im Kübel Gehaltene sind im Winter bei 10 - 15 Grad hell oder dunkel ins Haus zu nehmen. Im Beet sind sie mit Laub, Reisig, Rindenmull oder Stroh abzudecken. Je nach Ort und Gebiet sind sie nicht zuverlässig winterhart, jedoch mit gut isoliertem Winterschutz treiben sie im Frühling wieder neu aus. Die Samen keimen ungleichmässig über einen langen Zeitraum und sind nur für Neuzüchtungen geeignet. Das Teilen der Rhizome ist da wesentlich erfolgsverspechender, aber auch die Stecklingsvermehrung ist möglich. Wichtig ist noch zu wissen, dass man Schnecken fern halten sollte, sie lieben das frische Blattgrün. Schädlinge oder Krankheiten sind nicht bekannt.
In Mitten von Zwergglöckchen-Begonien, wie hier in Gugellandia, fühlen sie sich besonders wohl und erfreuen uns mit ihrem exotisch schönen leuchtenden Farben den ganzen Sommer lang. Euer Grünling

 
 Mönchsbart (Salsola soda)
20. April 2022: Zu dieser Jahreszeit ist Ernte des Mönchsbarts (Salsola soda), und in Italien, wo es Agretti oder Barba die Frate genannt wird, seit jeher ein schmackhaftes Gemüse, und in der Küche gut etabliert. Der Mönchsbart ist der sogenannte Schnittlauch mit Meerersbrise, und gehört zu den Salzkräutern, wovon es über 20 verschiedene Arten gibt. Ferner gehört diese Pflanze zu den Fuchsschwanzgewächsen.
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Ursprünglich ist die Heimat des Mönchbarts Eurasien, Nordafrika, speziell der Mittelmeerraum. Mittlerweile sind aber auch Salzkräuter bis hin nach Skandinavien und Japan zu finden. Dort gibt es das Japanische Salzkraut (Salsala komarari), auch Landalge genannt, welches vor allem für Sushi verwendet wird. Der einjährige, frostempfindliche  Mönchsbart kann bis zu 70 cm hoch werden, und richtig geschnitten treibt er von Neuem aus. Im Tessin und in Norditalien wird er als Salatpflanze in den Wintermonaten angebaut und kultiviert, er kommt von März bis Juni auf dem Markt.
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Leider ist das Mönchskraut nördlich der Alpen eine echte Rarität, sehr selten auf den Wochenmärkten zu finden und hat seinen Platz in der Küche noch nicht gefunden. Auf den ersten Blick erinnert das Kraut an einem überdimensionalen Schnittlauch. Beim genaueren Hinsehen wird man aber die leicht nach oben hin verzweigten rundlich, langen "Blätter" erkennen. Blütezeit ist von Juni bis September. Die sehr kleinen Blüten sind grünlich und sitzen unscheinbar in den Blattachseln. Die Früchte mit den Samen werden durch den Wind verteilt, oder aber auch für den Nachbau zur Vermehrung geerntet.
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Die Samen sind aber nicht lange lagerfähig, und sollten schnellstens gesät werden. Bei einer Bodentemperatur von 15 - 20 Grad bei feucht haltender Erde keimen sie nach 7- 10 Tagen, können dann pikiert werden und nach etwa 2 Monaten bereits geerntet werden. Schnecken mögen diese Kraut überhaupt nicht. Zum Gedeihen der Pfanze sei noch erwähnt, dass das Erdreich mit 1-2 Teelöffel Kochsalz je Liter Erde angereichert werden müsste. Natürlicherweise lebt der Mönchsbart in Salzsümpfen oder hat einen Küstenstandort. Er toleriert bis zu 11 Gramm Salz pro Liter Erde. Um richtig gut wachsen zu können benötigt diese Pflanze Natriumchlorid im Boden.
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Der Geschmack, roh gegessen, ist erfrischend, fruchtig, leicht salzig, und erinnert an Meer und Urlaub. Der Mönchsbart enthält viel Vitamin C und B, sowie Eisen, Calzium, Kalium und Natrium. Diese Wildgemüsepflanze wird hier in Italien dem Salat beigemengt, passt hervorragend zu Omlett oder Rührei. Bekannt sind auch die Ravioli mit Salzkrautfüllung, oder auch kurz angedünstet in etwas Öl, wie Spinat angerichtet.
Zum Abschluss: Die Szenen in unserem Kräuter- und Blumenhochbeet wurden nachgestellt. Den Mönchsbart haben wir natürlich auf dem Wochenmarkt gekauft und nicht selber geerntet, gegessen aber schon. Euer Grünling


 
 Maiglöckchen (Convallaria majalis)
13. April 2022: Einmal daran geschnuppert, und man vergisst den Duft sein Leben lang nicht. Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) hält nun auch Einzug in Gugellandia. Zwei Pflänzchen konnte ich am Markt erstehen, und sie warten sehnsüchtig auf einen gut geeigneten Platz im Wald, um dort angesiedelt zu werden. Sie gehören zur Familie der Spargelgewächse und sind in Europa, Asien und Nordamerka heimisch. Es gibt unzählige Trivialnamen davon: Glasblüemli, Nieselkraut, Schneetropfen, Marienschelle, Springauf und viele andere. Wild wachsend sind sie in Laubwäldern, vorwiegend in Buchen- und Eichenwäldern bis zu einer Höhenlage von 1'900 Metern über dem Meer anzutreffen. 
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Die wohlriechenden schneeweissen nickend sitzenden halbkugeligen Glockenblüten sitzen in kleinen Ähren zusammen.  Blütezeit ist ab Mitte April bis Ende Mai, und dauert etwa 14 Tage lang, als Schnittblume in der Vase 4-6 Tage. Ausser im eigenen Garten stehen sie allerdings unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden. Zu beachten ist allerdings, dass alle Teile der Pflanze hochgiftig sind (Im Jahre 2014 wurde sie zur Giftpflanze des Jahres gewählt). Für Pferde, Schweine, Ziegen, Hunde, Katzen, Hasen, sowie für alle Nagetiere ist der Genuss mit fatalen Folgen behaftet. Ausnahme bilden hier, insbesondere das Fressen der Beeren die Amseln und Rotdrosseln, die einen wesentlichen Teil zur Ausbreitung der Samen beitragen.
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Nach der Blüte bilden sich Anfangs kleine grüne, später orangefarbene und schliesslich im Herbst rote Beeren, welche 1 - 5 hellbraune Samen enthalten. Sie benötigen zur Keimung Kälte und sind nicht lange haltbar. Die mehrjährigen Stauden ziehen sich im Herbst zurück, überdauern den Winter (auch bei Minus 40 Grad) mit Hilfe ihrer Rhizome und treiben zuverlässig mit ihrem zarten Grün im Frühling neu aus. Dabei ist darauf zu achten, dass die Blätter dem des Bärlauchs zum Verwechseln ähnlich sehen. Also Achtung: es besteht Verwechslungsgefahr mit Bärlauch, denn die Bärlauch - Ernte ist vor der Maiglöckchen - Blütezeit.
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Die Blüten bilden keinen Nektar, jedoch werden Isekten wegen ihrem unwiderstehlichen Duft angelockt. Die Haupt - Bestäubung erfolgt durch die Bienen. Das Maiglöckchen liebt feuchten humusreichen Boden im lichten Schatten. Mit Hilfe der Ausläufer erfolgt die vegitative Vermehrung. Zwischenzeitlich gibt es zahlreiche Zuchtformen. "Variegata" bildet weiss gestreifte Blätter, "Grandiflora" ist grossblättrig mit doppelt so vielen Blüten, "Havelperle" eignet  sich als Schnittblume, "Lineate" hat Blätter mit gelben Längsstreifen, "Rosea" hat blass-rosa Blüten, "Silverconfalis" ist mit einem silbergrünen Blattrand ausgestattet,"Hitscherberger Riesenperle" und und und.... Euer Grünling

 
 Pantoffelblume (Calceotaria )
06. April 2022: Jetzt im Frühling ist Pflanzzeit, vorallem für Blumenkistchen-Arrangements mit bunten Farben, gemischt mit Geranien, Petunien und vielem mehr, damit wir uns den Sommer an einer waren Blütenpracht erfreuen können. Und dazu gehört auch die Pantoffelblume (Calceotaria), die im Schatten ihrer Nachbarpflanzen sehr blühfreudig sein kann. Dazu muss man aber einges über dieses hübsche Blümchen wissen. Beginnen wir am Anfang. Die Pantoffelblume gehört zur Familie der Lippenblütenartigen. 
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In ihrer Heimat, in Zentralamerika und im westlichen Südamerika, vorzugsweise in den Anden, teilweise in Höhenlagen bis zu 2'400 Metern über dem Meer, wo ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt, gibt es hiervon über 250 verschiedene Arten. Hinzukommen zahlreiche Neuzüchtungen für Beet und Balkon-, sowie Zimmerpflanzen. Die Blütenfarben reichen von gelb, orange, rot, mehrfarbig, gesprenkelt, getüpfelt, sowie auch in ihrer Form von breit bis längs. Wenn die Öffnung der Blüte noch verschlossen ist, werden diese von Hummeln bestäubt, ist der Mund weit offen, sind die Bienen die Bestäuber. Belohnt werden sie mit dem Öl aus den Öldrüsen und Pollen und nicht mit dem Nektar.
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Nach der Blüte bilden sich Kapselfrüchte, die zahlreiche Samen enthalten. Die im Fachhandel erhältlichen Hybriden sind durch Kreuzungen verschiedener Wildarten entstanden. Aus diesem Grunde sind die hiesigen Zuchtformen in der Regel bei Neuaussaat nicht gewährleistet. Beim Aussäen werden die Nachkommen nicht die gleichen Eigenschaften und das Aussehen der Mutterpflanze haben und unterschiedlich aussehen. Die Pantoffelblume ist frostempflindlich und daher nicht winterfest. In unseren Breitengraden wird sie meist nur einjährig. Während in ihrerem Heimatland die Pflanze mehrjährig und über 1 Meter hoch werden kann, wird sie bei uns 30 - 60 cm hoch. Die Blätter, kreuzständig sitzend an den Stängeln, sind leicht behaart, flauschig, länglich oval bis schwach eiförmig und erinnern an die von den Primeln.
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Die Pantoffelblume bevorzugt einen  halbschattigen Standort (keine pralle Mittagssonne), ist sehr kalkempfindlich, und sollte immer feucht, ohne Staunässe gehalten werden. Blütezeit ist von Mai bis in den Oktober hinein. Es ist dies aber keine selbstreinigende Pflanze. Wenn der Blütenstand welkt oder unansehnlich wird, sind die Triebspitzen zu schneiden, Nach wenigen Wochen bilden sich Seitentriebe mit neuen Blütenknospen. Die Vermehrung erfolgt entweder durch Samen bei 20 Grad unter Glas im März oder April (Keimzeit etwa 14 Tage). Stecklingsvermehrung erfolgt im Spätsommer oder Frühherbst.´Nach der Bewurzelung kühl und hell bei 10 Grad im Haus überwintern. In der nächsten Saison beginnt das junge vitale Pflänzchen im Frühling zu blühen.
Noch ein wichtiger Tipp: Im Freiland vor Regen schützen und bei feuchter Witterung im Frühsommer auf Schnecken achten. Sie lieben dieses Pflänzchen, allerdings anders als unsereins, die haben es nämlich zum Fressen gern.
Euer Grünling


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