Ottilios Kochstudio
Hot ein Rezept vön mir nicht gekloppt, nicht verzogen, Öttiliö frogen.
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Das ist Ottilio, der gugelländische Koch. Er stammt aus Korsika und bildet sich auf seine französischen Vorfahren viel ein. Er spricht aber einen sehr merkwürdigen Dialekt. Nämlich kein a und kein o ( a=o und o=ö). Deshalb sind seine Rezepte oft eine rätselhafte Mutprobe.
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Rezepte im September 2025





 
 Litauen - Cepelinai - Hackfleisch mit Kartoffeln

Um es gleich vorwegzunehmen, uns ist das Gericht nicht gelungen. Wir dachten uns noch, aha ein bisschen Kartoffelteig um ein bisschen Hackfleisch zu klatschen und im Wasserbad zu kochen, wie Knödel, könnte doch keine Hexerei sein. Aber leider mussten wir unsere Cepelinai umwandeln in Hackklösschen mit Pommes. Denn mit unseren Kartoffeln war es unmöglich, einen Teig herzustellen. Aber nun von Anfang an. Pelux schält munter Kartoffeln, Lori lässt dieselben durch die Maschine, es müsste, wenn genügend abgetropft ist, ein Kartoffelteig gemacht werden.

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Wir lassen die geriebenen Kartoffeln schön abtropfen und kümmern uns inzwischen um die Hackfleischfüllung. Diese hält das litauische Rezept tatsächlich klassisch mit Zwiebel und Knofi, allerdings steht nichts von Salz, und nur in die Knödelmasse käme ein kleines Teelöffelchen voll. Naja, wir halten uns an das Rezept, aber nicht mehr lange. Lori stänkert bereits, als sie die geriebene Karoffelmasse herumschwenkt. Das wären vermutlich keine litauischen Kartoffeln gewesen. 

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Aber ich kenne da nichts, und wäge noch das Stärkemehl ab. Dass dies mir sehr viel vorkommt, liegt daran, dass es ziemlich viel ist. Langsam kommt mir der Verdacht, dass das Rezept andere Kartoffeln genommen hat. Oder wahrscheinlich gar keine oder anderes Mehl. Wir rackern uns also echt litauisch mit unserem Kartoffelteig ab, geben immerhin noch ein Ei dazu und es wird nicht besser. Die Pampe wird kein Kartoffelteig mehr. Nachdem wir also bereits zwei Fehler gemacht haben, entschliessen wir uns zum Umdenken. Klar, dass sich die Lori ins Fäustchen lacht. Sie hat es ja prophezeit. Aber der kleine Luchs, Pelux,  hilft mir beim Denken. 

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Warum machen wir denn keine Hackbällchen mit dem Fleisch und keine Pommes mit den Karoffeln? Da hat er eigentlich recht, und wir östlich verzwirbelten Westlinge erinnern uns einfach an hiesige Traditionen und im Nu haben wir die verunglückten Knödel verschwinden lassen und richtige Klösschen damit gemacht. Die rohe, verteigte Karoffelmasse  hat sich bereits im Kochwasser wieder verselbständigt und so ist es einfach, ein paar neue Kartoffeln zu holen, und Pommes zu schnitzen.

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Unseren Pappenheimern haben wir dann erzählt, das wäre ein typisch litauisches Essen, das gäbe es in Vilnius jeden Tag in jeder Beiz, und das stimmt ja vielleicht sogar. 

Mit einem Zwinkern machen wir uns vom Acker, aber nicht bevor wir uns bestens die Bäuche vollgeschlagen haben.

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Die ottilionische Europareise gerät ins Wackeln. Wir wissen noch nicht, wie und ob es weiter geht.

 
 Revani aus der Türkei

Wir sind heute in Ankara. Und Frech, der Tiger, ist ein grosser Türkenfan, wir wissen nicht, warum, aber wir akzeptieren ihn heute in unserer Küche. Lori weist ihn schon einmal darauf hin, dass die Waage wackelt und er nicht daran herumtappsen soll, aber das nützt nichts und wir machen einfach weiter. Der Sirup für die Revani muss gemacht werden. Das dauert mindestens eine Viertelstunde.

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Bei den Revani handelt es sich um eine süsse Speise aus Griess, wir wissen noch nichts Exakteres aber wir fangen einfach einmal an. Eier, sagt Frech, Eier und Griess, Vanillezucker und Mehl, und etwas Quark ... aber da hat er schon sein türkisches Hütchen am Deckel und ich lasse es schleifen. Mir ist ehrlich gesagt, die europäische Gesamtküche total verleidet, es geht immer nur um Eier, Zucker, oder Salz, Mehl und irgend eine Geheimzutat.

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"Du bist eben kein guter Koch!" meint Frech frech und darob bleibe ich erst einmal ruhig sitzen. "Was soll ich denn türkisches Türkenzeug kochen, wenn ihr nichts habt, nur Zucker Zucker und Griess. "Wir hätten natürlich Fleisch, feinstes frisches Fleisch." Da sage ich nichts mehr, denn das steht heute nicht zur Debatte. "Also machen wir türkisch süsses Süsses?" Wir einigen uns und Frech grinst in die Gegend. Lori wiegt schon mal das Mehl ab.

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Ich persönlich bin langsam froh, wenn wir unsere Europa-Tournee beenden können, denn man kriegt effektiv nichts anderes als Mehl, Zucker, Salz und ein paar Zutaten, damit wird gehext, geflixt und geabrakadabert, in ganz Europa, und bei mir sehen die Fladen am Schluss immer gleich drein. Wie Fladen. Aber aromatische, ha ha. Heute machen wir jetzt die türkischen Revani.

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"Los, Frech, mach mal." Der gugelländische Tiger blinzelt kurz und faucht dann. "Ich fresse alles." Da sind wir aber froh. Lori serviert die geschnittenen Fladenreste mit Kokosraspeln und gehackten Pistazien. Das bringts, wir wünschen einen guten Appetit und viel Spass beim Experimentieren in der türkischen Küche.

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Mmmh, Revani, süüüüüüsss!

 
 Pastizzi aus Malta

Wir sind heute in Malta und versuchen uns an den berühmten Pastizzi. Ich stelle mir vor, dass die nicht so schwierig herzustellen sind, aber wir machen gleich eine wundersame Erfahrung. Die Schlange Kleopatra sorgt in der Küche für Abwechslung. Lori übt schon mal als Schlangenbeschwörerin während ich die Petersilie vom angrenzenden Koriander fernzuhalten versuche. Das ewige Leid mit den Kräutern! Entweder sie sind nicht mehr da oder jemand hat sie gefressen.                                        

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Tante Loredana hat wieder einmal Ricotta gemacht. Das ist der abgetropfte Rest von 1 Liter Milch, den man mit 2 Esslöffeln Essig und 1 Teelöffel Salz bis 80 Grad erhitzt, bis er gerinnt und dann abgetropft zu dem ersehnten Häufchen Quark wird. Für unser Rezept benötigen wir nur 300 Gramm Ricotta, 2  Eier, Prezzemolo tritato, Sale, Pepe und Pasta sfoglia rettangolare, was soviel bedeutet wie rechteckiger Blätterteig.

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Lori wirft kunstvoll die Eier in den Ricotta, während Kleopatra noch die Petersilie kleinhackt. Ich wundere mich über den maltesischen Geschmack, dass die mit dem Blätterteig keine Süssigkeit machen, sondern noch Peterli und Salz in den Quark geben. Vielleicht hat sich das Gericht bis es bei uns war, eben ein bisschen verändert. Malta liegt ja ziemlich südlich von uns. Farblich aber hat die Füllung überzeugt. 

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Die Kleopatra hat dann aber Blödsinn im Kopf gehabt und uns immer von unseren Taten abgelenkt. Wir haben dann natürlich die Überlegung gemacht, warum man drei Rollen rechteckigen Blätterteig nehmen soll, denn drei Lagen Kreise fanden wir übertrieben, um ein bisschen Quark einzuwickeln. Ich sage es nicht gern, aber das Rezept stammt natürlich vom Internet und ist mehr als fraglich. Da wir aber bei unserem europäischen Trott angewiesen sind, Kompromisse zu machen, tun wir eben, was wir können. Wir stellen den dritten Blätterteig wieder in den Kühlschrank.

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Sagen wir mal so. Die Kreise haben wir gemacht, immer zwei Fladen zusammengelegt, mit dem Ricotta gefüllt und zu Schiffchen zusammengefügt. Dann hätte sie die Kleopatra noch mit Eigelb bepinseln sollen, aber das hat so lange Zeit gefressen, da sind die Schiffchen bereits breiter geworden. Ich habe sie dann noch bei 200 Grad in den Backofen absegeln lassen und nach 20 Minuten sind sie flach wieder zurückgekommen.

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Mir scheint, als wäre dies nicht ganz das Originalrezept. Die Pastizzi in Malta schmecken sicher besser. Unsere Küchlein waren nicht schlecht, aber ich würde sie nächstes Mal lieber süss machen. Einfach dazu Zucker anstatt Salz verwenden, hi hi. Viel Spass!


 

Italienischer Kaffee als Irish Coffee

Wir sind noch nicht ganz von den Ferien zurück und flänzen noch in Irland herum. In der Küche schaltet und waltet eine neue Spinnensorte und Lori beschäftigt sich anfangs noch mit Käsebroten anstelle mit Irischem Kaffee.

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Das Wetter ist herbstlich, dabei ist erst September. Und Regen hängt in der Luft. Wir rotten uns gemütlich einmal zusammen und versuchen uns an irischen Whisky-Keksen und Irish Coffee. Wir sind froh, dass wir Irland noch nicht gemacht haben, so bleiben wir doch vorerst noch etwas westlich in Europa.

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Lori ist bereits mit ihren Keksen am Tun, von denen ich keine Ahnung habe, wie sie den Teig gemacht hat. Aber etwas Whisky ist drin, das rieche ich. Den Rohrzucker benötigen wir natürlich ebenfalls für das irische Getränk, der Kaffee allerdings ist eindeutig italienisch, wie schon die Marke verrät.

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Einen Irish Coffee herzustellen ist eigentlich keine Sache, wenn man eine Kaffeemaschine mit Dampferhitzer besitzt. Dann schenkt man sich einfach den Whisky ins Glas, giesst etwas abgekühlten Kaffee drüber und erhitzt das ganze mit Dampf. Dann kommt die Schlagsahne drüber, das heisst, eigentlich müsste es ungeschlagener Rahm sein, den man mithilfe eines umgedrehten Löffels ins Glas rinnen lässt, so dass er oben bleibt und nicht im Kaffee versinkt.

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Da unsere Kaffeemaschine allerdings längst das Zeitliche gesegnet hat, machen wir es heuer mit Schlagsahne. Naja, korrekt oder nicht, schmecken tut es alleweil und die Topsache ist ja, dass der Whisky irische Nationalität hat, ha ha. Das hatte er, und Prozente. Nächste Woche geht es wieder in den Süden.

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