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September 2026
Zärmchen und Harry
Heiss ist es, und man muss noch Holz holen, um zu Grillen, ach, es ist schon eine Plackerei, was der Harry täglich auf sich nehmen muss. Jetzt erwartet er auch gerade noch seinen Who is Who Partner Zärmchen aus dem Norden. "Naja, die Hitze wird ihn nicht gross überraschen, denn die hatten ja selber in Deutschland hohe Grade den ganzen Sommer." Harry schiebt noch sein Büchlein herum, in das er täglich seine Aufgaben kritzelt. Aber er hat in den vergangenen Tagen einiges schleifen lassen. "Das muss ich Zärmchen ja nicht sagen, was ich alles nicht gemacht habe." fällt ihm rechtzeitig ein und er streckt sich einmal, um ein Grosser Harry zu sein.
Edi kommt auch schlaftrunken aus seiner Hütte und redet mit den Solarleucht-Tieren aus Timbuktu. "Woher kommt ihr eigentlich?" Aus dem Kaufhaus in Acqui Terme, Freund, nicht aus Timbuktu." "Ihr seht aber ziemlich timbuktanisch aus." findet Edi verschlafen und gähnt herzzerreissend. Die timbuktanischen Käfer und Eulen lassen ihn gähnen. Es ist heiss, dabei ist es schon irgendwas um 18 Uhr. Dem Zifferblatt sind auch schon die Zeiger eingeschlafen und die Uhr wälzt sich nur noch im Sonnenschein herum. Inzwischen aber naht die Abenteuerlust. Gonni und Amanda scharen sich um die Wassertonne, planschen ein bisschen darin und krakeelen dann ihre Meinungen herum. "Was ist los? Niemand da? Keine Lust auf Abenteuer?"
Und jetzt kommt tatsächlich vom Norden endlich das erwartete Zärmchen an. Harry heisst ihn herzlich willkommen und entschuldigt sich auch gleich über die sagenhafte Hitze, die überall herumstreunt. "Ich weiss, es ist schon Abend aber man kann noch immer keinen Schritt machen, ohne, dass die Wiese dampft und der Schweiss tropft. Aber wir können ja in den Wald gehen, dort ist es kühl, aber dunkel." Zärmchen ist einverstanden."Na gut, gehen wir in den Wald."
Weil Harry weiss, wie das mit den Fotos im schattigen Wald so ist, hat er noch ein paar Farbtupfer bestellt. Gonni und Amanda machen sich ebenfalls auf den Weg, die paar Schritte, zum Waldrand. Aber oha, was ist denn das? Eine Sperre? Ein silbernes Band verläuft über den Weg. "Hier ist nur der Eintritt für Füchse verboten. Wir kommen natürlich durch, hi hi." grinst Harry und hüpft mutig über die Abschrankung.
"Wieso? Haben euch die Füchse die Hühner weggefressen?" fragt Zärmchen mehr zur Unterhaltung als aus Wissbegier. "Naja, wir sind noch geteilter Meinung, wie die Füchse." lacht Harry und stubst Edi in die Seite, damit er nichts Falsches ausplaudert." Wer will denn schon die grausame Wahrheit wissen? Da kommen Gonni und Amanda dazu und lachen. "Es ist nur 1 Fuchs und das ist der Freund vom gugelländischen Kater." Aber da kommt auch gerade eine Wolke vorbei und verdeckt kurz die Sonne. "Ob wilde Füchse zu Freunden werden, wage ich zu bezweifeln. Wenn der Hunger hat, frisst er, was ihm über den Weg läuft."
Inzwischen ist die Uhr vorangetickt, wie sie es zeitlebens immer macht, und Thymi hat ein merkwürdiges Geräusch hinter dem Haus gehört. "Da muss ich doch einmal nachsehen." Aber sie sieht nichts, denn das Wesen verbirgt sich geschickt hinter dem Gebüsch. Es ist Iba, aber warum ist sie noch da? Sie war doch letzte Woche zu Besuch hier, und sie müsste doch längst wieder zu Hause sein. Ja, Leute, das sind Fragen, die können auch wir in Gugellandia nicht beantworten, aber wir nehmen jedes Tier hier auf. Auch so eine bunte Iba frisst einem ja nicht das Gras weg.
Zärmchen mahnt zum Aufbruch in den Wald. "Los, kommt schon, es ist herrlich abenteuerlich hier. Also ich zeige euch auch gleich meine Lieblingsrutsche." Zärmchen freut sich und fühlt sich wie zu Hause. Gonni verzieht ein bisschen die Schnauze. "Obwohl er Ähnlichkeiten mit mir hat, ist er völlig grün. Hi hi." "Sei nicht so frech, Gonni." schnalzt Zärmchen, "jetzt kann jeder mal zeigen, was er so draufhat." Gonni mumpft etwas vor sich hin aber er findet Zärmchen sehr mutig und willensstark.
"Los, kommt, wir rutschen, Leute, Edi, Harry, was gibt es Schöneres?" Aber Edi beguckt sich noch den Komposthaufen. "Was machen denn immer noch diese Koriandoli da drin? Die sind noch vom Februar!" regt er sich auf, aber da hört er schon Zärmchen jubeln. "Edi komm, wir sausen einmal!" Und jetzt gibt es auch für Edi kein Halten mehr. Rauf und runter. Ach das ist so eine Lust, es ist wie durch das Laub fliegen, als wäre man ein Erddrache, und könnte mit seinen Federn den Boden putzen. Aber in der Zwischenzeit ruft schon Harry. "Kommt doch einmal her!"
"Ich habe ein merkwürdiges Geräusch gehört und eine Spur gefunden." Gonni schnuppert schon am Boden herum. "Ja, und die Spur riecht irgendwie fremd. Also ist ein Fremder hier entlang gegangen." Aber das ist Edi und Zärmchen im Moment noch völlig egal. Sie fegen noch zig Mal die Laubrutsche hinunter und kreischen fröhlich im Abendsonnenschein. Aber dann, sie haben endlich genügend gerutscht und gelacht, da kommen sie zurück zu Harry.
Dieser erzählt ihnen nun, dass es ein fremdes Tier in den Wald geschafft hat. Und weil alle Gugellandia lieben, wollen sie natürlich wissen, welches Tier das gewesen sein könnte. "Die Fuss-Spuren sind vielfarbig." "Es muss sich um ein buntes Tier handeln." seufzt Harry und alle gucken nach oben. Da schreit Iba. "Ich bin hier."
Warum ist sie nicht nach Hause zurückgekehrt?
Iba verharrt vor Zärmchen und lächelt ihn an. "Hallo, ich wollte dir keinen Schreck einjagen, im Gegenteil. Ich bin nämlich nun für immer nach Gugellandia gezogen, weil mich meine ..phuh.. Alten.. oder so.... nicht mehr wollten. Ich habe sogar einen Preis beim Lokomotivwettbewerb gewonnen, erinnerst du dich nicht an mich?" Zärmchen steht kurz der Schweiss auf der Stirne. "Ich erinnere mich tatsächlich nicht mehr an dich, aber es freut mich trotzdem, dich hier zu treffen." Iba strahlt und ihr Fell glitzert farbenfroh in der Sonne. "Ich schenke dir zum Abschied diesen Tannenzapfen.
Er wird dir ewiges Glück birngen."
Zärmchen ist ein bisschen verlegen und Harry freut sich, dass das Alles ein gutes Ende nahm. "Komm bald wieder, Zärmchen!" ruft ihm Iba noch nach.
Iba und Gonni
Die jederzeit anwesende, liebe, hoffnungsvolle Sonne hat uns diesen Sommer übel mitgespielt. Das heisst, sie hat uns einfach nur verbraten. Anfangs Juli waren wir noch besorgt wegen dem nicht stattfindenen Pilzwachstum, aber dann ging es auch ans Grün und irgendwie an die ganze pflanzliche Substanz. Es ist tatsächlich nie jeder Sommer gleich wie der letzte. Aber dass wir regelmässig mit irgend einer Katastrophe leben müssen, ist mittlerweile eine Tatsache. Nein, diesmal war es kein Wolf, aber ein ebenfalls gefürchteter Kollege, der Fuchs. Er und seine Vorfahren haben in Gugellandia mit vielem aufgeräumt. Trotzdem finden die Hausherren bisher, sie wollen keinen Wachhund mehr haben. Na dann hat man eben Fuchs.
Der Gevatter Reinecke schleicht sich in Mori herum. Er freut sich auch immer, wenn die Tante Lori ein paar leckere Küchenabfälle ins Land streut. Und der letzte gugelländische Kater passt immer gut auf, woher der Gevatter kommt und wohin er geht. Wenn er so lieb wäre, wie er aussieht, würde man ihn ja willkommen heissen, aber man erinnert sich zwiespältig an viele schauderhafte Geschichten der hiesigen Natur. Und man weiss ja nun doch schon, warum es in Gugellandia nur noch Plüschtiere hat. Diese verschlafen allerdings die Sommerzeit im Heustock, wenn sie nicht zufällig verreist sind.
Die ganze Sommerzeit auf Gugellandia ist also von Sonne und vom Fuchs gekrönt. Zu guter Letzt hat dann noch ein einzig banales Gewitter die Stromzufuhr lahm gelegt und die Suche nach Taschenlampen und Batterien ging wieder los. Der Fuchs ist zwar noch da und die ganzen Tiere von Gugellandia freuen sich auf ein Aufleben und neue Abenteuer in der wunderschönen Natur, die sich ihrerseits ein bisschen frech verbreitet hat. Die Nielen (Lianen, Kletten) erklettern jeden Baum, reissen ihn irgendwann zu Boden und grinsen sich ins Würzelchen.
Aber es kommt ja Besuch! Die verdörrte Natur gibt sich einen Ruck und ergrünt ein bisschen um Iba, ein kleines Buntwesen aus Ostitalien willkommen zu heissen. Sie hat ja seinerzeit beim gugelländischen Lokomotivwettbewerb mitgemacht, aber ihr Berühmtheitsgrad ist seither etwas gesunken, naja, man kann ja nicht immer Preise einheimsen und Pokale scheffeln. Iba sitzt also vorne auf dem Begrüssungsfelsen, aber es ist niemand da. Da kommt zum Glück der Sonnenkäfer vorbei und erbarmt sich des Besuchs. "Es ist niemand da, glaube ich, aber ich bin ja auch jemand, oder?" "Grüss dich Käferlein, ich bin Iba und komme aus Jesolo.""Dann steig auf, ich fliege dich." grinst der Käfer und macht sich ein bisschen wichtig. Iba steigt auf und bedankt sich.
Der Käfer ist die letzte Erungenschaft Gugellandiens und kommt sich ungeheuer wichtig vor, dabei heisst er nicht einmal Käfer, sondern Soflekatostupdoffolus Lichtenwagen, aber das wollen wir nun nicht unbedingt breit schlagen. Sie fliegen also ein bisschen, dann stürzen sie ab, denn Solarenergie ist kein Benzinmotor. Die Hilfeschreie werden aber von Gonni gehört. Schliesslich wartet er ja auf seinen Besuch.
"Das fängt ja schon schön schief an." grummelt er betroffen und guckt sich ein wenig um. "Wo soll ich denn die Iba finden, wenn ich nicht einmal weiss, was für ein Tier sie ist? Aber Gonni ist das Nachdenken zu anstrengend und er wuselt einfach ein bisschen schnuppernd in der Wiese herum, da hört er auch schon ein merkwürdiges Keuchen. "Bist du die Iba oder nur ein Albtraum?" stottert der gugelländische Drache, der zum Feuer spucken immer mal wieder zum Mond fliegen darf. Der Käfer entschuldigt sich, und schon hört man Iba rufen. "Ich bin hier, hier bin ich!"
Gonni kommen fast die Tränen vor Freude, als er das kleine süssbunte Wesen endlich im hohen Gras entdeckt. "Da bist du endlich, oh, ich bin so froh!" "Und ich erst!" lacht die Kleine. "Weisst du was, wir machen jetzt einen richtig tollen Rundflug über Gugellandia." Sie verabschieden sich vom Käfer und sammeln ihre ganzen Kräfte für den bevorstehenden Flug. "Steig auf und halt dich gut fest, es könnte rasant werden." grinst Gonni und Iba lacht.
"Weisst du, Iba, in ganz Gugellandia herrscht eine sagenhafte Unordnung, aber wenn du das Ganze von oben anschaust, ist der herumliegende Krempel so hübsch klein und unwichtig, dass er schon fast wieder süss ist. Hi hi." Und Gonni flattert anfangs noch zaghaft, dann aber legt er Tempo zu und Iba muss sich richtig festkrallen, weil der Flugwind an ihren Pfötchen reisst. "Zum Glück habe ich ein paar Krallen." lacht sie. Und Gonni grinst zurück. "Und ich habe eine dicke Haut!"
Sie fliegen schon zum vierten Mal eine Runde über das Haus. "Es ist wunderschön, ich möchte gar nie mehr runter von diesem herrlichen Wolkenkarrussel." "Ja, und denk dir, ich fliege ohne Strom und Batterie, ich muss im Aufwind auch kaum die Flügel bewegen, was ist schon ein Flugzeug gegen mich?" "Ja, hach, das ist so schön, komm, lass uns nochmals eine Runde drehen." jauchzt Iba und lehnt sich so weit zurück, dass sie fast vom Gonni fällt. Aber dieser hat nun unten die Tante Loredana gesehen. "Bei der ihrem Anblick bekomme ich immer Hunger." grinst er frech und sie landen.
"Liebe Leute, ab in die Küche, ihr müsst euch selbst was brutzeln. Ottilio ist nämlich noch in den Ferien."
"Nichts lieber, als das."
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