Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
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Gartenecke: Mai 2026




 
 Wollziest (Stachys byzantina)
20. Mai 2026: Ursprünglich kommt der Wollziest (Stachys byzyntina) aus Vorderasien und dem Kaukasus. Die Namensgebung "Byzantinischer Wollzist" verdankt er seinem ersten Fundort, nämlich Istanbul, was früher so hies. Bereits im Mittelalter wurde der Wollziest in Klostergärten angebaut und als Heilpflanze empfohlen, ist aber heutzutage in Vergessenheit geraten, wird aber langsam wieder beliebter. Neben der Wildform gibt es im Fachhandel eine Vielzahl von Zuchtformen mit unterschiedlichem Wuchs und verschiedenen Blütenfarben.
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Der Wollziest gehört zur Familie der Lippenblütler und wird wegen der streichelweichen Blätter auch Hasenohr oder Eselsohr genannt. Die oval geförmten filzigen Blätter sind gegenständig um einen Vierkantigen Stängel angeordnet und wollig behaart. Die dicht mit Härchen besetztenBlätter fühlen sich wie ein weiches Fell an.  Dank diesen Härchen verliert die Pflanze bei zu viel Wärme kaum Flüssigkeit. Auch in den Wintermonaten behält der Wollziest sein Laub. Erst im Frühling verliert er die Blätter zum Neuaustrieb.
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Die mehrjährige Pflanze will in der vollen Sonne stehen, ist winterfest und liebt die Wärme. Beim Einpflanzen sollte man ein wenig Sand in das Erdreich einbringen. Mit den Jahren bildet der Wollziest dichte Pflanzenkissen als Bodendeckerstaude. Bis zu 80 cm hoch kann er werden. Blütezeit ist Juni bis August mit ja nach Sorte in rosa, violett oder silbrig-weiss an langen gräulichen wohlriechenden Blütenkerzen. Anziehungspunkt für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und anderen Insekten. Nach der Blüte bilden sich längliche Nüsschen, worin die Samen enthalten sind.
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Besonders geeignet ist diese Pflanze für Steingärten, Dachbegrünung, Beeteinfassungen oder Kiesbeete. Auch im Winter ist diese Pflanze mit ihren filzigen graugrünen Blättern ein Hingucker. Durch Teilung im Vorfrühling oder nach der Blüte lässt sich der Wollziest gut vermehren. Auch die Stecklinge fassen rasch Wurzeln und die Aussaat durch Samen als Lichtkeimer gelingt sehr gut. Auch Schädlingsresistent ist er, einzig zu nass oder zu dunkel mag er nicht.
Euer Grünling

 
 Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium moconioides)
13. Mai 2026: Der Sieben-Söhne-des Himmels-Stauch (Heptacodium moconioides), auch Siebenglockenstrauch genannt, gehört zur Famile der Geissblattgewächse. Der Name ist eine wörtliche Übersetzung aus dem chinesischen und nimmt Bezug auf die kleinen weissen Einzelblüten, die oft zu siebt in den Blütenständen zusammen stehen. Er wächst strauchförmig oder als kleiner Baum. Seine Heimat liegt in den chinesischen Provinzen Anhuii, Hubei und Zhejiang. Dort herrscht eine subtropische Klimazone mit niederschlagsreichen Sommermonaten sowie niederschlagsarmen Wintermonaten. Dort wächst er in immergrünen Laubwäldern auf lehmigen Böden bei einem sonnig bis lichtschattigen Standort. Und hier wird es interessant. Dieses Gewächs wurde nämlich erst 1877 entdeckt, dann lange Zeit in Vergesssenheit geraten, und erst 1980 durfte eine Gruppe Botaniker, die daran Interessse zeigten, eine grössere Samenmenge entnehmen. In den frühen 1980-er Jahren wurden neben Samen auch Setzlinge und Stecklinge in verschiedenste Länder verteilt. 
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1987 blühte erstmals ein Sieben-Söhne-Strauch im neuseeländischen Canterbury. Seitdem fasziniert und beschäftigt der Sieben-Söhne-Stauch weiterhin Gärtner und Botaniker und es gibt auch schon verschiedenste Hybriden davon. In Europa ist der Strauch noch ziemlich unbekannt und auch in den Baumschulen nicht überall erhältlich. Der Strauch ist sozusagen auf seinem Siegeszug und erobert die Welt. Nun aber zur Beschreibung dieses Strauches.
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Der Sieben-Söhne-Stauch ist sommergrün, wird 3 bis 5 Meter hoch und hat eine sich in Steifen lösende Rinde. Die Laubblätter stehen gegenseitig, sind ledrig, eiförmig, geschwänzt oder zugespitzt, sind ganzrandig und meist nach oben gebogen. Im Herbst verfärbt sich das Laub in ein purpurbraun und verbleibt lange Zeit am Strauch. Zudem ist der Strauch auch sehr stadtklimafest, verträgt auch Trockenheit und Hitze. Und auch Temperaturen bis zu Minus 35 Grad ertragen sie, sogar in Norwegen, wenn auch mit gehemmtem Wachstum, hat sich der Strauch bewiesen. Und das Interessante an diesem Strauch ist die Blüte.
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Schon recht früh im Jahr entwickelt sich seine aussergewöhnliche Belaubung mit hängenden, dunkelgrünen Blättern, die sich kahnförmig rollen und einen kontrastreichen Hintergrund für etwa zwei Monate andauernde Knosenphase bieten. Anschliessend erfolgt die wochenlange Blühphase mit rahmweissen, zart duftenden Blütenständen. Nach dem Abfallen der Blütenkronen entwickeln sich Scheinfrüchte, die gekrönt sind von vergrössserten und rosafarben bis purpur gefärbten Kelchblättern, die als "zweite Blüte" bezeichnet werden.
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Kurz gesagt, dieser Strauch ist etwas für's Auge. Zuerst umhüllt er sich mit weisser Farbenpracht, was zahlreiche Insekten anlockt, und danach erstahlt er in einem schönen rötlichen Federkleid. Die Sieben-Söhne-Sträucher lassen sich auch leicht aus den Samen vermehren, sie keimen bereits bei Zimmertemperatur. Auch durch Stecklinge ist die Vermehrung nicht schwierig. Pharmakologisch wurden bisher noch keine nennenswerte Ergbnisse erziehlt, es wird aber weiterhin geforscht.Und giftig scheint er auch nicht zu sein.
Euer Grünling


 
 Gewürzstrauch (Calycanthus fioridus)
06. Mai 2026: Der echte Gewürzstrauch (Calycanthus fioridus) gehört zur Familie der Gewürzstrauchgewächse und stammt aus dem Südosten Nordamerikas und ist auch in Florida heimisch. Trivialnamen sind: Nelkenpfeffer, Riechäpfelchen und Weinröschen. Der starke Geruch nach Zimt und Gewürznelken geht von der Rinde aus. Früher wurden diese zum Würzen von Speisen in getrocknetem und gemahlenen Zustand von den nordamerikanischen Indianern genutzt. Aber ein Verzehr in grösseren Mengen ist nicht ratsam. Alles an dem Strauch enthält giftige Alkaloide. 
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Zerriebene frische Triebe können gegen Stechmücken und andere lästigen Insekten genutzt werden. Das Schönste an diesem Strauch sind aber die Blüten. Sie erinnern vom Aussehen her an Mangnolien. Es gibt drei sehr interessante Hybriden mit intensivem Blütenduft, welche durch Einkreuzen des chinesischen Gewürzstrauches entstanden sind. "Aphrodite", deren Blütezeit Mai bis September ist. Der Strauch hat weinrote Blüten mit weisser bis cremfarbener Mitte, "Hartlage Wine", acht bis neun cm grosse offene hellburgunderrote Blüten mit cremfarbener Mitte. Die Blütezeit ist Mai und Juni,  zudem wird der Strauch drei Meter hoch und vier Meter breit. "Venus" mit bis zu 11 cm grossen offenen Blüten. Sie erscheinen im Mai und Juni und tragen weisse, im Zentrum rötlich getönte Blütenblätter.
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Der Strauch hat gegenständige gestielte ganzrandige elliptische bis eiförmige Laubblätter mit zugespitzem Stumpf, deren Unterseite fein behaart sind. Die Blüten stehen einzeln endständig an Kurztrieben und riechen intensiv nach Erdbeeren. Die feinhaarigen Blütenhüllblätter sind spiralig angeordnet. Nach der Bestäubung werden Kapselfrüchte gebildet, die den ganzen Winter über an den Ästen bleiben. Das Blütenöl dient auch als Rohstoff für die Parfümindustrie. Der Strauch ist absolut winterfest und frosthart bis zu Minus 23 Grad. 
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Die Sträucher eignen sich für den "Duftgarten", sie werden sehr breit und sind für einen sonnigen bis halbschattigen feuchten Standort geeignet. Aufpassen! Zuviel Mittagssonne lässt die Spitzen der Blätter und der Blüten verdörren. Für die Pflanzung im Kübel sind sie nicht geeignet, da sie einen hohen Wasserbedarf haben und nur bedingt hitzeverträglich sind. Die Vermehrung erfolgt am besten durch die Aussaat im Oktober und November direkt im Freien. Im Frühjahr keimen sie zuverlässig. Die Vermehrung durch Stecklinge ist ziemlich schwierig und gelingt nicht immer. Zu empfehlen ist die Absenker-Methode. Im Frühjahr einen langen seitlich stehenden Trieb in die Erde drücken, fixieren mit einem Zelthaken und bis zum Herbst haben sich an dieser Stelle neue Wurzeln gebildet. Im kommenden Frühjahr von der Mutterpflanze trennen und verpflanzen.
Euer Grünling


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