Monat
| | | | | | | | | | |
Gartenecke: Dezember 2025
|
| Zaubernuss (Hamamelis) |
| 24.
Dezember 2025: Wer einen Zaubernuss-Strauch (Hamamelis)
sein Eigen nennt, kann sich glücklich schätzen. Erstens ist es nicht
ganz so einfach, diesem seinen Standort gerecht zu werden, und zweitens
sollte er um diese Jahreszeit in voller Blüte stehen. Der Name
"Zaubernuss" kommt von seinen besonderen Eigenschaften. Die Zweige
wurden von den indigenen Völkern Nordamerikas genutzt und die Blüten
entfalten sich im Winter fast gleichzeig mit den
Früchten. Dieser
winterfeste Strauch gehört zur Familie der Zaubernussgewächse, zu der
auch der Scheinhasel, der Eisenholzbaum, der Federbuschstrauch und die
Riemenblüte gehört. Botanisch hat er mit der Haselnuss nichts gemein,
er gehört wie gesagt zu den Zaubernussgewächsen, während die
Haselnuss zu den Birkengewächsen gehört. Im Volksmund heisst er auch
"Hexenhasel". |
|
|
| Es gibt davon 6 verschiedene Arten. Drei davon sind im
östlichen Amerika beheimatet, nämlich die Virginische Zaubernuss,
welcher ein Herbstblüher ist, die Frühlings-Zaubernuss, und den
Hamamelis oralis. Zwei Arten sind im östlichen Asien beheimatet, die
Japanische-,
und die chinesische Zaubernuss. Und dann gibt es noch ein Hybride,
namentlich Hamamelis x intermedia, aus der zahlreiche Hybridsorten
miteinander gekreuzt wurden. Sie alle blühen zur kalten Jahreszeit
zwischen Dezember und Februar. |
|
|
| Die sommergrünen Sträucher haben wechselständige
Blätter, die im
Aussehen denen des Haselnuss-Strauches ähnlich sehen, aber etwas
kleiner sind. Zudem haben sie eine wunderschöne Herbstverfärbung. Je
nach Art und Sorte sind dann die Blätter gelb bis orangerot. Vor dem
nächsten Blattaustrieb beginnt die Zaubernuss zu blühen. Die
seitenständigen büschelartigen Blütenstände enthalten 3
-4 Blüten. Die Blütenkronblätter sind grünlich, gelb, orange oder rot.
Die Blüten duften im weiten Umkreis, einige verströmen einen Duft nach
Primeln und sind gleichzeitig eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen
und Hummeln.Nach der Blüte bilden sich zweiklappig öffnende holzige
Kapselfrüchte, die zwei schwarze glänzende abgeflachte Samen enthalten.
Explosionsartig werden die Samen bis zu 10 Meter weit fortgeschleudert.
Übrigens werden die getrockneten Blätter und der Rindenextrakt als
wichtiger Bestandteil für Hautcremes verwendet. Sie wirken ausserdem
blutstillend und entzündungshemmend. |
|
|
Die Sträucher sind langsam wachsend und sollten
möglichst
nicht zurück geschnitten werden. Die Zaubernuss will einen sonnigen
Standort und stellt hohe Ansprüche an den Boden. Die Erde muss
tiefgründig, durchlässig, humusreich, frisch und feucht sein. Ein
konkurrenzschwaches Wurzelwerk will keine nahestehenden andere
Sträucher oder Bäume. Die Zaubernuss will alleine stehen, lehmige oder
tonige Böden mögen sie überhaupt nicht und auf längere
Trockenheit oder Staunässe reagieren sie empfindlich. Wichtig ist es zu
wissen, dass frisch gepflanzte Zaubernüsse weit mehr als 3 Jahre
brauchen, bis sie sich an den neuen Standort gewöhnt, und ihr
Wurzelsystem ausgebreitet haben. Dafür ist keine einzige
Pflanzenkrankheit oder ein Schädligsbefall bekannt.
Die
hohen Preise beim Kauf dieser Sträucher werden damit begründet, dass
die Vermehrung sehr aufwendig ist. Reine Arten wie z. B. die
virginische Zaubernuss besitzen eine starke Keimhemmung. Erst nach dem
zweiten oder dritten Jahr nach der Aussaat glückt es vielleicht. Die
vegetative Vermehrung erfolgt in den Baumsschulen durch Absenker, was
aber wegen der zweijährigen Bewurzelungsdauer und der
aufwendigen
Pflege der Mutterpflanzenquartiere nicht mehr wirtschaftlich ist. Daher
werden die Sorten heutzutage ausnahmslos durch Veredelung auf
eingetopfte Sämlinge der verginischen Zaubernuss vermehrt. Die frisch
veredelten Jungpflanzen müssen bis zum Anwachsen im Gewächshaus bei
hoher Luftfeuchtigkeit weiterkultivert werden.
Euer Grünling |
|
| Bergpalme (Chamedorea
elegans) |
| 17.
Dezember 2025: Wahrscheinlich ist es eine der häufigsten
Zimmerpalmen in Büros, Badezimmern und Wohnräumen. Ich rede von der Bergpalme (Chamedorea elegans).
Trivialnamen sind: Salon-, Glücks-, oder Liebespalme. Vor etwa 40
Jahren hatten wir mal ein Prachtexemlar davon gross gezogen, ca. 1
Meter hoch und jedes Jahr blühend. Beim Umsiedeln nach Italien aber
verliert sich ihre Spur. Nun aber haben es zwei Exempare dieser Gattung
erneut nach Gugellandia geschafft. Man muss wissen, dass es von den
Bergpalmen 105 verschiedene Arten gibt. |
|
|
| Sie alle gehören zur Familie der Palmengewächse. Sie
wachsen im Unterwuchs von feuchten nassen Wäldern Mexikos über
Zentralamerika bis südlich nach Brasilien und Bolivien. Sie
besitzen einen schlanken Stamm mit grünen grazilen überhängenden
Palmen-Wedeln. Naturstehend werden sie bis zu 3 Meter hoch.Die
gefiederten Blätter werden auch von Floristen in grossen Mengen
entnommen und finden Verwendung im Schnittblumenhandel. |
|
|
| Jede Pflanze trägt entweder männliche oder weibliche
Blüten. Nur die Weiblichen duften und bilden kleine
0,5 bis 1,5 cm grosse rundliche schwarze Früchte mit ihren Samen. Diese
werden in den Gärtnereien in Töpfe gestreut, hochgezogen und im Verkauf
angeboten.In sogannten Büscheln wachsen sie so heran. Man kann sie
leicht voneinander trennen, und auch einzeln grossziehen. Übrigens
blühen die Jungpalmen schon in den ersten 3 Jahren zum ersten Mal. |
|
|
Wichtig ist es, zu wissen, dass diese Palmen einen sehr
hohen Wasserbedarf haben. Der Wurzelballen darf niemals austrocken. Es
ist auch nicht schlimm, wenn Giesswasser im Untertopf bleibt, vor dem
nächsten Giessen sollte das Wasser aber verdunstet sein, denn Staunässe
ist nicht gesund. Die Bergpalme will keine direkte Sonneneinstrahlung,
mag es am liebsten im Schatten oder Halbschatten und benötigt auch
keine tropische Luftfeuchtigkeit. Sie muss in den Sommermonaten auch
nicht nach draussen, am wohlsten fühlt sie sich daheim.Im Winter will
sie Ruhepause bei 12 bis 15 Grad und ist dann auch nur alle 10 Tage
etwas zu giessen.
Euer Grünling |
|
| Rosa Gummibaum (Ficus
elastica belize) und Überwinterung |
| 10. Dezember 2025: Das Jahr neigt sich dem Ende zu.
Alle nicht ganz
winterfesten Pfläzchen fanden das Winterquartier. Nicht so unser
Gummibaum, dazu aber etwas später. Über die Pflanzengattung "Gummibaum"
schrieb ich ja ausführlich im Oktober 2020 (siehe
Link dazu).
Heute zeige ich Euch einen Neuzuzug dieser Gattung, der es geschafft
hat, seinen Platz in Gugellandia zu finden. Es handelt sich dabei um
ein "panaschiertes" Bäumchen mit dem Namen: Rosa Gummibaum (Ficus elastica
belize). |
|
|
| Die Blätter sind sowohl weiss, rosa und grün gemustert.
Zu pflegen
und zu behandeln ist dieser Baum wie alle anderen Gummibäume.Das
Bäumchen hat exakt die selbe Grösse, wie seinerzeit unserer Gummibaum,
der vor 5 Jahre bei uns Einzug hielt. Mittlerweile ist er aber in die
Höhe und Breite geschossen. |
|
|
| Zweimal wurde er von mir in einen grösseren Topf
gesetzt und bekam im unteren Teil fünf Neuaustriebe. Besonders
fleissig ist er in den Sommermonaten, wo er fast wöchentlich ein neues
Blatt bildet. Zum Herumtragen ist er einerseits sehr schwer, zu hoch
und zu voluminös. Dazu muss man sagen, dass Gummibäume nicht gerne
bewegt und umgestellt werden. |
|
|
Gummibäume mögen zudem keine Zugluft. Übermässiges
Giessen
mögen sie ebenfalls nicht und keine pralle Sonne. Der Baum steht in
unserem Sitzvorplatz und ist die tiefstehende Sonne im Winter gewöhnt.
Vor Schnee und Nässe ist er geschützt. Damit ihm kalte Winde nichts
anhaben mögen, habe ich den Baum im unteren Teil mit einem Teppich
grossflächig eingewickelt. Nur der obere Spitz schaut noch heraus, und
zum Atmen hat er genügend frische Luft. Sollten sich die Temperaturen
an seinem Platz jemals dem Gefrierpunkt nähern, lasse ich mir einen
Zusatzschutz einfallen. Bitte aber nicht nachmachen,
im Normalfall sollten die Temperaturen nicht unter die 10 Grad fallen.
Unser Baum ist das im Winter gewohnt und steht geschützt an
der
Hauswand.
Euer Grünling |
|
| Kleinblättrige
Bergminze, auch Steinquendel genannt (Clinopodium oder Calamintha
nepeta) |
| 03.
Dezember 2025: Das
Einzige ausser vereinzeltem Löwnzahn und Gänseblümchen, was derzeit in
reicher Fülle im nicht gemähten Rasen vor und hinter dem Haus blüht,
ist die kleinblättrige
Bergminze, oder drüsige Bergminze (Clinopodium
nepeta). Auch unter dem Namen "Steinquendel" (Calamintha nepeta)
ist dieses Pflänzchen mit über 170 verschiedenen Arten zu finden. |
|
|
| Die Bergminze gehört zur Familie der
Lippenblütengewächse. Ihre
ursprüngliche Heimat ist Süd- und Mitteleuropa über Nordafrika bis nach
Westasien. Diese Pflanze gedeiht auf trockenen, gut durchlässigen
kalkhaltigen nährstoffarmen Boden. Auf Kalkfelsen und Geröll im
Gebirge, offen in voller Sonne stehend, fühlt sich diese Pflanze am
wohlsten. Da die Bergminze eine besonders lange Blütezeit besitzt, ist
sie seit einigen Jahren in immer mehr Gärten, bevorzugt in Steingärten,
zu finden. |
|
|
| Die Blätter haben einen stark aromatischen Geschmack,
der als
Mischung zur Minze, Oregano und Majoran beschrieben wird und so riechen
sie auch danach. Die paar Hummeln und Bienen, die noch
unterwegs
sind, finden darin eine wichtge Nahrungsquelle zu dieser Zeit. Die
Blätter sitzen gegenseitig an den Stängeln und sind wollig
behaart. Der Blattrand ist gekerbt-gesägt und breit eiförmig. Die
Pflanze bildet unterirdische Ausläufer und lässt sich für die
Vermehrung auch gut teilen. |
|
|
zu Tee verarbeitet. In der italienischen Küche kommt
diese Kraut
zur Aromatisierung. Die Blütezeit mit ihren hellrosafarbenen bis
weissen Blütenkronen erstreckt sich von Juni bis in den Oktober, in
Gugellandia findet man blühende Exemplare auch noch im Januar unter dem
Schnee. Welche wildwachsende Sorte bei uns speziell heimisch ist,
bedarf einer genaueren Analyse. Nach der Blüte werden kleine Nüsschen
gebildet, worin der Samen (Licht-, Warm- und Kaltkeimer) enthalten ist.
Die Blätter und die Blüten werden traditionell von Suppen, Eintöpfen
und Saucen und wird unter dem Namen "mentuccia und nepitella" genutzt.
Euer Grünling |
|