Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: April 2026




 
 Waldmeister (Galium odoratum)
29. April 2026: Der Waldmeister (Galium odoratum) gehört zur Familie der Rötegewächse und ist in Buchen- und Laubmischwäldern in den gemässigten Breiten Eurasien beheimatet. Dort bildet er dank seiner unterirdisch kriechenden Rhizome bodendeckende Teppiche. Er gedeiht am besten auf mässig feuchtem nährstoffreichen lockeren Lehmboden, ist frosthart und bevorzugt Schatten oder Halbschatten unter Bäumen. 
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Trivialnamen sind: Wohlriechendes Labkraut, Zehrkraut, Gliederzunge, Herzfreund, Mariengras, Sternleberkraut, Waldmännlein, Waldmutterkraut. Es ist dies eine Heilpflanze, die gefässerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend, herzstärkend und gegen Leberleiden wirkt. Ferner wird dieses Kraut in der Volksmedizin bei Brust- und Kopfschmerzen, zur Beruhigung, bei Husten, Wunden und Zahnweh genutzt. Allen voran ist die Aromakomponente, die der Maibowle den typischen Geschmack gibt. Auch zur Aromatisierung von Limonaden, Coktails, oder zur Zubereitung von Sirups und Süssspeisen, sowie zur Verfeinerung von Saucen wird Waldmeister verwendet.
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Möglich macht dies der Inhaltstoff "Cumarin". Der typische Waldmeistergeruch entsteht beim Trocknen der Pflanze. Vor der Blüte erntet man ihn für die Zubereitung von Waldmeistertee oder als probanes Mittel gegen Kleidermotten. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai oder Juni. Es werden aufrechte unverzweigte vierkantige behaarte Stängelgebildet, wo sich vierzählige weisse Blütenstände bilden. Die Blätter sind schmal elliptisch und stehen in Quirlen.
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Nach der Blüte werden trockene Spaltfrüchte gebildet. Es sind dies eiförmige bis fast kugelige Früchte, die mit langen hakigen Borsten ausgestattet sind und als "Klettfrüchte" fungieren, die an Fell, Gefieder oder an Kleidungsstücken hängen bleiben. So werden die Samen zur Vermehrung an andere Orte fortgetragen.
Euer Grünling

 
Sonnentau (Drosera)
22. April 2026: Im Januar 2017 stellte ich die fleischfressenden Pflanzen im allgemeinen vor, wie z.B. die unterschiedlichen Fallentypen und was es für verschiedene Arten gibt (Hier ist der Link dazu). Heute will ich ein wenig auf die Sonnentau-Arten eingehen. Es ist dies die umfangreichste Art unter den fleischressenden Pflanzen. Vom Sonnentau (Drosera) gibt es über 200 verschiedene Arten. Die Gattung ist nahezu weltweit verbreitet. Hauptsächlich in Australien, Südamerika und Südafrika. Viele Arten sind gefährdet, einige Arten werden als Zierpflanzen geschätzt. Nur drei davon sind in Europa beheimatet. Der rundblättrige, der langblättrige und der mittlere Sonnentau.
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Diese Pflanzengattung gehört zu den Sonnentaugewächsen und zeichet sich mit den Klebedrüsen auf den Blättern aus, die den Fang von Mücken, Frucht- und Stubenfliegen ermöglichen. Der meist mehrjährige Sonnentau gedeiht auf nährstoffarmen Boden auf nassen Untergrund. Er ist rosettenbildend aufrecht oder kletternd, erreicht Wuchshöhen von 1cm bis 1 Meter. Kletternde Arten werden wesentlich grösser und können bis zu 3 Meter lang werden.Betrifft fast alle Arten, sie können über 50 Jahre alt werden.
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Der Sonnentau ist auf die Aufnahme von Stickstoff durch Insektenfänge spezialisiert. Das Wurzelsystem ist schwach ausgebildet, es dient hauptsächlich der Verankerung im Untergrund und zur Wasseraufnahme. Die Vermehrung erfolgt durch oberirdische Ausläufer, aber auch durch Knollenbildung oder durch Brutknospen an den Blättern. Die zur Überwinterung europäischen Arten ziehen sie sich in eine sogannte "Überwinterungsknospe" ein, bevor sie im Frühjahr wieder neu austreiben. Die australischen Arten ziehen zur Überdauerung des extrem trockenen Sommers in eine unterirdische Knolle ein, aus der sie im Herbst wieder neu austreiben. Andere Arten besitzen eine dichte Behaarung, die vor Austrocknung schützt und zum Auffangen von Kondenswasser bei Morgentau dient. Zahlreiche recht verschiedene Blattformen haben die Sonnentauarten entwickelt. Teilweise können sie sich bis 360 Grad biegen und ihre Beute vollständig einschliessen.
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Alle Sonnentauarten zeichen sich durch ihre klebrigen Sekreten auf den Blättern aus. Es handelt sich dabei um gestielte Drüsen, die klebriges zuckerhaltiges Sekret absondern, dessen Schimmern Insekten anzieht und die dann daran kleben bleiben. Die Blüten sind immer fünfzählig, nur zwei Arten fallen diesbezüglich aus der Reihe, eine ist vierzählig, eine andere acht- bis zwölfzählig. In der Regel sind es weisse oder rosa Blüten, es gibt aber auch orangene, rote, gelbe und violette. Nach der Bestäubung, viele Arten sind auch selbstbefruchtend, bilden sich Kapselfrüchte mit vielen kleinen Samen. Die Samen sind lichtkeimend, die europäischen Frostkeimer. Die Habitatansprüche sind variabel, einige Arten schaffen es sogar in Gebiete wie Regenwälder, Wüsten oder Biotopen mit starker Beschattung. In der Regel mögen sie viel Sonne, Moore, Heiden und Sümpfe.
Im Sonnentau sind verschiedene medizinisch wirksame Inhaltsstoffe enthalten. Er ist gegen Reizhusten, zur Herzstärkung, Behandlung von Sonnenbrand und gegen Sommersprossen.
Robuste Arten sind neben der Venusfliegenfalle als Karnivoren mittlerweile in vielen Gartencentern oder Baumärkten erhältlich.
Euer Grünling

 
 Palisanderholzbaum ( Jacaranda mimosifolia)
15. April 2026: Im 19.Jahrhundert führte man den Palisanderbaum (Jacaranda mimosifolia) in alle Welt und bis Europa ein. Wegen der spektakulären Glockenblüten ist er zu einem beliebten Alleen - und Parkbaum geworden. Man findet ihn an den Mittelmeerküsten, überall dort wo es frostfreie Gegenden hat, ebenso in Südafrika, Asien und Australien. Die ursprüngliche Heimat ist Südamerika, vornämlich im südlichen Bolivien, auf den Hochebenen Argentiniens, in Paraguay und Uruguay.
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In unseren Breiten wird dieser Baum vorwiegend als Kübelpflanze gehalten. Die Blütezeit dauert bis zu zwei Monate von April und Mai weg. Der deutsche Name für das frostempfindliche Gehölz ist allerdings irreführend und eher einer Verkaufstrategie geschuldet. Das begehrte Tropenholz liefert nämlich der echte Palisander, namentlich "Dalbergia", wovon es über 300 verschiedene Arten gibt und welche Hülsenfrüchtler sind. Also bitte nicht verwechslen. Der Palisanderholzbaum, wie er bei uns heisst, liefert also nicht das zum Teil geschützte Holz, sondern ist ein Zierbaum.
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Der laubabwerfende Baum, ein Flachwurzler übrigens, kann bis zu 30 Meter hoch werden. Die ersten Blüten trägt er etwa ab dem 10. Lebensjahr. Die gegenständigen Laubblätter ähneln dem uns bekannten Farn. Die lila Blümchen sind an einem endständigen rispigen Blütenstand angeordnet. Die fünf blauen bis violetten Kronblätter sind glockenförmig verwachsen und der wunderbare Duft erinnert an Honig.
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Nach der Befruchtung bilden sich holzige rotbraune Kapselfrüchte mit zahlreichen Samen. Dort wo es ihm gefällt und wegen der Neigung zur Verwilderung wird er heutzutage als Neophyt in Südafrika und Australien betrachtet. Dort übrigens verbindet ein Weihnachtslied die Blütezeit des Palisanderholzbaumes mit dem Beginn der Weihnachtszeit. "...when the bloom of the jacaranda tree is here, Christmas time is near."
Euer Grünling

 
 Schneeglöckchenbaum (Styrax)
08. April 2026: Man höre und staune, der Schneeglöckchenbaum (Styrax)  umfasst 11 Gattungen mit über 130 Arten. Allen voran der japanische Storaxbaum (Styrax japonicus), der den seit der Antike beliebten aus dem Mittelmeerraum stammenden Styrax officinalis seit über 150Jahren von seinem Platz verdrängte. Er gehört zur Ordnung der Heidekrautartigen Gewächse und gewinnt immer mehr an Beliebtheit. 
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Storaxbäume haben grosse Laubblätter, einige Arten weisen eine Länge von bis zu 20 cm auf. Die Blätter stehen wechselständig und spiralig an den Ästen. Die Bäume werden je nach Art zwischen 3 und 7 Meter hoch. Typisch sind die zart duftenden glockenförmigen weissen Blüten. Sie erscheinen zahlreich hängend an endständigen Büscheln. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai, einige Arten blühen erst im Juni und Juli. Es gibt auch rosablühende Sorten.
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Nach der Blüte bilden sich je nach Art entweder Kapselfrüchte, Steinfrüchte (wie auf dem Bild) oder geflügelte Nüsschen. Die Bäume oder Sträucher enthalten viel Harz. In der Volksheilkunde wird das Harz als Droge und als Weihrauch verwendet. Die Herbstfärbung der Blätter ist meist gelb.
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Die Vermehrung erfolgt durch Absenker, die zwei Jahre an der Mutterpflanze belassen werden. Die aus den Gärtnereien grossgezogenen Storaxbäume sind mittlerweile winterhart. Als Solitär in grösseren und kleinen Gärten oder Parks ist dieser Baum ein Hingucker.
Euer Grünling


 
 Kuhschelle (Pulsatilla)
01. April 2026: Die Blütezeit der Kuhschelle (Pulsatilla), auch Küchenschelle genannt, erstreckt sich von März bis April. Man unterscheidet zwischen der gewöhnlichen Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) und der grossen Kuhschelle (Pulsatilla grandis), wovon es über 40 verschiedene Arten gibt. Es sind absolute Frühlingsboten, die in den Kalkmagerwiesen wachsen. Sie gehören zur Familie der Hahnenfussgewächse, sind wundersschön aber auch giftig für Mensch und Tier. 
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Trivialnamen, um nur einige aufzuzählen sind: Beisswurz, Bocksbart, Güggelblume, Hackelkraut, Heuschlafen, Mannskraut, Mutterblumen, Osterblumen, Schafkraut, Schlotterblumen, Siebenschläferl, Tagschläferli, Weinkraut, Wildmannskraut oder Wolfspfote. Die Wildformen wachsen auf der Nordhalbkugel in Eurasien und Nordamerika sowie auf den britischen Inseln.
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In der Natur wächst die Kuhschelle auf Halbtrocken- und Trockenrasen und Bergwiesen bis zu einer Höhenlage von 3'100 Metern über dem Meer. Aus einem holzigen Wurzelstock, dem Rhizom bilden sich anfangs filigrane Blätter, die dem Aussehen von Petersilie ähneln. Während der Blütezeit ist die Pflanze 15 bis 25 cm hoch, fruchtend mit silbrigen Samenständen erreicht sie eine Höhe von 40 cm. Die Blütenfarben je nach Art und Sorte variieren von violett, rosafarben, rot, gelb und weiss. Nach der Blüte bilden sich dekorative buschige Samenstände.
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Die absolut winterfeste (bis - 25 Grad) Kuhschelle liebt die Sonne und benötigt einen vollsonnigen Platz im Garten. Sie ist eine Insektenweide und bezaubert mit ihren Blüten und den Samenständen. In der Homöopatie wird die Pulsatilla zur Behandlung von diversen Hauterkrankungen sowie gegen  Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Rheuma und Gicht angewendet. Die Vermehrung erfolgt meist durch Selbsstaussaat im Beet, oder von Hand durch Säen. Auch die Vermehrung, wenn nicht ganz so einfach, ist durch Wurzelschnittlinge möglich. Gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen ist die Kuhschelle äusserst rubust. Selbst Schnecken meiden diese Pflanze.
Euer Grünling


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