Garten- und Blumenkolumne, Pflanzenexperte und Ratgeber
präsentiert von Grünling, unserem Fachmann
Pilze

Jahr
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat
Monat

Gartenecke: März 2026




 
 Seesternbaum, amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
25. März 2026: Liquidambar, bekannt als Amberbaum oder Seesternbaum, bezaubert vorallem mit seiner karminrot-gelben Herbstfärbung. Ein wahres Prachtstück im Garten, im Frühling hat er grün, glänzendes Laub und grüngelbe Blüten. Er kann bis zu 30 Meter hoch und bis zu 10 Meter breit werden. Zahlreiche kleinbleibende Sorten sind aber auch im Handel. Seit 1688 wird der Amberbaum als Zierbaum in Europa angepflanzt. Ursprünglich ist seine Heimat in Nordamerika im Bundesstaat New York bis Nicaragua. Er zählt zur Gattung der Amberbäume sowie zur Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifrage)
bild
bild
bild
bild
Er besiedelt dort Auenwälder mit periodischen Überschwemmungen und lehmigem Boden. Er kommt aber auch problemlos mit steinigen und kargem Boden zurecht. Er fühlt sich sogar in mexikanischen Höhenlagen mit geröllartigen und trockenem Boden heimisch. Er braucht jeweils ein vollsonniges Plätzchen, ist äusserst genügsam und wird daher auch als Strassenbaum, Alleebaum und Parkbaum genutzt. Der absolut winterharte Baum mit seinen Herzwurzeln, die tiefreichend sind und gut verzweigter Pfahlwurzel ist resistent gegenüber Wärme, Trockenheit, Überschwemmungen und Abgasen. Deshalb wird er zunehmend im innerstädtischen Bereich gepflanzt. Er gilt als Baumart, die gegen den Klimawandel gut gerüstet ist.
bild
bild
bild
bild
Er bildet anfangs eine schmale kegelförmige Krone, die im Alter abgeflacht wird. Die Rinde scheint in Platten hochkant zu stehen, sodass kahle Äste an ein Krododil erinnern, daher auch die englische Bezeichnung "Alligatorwood". Die aromatisch riechenden Blätter erinnern an die vom Ahorn, mit dem er aber nur weitläufig verwandt ist. Die Blätter sind ahornartig, handförmig gespalten, am Rand meist gesägt und langstielig. Beim Zerreiben der Blätter strömen sie einen angenehmen süsslichen Duft aus. Die Herbstfärbung reicht vom gelb, dann orange bis zu verschiedenen Rottönen aus. Die ersten Blüten und auch Früchte werden ab dem 20. bs 30. Lebensjahr gebildet. Die männlichen, gelb-grünen Blüten stehen in aufrechten Trauben oder Ähren, die weiblichen hängen in kugelförmigen Köpfchen gehäuft nach unten. Nach der Bestäubung entwickeln sich aus den Letzteren an langen Stielen 3 - 4 grosse stachelige Kugeln, die später verholzen und an die Früchte der Platane erinnern. Sie bleiben im Winter am Baum stehen, öffnen sich mit zwei Klappen und entlassen jeweils 2 der 8-10mm langen Samen. Viele sind davon unfruchtbar, keimen können nur die einseitig geflügelten.
bild
bild
bild
bild
Die Samen sind Kaltkeimer und brauchen eine Kältephase zum Keimen. Schneller geht es mit der vegetativen Vermehrung, bei der man im Sommer einen Steckling vom grünen Holz schneidet und bewurzeln lässt. Bei Verwundung des Baumes tritt Harz aus. Liquidambar oder flüssiger Bernstein wurde bereits von den Mayas verwendet und mit Kräutern in hohlen Schilfrohren geraucht. In der Neuzeit war das Harz Grundstoff des typisch US-amerikanischen sweetgum. Dagegen ist der Kaugummi von heutzutage reine Chemie aus petrochemischen Kunstoffen mit jeder Menge Aroma, Zucker und Füllstoffen. Auch zur Parfümierung von Seifen, Kosmetika, Tabak und Herstellung von Klebstoffen wird das Harz verwendet. Die Zweige des Baumes sind zudem gesuchte Wünschelruten und das Holz ist begehrt bei Tischlern wegen des lang anhaltenden Duftes.
Euer Grünling

 
 Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum)
18. März 2026: Vor 10 Jahren Im Februar 2016 stellte ich das Schneeglöckchen (Galanthus) mit einem Kurzbeschrieb vor (siehe Link dazu). Heute will ich mich aber der Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum) widmen. Botanisch gesehen handelt es dabei um zwei verschiedene Pflanzen. Merkwürdig erscheinen mir aber die Trivialnamen: Grosses Schneeglöckchen oder Märzenbecher, welcher auch für die gelbe Narzisse gebräuchlich ist. Hauptunterschied zwischen Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblume sind die Blüten. Erstens ist der "Märzenbecher" grösser und hat glockenförmige Blüten mit gelb-grünen Flecken an allen 6 Blütenblättern. Das Schneeglöckchen ist kleiner, hat ebenfalls hängende Blüten, aber mit 3 äusseren und 3 inneren Blütenblättern, die ein grünes Herz formen.
bild
bild
bild
bild
Der Märzenbecher ist ein selten wild wachsendes Zwiebelgewächs und steht unter Naturschutz. Dafür gibt es mittlerweile minimum über 10 verschiedene Neuzüchtungen, die im Fachhandel erhältlich sind. Wild wachsend ist er gesellig in Auen- und Schluchtenwäldern in feuchten Laubmischwäldern im Tiefland bis in die mittleren Gebirgslagen Mittel- und Südeuropas, aber auch weltweit verwildert, wie beispielweise in Amerika, anzutreffen. Sowohl im Halbschatten als auch im Schatten fühlen sich diese Blumen wohl.
bild
bild
bild
bild
Und dann unterscheidet man innerhalb der Märzenbecher, die übrigens zur Familie der Amaryllisgewäche gehören, von 2 Arten. Die Frühlings- und die Sommerknotenblume. Letztere wird grösser und die Blütenstängel bis zu 60 cm hoch. In den Blütenständen stehen meist 3 bis 7 Blüten zu ungleich langen Stielen zusammen. Die Blütezeit derer ist März bis April. Bei den Frühlingsknotenblumen steht an jedem Stängel jeweils eine einzelne Blüte. Die Blüten enthüllen sechs gleichgestaltete weisse Blütenhüllblätter an deren Spitze jeweils ein grünlicher Fleck ist. Die Blütezeit ist der Februar und der  März. In der Regel blühen sie 2 - 3 Wochen lang. Die Blume hat lange linealische - riemenförmige dunkelgrüne glänzende Blätter.
bild
bild
bild
bild
Nach der Blüte werden birnförmige Kapselfrüchte mit zahlreichen kleinen schwarzen Samen gebildet. Die absolut winterharten Pflanzen ziehen sich danach in den Boden zurück und die Zwiebel bildet neue Tochterzwiebeln, während die Mutterzwiebel stirbt. So werden regelrechte Horste geblldet. Und die Ameisen treiben mit der Verschleppung der Samen ebenfalls die Vermehrung voran. Deshalb auch darf man sich nicht wundern, wenn plötzlich auf der anderen Gartenseite neue Märzenbecher wachsen. Abschlussmässig sei gesagt, dass alle Teile dieser Pflanze, wie auch beim Schneeglöckchen giftig sind.
Euer Grünling

 
 Schamblume, auch Lippenstiftpflanze genannt (Aeschynanthus)
11. März 2026: Im Englischen heisst diese Pflanze "Lipstick plant". Weil sich die Blüten lange versteckt halten, und dann später ihre wahre Pracht zeigen, erhielt sie den zusätzlichen Namen "Schamblume". Weitere Trivialnamen ausser Lippenstiftpflanze sind auch Sinnblume. Diese Pflanze, im lateinischen "Aeschynanthus" genannt, gehört zur Familie der Gesneriengewächse und umfasst 185 verschiedene Arten. 
bild
bild
bild
bild
Einige Arten haben es als Zimmerpflanzen, insbesonders in hängenden Töpfen geschafft, sich in Geltung zu setzen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hybriden davon, wie zum  Beispiel die "Radicans Variegata", die leuchtend rote Blüten hervorbringt. Oder die Sorten "Twister" mit tiefroten Blüten und  eingerollten Blättern. Aussergewöhnliche Aeschynanthus-Arten sind die "Marmoratus oder "Longicaulis", die sich mit verschiedenen Grüntönen marmorierter oder gefleckter Blätter auszeichnen und orange-grüne Blüten hervorbringen. Oder aber auch die "Speciosus", deren Triebe eine Längevon 60 cm erreichen und endständig mit ihren Blüten in einem Orange bis Scharlachrot aufwarten. Eine besonders beliebte Schamblumenart ist "Mona Lisa" (siehe Bild 6), die auch strahlige Sinnblume genannt wird.
bild
bild
bild
bild
Es gäbe noch viel mehr, wie z. B. die "Japhrolepis", deren Triebe bis zu 1,20 Meter erreichen und lachsrosafarbene bis rot-orangen Blüten haben. Beheimatet sind die Aeschynanthus-Arten im südlichen und südöstlichen Asien und Ozeanien.Sie wachsen wild als Epiphyt auf anderen Bäumen, ähnlich wie Orchideen und ihre Ranken werden über 3 Meter lang. Sie sind immergrün, haben dunkelgrüne dicke meist spitz- eiförmige gegenständige  Blätter, dir je nach Sorte und Art flaumig behaart sind und häufig von einer dicken "Ceticula"  (Wachsschicht) überzogen sind.An den Triebenden hängen dann die Blütenbüschel, deren Blüten von Vögeln bestäubt werden und Kapselfrüchte bilden.
bild
bild
bild
bild
Diese wärmeliebenden mehrjährigen Pflanzen mögen direktes Sonnenlicht überhaupt nicht. Sie sollen weder austrocknen, noch im Wasser stehen und mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit. 20 bis 25 Grad sollte die ganzjährige Temperatur betragen. Im Winter nicht unter 18 Grad. Mit temperiertem Regenwasser ist die Aechynanthus zu verwöhnen. In der Regel blüht sie jährlich mehrmals. Die Vermehrung erfolgt durch Kopfstecklinge.
Euer Grünling


 
 Hummerschere (Heliconia)
03. März 2026: Die Hummerschere (Heliconia) gehört zur Ordnung der Ingwerartigen Pflanzen. Trivialnamen sind: Turkanschnabel, wilder Wegerich oder aber auch falsche Paradiesvogelblume. Die Heimat sind die Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Die Helikonien umfassen 225 verschiedene Arten. Einige Arten sind auf Inseln des tropischen pazifischen Ozeans, Melanesien von Samoa bis Sulawesi heimisch. Mittlerweile gibt es sehr viele Zuchtformen, die sich auch für den Wintergarten oder die Stube eignen. 
bild
bild
bild
bild
Die nicht winterfesten immergrünen Schönheiten gedeihen am besten im Halbschatten, sind sehr durstig und lieben eine gewisse Luftfeuchtigkeit. Die nächsten Verwandten sind die Banane (Musa) und die Paradiesvogelblume (Strelitia). Letzteren widmete ich einen Artikel Im März 2024 (siehe Link). Die Pflanzen haben paddelförmige Blätter, die je nach Art bis zu 7 Meter lang werden können. Es gibt horstbildende und ausläuferbildende Helikonien. Es gibt zudem Arten mit hängenden und solche mit aufrechten Blütenständen. Sie besitzen in der Regel ein sehr tiefes Wurzelwerk. 
bild
bild
bild
bild
Die Blütenstände werden über 1 Meter und erlangen so eine beachtliche Grösse. Auffällig sind die leuchtend zweifarbenen roten, auch rosa oder gelben Blütenköpfe. Die vogelbestäubten Blüten sind auch von Kolbris besucht, und der Nektar duftet auch zuweilen. Bei Reife bilden sich runde und fleischige blaue, rote oder orangefarbene Steinfrüchte, die jeweils ein bis drei Samen enthalten. Die Blätter werden als Zeltbau verwendet. Nicht durch den Menschen, sondern von Fledermäusen. Die Blütenköpfe kann man garen und die Blätter werden als Umhüllung zum Garen von Speisen verwendet.
bild
bild
bild
bild
Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Teilung des unterirdischen Wurzelwerkes. Seit dem 18 Jhd. sind viele Arten und Sorten bei richtiger Haltung tolle, exotische Zimmerpflanzen. Die Blüten werden gerne für Blumengestecke verwendet, da sie während 3 Wochen lang haltbar sind.
Euer Grünling


Geh zur Legende
Zurück zur Titelseite (Home)